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152 PORTRAITS IN 2 TAGEN

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Am Wochenende 16. & 17.11.2013 hatte ich die erfreuliche Aufgabe bei der “Photo & Adventure”, der größten Fotografie Messe des Landes, (nachdem 2013 keine Photokina stattfindet heuer sogar die größte im deutschsparachigen Raum) am Stand von Canon Portraits zu fotografieren. 152 Menschen haben mir dabei ihr Gesicht anvertraut. Wir haben sie vor Ort portraitiert und ihnen sofort einen Ausdruck mitgegeben. Die meisten in A3 mit dem Canon Pro-1 gedruckt, dazu viele Sephys und auch einige Large Format Prints. Klingt stressig, ist es auch. Vor allem eine echte Herausforderung, so viele Menschen die man vorher noch nie gesehen hat innerhalb weniger Minuten zu portraitieren, ohne Gelegenheit die Menschen die man portraitiert besser kennenzulernen. Ein nicht unwesentlicher Bestandteil, wenn nicht einer der größten, für ein schönes und authentisches Portrait ist immerhin den Menschen und das Gesicht ein wenig kennenzulerenen und eine Idee davon zu bekommen “wer” einem gegenüber steht. Glücklicher Weise hatten wir von dem ganzen Wochenende nur gutes feedback, es dürften also alle mit ihren Portraits recht zufrieden gewesen sein ;-)

WIE WIR ES GEMACHT HABEN

Abgesehen von der Herausforderung, Menschen die man nicht kennt in wenigen Minuten zu portraitieren, wäre da auch noch die technische Herausforderung. Wir mußten wirklich, wirklich schnell sein um ein Portrait vor Ort zu schießen und direkt vor Ort zu drucken. Ich sags in meinen Workshops und auch sonst bei jeder Gelegenheit jedem ders nicht hören will – in JPG fotografieren ist ein Sakrileg, außer es gibt einen wirklichen Grund dafür. Da hatte ich ausnahmsweise wirklich mal einen Grund für ein paar JPG Fotos in der Kamera, weil die JPGs im Gegensatz zu RAW files die Picture Settings aus der Kamera direkt übernehmen. Also Farbeinstellungen (in dem Fall recht einfach :)), Kontrast, Schärfe usw. Am ersten Tag hab ich ein paar Anläufe gebraucht um die passenden Einstellungen zu finden. Es hat sich schnell herausgestellt die Fotos kommen am schönsten aus dem Drucker mit Kontrast +2, Schärfe +1, keine Farbfilter und ein klein wenig Überbelichtung (1/3 – 2/3 Blenden). Nachdem die RAW files ja auch auf die Karte gespeichert wurden, war die Korrektur der Überbelichtung daheim in Lightroom kein Problem.

DAS LICHTSETUP

Das Lichtsetup ist einerseits ein sehr sehr einfaches. Andererseits ein sehr fehleranfälliges. Ich hab einen ProFoto D1 Compact 500 Air verwendet, mit einem Beautydish und einer Wabe, schön zentriert über der Kamera. Und da wirds gefinkelt – Beautydish mit Wabe als einziges Licht kann sehr sehr schön sein. Aber steht der Beautydish nur ein paar cm zu hoch, dann gibt das hässliche, lange Schatten im Gesicht und man verliert das wichtige “Catchlight” in den Augen. Eine Spur zu hoch und das Portrait sieht fürchterlich aus. Ein paar cm runter, schon sieht das selbe Licht fantastisch aus. Ja, das heißt für jedes einzelne Gesicht Licht neu einstellen, Stativ hoch oder runter fahren. Klar wär eine große Softbox da erheblich einfacher gewesen, die verzeiht mehr. Hätte mir in dem Fall aber einfach nicht so gut gefallen. Ich bin einfach Beatuydish und Wabe Fan :-)

Lightsetup_Phot_Adventure
(iPhone App Light Setup)

Als Hintergrund hab ich eine hellgraue Papierrolle verwendet. Viele Fotografen haben mich vor Ort gefragt, warum ich nicht gleich Schwarz oder Dunkelgrau verwende, wenn die Portraits ohnehin alle mit sehr dunklem Hintergrund rauskommen sollen. Weil ich einfach gern mehr Spielraum habe. Wenn ich mit Gesicht und Licht näher an den hellen Hintergrund gehe (da reichen oft ein paar cm) krieg ich dadurch etwas Licht durch die Wabe auf den Hintergrund und somit einen stärkeren Verlauf von dunkelgrau auf Hellgrau hinter dem Gesicht. Ein paar cm weiter weg und der Hintergrund wird fast schwarz. Wobei “fast” hier das wichtigste Wort ist. Ganz schwarz hätte mir einfach nicht gefallen. Ich wollte dass sich auch schwarze Haare und Jacken noch gut vom Hintergrund abheben. Bei so vielen Menschen war klar, dass sehr unterschiedliche Typen kommen und ich wollte den Spielraum haben auf jeden einzeln besser eingehen zu können.

Hier noch ein paar Resultate von dem Wochenende. Das sind sicherlich nicht die besten Portraits ever, aber ich denke für die Umstände und die Herausforderung vor die wir gestellt waren mit 152 Gesichtern an 2 Tagen inklusive Druck vor Ort hat das ganz gut geklappt. ;-)

2 Responses to “152 PORTRAITS IN 2 TAGEN”

  1. rob venga

    Hi Christian, danke für die Einblicke !
    Schade das ich nicht vorbeikommen konnte. Sieht echt super aus!
    Nur eines macht mich stutzig, 1/250 Verschlusszeit !? Also meine Mk III macht oft schon bei 1/200 “Probleme”… beim blitzen natürlich..
    lg

  2. Christian Anderl

    hi rob,
    da hast du natürlich recht :-) sorry, das ist bei der iphone app wohl reingerutscht. belichtungszeit war tatsächlich auf 1/200stel, da aber problemlos mit der mkIII. fallweise mit etwas mehr abstand zum beautydish wars auch mal 1/160stel, aber meistens 1/200. ich änder das gleich in der grafik

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