Inspire
Do something today
that your future self
will thank you for.

Speaking
Christian's past as a radio presenter and stage experience with up to 60,000 people, combined with his extensive photography knowledge and his many years of experience in dealing with people in front of cameras and microphones make him a sought-after speaker.
Not only photography, but also inspiration, motivation and success are topics for which he is booked internationally.
Technology conferences, photography conferences, universities, corporations and more, Christian loves to share his story and inspire others.
Click here to book him for your next conference or gathering.
Events & Companies Christian has spoken for:
Photokina Köln, Canon, Swedish Photography Association Skelleftea, Canon Press Conference Stockholm, Universität Wien, The Photography Show Birmingham, Photo + Adventure, Candi Gathering Munich, Foto Marlin Basel, Digitalstore Vienna,


Past Speakings
Digitalevent Baden (Schweiz)
Keynote Speaker:
Jane Goodall, Matt Anderson, Sanne De Wilde, Christian Anderl
"Creator Meets" Eyem - 25hrs Hotel Vienna
"Meet the Ambassador" Canon EOS R Event Innsbruck
Canon Europe Livestream
Details TBA
Photokina Köln
Halle 3.2 - Spotlight Stage
Canon Pro Forum Zürich
"Fotografen 2.0" - Photo+Adventure Wien
Canon Pro Forum Wien
Canon EOS R Launch Event London / Amsterdam
Komm in meine Facebook Gruppe "Fotografen 2.0"
Weil wir gemeinsam einfach mehr erreichen!
Aktuelle Artikel
-
Hat die Kameraindustrie die Seele der Fotografie verloren?Hat die Kameraindustrie die Seele der Fotografie verloren?Neun Jahre lang war ich Canon-Ambassador. Ich durfte Kameras testen, bevor sie auf den Markt kamen. Die ersten Jahre waren großartig – echte Innovation, spürbare Fortschritte. Dann hat sich irgendwas verändert. Die Verbesserungen wurden nicht weniger, aber immer kleiner. Ein bisschen schnellerer Autofokus. Ein paar mehr Bilder pro Sekunde. Ein bisschen mehr von allem. Und plötzlich ist ein alter Freund wieder aufgetaucht, von dem wir dachten, wir würden ihn nie wieder sehen: die Megapixel-Diskussion. Wir hatten das Thema längst für beendet erklärt. Wir wussten, dass 18 bis 25 Megapixel für über 90 Prozent aller Fotos völlig ausreichend sind. Selbst für 16-Bogen-Plakate. Außer man will hochauflösend riesig drucken. Was selten passiert. Aber die Kameraindustrie brauchte neue Verkaufsargumente von denen man die Masse leicht überzeugen konnte. Spätestens da wurde mir klar: Alle Kameras sind längst gut genug. Aber die Kameraindustrie steckt in einem Wettlauf fest, muss immer weiter, schneller, höher entwickeln, um die Verkaufszahlen nach oben zu bringen. Der Datenblätterkrieg, den niemand gewinnen kann (und auch niemand braucht) Canon hat von allen Herstellern am längsten widerstanden. Das respektiere ich bis heute. Sie sagten immer ganz klar: Datenblätter machen keine besseren Fotos. Wir wollen Kameras bauen, die deine Arbeit unterstützen und die Ergebnisse so gut wie möglich machen. Die dir aus dem Weg gehen, dir Zeit, Geld und Nerv sparen. Aber irgendwann mussten auch sie nachgeben. Wenn alle Hersteller plötzlich mit 50, 70, 90 und 100 Megapixel kommen, musst du mitziehen. Der Aufwand wird irgendwann zu groß der breiten (großteils Ahnungslosen aber Meinungsintensiven) Masse zu erklären "Nein, unsere Kameras sind nicht schlechter wegen der Megapixel, wir machen das absichtlich weil es Vorteile hat"... Der Markt ist gnadenlos. Die Zahlen belegen das brutal: Der globale Kameramarkt ist von 7,41 Milliarden USD im Jahr 2024 auf voraussichtlich nur noch 2,88 Milliarden USD bis 2034 geschrumpft. Ein jährlicher Rückgang von 9,02 Prozent. 2024 wurden nur noch etwa 1 Million DSLR´s verkauft. In den sieben Monaten bis Juli 2025 brachen die Verkäufe um weitere 47 Prozent ein. Was logisch ist, weil DSLR an Bedeutung verliert Spiegellose Kameras: Alle Hersteller wachsen Der Mirrorless-Markt zeigte 2024 ein Wachstum von 10%, mit Steigerungen der Gesamtlieferungen von 4,76 Millionen auf 5,22 Millionen Einheiten (von 2023 auf 2024). Amateur Photographer Die Wachstumsraten der einzelnen Hersteller: Fujifilm zeigt mit 29% Wachstum den stärksten Anstieg aller Marken Amateur Photographer Nikon folgt mit 21% Wachstum Amateur Photographer Sony wuchs um 7% Amateur Photographer Canon wuchs um 5% Amateur Photographer Interessantes Detail Canon verkauft immer noch 790.000 DSLRs pro Jahr – mehr als Fujifilm insgesamt an spiegellosen Kameras verkauft (490.000). Das sind hauptsächlich günstige Canon Rebel Kameras. Es gibt also noch viele Menschen, die in einen Laden gehen und eine erschwingliche Kamera wollen, die bessere Bilder macht als ihr Handy. Die Marktanteile 2024 Canon lieferte 2,84 Millionen Einheiten (46,6%), Sony 1,63 Millionen (26,8%), Nikon 830.000 (13,6%), Fujifilm 490.000 (8%). Fuji Rumors Die Prognosen Semi-professionelle Fotografen und Content Creator werden laut Prognosen das höchste Wachstum von 8,4% von 2025 bis 2033 zeigen, da Plattformen wie YouTube, Instagram und Patreon es ermöglichen, visuellen Content zu monetarisieren – was Equipment erfordert, das über Smartphone-Fähigkeiten hinausgeht. Was wir dabei gewonnen haben Was wir hier erleben bzw erlebt haben in den letzten Jahren ist eine Kameraindustrie, die sich gezwungen sieht die berühten "Eier legende Wollmilchsau" zu produzieren. Eine Kamera die alles kann. Hochauflösend, super schnell, alles was irgend ein Herz begehrt. Was wir dabei verloren haben Bei einer DSLR-Kamera oder Messucher Kamera schaust du durch das Objektiv bzw den Sucher. Du siehst das echte Leben. Du schaust dir einen Bildausschnitt an und stellst dir vor, wie das Endergebnis im Foto aussehen kann. Das regt die Fantasie an. Das regt die Gehirnzellen an. Das braucht mehr eigene Gehirnleistung, was wiederum die eigene Fotografie verbessert, weil du besser übst dabei. Bei spiegellosen Kameras schaust du in einen Bildschirm. Du siehst die fertige Interpretation einer Kamera statt dem echten Leben. Ich habe das Gefühl, dass du eine Verbindung zur Außenwelt verlierst, wenn du nicht in ein Objektiv, sondern in einen Bildschirm schaust. Und gute Fotos leben genau davon, dass du dich ohne Kamera umschaust. Dass du Dinge siehst – Geometrie, Licht, Farben – die andere übersehen. Dass du versuchst, es so abzubilden, dass andere auch das darin sehen können, was du selbst siehst. Dazu musst du mit der Außenwelt verbunden sein und verbunden bleiben. Optische Sucher bieten laut Forschung eine direkte Verbindung zur Szene – frei von digitalen Ablenkungen, unbeeinflusst von Einstellungen wie Weißabgleich oder Belichtung. Elektronische Sucher nehmen dich weiter aus der Szene heraus. Die Einfachheit einer analogen Kamera spiegelt sich oft auch im Ergebnis wieder. Einschränkung führt automatisch dazu, dass wir aus dem was wir zur Verfügung haben das Maximum rausholen, statt uns in technischen Details zu verlaufen. Die drei Säulen, die wirklich zählen Fotografie basiert technisch auf drei Säulen: ISO, Blende, Belichtungszeit. Das war's. Diese drei Werkzeuge ermöglichen es dir, Bilder zu belichten, Szenen einzufangen, zu unter- oder überbelichten und Bewegung darzustellen. Die Einfachheit dieser drei Elemente gibt dir mehr Möglichkeiten, die Kreativität in dem zu finden, was du siehst, was du abbildest und was du gestaltest. Anstatt dich in technischen Raffinessen, Details, Knöpfen und Bedienelementen zu verlieren. Da hats "klick" gemacht auf den Lofoten Ich war mit der Fotoreiserei und Walter Luthenberger auf den Lofoten. Ich hatte eine Filmkamera mit nur einem Objektiv und 20 Filmen dabei. Dazu eine Canon R5 für Videos. Irgendwann bemerkte ich was. Mit der Canon in der Hand neigte ich dazu, an den Einstellungen herumzuschrauben. Mich in einem Menü zu verlieren. Die Umgebung nicht wahrzunehmen. Ich bin in einen "Arbeitsmodus" verfallen weil ich den Umgang mit diesem Werkzeug von meinem Job so gewohnt war. Bei der Filmkamera war nichts anderes einzustellen als die Filmauswahl (ISO) und dann Blende-Belichtungszeit. Da gabs garnichts zum herumspielen und einstellen mehr. Das zwang mich, mich umzuschauen, hinzuschauen, es in einen Rahmen zu packen mit dem einen Objektiv, das ich hatte. Dann noch eine einzige Entscheidung: Will ich überbelichten, korrekt belichten oder unterbelichten? Abdrücken. Fertig. Die Workshop-Teilnehmer mit ihren digitalen Kameras verbrachten mehr Zeit mit der Kamera und den Einstellungen. Sie fotografierten wesentlich mehr, was ein Vor- und ein Nachteil sein kann. Ich hatte das Gefühl, ich habe die meiste Zeit einfach nur ohne Kamera mich umgesehen. Ich war mehr in diesem Moment. Ich war mehr vor Ort. Ich habe viel weniger in die Kamera geschaut, viel weniger in einen Bildschirm. Ich habe mich zuerst umgesehen. Wenn ich etwas gefunden habe, was ich festhaltenswert fand, dann erst habe ich durch die Kamera geschaut, abgedrückt – und dann war die Kamera wieder weg. Die Filmkamera hat mich daran erinnert, wie viel Raum fürs Wesentliche bleibt, wenn du dich technisch minimierst. Nicht nur habe ich mich da erinnert an meine Anfänge in der Fotografie in den 80er Jahren. Ich habe auch verstanden, warum die junge Generation, die nie mit Film in Kontakt gekommen ist jetzt so sehr davon angezogen ist. Die stoische Dimension der Fotografie Perspektive ist alles im Leben. Du kannst auf jede Situation aus verschiedenen Perspektiven schauen. Die Fotografie lehrt uns, dass wir ein und dasselbe Motiv aus verschiedenen Perspektiven fotografieren können und sich dadurch das Bild grundsätzlich verändert. Die Aussage. Die Stimmung. Alles. Das lässt sich eins zu eins auch übertragen aufs ganze Leben. Du kannst in jeder Situation die Opferrolle einnehmen oder eine andere Perspektive einnehmen. Du kannst eine negative Situation sehen und durch eine Veränderung der Perspektive etwas Positives daran finden. Die Übung mit der Kamera gibt dir die Klarheit, dass jede Situation unterschiedliche Perspektiven hat, die zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Ich bin mit einer Krebsdiagnose im Krankenhaus gelegen. Das hatte durchaus Potenzial für Weltuntergangsstimmung. Ich hätte in der Perspektive des Leidenden und des Opfers bleiben können, verhaftet in Angst und negativen Emotionen. Aber ich habe die Perspektive gewechselt. Ich wurde durch die Movember-Aktion auf das Thema aufmerksam. Das hat mir quasi das Leben gerettet. Mir war klar: Ich kann jetzt aus dieser Perspektive auch anderen helfen. Ich bin aus dem Krankenhaus gekommen und habe eine Porträtserie für die Movember-Porträts gestartet. Um Männer darauf aufmerksam zu machen, dass sie hin und wieder mal ihre Gesundheit checken sollten. Vereinzelte Männer haben mir geschrieben, dass sie wegen meines Hinweises im Krankenhaus gelandet sind und draufgekommen sind, dass sie Hodenkrebs haben. Mein Hinweis hat ihnen geholfen, ihr Leben zu retten. Spätestens da war mir klar: Das ist tatsächlich genauso wie in der Fotografie. Durch den Perspektivwechsel habe ich nicht nur anderen geholfen, sondern auch mir selbst geholfen, das Ganze stoischer annehmen zu können. Leica M6, Porta 800, manueller Fokus. Was wäre an diesem Foto besser, wäre es mit einer modernen hochauflösenden Kamera mit superschnellem Autofokus aufgenommen worden? Sehen lernen, nicht nur belichten Die technischen Grundlagen zu verstehen gibt dir nur ein Werkzeug in die Hand. Kameras sind ein Werkzeug, um Bilder festzuhalten, eine Emotion zu transportieren, einen Moment festzuhalten. Um Dinge, die andere übersehen, zu sehen und so festzuhalten, dass sie in anderen Menschen etwas auslösen. Aber wie trainierst du das Sehen? Beginne mit sehr einfachen Dingen. Fokussiere dich auf etwas, das du noch nie gesehen hast, in deiner nächsten Umgebung. In einem Umfeld, das du in- und auswendig kennst. Dein Arbeitsweg. Irgendein Weg, den du jeden Tag gehst. Irgendwas, wo du sagst: Hier kann ich nichts Neues finden. Hier ist es langweilig. Hier gibt es nichts zu fotografieren. Und dann achte mal aktiv auf ein paar Dinge. Gehe diesen Weg am Montagmorgen und schaue nur, wie sich das Licht verändert. Suche Geometrien. Suche nach geometrischen Formen in den gewohnten Umfeldern. Du wirst sehen, wie viele Dinge dir auffallen. Eine sehr gute Übung: Buchstaben finden. Überall, wo du stehst, kannst du durch sich überkreuzende Linien Buchstaben finden. Farbkombinationen. Geometrie. Fokussiere dich auf eine Sache und versuche eine Zeit lang, das überall zu sehen. Anfangs ist es extrem schwierig, überhaupt irgendwas zu sehen. Je öfter du das übst, umso mehr wird dir über den Weg laufen, weil dein Fokus darauf liegt. Neurowissenschaftler sagen über Neuroplastizität: "Neuronen, die zusammen feuern, verdrahten sich zusammen." Die bewusste Wahl, was du fotografierst, trainiert dein Gehirn buchstäblich, in Zukunft mehr vom Gleichen zu suchen. Je mehr du deinen Fokus auf etwas lenkst, desto besser wirst du darin. Leica hat es verstanden So umstritten diese Marke auch sein mag, Leica ist einer der wenigen Kamerahersteller, die verstanden haben, dass Fotografie eine Art Achtsamkeitspraxis sein kann. Dass du in erster Linie sehen lernen musst, um bessere Fotos zu machen. Dann brauchst du ein exzellentes Werkzeug, bei dem die wenigen Dinge, die es kann, wirklich großartig gut funktionieren. Großartiges Glas, das exzellente Bilder abbildet. Ein großartiger Sensor. Ein toll verarbeitetes, handgemachtes Produkt. Leica hat diese Positionierung verstanden. Das hätte ihnen zwischendurch fast das Leben gekostet, genau in dieser Phase, wo die anderen Hersteller alle diesen Wettlauf um digitale Features begonnen haben. Simplizität und exzellente Ausführung schlagen den Feature-Wettlauf. Mir ist offen gesagt ein Rätsel, warum kein anderer Hersteller es mal versucht eine ebenso simple Kamera wie die Leica M Serie auf den Markt zu bringen, zu einem erheblich günstigerem Preis (denn das dürfte nicht so schwer sein ;-)) Das richtige Werkzeug für die richtige Anwendung Wir leben in einer Welt, wo es alles für alle gibt. Wenn du sehr schnelle Sportarten fotografieren willst, findest du eine Kamera mit extrem vielen Bildern pro Sekunde und superschnellem, genauem Autofokus. Wenn du einen Eisvogel fotografieren willst, der ins Wasser taucht, macht eine bessere Kamera das Leben leichter. Das schafft mehr Freude. Die Arbeit wird entspannter und schöner. Aber meistens redest du dir nur ein, dass du dieses eine Feature jetzt vielleicht auch noch brauchen würdest. Dass noch leichter und noch schneller arbeiten besser wäre. Im Profibereich macht das vielleicht Sinn. Im Hobbybereich kannst du dir den Spaß an diesem Hobby versauen, wenn die Kamera zu gut ist. Wenn der Autofokus zu schnell sitzt. Ein bisschen was vom Erfolgserlebnis, das du am Ende hast, liegt daran, wie schwierig es war, dieses Ergebnis zu erreichen. Wenn du das Ergebnis zu leicht erreichst, geht vielleicht auch ein bisschen die Freude über das Ergebnis verloren. Die eine Frage vor dem Kauf Bevor du auf "Kaufen" klickst, stelle dir eine Frage: Brauche ich dieses Feature jetzt, um bessere Fotos zu machen? Oder will ich es nur haben, weil ich mir diese Kamera schön reden will? Es spricht nichts dagegen, sich eine schöne Kamera schön zu reden und sich die dann auch zu leisten. Gefährlich ist es nur, wenn du erwartest, dass nur allein wegen dieser Kamera jetzt die ganze Arbeit besser wird. Dann wirst du höchstwahrscheinlich in ein paar Wochen sehr enttäuscht sein, dass die Ergebnisse nicht von allein besser geworden sind. Was wirklich zählt Lerne die Grundlagen, damit dir die Technik nicht im Weg steht. Das Werkzeug sollte so einfach wie möglich zu beherrschen sein. Nimm eine Kamera, mit der du dich wohlfühlst. Die Sympathiepunkte kriegt. Die du gerne in die Hand nimmst. Und dann geh raus und lerne sehen. Lerne die Regeln der Fotografie. Was macht ein gutes Bild aus? Welche geometrischen Regeln gibt es? Was macht Farbe im Bild? Was macht Licht im Bild? Was machen Momente im Bild? Wie kannst du die richtig einfangen? All diese Dinge sind wesentlich wichtiger als eine großartige Kamera mit tollen Specs. Die Kameraindustrie hat die Seele der Fotografie verloren, weil sie vergessen hat, worum es wirklich geht. Du musst diesen Fehler nicht wiederholen. -
Wie Instagram die Fotografie zur Wegwerfkunst degradiert hatWie Instagram die Fotografie zur Wegwerfkunst degradiert hatIch erinnere mich noch genau an den Moment, als mir klar wurde, dass etwas fundamental schiefläuft. Ich scrollte durch Instagram, sah ein Landschaftsfoto – dramatisches Licht, perfekte Komposition und musste nachschauen, von wem es war. Früher hätte ich das sofort erkannt. Jeder Fotograf hatte eine Handschrift. Eine visuelle Signatur, die so unverwechselbar war, wie eine Unterschrift. Heute sehen alle Landschaftsfotos gleich aus. Alle Portraits gleich. Alle Food-Fotos gleich. Und das ist kein Zufall. Als ich noch Fotografen an ihren Bildern erkannte Es gab eine Zeit, da war Instagram tatsächlich inspirierend. Ich folgte Portrait-Fotografen, die dramatisch mit Licht arbeiteten. Schwarz-Weiß-Fotografen, die noch mit Film arbeiteten. Landschaftsfotografen mit völlig unterschiedlichen Ansätzen. Die Vielfalt war enorm. Das war inspirierend und der Grund, warum wir in erster Linie auf diese Apps gegangen sind. Dann begann die schleichende Vereinheitlichung. Die Unterscheidung wurde schwieriger. Immer schwieriger. Bis ich irgendwann feststellte: Die Stile, die keine Massen-Likes bekamen, verschwanden einfach. Mehr und mehr. Was blieb, war Einheitsbrei. Die brutale Mathematik hinter der Gleichförmigkeit Der Mechanismus dahinter ist simpel und brutal logisch zugleich. Fotografen wollten ursprünglich einfach ihre Arbeit zeigen. Aber dann kamen Likes. Und Algorithmen. Und plötzlich entstanden enorme Unterschiede zwischen dem, was gut ankam und dem, was in der Masse unterging. Menschen begannen, den Wert ihrer Arbeiten und noch schlimmer - ihren Selbstwert - an Likes festzumachen. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Die durchschnittliche Engagement-Rate auf Instagram liegt 2025 bei nur noch 0,45% – ein Rückgang von 24,1% im Jahresvergleich. Die ersten drei Sekunden entscheiden darüber, ob jemand weiterschaut oder wegscrollt. Drei Sekunden für Jahre an Erfahrung. Drei Sekunden für handwerkliches Können. Drei Sekunden für künstlerische Vision. Das fatale Missverständnis: Masse ist nicht Marketing Hier liegt der Kern des Problems: Kreative haben angefangen, etwas fundamental zu verwechseln. Sie glauben jetzt, dass das, was die breite Masse mag, gutes Marketing bedeutet. Dass sie das Einverständnis der breiten Masse brauchen, um erfolgreich zu sein. Das ist falsch. Wenn du kreative Dienstleistungen anbietest, kann es dir eigentlich egal sein, was die breite Masse mag. Du brauchst eine Nische. Menschen, die genau deine Art von Arbeit brauchen. Eine überschaubare Anzahl pro Jahr reicht völlig aus. Für beide Seiten ist das befriedigender: Du lieferst genau das, was sie brauchen. Du darfst genau das machen, was du machen willst. Aber Social Media hat dieses Verständnis zerstört. Dazu kam der kommerzielle Aspekt – Social Media wurde zum Werbeinstrument. Und mit der "Geiz ist geil"-Mentalität mussten plötzlich alle für die breite Masse anbieten, weil alle für billig arbeiten wollten. Die Zahlen sind erschreckend: 2006 lag das durchschnittliche Lizenzierungseinkommen pro Bild bei Getty bei 280 Dollar. Bis 2017 war dies auf etwa 4 Dollar pro Bild gesunken. Von 280 Dollar auf 4 Dollar. Das ist die ökonomische Realität der Demokratisierung. Wegwerf-Kreativität: Wenn Kunst zur Fast Fashion wird Was in der Fotografie passiert, passiert überall. In der Musik. Im Film. In allen kreativen Bereichen. Der Geschmack der breiten Masse diktiert, was angeboten wird. Und dann wird fast nur noch das angeboten, was der breiten Masse gefällt. Keine Variation mehr. Ich vergleiche das gerne mit Musikalben der 90er Jahre. Damals gab es aus so vielen unterschiedlichen Genres großartige Alben und Bands, die Musikgeschichte geschrieben haben. Im Lauf der letzten 10, 20 Jahre (das deckt sich mit dem Aufkommen von Social Media) wurde alles zu einem einzigen Brei. Und alles wurde zum Wegwerf-Produkt. Denk an Kleidung: Früher hat man auf eine Jacke gespart. Sie war teuer. Man hat sie 20, 30 Jahre getragen. Wenn der Stoff aufgewetzt war, hat man sie reparieren lassen. Heute kauft niemand mehr eine Jacke für 1000 Euro und trägt sie 10 Jahre. Man kauft billig und kauft zwei, drei Jahre später die nächste. Wegwerf-Kreativität. Täglich werden 2,4 Milliarden Fotografien erstellt. 2,4 Milliarden. Pro Tag. Wie soll ein einzelnes Bild in dieser Flut noch Bedeutung haben? Die zweischneidige Demokratisierung Ich will ehrlich sein: Die Demokratisierung der Fotografie ist natürlich nicht nur negativ. Im Gegenteil, diese Demokratisierung ist das Beste daran. Jeder kann jetzt fotografieren. Jeder kann seine Bilder zeigen. Das ist großartig. Aber - und das ist ein großes Aber - die zweite Schneide dieser Entwicklung ist scharf: Alle orientieren sich daran, was sie glauben, dass andere sehen wollen. Anstatt einfach zu sagen: Das ist es, was ich sehe. Das ist es, was ich zeige. Der Mut dazu fehlt. Weil weniger Reaktionen sich falsch anfühlen. Wir sind es so gewohnt, den Wert unserer Arbeit an der Anzahl der Reaktionen zu bemessen. Aber das entspricht nicht der Realität. Ein Algorithmus sorgt dafür, dass Inhalte mit weniger Reaktionen noch weniger angezeigt werden. Ein Teufelskreis. Der Algorithmus als Geschmacksdiktator Früher bin ich einfach durchs Internet gegangen und habe interessante Dinge gefunden. Oder sie wurden mir von anderen weitergeschickt, denen sie gefallen haben. Heute muss ich den Algorithmus trainieren. Kaum reagiere ich auf eine Sache, bekomme ich von genau dieser Sache mehr gezeigt. Das ist einerseits gut. Andererseits birgt es die Gefahr, dass ich alles andere, was mich vielleicht auch interessieren würde, erst gar nicht zu sehen bekomme. Die wissenschaftliche Perspektive bestätigt das: Social-Media-Algorithmen haben fotografische Trends von künstlerischen Bewegungen in kommerzielle Waren mit vorhersagbaren Lebenszyklen verwandelt. Teal und Orange. Gelber Regenmantel vor Wasserfall. Rückwärts beleuchtetes Haar. Der Partner führt die Kameraperson an der Hand. Die Liste ist endlos. Und mit Presets und Filtern wird die Homogenisierung nur noch schlimmer. Lösungen: Fotobuch versus Instagram-Feed: Zwei völlig verschiedene Welten Ich will nicht, dass dieser Artikel nach Jammern klingt. Ich will auch Lösungsansätze zeigen. Ein Fotobuch und das, was du online siehst, kannst du nicht ansatzweise miteinander vergleichen. Ein Fotobuch ist kuratiert. Jemand hat sich genau überlegt, welche Fotos in welcher Reihenfolge gezeigt werden. Die Reihenfolge, die Geschichte, das Storytelling – das ist bereits ein wesentliches Element. Dann kommt die Haptik: Ein Foto auf Papier gedruckt zu sehen und anzugreifen tut etwas ganz anderes, als es auf einem Bildschirm zu sehen, auf dem alle anderen Daten auch einfach in Pixelform erscheinen. Das sind zwei völlig unterschiedliche Welten. Cartier-Bresson sagte mal: Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut. Und da gab es noch gar keine digitale Anzeige. Ich glaube, dass die meisten Instagram-Fotos weit weniger als eine Sekunde Aufmerksamkeit bekommen. Wenn ich aber mit einem Fotobuch auf der Couch sitze, mir einen Kaffee mache und in Ruhe durchblättere, bekommt jedes dieser Bilder weit mehr als eine Sekunde. Manche kann ich zwei, drei Minuten lang anschauen und mich darin vertiefen. In diesen zwei, drei Minuten passiert etwas Wichtiges: Ich kann den Bildaufbau hinterfragen. Mich fragen, warum mich dieses Foto so anspricht. Details anschauen. Eine Geschichte hinter dem Foto erkennen. Das Bild als solches einfach wirken lassen. Vielleicht löst das Bild eine Emotion aus, die ich dann in aller Ruhe fertig spüren will. Eine Emotion fertig spüren. Das ist gesund. Das ist menschlich. Das ist das, was Kunst tun sollte. Der Weg zurück zur bewussten Fotografie Wenn du Instagram beruflich nutzt ist klar, dass du in deiner Nische evtl. Dinge zeigen mußt, die deine Zielgruppe möchte und nicht wahllos deinen eigenen Bedürfnissen freien Lauf lassen kannst. Ich habe dafür einen zweiten Instagram Account. Anonym, ohne meinem Namen. Damit niemand meiner Follower ihn gezielt finden kann. (Und nein, ich werde ihn auch nicht verlinken, sorry ,-) Warum mache ich das? Dieser zweite Account hat sehr wenige Abonnenten. Ich poste dort extrem unregelmäßig. Nur Fotos, die ich unterwegs in meinem täglichen Leben mache. Völlig anderer Stil als meine Fotos sonst. Und es ist mit nicht nur egal, wenn dort wenige Reaktionen kommen, es ist mir sogar recht. Weil ich nicht in die Gefahr geraten will dort irgendwas zu machen, das ich "für den Algorithmus" poste. Mir ist lieber es ist nur eine kleine Handvoll Menschen, die dort reagiert. Aber die tun das wirklich nur, weil sie in den Fotos etwas sehen. Weil ihnen dieser andere Stil gefällt. Und für mich ist das ein kreatives Ventil, das keinerlei Regeln von außen unterliegt. Der Weg zurück zur bewussten Fotografie Ich bin überzeugt: Nischenthemen werden nie diese riesengroße Menge erreichen. Du wirst nie zigtausende, hunderttausende Abonnenten und Likes auf deine Inhalte haben. Aber die wenigen, die darauf reagieren, werden umso stärkere Fans. Weil sie etwas gefunden haben, das nicht ständig zu sehen ist. Das nicht so alltäglich ist. Das nicht breite Masse ist. Mit der Zeit bildet sich eine kleine, aber intensive Fangruppe um das, was du tust. Das ist vielleicht sogar mehr wert als eine riesengroße Gruppe von Menschen, die Einheitsbrei lieben. Der erste Schritt: Leg nicht mehr so viel Wert darauf, wie viele Menschen auf das reagieren, was du zeigst. Leg Wert darauf, was du zeigst. Dann finden sich die richtigen Menschen. Die richtigen für dich. Nicht die breite Masse. Und vielleicht – vielleicht müssen wir Social Media auch ein bisschen in seiner Wichtigkeit reduzieren. Uns wieder offline in Fotobücher versenken. Den eigenen Geschmack beeinflussen. Aktiv Algorithmen steuern, statt von ihnen gesteuert zu werden. Es wäre schade, wenn uns die Kunst des Fotobuchs und des Drucks verloren geht, nur weil wir ständig durch irgendwelche Feeds scrollen. Die Fotografie ist nicht tot. Aber sie braucht wieder Zeit. Aufmerksamkeit. Wertschätzung. Und den Mut, anders zu sein. -
Ziele erreichen: Von Pleite zum ersten 7stelligen Jahr (meine 5 Schritte, die du auch kannst)Ziele erreichen: Von Pleite zum ersten 7stelligen Jahr (meine 5 Schritte, die du auch kannst)Wir haben ambitionierte Ziele, wenn wir unsere kreative Leidenschaft zum Beruf machen wollen. Wir träumen davon, wie unser Leben wohl aussehen wird, wenn wir das, was wir am meisten lieben, den ganzen Tag machen und davon leben. Die Realität sieht dann schnell mal anders aus. Ernüchternd. Wir probieren alles mögliche aus, nichts will so richtig klappen, aus anfänglicher Motivation wird schnell Frust ... Bis zu dem Punkt, wo wir überlegen, das Handtuch zu schmeißen und uns wieder einen Job zu suchen. Ja, da war ich auch oft. Ich habe vor einigen Jahren sogar schon Verhandlungen geführt und habe mit dem Gedanken gespielt, zurück zum Radio zu gehen. Wie ich von dort (und der immer wieder auftauchenden Angst unter der Brücke zu landen) zu meinem ersten Jahr mit 7-stelligem Umsatz als kreativer Kleinstunternehmer gekommen bin? (Mein Erstes und Letztes übrigens, und zwar mit voller Absicht. Aber das ist Stoff für einen eigenen Artikel ;)) Genau das möchte ich dir heute Schritt für Schritt zeigen. Nicht, dass ich dir erzählen will, dass nur das hier zu 7-stelligen Jahresumsätzen führen wird (abgesehen davon, dass Umsatz ja nicht gleichbedeutend mit Gewinn ist 😉 denn das wäre gelogen. Aber diese 5 Schritte haben für mich rückblickend die Grundvoraussetzung geschaffen, um alles andere überhaupt möglich zu machen. Schritt 1: Wie du startest, so gehts weiter Ich weiß. Jeder “Schule des Lebens”-Absolvent, der heute Onlinecoach sein will, erzählt dir “steh früh auf”. Das werd ich nicht tun. Mark Manson hat seine erfolgreichsten Bücher geschrieben, obwohl (oder weil?) er bis 11:00 im Bett geblieben ist. Ist er die Ausnahme? Die Regel? Ich habe keine Ahnung. Mach, was für dich funktioniert. Wenns nicht funktioniert, probier etwas anderes. Ich kann dir nur sagen, was für mich funktioniert hat (und ich war davor der ultimative Morgenmuffel) Zuerst haben mich natürlich meine Kinder gezwungen, früh aufzustehen. Als die Phase, in der ich dachte, ich muss an Schlafentzug sterben, dann vorbei war, habe ich versucht, das Beste daraus zu machen. Erst, seit ich (meistens) um 21:30 ins Bett gehe (ja, manchmal sogar 21:00, letztens war ich mal um 20:45 im Bett) bekomme ich auch genug Schlaf. Wenn du nur eine einzige Sache aus diesem Artikel umsetzt, um etwas zum Positiven zu verändern: BITTE LASS ES GENUG SCHLAF SEIN! (Über Schlafhygiene könnte ich inzwischen auch ein Buch schreiben 🙂 Meine „Morgenroutine“ ist sehr einfach. Nur das, was sich (von ca. 100 Dingen, die ich versucht habe) als extrem wertvoll für mich erwiesen hat: Ein Glas Wasser direkt nach dem Aufstehen. Hydration aktiviert das Gehirn und den ganzen Körper. Ohne kann ich machen, was ich will, ich bliebe müde. Generell ist viel Wasser über den Tag ein extrem wichtiger Teil.Kaffee gibts frühestens 90 Minuten nach dem Aufstehen, nicht früher (weil er vorher nicht wirkt, sondern nur negative Effekte hat.) (Quelle dazu: https://www.geo.de/wissen/ernaehrung/21737-rtkl-genuss-wann-ist-der-perfekte-zeitpunkt-fuer-den-ersten-kaffee-des-tages)Mein Frühstück besteht meistens aus einem einfachen Smoothie mit Banane, Apfel, Nüssen, Leindotter Öl, Olivenöl, Leinsamen, Proteinpulver (meist hochwertiges Erbsenprotein Pulver oder Aminosäuren-Workout-Shake) Kalte Dusche. Ja. In der Früh. Das schüttet Dopamin aus (und mein ADHS Gehirn kann das gut gebrauchen) es macht wach und aktiviert dich für den Tag.Keine Sorge, ich weiß genau, wie viele Argumente du dagegen finden wirst.Mach es einfach. Nicht zu lang. 30 Sekunden kalt, 30 heiß, 30 kalt. Und nach einer Woche sag Bescheid, was das für dich geändert hat (abgesehen davon, dass du noch nie so viel gejammert hast wie in dieser Woche ;)) Möglichst direkt rein in die kreative Arbeit. Dabei ist es nicht so wichtig, welche Arbeit das ist. An manchen Tagen starte ich mit der Planung des Tages oder der Woche. An manchen Tagen nehme ich ein kreatives Projekt dort wieder auf, wo ich am Vortag aufgehört habe, an manchen Tagen gehe ich mit meiner Sprachnotiz- App im Wald spazieren und schmeiße einfach alle Ideen, die mir kommen in mein Telefon.Der Punkt ist – für mich funktioniert direkt rein in die Arbeit am besten. In den ersten Stunden des Tages ist die meiste Energie vorhanden. Nutze sie produktiv! Schritt 2: Mentale und physische Gesundheit Gleich 2 Dinge, über die wir oft ungern reden. Und beide sind genauso wie guter, ausgiebiger Schlaf und Wasser in der Früh absolut grundlegend dafür verantwortlich, ob du weiterkommst oder nicht. Schlechter Schlaf, schlechte Ernährung und zu wenig Bewegung machen deine mentale Gesundheit extrem schwierig. Schlechte mentale Gesundheit macht es dir schwer bis unmöglich, in Bewegung zu kommen und kreativ zu werden. Geschweige den Produktiv. Ein Teufelskreis. Und nein, wir sollten uns nicht von den wenigen berühmten Künstlern der Geschichte inspirieren lassen, die sich komplett gehen lassen und in ihrem Sumpf aus Alkohol, Drogen und Schlafentzug ihre beste Arbeit geliefert haben. Die meisten von ihnen haben das nicht lange und nicht oft getan, bevor sie in die Geschichte eingegangen und gestorben sind. Therapie ist keine Schande. So wie Physiotherapeuten dir helfen können, eine verletzte Schulter wieder zu reparieren, helfen Psychotherapeuten dabei, dich mental wieder zur kräftigen. Wir sind Kreative. Das heißt, wir sind offen für Dinge, Gefühle, Sichtweisen usw. die anderen oft verschlossen bleiben. Unsere größte Stärke ist gleichzeitig unsere größte Schwäche. Wir müssen (!) uns aktiv darum kümmern. Geh viel an die frische Luft, das wirkt Wunder. Mach Yoga oder andere mäßige Bewegung. Und wenn es düster wird, lass dir helfen. Nicht erst, wenn es zu spät ist. Sofort! (Nicht wie ich, der erst in einem Burnout-Präventions-Seminar draufgekommen ist, wie tief er schon drin steckt 😉 Schritt 3: Große Ziele, kleine Schritte Ich habe hier gerade 3 Absätze an Vorgeschichte gestrichen. Weil sie - so vermute ich - irrelevant fürs Ergebnis sind. Das Ergebnis ist einfach: Der Hauptgrund, warum wir oft entweder zu klein denken, oder große, ambitionierte Ziele nicht erreichen, ist, weil sie zu groß sind. Ich sagte doch, es ist einfach. Klingt zumindest so. Lass mich erklären: Um bei der eingangs erwähnten Million Jahresumsatz zu bleiben: Wenn du dir als Ziel setzt, eine komplette Mio. in einem Jahr umzusetzen, wird dir das entweder völlig absurd erscheinen (so gings mir) - also läßt du es sein, oder aber du wirst ausbrennen, beim Versuch das zu erreichen. Ein besserer, effektiverer, einfacherer Weg, der mehr Spaß macht und auch funktioniert, ist genauso banal, wie er klingt: Zerlege dein Ziel in möglichst kleine Teile und Schritte. Und dann geh den Ersten, kleinstmöglichen davon. Es geht nicht darum, kleine Ziele zu setzen, sondern um realistische. Teile sie in kurz- und langfristige Ziele auf. Das hilft dir, deinen Fortschritt zu sehen und motiviert dich, dranzubleiben. Ein kleinerer erreichter Meilenstein kann dein Selbstvertrauen steigern und dir zeigen, dass das groß gesetzte Ende erreichbar ist. Schritt 4: Bleib organisiert Zugegeben, die meisten Menschen, die mich länger als 10 Minuten kennen, müssen jetzt laut auflachen. Ich rede darüber, organisiert zu bleiben? Das muss ein Scherz sein! Aber die Wahrheit ist - Struktur kann - genau wie Disziplin - befreiend wirken, wenn du weißt, wie du sie für dich nutzt. Planung und Organisation können dir helfen, effizienter zu arbeiten und mehr zu schaffen. Setz dir feste Arbeitszeiten und nutze Tools und Apps zur Verwaltung und Planung deiner Aufgaben. ABER - Vorsicht vor “Shiny New Object”. Ich habe zu viel Zeit damit verbracht, von einem Tool zum nächsten zu wechseln, in der Hoffnung, dieses würde jetzt endlich wirklich helfen und wäre die Lösung für all meine Probleme. Tools sind nicht die Lösung. Sie helfen nur. Eines der einfachsten und effizientesten Werkzeuge die ich je probiert habe: ein banaler einfacher „Stundenplan“. Ich dachte - wenn es bei den Kids funktioniert, warum nicht bei mir. Und weißt du, was - es funktioniert. Ich habe genau einen Zettel, den ich bei Bedarf ausdrucken oder digital nutzen kann. Er unterteilt meinen Tag in diese Einheiten. Am Ende (oder Anfang) des Tages setze ich mich hin und schreibe da rein, was ich am nächsten (oder aktuellen) Tag erledigen möchte. Und dann mach ich es einfach. Wenn Pause ist, ist auch wirklich Pause. Ende. So einfach kann es sein. Machst nicht zu kompliziert. Wichtig ist nur, dass du einen Weg findest zu planen und dann auch zu machen Schritt 5: Das Missverständnis mit „Inspiration“ und „Motivation“ Ja, Inspiration ist wichtig. Und ja, Motivation ist ebenfalls wichtig. Aber ich denke, beide sind äußerst missverstanden (Was durch Inspirations- und Motivationssprüche auf Social Media noch schlimmer wird) Inspiration - Das Wort kommt von „einatmen“. Wenn du planlos alles in dich reinsaugst, tust du das nicht wirklich. Du stopfst dich voll mit Futter für Vergleiche. Du siehst das alles, vergleichst dich, bist frustriert .. das Gegenteil von Inspiration passiert. Wenn du wirklich Inspiration suchst, dann geh raus in den Wald, in die Stadt, geh spazieren, was auch immer du tust, um wirklich einzuatmen. Dann nimm dir gezielt Zeit, die du mit gezielter Inspiration verbringst. Bücher, Bilder, Arbeiten von Menschen, die du bewunderst. Bewundere sie, aber vergleich dich nicht. Mach dir klar, dass sie irgendwo angefangen haben und du nur da hinkommst, indem du jeden Tag ein kleines Stück gehst. Motivation - ganz einfach; wir machen immer wieder den Fehler, auf Motivation zu warten, damit wir endlich loslegen können. Aber so funktioniert Motivation nun mal nicht. Motivation FOLGT der Aktion. Niemals umgekehrt. Lies das noch mal. Das war es nämlich schon. Mehr musst du über Motivation nicht wissen. Keine Sprüche, die dein Gewissen noch schwer machen, keine Weisheiten … Motivation folgt der Aktion. Niemals umgekehrt. Also geh los. Auch wenn du keine Lust hast. Deine Motivation wird folgen. Versprochen 😉 Fazit Es gibt so vieles, das wir lernen und können müssen, um erfolgreiche kreative Selbstständige zu werden. (oder noch besser - Selbst-nicht-ständige.) Aber das alles bringt uns nirgends hin und lässt uns mit großer Wahrscheinlichkeit für lange Zeit auf der Stelle treten, wenn wir diese 5 Punkte nicht angehen. Wie startest du den Tag Achte auf deine mentale und physische Fitness Zerteile große Ziele und Projekte in kleine, machbare Schritte Bleib (oder werde) organisiert Starte, auch wenn die Motivation fehlt, sie wird folgen. Sag gern in den Kommentaren Bescheid, welche Punkte ich eventuell übersehen oder vergessen habe, oder welche dir außerdem helfen, deine Ziele zu erreichen und weiterzukommen. Und wenn du Lust hast, alle diese Schritte plus dein gesamtes Mindset, Positionierung, Strukturarbeit, Marketing und Verkauf mit einer ganzen Horde kreativer Selbstständiger aus unterschiedlichsten Branchen kontinuierlich im Team zu verbessern, schau dir gern mal mein A-Team genauer an. Genau das machen wir dort gemeinsam! -
Markenpositionierung in 3 Schritten für kreative SelbstständigeMarkenpositionierung in 3 Schritten für kreative SelbstständigeIn jeder kreativen Branche, egal ob in Fotografie, Film, Webdesign, Grafikdesign oder Texten, ist es leicht, in der Masse unterzugehen. In einem Meer von Talenten bestimmt deine Markenpositionierung, ob du auffällst oder im Hintergrund bleibst. Mit dem Aufkommen von künstlicher Intelligenz wird das nur noch relevanter werden, denn - so glaube ich jedenfalls - KI generierte kreative Arbeit wird Mittelmäßigkeit ersetzen. Es wird nur noch Platz bleiben für herausragende Arbeit. Und selbst, wenn deine Arbeit großartig ist, wirst du dich positionieren müssen, um den richtigen Menschen zur richtigen Zeit aufzufallen. Das ist es, was Marketing am Ende des Tages ist - im richtigen Moment den richtigen Menschen über den Weg laufen und ihr Interesse wecken. Warum du als kreativer Selbstständiger eine Markenpositionierung haben mußt Als Einzelunternehmer und kreativer Dienstleister bist du nicht nur dein eigener Chef, sondern auch deine eigene Marke. Das bedeutet, dass die Art und Weise, wie die Welt dich sieht, direkt den Wert beeinflusst, den du in der Branche darstellst. Wenn du dich nicht selbst und aktiv positionierst, überlässt du es dem Markt und den Wahrnehmungen anderer zu entscheiden, was du repräsentierst und welchen Wert du bietest. Eine klare Positionierung: Unterscheidet dich von der Konkurrenz: In einer von kreativen Köpfen überfluteten Branche gibt dir eine klare Markenpositionierung das Alleinstellungsmerkmal. Zieht deine Ideal-Kunden an: Eine präzise Markenpositionierung hilft dir, genau die Kunden anzuziehen, die suchen, was du zu bieten hast. Bietet Klarheit in deiner Kommunikation: Marketing und Werbung werden einfacher, wenn du genau weißt, wie du dich und deine Dienstleistungen positionieren sollst. Mach dir die Sache ab hier erst mal nicht allzu schwer. Beantworte dir folgende 3 Fragen um zu deiner Positionierung zu finden: Schritt 1: Definiere dein Kernversprechen Bevor du dich von anderen abheben kannst, musst du klar definieren, was dich einzigartig macht. Was ist das zentrale Versprechen deiner Marke? Deine einzigartige Herangehensweise an das Design? Deine Art des Geschichtenerzählens durch Fotografie? Oder vielleicht deine Fähigkeit, die Essenz einer Marke in Worte zu fassen? Um dein Kernversprechen zu definieren, frage dich: Was biete ich, das andere nicht können? Welche Probleme meiner Kunden kann ich besonders gut lösen? Welche Ergebnisse oder Transformationen kann ich für meine Kunden erreichen? Schritt 2: Identifiziere deine Zielgruppe Nicht jeder Kunde ist der richtige für dich. Eine wirkungsvolle Markenpositionierung spricht genau die Menschen an, die zu deinem Service passen. Überlege: Für wen ist mein Service besonders wertvoll? Wer würde von meiner Expertise oder Perspektive besonders profitieren? Welche Eigenschaften teilen meine besten Kunden? Je besser du deine Zielgruppe kennst, desto effektiver kannst du kommunizieren, wie deine Dienstleistungen ihre speziellen Bedürfnisse erfüllen. Und ja, das umfasst auch ihre privaten Vorlieben, ihren Lifestyle, wo und wie sie Urlaub machen, ... Eines ist dabei sehr wichtig und wird oft übersehen: Du bist nicht dein Wunschkunde! Geh nicht von dir selbst aus, wenn du diese Zielgruppe definierst. Der klassische Fehler der dabei schnell passiert: "Ich würde niemals X.XXX,- Euro für das zahlen, was ich anbiete". Und schon hast du verloren. Du bietest etwas für deine Zielgruppe an, nicht für dich selbst, deine Familie und Freunde. Und möglicherweise würde deine Zielgruppe niemals billig kaufen, weil sie gelernt haben; "wer billig kauft, kauft doppelt". Möglicherweise werden sie nicht von höheren, sondern von niedrigeren Preisen abgeschreckt. Kurz - definiere deine Zielgruppe, nicht dich 😉 Schritt 3: Kommuniziere deine Unterscheidungsmerkmale Mit deinem Kernversprechen und deiner Zielgruppe im Kopf, ist es an der Zeit, dieses Wissen in eine zielgerichtete, deutliche Kommunikation umzusetzen. Es geht nicht nur darum, zu sagen, dass du anders bist, sondern dies klar und überzeugend zu kommunizieren. Entwickle einen kurzen und prägnanten Positionierungssatz oder ein Statement, das dein Kernversprechen, deine Zielgruppe und deine Unterscheidungsmerkmale zusammenfasst. Zum Beispiel: "Ich helfe [Zielgruppe] dabei, [Kernversprechen] durch [dein Alleinstellungsmerkmal]." Das kannst, mußt du aber nicht auf deiner Website und Social Media Kanälen verwenden. Du kannst so einen Positionierungssatz auch einfach nur für dich selbst entwickeln und dir immer wieder vorsagen, was genau du für wen genau machst. Selbstgespräche klingen verrückt? Mag sein, aber Fakt ist - unsere Selbstgespräche definieren was wir tun und somit langfristig wer wir sind. Also am Ende des Tages hilft dir so ein Satz dabei endlich selbst dran zu glauben, dass das was du tust für eine bestimmte Gruppe von Menschen einen hohen Wert hat. Und genau das ist eines der Ziele der Positionierung. Denn bevor du selbst nicht dran glaubst, wird es dir sehr sehr schwer fallen jemanden zu finden, der dich dafür bezahlt. Fazit Eine klare Markenpositionierung ist kein Luxus – sie ist für dich in der heutigen - überfüllten und ständig im Wandel hin und her gerissenen - kreativen Landschaft überlebensnotwendig. Indem du dein Kernversprechen definierst, deine Zielgruppe identifizierst und deine Unterscheidungsmerkmale klar kommunizierst, hebst du dich nicht nur von der Konkurrenz ab, sondern maximierst auch den Wert, den du bietest. Je früher du diesen Schritt machst, desto schneller kommst du voran. Wenn du Lust hast, diese Positionierungsarbeit mit uns gemeinsam im A-Team zu machen, hier kannst du kostenlos damit starten: https://a-team.co/selbstnichtstaendig -
Portraitfotografie: Alles, was du für den Einstieg brauchstPortraitfotografie: Alles, was du für den Einstieg brauchstPortraitfotografie ist mitunter eines der beliebtesten Genres in der Fotografie. Das kann ich sehr gut verstehen, nicht umsonst ist Portraitfotografie mein Kerngebiet, selbst in der Werbefotografie arbeite ich großteils mit Menschen. Menschen sind das spannendste Motiv, das ich mir vorstellen kann. Jeder hat seine eigene Geschichte und mit gelungener Portraitfotografie gelingt es, Auszüge aus diesen Geschichten in einem ausdrucksstarken Portrait festzuhalten. Man lernt in der Portraitfotografie ständig neue Menschen kennen und keiner ist gleich wie der Andere. Ein Portrait macht auch das Motiv glücklich. (Vorausgesetzt natürlich das Porträt ist keine Katastrophe ;)) Welche Landschaft, welche Architektur oder welches Produkt freut sich schon über gelungene Fotos von sich selbst? Portraitfotografie kann fesseln wie kaum eine andere Art der Fotografie. Bist du schon mal an Fotos von ausdrucksstarken Charakteren hängengeblieben und konntest nicht aufhören hinzusehen? Geht mir ständig so. Nachdem mein Artikel zu den 230 Portraits in 2 Tagen viele Fragen aufgeworfen hat, (abgesehen vom Setup, das im Artikel dazu erklärt ist) soll dieser Artikel dir ein paar Tipps und Antworten mitgeben, wie du selbst mit der Portraitfotografie starten kannst. Inhalte: 1. Ausrüstung für Portraitfotografie 2. Einstellungen und Technik 3. Perspektive in der Portraitfotografie 4. Psychologie und Arbeit mit Menschen vor der Kamera 5. Zu guter Letzt Zu diesem Thema passt auch mein Youtube Video mit den 3 Dingen, die du über Portraitfotografie unbedingt wissen mußt. Darin kommen einige der hier im Artikel erwähnten Punkte ebenfalls vor (für lesefaule ;): Wie startest du mit der Portraitfotografie? Eben weil Menschen beteiligt sind, wagen sich viele zu Beginn nicht einfach an die Portraitfotografie heran. Ein gesunder Respekt ist auch durchaus angebracht, aber von Angst sollte keine Rede sein. Mit dem richtigen Wissen, Equipment und den richtigen Menschen wird der Einstieg in die Portraitfotografie Spaß machen und eine echte Bereicherung sein. Es hiflt natürlich ungemein, wenn die Grundlagen der Fotografie für dich geklärt sind, du also schon fotografieren kannst und nicht mehr nach dem "Prinzip Hoffnung" arbeitest. Wie du gleich sehen wirst, hast du bei einem Portrait keine Zeit und keinen Kopf, dich um die Technik zu kümmern. Du musst dich mit dem Menschen vor der Kamera befassen. Es wäre vermessen zu behaupten, man könnte in einem einzigen Blogartikel oder Tutorial die gesamte Portraitfotografie erklären und dich morgen zu einem hervorragenden Portraitfotografen machen. Auf diesem Gebiet kann man ein Leben lang lernen, sowohl was Technik, Licht und Bildgestaltung oder Bearbeitung betrifft, aber auch und vor allem in der Psychologie. Es ist schon in meinem 3 tägigen Intensiv Workshop "Charakterportrait" eine Herausforderung dieses Umfangreiche Thema abzudecken (frag mal die Teilnehmer wie ihnen der Kopf danach raucht ;-)) (Einen guten Überblick bietet übrigens auch mein kostenloses Training im Shootcamp: Hier klicken für Details und Anmeldung) Aber ich kann dir hier einige Tipps mit auf den Weg geben, die dir den Einstieg erleichtern. Viele dieser Tipps haben meine Portrait Workshopteilnehmer rasch ihrem Ziel näher gebracht. Portraitfotografie ist für mich zu 90% Psychologie. (Das bedeutet nicht, dass man nur 10% fotografieren können muss. Nur damit wir uns da nicht falsch verstehen 😉 Nur, egal wie gut du fotografierst, du musst ein vielfaches besser auf der psychologischen Seite sein) Mit diesen Tipps wird dir der Einstieg in die Portraitfotografie jedenfalls leichter fallen und du wirst eine gute Grundlage haben, um mal für dich herauszufinden, ob dieses Genre das Richtige für dich ist. 1. Ausrüstung Womit wir auch gleich bei der ersten "Religionsfrage" wären - welche Ausrüstung brauchst du für Portraitfotografie? Du wirst so viele Antworten darauf finden, wie du Menschen dazu befragst. Manche werden dir erklären du brauchst unbedingt eine Festbrennweite mit über 70mm, außerdem mindestens 3 Blitze, Lichtformer, Reflektoren, Assistenten, Visagisten und am besten ein Studio. Das Problem ist - aus der jeweiligen Perspektive hat bestimmt jede/r recht. Schon klar. Das Alles kann man für Portraitfotografie verwenden. Und noch einiges mehr. Aber brauchst du das wirklich für ein gutes Portrait? Mitnichten! Tatsächlich kannst du mit genau dem, was du gerade zur Verfügung hast sofort loslegen.Einige der besten Portraits der Fotografie Geschichte sind mit minimalem Equipment entstanden. Objektive und Portraitfotografie Etwas schwierig wird die Sache natürlich, wenn du nur ein Fisheye Objektiv oder ein Superweitwinkel hast. Aber ich gehe davon aus, dass du zumindest ein Standard- bzw. Kitobjektiv bei deiner Kamera hast. Und das reicht auch schon mal fürs Erste. Wenn du etwas Budget hast oder schon eine Objektivpalette dein Eigen nennst, ist natürlich ein lichtstarkes Objektiv von Vorteil. Je offener die Blende, desto weicher der Hintergrund, desto besser hebt sich das Motiv vom Hintergrund ab. Auch die Sache mit der längeren Brennweite hat seine Berechtigung. Wenn du Gesichter möglichst ohne Verzerrung fotografieren willst, solltest du tatsächlich Brennweiten über 70mm verwenden. Eines meiner Lieblingsobjektive für Portraitfotografie ist z.b. das 85mm/1.2 von Canon. Aber auch kurze Brennweiten mag ich bei Portraits sehr. Also wie jetzt, kurze oder lange Brennweite, gibts darauf denn keine einfache Antwort? Um das etwas abzukürzen hier ein kleines Demo, wie ein und das selbe Portrait mit verschiedenen Objektiven aussieht. Mit Fotos von 16mm bis 200mm Brennweite: via GIPY Das bedeutet jetzt nicht, dass du 35mm oder 24mm nicht für ein Portrait verwenden kannst. Du musst das nur mit viel Bedacht und ganz gezielt machen. Wenn der Effekt der dabei im Foto entsteht das ist, was du willst und du das ganz gezielt einsetzt, dann kann das hervorragend sein. Platon z.b. Hat eine komplette Portraitserie von den mächtigsten Menschen der Welt fotografiert und jedes Portrait sehr weitwinkelig gemacht. Das war absolute Absicht, denn je weitwinkeliger das Portrait, desto näher kommt man dem Gesicht und das fühlt man auch im Bild. Weitwinkel schafft durch diese Nähe mehr Intimität in einem Portrait. Die Verzerrung hat er also nicht nur in Kauf genommen, sondern als Stilmittel benutzt damit der Betrachter unnahbaren Menschen näher kommen kann. Wie immer bei den „Regeln“ - sie sind zum brechen da. Man muss sie aber kennen, um sie gezielt brechen zu können. Eine unabsichtlich gebrochene Regel wirkt stümperhaft, eine gezielt gebrochene Regel kann hingegen ein Stilmittel sein. Und über "Richtig" oder "Falsch" kann man in der Fotografie selten ernsthaft diskutieren, wenn eine Regel gezielt gebrochen wurde. Natürlich, aber etwas spannender. Blitzlicht mit Umgebungslicht kombinieren ist eine fantastische Art deine Portraits interessanter zu machen. Blitze bzw. Licht und Portraits Das nächste heiße Thema in der Portraitfotografie - brauchst du unbedingt einen Blitz bzw. ein eigenes Licht? Jein. Auch das ist hauptsächlich eine Stilfrage. Viele Fotografen verzichten ganz gezielt auf zusätzliche Lichtquellen. Aber wenn wir ganz ehrlich sind, ein großer Teil davon verzichtet, weil sie den Umgang mit dem Blitz immer aus dem Weg gegangen sind. Wenn man zu denen "Blitz" sagt, sagen die wie aus der Pistole geschossen "Na sicher nicht, ich mags natürlich". Und das halte ich prinzipiell für einen riesen Fehler! Ich habe auch mal so gedacht und mich dann ganz ehrlich gefragt, warum ich das so sehe. Natürliches Licht, künstliches Licht? Das eine widerspricht dem anderen nämlich ganz und gar nicht. Vorausgesetzt man kann wirklich mit dem Blitz umgehen. Man kann ohne Blitz absolut zurecht kommen, keine Frage. Du musst ihn nicht verwenden. Aber ich garantiere dir, wenn du ihn doch beherrscht und nur einen kleinen Aufsteckblitz mit einem kleinen Lichtformer wie z.b. Dem RoundFlash Beautydish in deiner Tasche hast, dann wirst du deine Möglichkeiten unendlich erweitern und hast generell mehr Spaß am fotografieren. Damit bist du nicht mehr ausschließlich von vorhandenem Licht abhängig. Du kannst dein eigenes, natürlich wirkendes Licht überall selbst bauen. Also „brauchst“ du einen Blitz? Nein! Würde ich dir dazu raten? Absolut! Wenn du blitzen in wenigen Tagen wirklich drauf haben willst, schau dir mal meinen Kurs „Das große Blitzen 1x1“ im Shootcamp an. Du wirst dich wundern, wie schnell das geht: http://shootcamp.at/blitzen1x1 Alternative bzw. Ergänzung: Faltreflektor Was ich dir auf jeden Fall, auch wenn du dich (völlig unvernünftiger Weise ;)) gegen den Blitz entscheidest dringend empfehlen würde, ist ein Faltreflektor. Kostet nicht viel, kann aber viel Effekt haben. Wenn du zum Beispiel einfach nur Schatten ausgleichen möchtest oder die Wirkung des Gesichts deutlich verbessern willst, ein Faltreflektor ist klein, leicht und kann dir wirklich gute Dienste leisten. Die Frage ob Gold, Silber oder weiß ist für den Einstieg erst mal reine Geschmacksache. Gold macht logischer Weise wärmeres Licht, Silber reflektiert zu 100% das vorhandene Licht ohne Tönung genauso wie weiß, nur ist das Licht vom weißen Reflektor sehr weich, während Silber sehr hart ist. Wenn Reflektoren für dich völlig neu sind, würd ich dir raten mit einem weißen Reflektor zu starten. Der ist am „neutralsten“. Die wichtigste Licht-Regel Mit dem Thema Licht kann man sich wirklich viel und lang beschäftigen, wir haben dazu auch sehr viele Lektionen im Shootcamp. Daraus kann man eine echte Wissenschaft machen. Das wird einem spätestens klar, wenn man das reziproke Quadratgesetz lernt und staunt, wie man so eine mathematische Regel auf Portaitfotografie anwenden kann. Aber für den Einstieg reicht erst mal eine wirklich wichtige Sache: Meide die Mittagssonne wie der Teufel das berühmte Weihwasser! Mittagssonne ist knallhartes Licht das noch dazu von weit oben kommt. Egal wie schön dein Motiv ist, es wird ihm absolut nicht gut tun auf dem Foto. Wenn du noch nicht viel Erfahrung hast und dich mit dem Thema Licht noch nicht intensiv befasst hast, wirst du daran leicht verzweifeln. Ja, auch dieses Licht kann man gezielt sehr gut einsetzen und wenn du schon erfahrener in der Portraitfotografie bist geht natürlich auch das.Aber das ist nicht gerade für den Einstieg in die Portraitfotografie geeignet. Geh am besten in der Früh oder am späten Nachmittag raus, wenn die Sonne noch oder schon wieder tief steht. Das ist wesentlich weicheres Licht und es kommt nicht von weit oben. Und dann versuch nicht immer die Sonne im Rücken zu haben, sondern probier verschiedene Winkel bzw Perspektiven aus. Lass die Sonne auch ruhig mal hinter dem Motiv stehen. Wenn du dann die Spotmessung verwendest und etwas Geduld hast (das kann leicht mal schief gehen) wirst du mit der Zeit wunderschöne Gegenlichtportraits machen. 2. Einstellungen und das Technikzeugs Wenn du Shootcamper bist weißt du, wie ich das sehe - Effekt vor Aufwand. Ganz besonders in der Portraitfotografie. Die Kamera soll ein Werkzeug sein, um dein Ziel zu erreichen. Nicht das Hauptmotiv. Die Hauptrolle spielen hier 2 Menschen - dein Motiv und du. Deshalb konzentriere dich auf die wesentlichen Dinge auf der technischen Seite: - Eine offene Blende hilft dir bei der Unschärfe im Hintergrund und separiert somit das Motiv vom Hintergrund. Das lenkt die Aufmerksamkeit aufs Motiv = gut fürs Auge. - Das Auge, das der Kamera am nächsten ist sollte scharf sein - gerade mit offener Blende kann es sein, dass bei einem leicht schrägen Gesicht nicht beide Augen 100% im Fokus sind. Solange das Auge, das der Kamera am nächsten steht scharf ist, fühlt sich alles richtig an. - Belichtungsmessmethode „Spot“. Ich bin meistens ein Freund der mittenbetonten Messung und korrigiere nach Bedarf mit der Belichtungskorrektur. Bei Portraits in natürlichem Licht mache ich die Ausnahme und verwende die Spotmessung. So verhinderst du, dass der Hintergrund zu viel Einfluss auf die Belichtung nimmt. Immerhin gibt es ein klares Hauptmotiv - das Gesicht - und das soll auch richtig belichtet sein. 3. Die Perspektive in der Portraitfotografie Perspektive spielt in der Fotografie immer eine entscheidende Rolle. In der Portraitfotografie ebenso. Mit einer nur minimalen Veränderung der Perspektive kannst du den Ausdruck eines Portraits enorm beeinflussen. Alleine schon ob das Objektiv über Augenhöhe des Motivs ist, oder darunter wird dem Portrait eine völlig andere Ausstrahlung geben. Ein richtig oder falsch will ich dir hier nicht aufdrängen, wichtig ist, dass du damit experimentierst und die Unterschiede erkennst. Objektiv über Augenhöhe führt leicht dazu, dass die Person im Bild etwas "unterlegen" wirkt. Nicht zwingend, aber die Gefahr besteht. Bleibst du mit dem Objektiv unter Augenhöhe, wirkt das Motiv „erhabener“, etwas „mächtiger“. Klingt logisch? Ist es auch 😉 Weshalb Mode zum Beispiel großteils von Fotografen auf Knien oder sogar auf dem Bauch liegend fotografiert wird. Nur ein kleiner Tipp am Rande 😉 Ich will hier gar nicht zu ausführlich werden, Perspektive ist nur ein Punkt den du unbedingt im Hinterkopf behalten solltest, bevor du die ersten Portraits machst. Überleg dir einfach zuerst, wie du das Bild anlegst. Objektiv über oder unter den Augen, was willst du mit den Portraits ausdrücken? Bzw wenn der Ausdruck vielleicht nicht ganz so ankommt wie du dir das vorgestellt hast, ist die Perspektive ein weiterer Punkt den du hinterfragen kannst. 4. Psychologie - Arbeit mit Menschen vor der Kamera Wir sind endlich bei meinem absoluten Lieblingsthema in der Portraitfotografie. Ich schleppe die Workshops und Vorträge zu diesem Thema mittlerweile durch ganz Europa, war damit am nördlichsten Ort den ich je gesehen habe - Skellefteja in Schweden (ein Artikel für sich, die heftigste 30 Stunden Reise die ich je erlebt habe (nur ein Weg) bei der Photokina in Köln, in der Schweiz und sogar bei der Photography Show in Birmingham mit Kollegen wie Lara Jade. Psychologie ist der Teil der Portraitfotografie, der mich am meisten fasziniert und mir auch den meisten Spaß macht. Und ich finde, das sollte jedem so gehen, der sich näher auf das Thema einlassen möchte. Ein paar Gedanken dazu findest du auch in diesem kurzen Video, das ich dazu gemacht habe: Wie man mit Menschen vor der Kamera umgeht ist der entschiedenste aller Faktoren in der Portraitfotografie. Natürlich ist der Idealfall, dass Ausrüstung, Licht, Farben usw zusammenspielen. Aber sie alle sind völlig wertlos und das Bild hat keinen Ausdruck, wenn man mit Menschen nicht umgehen kann. Wie krieg ich das also jetzt in einen Blogartikel? Alles auf einmal? Gar nicht. Ich hätte nicht Monate meines Lebens damit verbracht Workshops und Onlinekurse zu diesem Thema zu verfassen und zu unterrichten, wäre das möglich. Aber ich kann dir für den Einstieg mal ein paar Tipps mitgeben, die sofort helfen sollten: - Zuerst musst du an dir selbst arbeiten, bevor du mit jemandem arbeiten kannst. Erst mal stellen wir kurz klar - Portraitfotografie hat nichts zu tun mit der Arbeit mit Models. Ein Model vor der Kamera weiß, wie es wirkt, wie es wirken will oder soll und du kannst als Fotograf - wenn du ebenfalls weißt, was du tust - klar und einfach mit einem Model kommunizieren. Du sagst "ein wenig strenger" und dein Model wird reagieren. Im Idealfall ergibt sich eine flüssige Zusammenarbeit und alles läuft einfach. Wenn du ein Portrait machst, hast du kein Model, sondern einfach nur einen Menschen der möglicherweise keinerlei Erfahrung mit der Kamera hat. (Zugegeben, das haben viele, die sich heutzutage in Modelkarteien einschreiben auch nicht ...) Du hast hier also absolut die Führung zu übernehmen und kannst dich nicht drauf verlassen, dass dein Motiv weiß, was es zu tun hat. Viele Portraitfotografen beschäftigen sich damit, wie sie mit Menschen umgehen sollen, damit sie aus ihnen einen authentischen, ehrlichen Ausdruck holen können, vergessen dabei aber, dass die Grundlage für ein authentisches Gegenüber zuerst mal ist, dass man selbst tiefenentspannt und authentisch wirkt. Wenn dein Motiv spürt, dass du selbst nicht 100% authentisch bist, wirst du niemals einen ehrlichen Moment einfangen können. Je mehr du an dir selbst und deinem authentischen Auftreten arbeitest, je mehr du dich ehrlich für Menschen vor deiner Kamera interessierst, desto besser werden deine Portraits. - Übe die Technik nicht mit echten Menschen (außer mit guten Freunden oder Familie, die darf man quälen) Klar, Portraitfotografie übt man am besten mit Menschen. Aber davor steht das Beherrschen der Technik. Kameraeinstellungen und - wenn du mit Licht arbeitest - Lichteinstellungen sollten dir leicht von der Hand gehen, wenn du mit echten Menschen übst. Deshalb üben wir in meinem Onlinekurs „Das große Blitzen 1x1“ auch zuerst mal mit statischen Motiven. Also Puppen oder was auch immer sich findet für diesen Zweck. Meine Teilnehmer bestätigen durch die Bank - wenn sie die Technik zuerst mal mit statischen Motiven geübt haben, bis es ihnen leicht fällt, dann läuft die Portraitfotografie mit echten Menschen schon mal erheblich entspannter und lockerer. Wer steht schon gern einem schweißgebadetem gestressten Fotografen gegenüber und „schaut dann bitte recht entspannt“ … Niemand. - Interessiere dich ehrlich für den Menschen Interessierst du dich ehrlich und aufrichtig für den Menschen, den du fotografierst, ist die halbe Miete schon erledigt, denn dann stellst du eine ehrliche Verbindung her. Du wirst feststellen, dass jeder Mensch etwas hat, für das er brennt, das ihn wirklich in seinen Bann zieht, wo seine Leidenschaft daheim ist. Wenn du dieses Thema findest und mit ein paar Fragen klarstellst, dass du ehrliches Interesse hast, dann wird dein Gegenüber anfangen von seiner Leidenschaft zu erzählen. Und wie sehen Menschen aus, die von ihrer größten Leidenschaft erzählen? Richtig. So, wie man sie am liebsten fotografiert. Je besser du darin wirst, desto besser werden deine Portraitfotos werden. - Achte auf die Momente dazwischen Wenn sich dein Motiv schwer tut entspannt und authentisch vor der Kamera zu sein, dann zwing es nicht dazu. Achte mehr auf die Momente in denen die Kamera nicht vor deinem Gesicht ist. Führe ein entspanntes Gespräch und versuch schnell genug zu sein, wenn grad ein guter Ausdruck auftaucht. Womit wir wieder bei Punkt 2 wären - vorher üben, dann bist du schneller wenns drauf ankommt. - Du bist kein Entertainer Bitte erzähl keine schlechten Witze um die Stimmung aufzuheitern. Mehr hab ich dazu eigentlich nicht zu sagen. Wenn du lustig bist und das weißt, ist das ok. Aber du mußt nicht zwanghaft lustig sein. Wichtiger ist, dass du als Portrait Fotograf ein interessanter Gesprächspartner bist! (Mein Assistent Moritz ist die Ausnahme. Der droht unseren Kunden jedes mal an wenn sie nicht freiwillig lachen, erzählt er alle Chuck Norris Witze, die er kennt. Und das sind viele. Und die sind lustig. Aber auch das passiert nur sehr sehr sehr selten. Also bleiben wir einfach bei - keine Witze. Danke) Manchmal ist es - wie bei diesen Fotos - besser nicht einen Ausdruck zu fordern oder zu "posen", sondern im Gespräch die Reaktionen einzufangen. Die sind natürlich, ehrlich, authentisch und auch wenn es nicht das ist, was die Person vielleicht erwartet hat, erfahrungsgemäß sind es die Bilder, die ihnen im Endeffekt am besten gefallen. Eben weil sie so ehrlich sind und sie so zeigen, wie sie wirklich sind. 5. Zu guter Letzt Wenn du dich schon der Portraitfotografie widmest, dann solltest du deine Fotos auch drucken. Du machst damit jemandem eine riesige Freude und deine Fotos werden in jedem Fall viel „wertiger“, als wenn sie nur als digitale Datei irgendwo gespeichert werden. Ich kann garnicht oft genug dafür plädieren, Fotos zu drucken. Gedruckte Fotos sind "begreifbar", sie sind "angreifbar", sie sind wesentlich wertiger als ein Bildschirm auf dem ein paar Pixel dargestellt werden. Erst wenn du es versucht hast und die Reaktionen der Menschen darauf siehst (vor allem im Vergleich zu Portraits auf Bildschirm) wirst du genau verstehen, was ich meine. Ich hab dem gedruckten Bild auch mal ein eigenes, intensives . Plädoyer gewidmet: Investiere in gedruckte Fotos. Egal ob du ein hochwertiges Buch machen läßt oder dir selbst einen Drucker zulegst (ich kann den Canon Pro-1000 Din A2 und Hahnemühle Papier sehr empfehlen) Ganz schön viel, das es zu beachten gibt? Wir sind noch lange nicht fertig, wir könnten hier noch sehr sehr lang weitermachen. Damit wirst du noch kein Profi, aber für den Anfang sollte das mehr als genug sein um mit der Portraitfotografie zu starten und zu üben. Was sind deine größten Herausforderungen und Erfahrungen in der Portraitfotografie? Teile sie in den Kommentaren damit dieser Artikel und alle die mitlesen weiter daran wachsen können 😉 Ich hoffe dieser Artikel erleichtert dir den Einstieg in eines der schönsten und spannendsten Genres der Fotografie. -
Fotografie ist tot, lang lebe die FotografieFotografie ist tot, lang lebe die FotografieWie oft habe ich schon gehört "Fotografie ist tot". Egal ob Berufsfotografie ober Hobbyfotografie, an allen Ecken und Enden hört man immer wieder Fotografie wäre nicht mehr das selbe, am Ende, einfach erledigt und sowieso wäre alles nur noch Handyknipserei auf Instagram die immer gleich aussieht. Ist das wirklich so? Oder liegt dahinter ein etwas komplexeres (und doch ganz einfaches) Problem? -
5 völlig überbewertete Dinge (und Diskussionen) in der Fotografie5 völlig überbewertete Dinge (und Diskussionen) in der FotografieEs macht absolut Sinn, sich mit den unzähligen Themen in der Fotografie zu befassen, sich eine Meinung zu bilden, verschiedene Meinungen von anderen Fotografen zu hören und auch darüber zu diskutieren. Man könnte über Bildaufbau, Geschichten, Ausdrücke, Lichtsetung, Farblehren und so viele andere Themen in der Fotografie reden. Aber worüber wird tatsächlich am meisten diskutiert? Hauptsächlich Technik. In diesem Video würd ich gern mit dir über die 5 Dinge reden, die aus meiner Sicht restlos überbewertet und viel zu viel diskutiert sind. Im Video: Vollformat ist das einzig Wahre? Sind die Größenunterschiede zwischen APS-C bzw. Crop Sensoren und Vollformatsensoren wirklich wichtig, wie oft behauptet wird. (Details zu Vor- und Nachteilen des Vollformats im Video) Wie viele Megapixel müssen es sein? Marketing hat die Diskussion um Megapixel neu entfacht. Macht das Sinn? ISO bis zum Nachtsichtgerät? Was "ISO" in der Digitalkameras wirklich bedeutet und warum der Wettkampf um höhere ISO Werte sinnlos ist Bildbearbeitung ist schummeln? Der Mythos "das muss so aus der Kamera kommen" und warum das nicht stimmt Und zu guter letzt die ultimativ sinnloseste Diskussion und der überbewertetste Punkt der gesamten Fotografie: Die sinnlose Kameramarken Diskussion! Und wie du wirklich und einfach die richtige Kameramarke für dich findest. -
15 Filme & Serien für Fotografen und Fotografie-Interessierte15 Filme & Serien für Fotografen und Fotografie-InteressierteMärz 2020, wir haben jetzt alle ein wenig mehr Zeit zu Hause, als wir vor wenigen Tagen noch erwartet haben. Diese Zeit läßt sich sinnvoll nutzen. Deshalb planen wir zum einen im Shootcamp einige kostenlose Webinare zu diversen Fotografie Themen für die nächsten Tage und Wochen. (Details folgen auf Shootcamp.at und für Abonnenten auch im Newsletter) Zum Anderen gibt es online sehr viele inspirierende Serien und Filme für die wir sonst ohnehin zu wenig Zeit finden. Hier also eine kleine Liste mit ein paar meiner Favoriten gegen den drohenden Lagerkoller der nächsten Zeit. Und dazu ein paar, die jetzt auf meiner Liste für die nächsten Wochen stehen. Los geht´s: Life - Dennis Stock Diese Bio von Dennis Stock (1928-2010), einem Fotografen für das Life Magazine, konzentriert sich auf seine Freundschaft mit dem Schauspieler James Dean (gespielt von Dane DeHaan). Mit Robert Pattinson in der Hauptrolle ist dies ein sehr persönlicher Film, der die Spannung zwischen dem Fotografieren von jemandem bei der Arbeit und der Behandlung als Freund aufzeigt. Zwei Dinge, die oft miteinander in Konflikt geraten können. https://amzn.to/39Qngcl Abstrakt Designer und Künstler zeigen ihre Arbeitsweise. Der Fotograf Platon zeigt wie er die Serie „Leaders of the World“ fotografiert hat. Mit großteil nur einer sehr weinwinkeligen Optik, einem Blitz und einem simplen Schirm hat er so eine der beeindruckendsten Portraitieren der Welt umgesetzt. Zeigt herrlich, mit welchen einfachen, simplen Methoden und purem Fokus auf den Menschen vor der Kamera in der Portraitfotografie gearbeitet werden kann und wie viel man damit erreichen kann. https://www.netflix.com/at/title/80057883 Helmut Newton - Frames from the Edge Helmut Newton (1920-2004) ist für seine erotischen Bilder von großen, blonden und großbusigen Frauen bekannt. Er ist einer der ikonischsten Namen in der Geschichte der Mode- und Werbefotografie. Dieser Dokumentarfilm, der in den Sechzigern des Deutsch-Australiers gedreht wurde, begleitet ihn über Dreharbeiten in LA, nach Paris, Monte-Carlo und Berlin. Es ist ein durchgehend lustiger Tummelplatz und nimmt das Thema nie zu ernst; tatsächlich ist es ebenso ein Dokument der knalligen Exzesse der Modeindustrie der 1980er Jahre wie ein aufschlussreicher Blick hinter die Linse eines Fotografen. https://www.youtube.com/watch?v=OzjhF7fQLXA Home Yann Arthus-Bertrand zeigt sensationelle Bilder unserer Erde. Bedarf keiner weiteren Worte. Einfach die Bilder genießen. https://www.youtube.com/watch?v=ZjE9T-KQZOU Annie Leibovitz - Life through a lens Der Film von ihrer Schwester Barbara Leibovitz zeigt auf eindrucksvolle Weise die Arbeit und das Schaffen von der Fotografin Annie Leibovitz. Zahlreiche Prominente Motive und Wegbegleiter kommen dabei zu Wort. https://amzn.to/38QlTcy Richard Avedon - Light and Darkness Richard Avedon (1923-2004) war ein Porträtfotograf, der in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Welt der Mode- und Werbefotografie revolutionierte. Diese solide Dokumentation aus der PBS-Serie "American Masters" führt Sie mit Hilfe von Interviews, Kommentaren von Prominenten und Originalaufnahmen durch sein Leben und seine Karriere. Zu den Höhepunkten gehören Avedons Geschichten darüber, wie Marilyn Monroe stundenlang in seinem Studio "frei tanzte" und wie Charlie Chaplin ihn 1952 aus heiterem Himmel anrief und zu einem Besuch vorbeikam. https://www.youtube.com/watch?v=m2XZlKZ6RdU Das Salz der Erde In den letzten 40 Jahren war der brasilianische Fotograf Sebastjo Salgado auf der ganzen Welt unterwegs. Das Salz der Erde ist eine Dokumentation über Salgados Leben und Werk in der Co-Regie von Wim Wenders und Juliano Ribeiro Salgado. Internationale Konflikte, Kriege, ihre Folgen, Hungersnöte usw. Sind die Motive seiner Reportagen. Die Fotos sind beeindruckend, ebenso wie das Schaffen und Leben Salgados. https://amzn.to/3d0ZLiK Smoke Auggie (Harvey Keitel) ist Besitzer von 4000 Fotografien aus New York. Alle seine Fotos haben ein und das selbe Motiv aus der exakt gleichen Perspektive um die selbe Uhrzeit. Auge ist Besitzer eines Tabakwarenladens und fotografiert die Kreuzung vor seinem Geschäft in Brooklyn. Sehr beeindruckende Darstellung über Achtsamkeit, den Moment und die unterschiedlichen Geschichten die sich an ein und der selben Stelle täglich abspielen. https://amzn.to/2IOiS1Y Finding Vivian Maier Für Streetphotography Liebhaber. Vivian Maier hat späte Berühmtheit erlangt, nachdem der 26 Jahre alten Makler John Maloof auf einer Auktion einen Koffer voller Negative ersteigert hat. Der Film zeichnet den Weg von Maloof, wie er zu dem kleinen Schatz gelangt, Fotos entwickeln lässt und sich auf die Reise begibt, um herauszufinden, wer Vivian Maier war. https://amzn.to/39QwJAD Bill Cunningham New York Bill Cunningham (1929-2016), ein Modefotograf für die New York Times, war weit und breit für seine Schnappschüsse und Straßenfotos bekannt. Dieses Profil zeigt ihn bei der Arbeit im Studio, im Büro und zu Hause und enthält Interviews mit Freunden und Themen wie Tom Wolfe, David Rockefeller, Brooke Astor und Anna Wintour von der Vogue. Voller Spaß und Witz ist dies ein erbaulicher Film, der Cunninghams tiefe Leidenschaft für seine Berufung perfekt verkörpert. https://www.youtube.com/watch?v=cMHwP3-pJxQ Peter Lindbergh - Women’s Stories Der Dokumentarfilm PETER LINDBERGH – WOMEN’S STORIES von Jean Michel Vecchiet zeigt die außergewöhnliche Geschichte eines Mannes, der zu den größten Fotografen des 20. Jahrhunderts zählt. Neben außergewöhnlichen Einblicken in seine tägliche Arbeit erzählt der Film eine sehr persönliche und emotionale Lebensgeschichte, die grundlegende Fragen aufwirft: Wie und warum wird man zum Künstler? Woher kommt diese kreative Kraft, die jeder Logik trotzt undsich der Analyse widersetzt? https://dcmworld.com/portfolio/peter-lindbergh-womens-stories Master of Photography Internationaler Fotografie Wettbewerb auf Sky https://masterofphotography.tv/de/episoden/ The Bang Bang Club Bang-Bang Club nannte man die vier Kriegsfotografen Greg Marinovich, Kevin Carter, Ken Oosterbroek und João Silva. Ihre erschütternden Bilder, die die blutigen letzten Tage weißer Herrschaft in Südafrika dokumentierten, gingen um die Welt. Schonungslos zeigten sie die grauenvollen Auswirkungen der Apartheid. Immer auf der Suche nach der Wahrheit - und den besten Motiven. https://amzn.to/3aQnAYI Kodachrome Ein Musiklabel-Chef will seinem Vater, einem Fotografen, einen letzten Wunsch erfüllen und fährt mit ihm quer durchs Land, um einen Kodachrome-Film entwickeln zu lassen. https://www.netflix.com/at/title/80216834 Fur - Ein imaginäres Portrait von Diane Arbus in US-amerikanisches Filmdrama des Regisseurs Steven Shainberg aus dem Jahr 2006. Das Drehbuch von Erin Cressida Wilson beruht auf dem Buch Diane Arbus: A Biography von Patricia Bosworth. Die Hauptrolle spielte Nicole Kidman. https://amzn.to/2voNd40 Magnum Photos Magnum Photos ist eine der angesehensten Fotografen Agenturen der Welt. 1947 gegründet - unter anderem von Henri Cartier-Bresson, ermöglichte diese Agentur Fotografen jenseits der konventionellen Fotografie der damaligen Zeitschriften zu arbeiten. Diese Dokumentation beobachtet Magnum Fotografen beim Einsatz. https://amzn.to/33iqcvX Damit sollten mal ein paar Tage abgedeckt sein. Bei Bedarf wird die Liste demnächst noch erweitert 😉 Teile deine liebsten Filme, Dokus und Serien für Fotografen gern in den Kommentaren: -
Kalkulation: Honorar / Tagessatz als Fotograf/in berechnenKalkulation: Honorar / Tagessatz als Fotograf/in berechnen"Wie berechne ich mein Honorar bzw. meinen Tagessatz als Fotograf richtig. Mir ist ein Rätsel wie die Preise auf dem Markt so unterschiedlich sein können. Und es ist wirklich schwierig aus Fotografen da eine Antwort herauszukriegen." Über 80% aller neuen Selbstständigen scheitern in den ersten 5 Jahren. Vermutlich genau deswegen. Weil sie Rechnungen schreiben, aber noch gar keine Idee haben, ob ihr Honorar für ihr Überleben überhaupt ausreicht. Deshalb machen wir jetzt mal gemeinsam eine kleine Beispielkalkulation für Fotografen (und alle anderen Selbstständigen). Du kannst dir diesen Beitrag übrigens auch direkt als Video in meinem Youtube Kanal anschauen: Dein Preis als Fotograf entscheidet maßgeblich, ob du als Fotograf von deiner Arbeit leben kannst oder nicht. Ich denke da sind wir uns einig, oder? Die Frage von oben höre und lese ich ständig, auch die Verwirrung über die enormen Preisunterschiede. Neue Fotografen tun sich unheimlich schwer ihren Preis festzulegen, orientieren sich dann am "Durchschnitt" und glauben so nichts falsch machen zu können. Dabei ist genau das der sicherste Weg in den Verderb, denn der durchschnittlich angebotene Preis ist inzwischen keiner mehr, der dir dein Überleben als Fotograf sichern kann. Leider höre ich das oft, dass Fotografen "nicht damit rausrücken" wollen und ihre Preiskalkulation nicht preisgeben. Was ziemlich schwachsinnig ist. Genau deswegen haben wir vermutlich diese Situation, dass neue Fotografen in einen Diskontkrieg einsteigen, den niemand überleben kann. Dabei wäre der gesamten Branche ja geholfen, wenn die mit Erfahrung denen ohne ein wenig helfen würden. Deshalb reden wir im A-Team auch sehr offen über Preisgestaltung. Dann würden vielleicht auch nicht 80% aller selbstständigen Fotografen in den ersten 5 Jahren pleite gehen. Aber das ist eine andere Baustelle 😉 Generell vergisst man zu Beginn recht leicht mal eine Menge. In der ersten Euphorie denkt man schnell es würde reichen eine gute Kamera zu haben und damit gute Fotos zu machen. Warum dem nicht so ist, habe ich schon mal in diesem Artikel geschrieben - Erste Todo Liste für angehende Profifotografen Weitere passende Artikel:- Von der Fotografie leben - Vom Amateur zum Profi - Freies Gewerbe Fotografie- Wann ist man Profi Noch weit mehr als nur simple Preisgestaltung werden wir unter Anderem in meinem monatlichen Live-Onlinecoaching "A-Team" besprechen. Hier kannst du dir das kostenlose Webinar "Selbstnichtständig" ansehen: http://a-team.christiananderl.com Preisgestaltung ist eine relativ trockene Angelegenheit die man zu Beginn dringend machen muss und die man auch laufend korrigieren muss. Ich habe das in den ersten Jahren jährlich verändert, weil sich ja auch meine Umstände verändert haben. Ich habe mehr und/oder teureres Equipment angeschafft, ein Studio gemietet usw. Und diese Veränderungen verändern natürlich auch die Kalkulation. Eine Beispielkalkulation für Fotografen Kalkulation für Fotografen geht an sich relativ "einfach": Du notierst dir alles, was du aufwenden mußt, um deinen Job überhaupt machen zu können. Wirklich Alles. Also natürlich Kamera, Objektive, sämtliches Equipment, Computer, Bildschirm, Tablet,... was auch immer du anschaffen mußt um deine Arbeit machen zu können. Dazu gehören aber auch sämtliche Versicherungen, dein Auto (zumindest anteilig, wenn du es auch privat nutzt) sämtliche Büroutensilien, Marketingausgaben, Website, Drucksorten, Papier, Weiterbildung in die du investierst usw. Einfach wirklich Alles. Dabei solltest du nichts vergessen. Denn egal was es ist, du darfst das nicht aus deiner eigenen, privaten Tasche zahlen. Alles was nötig ist, damit du deine Arbeit machen kannst, müssen in Zukunft deine Kunden bezahlen. Andernfalls hast du kein Business, sondern ein Hobby das du finanzierst um anderen Freude zu machen. Dagegen spricht ja an sich nichts, nur wenn du Firmen die mit deiner Arbeit Geld verdienen aus Spaß an der Sache deine Arbeit schenkst, dann ist das ... Vielleicht keine so gute Idee. Um es sanft zu formulieren 😉 Das Alles rechnest du dir erst mal für ein Jahr aus. Wenn du also z.b. deine Kamera für maximal 5 Jahre nutzen kannst, rechnest du den Preis erst mal durch 5, also das, was es dich für ein Jahr kostet. Dabei solltest du auch Neuanschaffungen, Reparatur, Servicekosten usw mit einberechnen. Je mehr du hier mitbedenkst, umso weniger zahlst du am Ende drauf. Dann rechnest du dir mal grob aus, wie viele Arbeitstage du im Jahr hast. Und dabei bedenkst du bitte, dass du als Selbstständiger auch krank werden kannst und zwischendurch Urlaub brauchst um nicht krank zu werden. Also auch wenn du in der Realität zu Beginn evtl. 365 Tage im Jahr arbeitest (was ich nicht empfehlen würde) sind das natürlich nicht die Tage die du hier rechnest. 2018 hatte z.b. abzüglich aller Feiertage und Wochenende 247 Arbeitstage. ziehst du für dich noch 25 Urlaubstage ab, bist du bei 222 Tagen an denen du arbeiten kannst. Wenn du nie krank wirst. Ok, wie viel willst / mußt du verdienen um anständig davon leben zu können? Rechnen wir das der Einfachheit halber mal mit 2.000,- Netto. (12 mal im Jahr.) Das ist alles andere als viel, aber das entspricht in etwa dem Durchschnittsverdienst, 14 mal wären das 1.700,- Netto monatlich. Dazu brauchst du in etwa 30.000,- Einkommen im Jahr, damit du nach Abzug der Steuern die du dafür bezahlen wirst diese 2.000,- x 12 bekommst. Was wir aber noch nicht berechnet haben, ist die Sozialversicherung. Damit du auf deine 30.000,- Einkommen kommst, brauchst du grob gerechnet 42.000,- Einnahmen. Davon zahlst du dann ca. 11.000,- SVA und bist wieder in etwa bei den 30.000,- Das wars natürlich noch immer nicht. Das, was dich dein Job pro Jahr kostet, muss da natürlich noch oben drauf. Wie anfangs besprochen, das muss dein Kunde zahlen, nicht du. Nehmen wir mal für unser Rechenbeispiel an, du kommst auf 20.000,- Ausgaben pro Jahr. (und die sind schneller weg, als du denkst) Die legen wir jetzt also auf die 42.000,- drauf und sind bei 62.000,- Umsatz, den du pro Jahr brauchst. Und weil du ja als Unternehmer auch Umsatzsteuer abführst, kommen dazu noch 20% Umsatzsteuer, die du nicht aus der eigenen Tasche bezahlen wirst. Das sind 12.400,- Euro nochmal oben drauf. Jetzt sind wir also bei 74.400,- Euro Bruttoumsatz die du im Jahr mindestens brauchst um 1.700,- monatlich netto zu verdienen. Und dabei habe ich - wie du feststellen wirst, wenn du für dich selbst rechnest - mit den jährlichen Ausgaben nicht grad übertrieben. Ganz im Gegenteil. Aber für diese Beispielrechnung nehmen wir jetzt mal einfach an, das reicht. Dein Honorar als Fotograf Gut, das ist jetzt mal ein Jahresumsatz, den du erreichen solltest. Was bedeutet das jetzt für deinen Preis den du als Fotograf verlangen solltest und das Honorar? Wir hatten gesagt du arbeitest 222 Tage im Jahr, richtig? Wenn du nie krank wirst. Also sagen wir zur Sicherheit es sind 210 Tage im Jahr. An diesen Tagen wirst du zwar realistisch mehr als 8 Stunden arbeiten, aber ich würde dir davon abraten, das in die Kalkulation einzubeziehen. Das ist der erste Schritt zur Selbstausbeutung. Also gehen wir von den regulären 8 Stunden aus, die deine Kunden in ihrem Job auch arbeiten. Das sind 1776 Stunden die du arbeiten kannst um deinen Mindestumsatz von 74.400,- Brutto zu erreichen. Das wären dann ca. 42,- pro Stunde. Aber halt! Hier passiert der größte Fehler an dem vermutlich so viele scheitern. Diese 42,- sind NICHT der Stundensatz den du deinem Kunden verrechnen mußt. Diese 42,- mußt du für jede einzelne Stunde die du an oder in deinem neuen Unternehmen arbeitest verdienen. Auch in den Stunden, in denen du dich weiterbildest, in denen du dein Marketing machst, deine Buchhaltung erledigst, Kundentermine und Gespräche führst, dein digitales Chaos das sich ansammelt sortierst usw... Mit fotografieren selbst verbringst du als Fotograf maximal 10% deiner Arbeitszeit. Der Rest ist "rundherum" Arbeit. Hier mußt du dich hinsetzen und realistisch einschätzen, wie viel Zeit du wofür aufwenden wirst. Als ersten Anhaltspunkt würde ich dir raten mindestens von einem Verhältnis von 1:2 auszugehen. Also eine Stunde direkte Arbeit für deinen Kunden - Fotografieren und Bilder bearbeiten - bedeutet insgesamt 3 Stunden mit allem "rundherum" die dein Kunde natürlich zahlen muss. Du zahlst ja auch nicht nur das Schnitzel im Restaurant, sondern das Haus, die Mitarbeiter, den Lieferanten, das Geschirr, die Versicherungen usw.. 1:2 ist sehr kundenfreundlich geschätzt. Aber gehen wir davon mal aus und rechnen für eine Stunde Kundenarbeit insgesamt 3 Stunden Aufwand. 42,- x 3 = 126,- pro Stunde Somit bist du also bei einem Stundensatz den du deinem Kunden verrechnet solltest von 126,- Euro. Das bedeutet für einen gesamten Tag mit 8 Stunden solltest du mindestens 1.000,- Tagessatz veranschlagen, wenn du diesen Beruf überleben willst. Kommt dir das jetzt zu teuer vor? Wenn dir das hoch vorkommt, dann nicht, weil das hoch ist, sondern in erster Linie, weil du bisher von viel zu niedrigen Preisen ausgegangen bist. Wie die meisten, die sich blauäugig in den Beruf Fotograf schmeissen, ohne sich detaillierte Gedanken darüber zu machen, wie viel dieser Beruf sie eigentlich kosten wird. Schon klar, du denkst jetzt "aber wenn ich grad anfange, kann ich ja nicht ..."... Aber lass mich dir mal einen anderen Gedanken mitgeben. Was du nämlich wirklich nicht kannst, ist lange unter einem Preis arbeiten, der für dich, deine Gesundheit und deine finanzielle Sicherheit machbar ist. Klar, über einen kurzen Zeitraum kann man das schon machen. Aber nicht sehr lange. Denn spätestens wenn du das länger als ein Jahr machst, rächt es sich massiv. Irgendwann wird das Equipment kaputt und du kannst dir kein neues leisten. Du wirst mal krank und kannst ein paar Tage oder Wochen nicht arbeiten (ich hatte das sogar mal ein paar Monate) usw. Was du wirklich nicht kannst, ist zu günstig arbeiten. Wenn du meinst, du bist noch nicht so weit um davon leben zu können, dann arbeite einfach so lang und hart, bis du so weit bist. Aber lass dich nicht hinreissen, für 40,- pro Stunde als Fotograf zu arbeiten, nur um dann festzustellen, das hat sich nicht nur nie gelohnt, das hat dich mehr oder weniger ruiniert. Ja, aber, wenn ich günstig ... Ich weiß. Die Argumente für günstig kenne ich alle. Und sie sind alle falsch. Du denkst, du bekommst Kunden, wenn du günstiger bist? Ich garantiere dir, du bekommst keine Kunden, sondern die Menschen, die ausschließlich billig wollen. Und die bekommst du dann immer wieder. Das heißt du wirst für immer für ein Honorar arbeiten, das gerade mal deine Aufwände deckt, von dem du aber nicht leben kannst. Du denkst wenn du beim ersten mal billiger bist, bekommst du beim nächsten mal den teuren Auftrag? Warum sollte ein Kunde sowas tun? Er will dich nur, weil du es am billigsten machst. Nicht, weil du es am besten machst. Wenn beim nächsten mal mehr Budget da ist, dann leistet er sich die Fotografen, die einfach ihren Preis verlangen, die nicht mit sich verhandeln lassen. Du wirst auch in der Wertschätzung sinken und es wird - das garantiere ich dir aus Erfahrung - kein Kunde kommen und beim zweiten Job das doppelte zahlen. Ich wünsche mir eine Branche, die wieder gesund ist. In der Menschen von dem, was sie gern und gut machen auch ordentlich leben können. Klar, Fotografie hat sich gewaltig verändert. Was vor 10 Jahren nur bei einem Profi zu kriegen war, kann jetzt "Onkel Fritz" mit seiner digitalen Kamera vielleicht auch schon. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Professioneller Fotograf sein bedeutet weit mehr, als ein paar ganz schöne Bilder hinzukriegen. Es ist nötig als Fotograf auch unternehmerisch denken zu können. Du mußt mehr bieten können, als schöne Bilder. Dann hast du auch keinerlei Probleme, deine Preise richtig zu kalkulieren und zu verlangen, was deine Arbeit wert ist. Genau deshalb starte ich mit meinem monatlichen Livecoaching für Fotografen - http://a-team.christiananderl.com - um in diesem Punkt und noch vielen anderen, die überlebensnotwendig sind, wenn man sich als Fotograf selbstständig machen möchte gemeinsam zu bearbeiten. Mir liegt nichts daran, dass 80% der Fotografen nicht überleben. Es wäre idiotisches Konkurrenzdenken sich darüber auch noch zu freuen und zu denken "dann bleibt mehr für mich". Ich bin der Überzeugung, dass alle profitieren, wenn die Branche gesund ist und wieder ein vernünftiges Bewusstsein für Preisgestaltung und Honorare bei Fotografen entsteht. Was kann man als Hobbyfotograf verlangen Kurz: Natürlich kannst du auch mit deinem Hobby ein wenig dazuverdienen, allerdings gibts da einige Grenzen. Bei uns in Österreich sind es aktuell 700,- pro Jahr, die du dazuverdienen darfst, ohne sie versteuern zu müssen. Sobald du diese Grenze überschreitest wirds illegal. Ob du diese 700,- bei einem einzigen Job verlangst, oder mehrere Jobs für 70,- machen möchtest bleibt dir überlassen. Wichtig ist, dass du immer von vornherein klarstellst, dass du das nicht "professionell" anbietest und auch keine Haftung übernimmst. Du hast keine Betriebsversicherung wie ein Profi, du hast keine Rechtschutzversicherung etc... Wenn du mich ganz persönlich fragen würdest - Hobby ist Hobby, machs einfach für die Freude daran 😉 Und wenn ich es nur nebenberuflich mache? Das ist für mich eines der größten Mißverständnisse bei der Honorarkalkulation. Zu glauben, dass die Summe eine andere wäre, wenn du es "nebenberuflich" machst. Weil du ja schon einen Job hast bei dem du dein Gehalt bekommst. Das ändert aber garnichts an der Rechnung, die wir hier in der Honorarkalkulation gemacht haben. Im Gegenteil, du steigst direkt bei deinen ersten Honoraren in eine höhere Steuerklasse ein. Denn am Jahresende wird das, was du in der Anstellung verdient hast mit dem, was du selbstständig eingenommen hast zusammengerechnet. Und davon zahlst du dann Steuern. Das heißt vom ersten Honorar weg werden höhere Steuern fällig, als wenn du hauptberuflich selbstständig arbeitest. Kurz - es gilt dieselbe Kalkulation für dich, sofern du nicht draufzahlen willst und böse Überraschungen vermeiden möchtest 😉 -
10 Dinge die Ich nach 10 Jahren als selbstständiger Fotograf lieber schon vor 10 Jahren gewußt hätte10 Dinge die Ich nach 10 Jahren als selbstständiger Fotograf lieber schon vor 10 Jahren gewußt hätte?Grad eben hat mich mein LinkedIn Profil daran erinnert, dass ich genau Heute vor 10 Jahren meinen Fotografie Gewerbeschein geholt habe. Allein an dieser Tatsache sieht man wohl, dass mir auch nach 10 Jahren als Fotograf noch nicht langweilig geworden ist. Oder, dass ich einfach schlecht darin bin, mir Jahrestage zu merken. Wie auch immer, jedenfalls habe ich mir grad einen kleinen Moment genommen, um meine Reise rückwirkend zu betrachten. Und dabei bist Du mir eingefallen. Ja, Du! Du liest meinen Blog und damit gehörst Du zu den Menschen, denen ich in den letzten Jahren versuche dabei zu helfen, ihren eigenen Weg mit der Fotografie zu gehen. Egal ob fotografieren lernen, oder Fotograf als Beruf. Das Alles hat angefangen, als ich vor ziemlich genau 5 Jahren Anfang 2014 Shootcamp.at gegründet habe. (Ist das nicht schön, mein 10 jähriges und das 5 jährige Jubiläum von Shootcamp fallen fast aufs selbe Datum. Fällt mir übrigens auch erst jetzt auf 🙂 Egal, also zurück zu dir. Ich dachte so über diese 10 Jahre nach und darüber, wie sich mein Weg in dieser Zeit verändert und entwickelt hat. Zu diesem Thema hab ich übrigens auch dieses Video aufgenommen, mit den 7 Dingen die ich gern am ersten Tag meiner Selbstständigkeit gewußt hätte: Also nehme ich mein Jubiläum zum Anlass, diese kleine Liste mit Dingen zu schreiben, die ich rückblickend gern vor 10 Jahren gewußt oder gehört hätte, als ich meinen Gewerbeschein geholt habe und damit den Beschluss gefasst habe aus der Fotografie meinen Beruf zu machen. Vieles davon habe ich unterwegs von Anderen gelernt, vieles habe ich "auf die harte Tour" gelernt, aber Alles was du hier liest habe ich zum Glück gelernt und ich bin sicher, dass es ausschlaggebend dafür ist, dass ich nach wie vor erfolgreich mit dem bin, was ich tue. Und weil ich mir das für dich auch wünsche, hier meine Liste die ich meinem Ich vor 10 Jahren heute gerne schicken würde: 1. Nein, ver******** nochmal, Fotografie als Beruf ist NICHT tot! Bevor wir zu meinen echten "Learnings" kommen, muß das kurz raus. Entschuldigung für meine *********** Ausdrucksweise hier, aber ich kann und will diesen ************* Schwachsinn nicht mehr hören mit dem das Internet und das echte Leben seit so langer Zeit überschwemmt werden. Ich habe mit 14 (und das ist inzwischen beachtliche 30 Jahre her!) meine damals grad erst blühende und brennende Leidenschaft für Fotografie entdeckt und wollte unbedingt Fotograf werden. Der Hauptgrund, warum ich das gelassen habe, waren Menschen die mir damals folgende motivierende Geschichte erzählt haben: "Fotografie als Beruf? Das geht nicht mehr, das ist tot. Entweder wirst du weltberühmter Fotograf mit Atelier in New York, aber das schafft kaum jemand, oder du gehst dann zum Hartlauer Filme verkaufen" (Für alle die nicht in Österreich leben - das ist ein Fotofachhandel und Optiker in Österreich) Dieser Absatz könnte fürchterlich lang werden und schrecklich unfreundlich klingen, vor lauter Zensur auch schwer lesbar. Beides möchte ich dir ersparen, also mach ich es kurz - siehe Überschrift dieses Punkts: Nein, dieser Beruf ist nicht tot. Er hat sich nur verändert. Und wer es schafft diese Veränderung zu sehen und sich mit ihr zu bewegen, hat einen wunderschönen Beruf. Über dessen Eigenheiten ich in den nächsten Punkten gerne weiter referieren werde 😉 Was sehr wohl tot ist, ist das Berufsbild des Fotografen von vor 30 Jahren. Aber jetzt mal ehrlich, welches Berufsbild hat sich in den letzten 30 Jahren denn nicht verändert? 2. Unternehmerisch denken wird deine wichtigste Fähigkeit sein Ich weiß nicht, warum mir das nicht von Tag 1 weg komplett klar war. Fotografie - genau wie jede Kreativbranche - durchläuft seit geraumer Zeit eine kleine "Krise". Diese Krise ist nicht ganz unlogisch. Digitalkameras sind nicht nur günstiger geworden, sie sind auch erheblich leistungsstärker geworden. In jedem Smartphone steckt heute eine Kamera die sensationelle Qualität liefert. Und sie ist immer mit dabei. In der Hosentasche. Einfach so. Ja, heute ist tatsächlich jede/r irgendwie ein bisschen Fotograf. Und wer Interesse hat mehr daraus zu machen, kann relativ einfach und schnell lernen, wie man bessere Fotos macht. Kann sich mit der Technik beschäftigen und in wenigen Monaten große Fortschritte erzielen. Allein bei uns im Shootcamp haben inzwischen über 7.500 Menschen fotografieren gelernt. Und sie zeigen in unserem Instagram Account erstaunliche Ergebnisse: Auf Instagram folgen This error message is only visible to WordPress admins Error: There is no connected account for the user shootcamp.at. Man kann heute Fotograf werden ohne Ausbildung. Es ist also nicht allzu verwunderlich, dass das den Berufsstand Fotograf etwas - vorsichtig gesagt - durchgerüttelt hat. Früher mal war es möglich mit Fotos die aus heutiger Sicht "ganz ok" waren ein kleines Geschäft aufzumachen, im Umkreis sämtliche Hochzeiten, Taufen und Events zu fotografieren und davon zu leben. Das ist heute kaum mehr möglich! Und es wird demnächst komplett unmöglich sein. Wenn du als Fotograf oder Kreativer selbstständig überleben willst, dann mußt du weit mehr sein, als ein technischer Dienstleister, der sein Werkzeug bedienen kann. Du brauchst eine Vision, eine klar erkennbare Ausrichtung, deine Arbeit muß "herausragend" sein, also jederzeit wiedererkennbar sein und du mußt deinen Kunden einen "Mehrwert" bieten. Schreckliches Wort, ich weiß. Ist aber nun mal so. Überleg dir von Anfang an, was du für deine Kunden tun wirst, welche ihrer Probleme du lösen kannst und wie du ihnen echten Wert in ihr Unternehmen bringst. Positioniere dich als weit mehr, als nur ein technischer Dienstleister. Das hat gleich mehrere Vorteile: Du wirst etwas anbieten, das nicht jeder Mensch, der sich eine Kamera kauft und damit umzugehen lernt auch anbieten kann. Du wirst für deine Kunden ein wertvoller Partner werden, nicht nur ein Dienstleister den sie an jeder Ecke bekommen. Das bedeutet auch. Du wirst deine Preise erheblich leichter durchsetzen können, denn du bist eben nicht nur jemand, der einfache technische Dienstleistung bietet. Glaub mir, das macht auch auf Dauer erheblich mehr Spaß, denn irgendwann kommt auch in deine Fotos ein wenig Routine 😉 3. Menschen kaufen zu 50% Deine Arbeit als Fotograf und zu 50% Dich! Das klingt komisch, ich weiß. Und es sträubt sich schnell mal Alles bei diesem Satz, weiß ich auch. Also gib mir eine Minute dir meine dazugehörige Erfahrung mitzugeben: Ich will dir keinesfalls sagen, dass du mit schlechter Arbeit durchkommst. Niemals! Ich finde wir alle sollten einen enorm hohen Anspruch an unsere Arbeit als Fotografen stellen. Ich finde sogar wir sollten in all dem was wir tun so gut sein, dass wir Algorithmen ignorieren können, weil wir es nicht nötig haben sie auszutricksen, viele "Follower" und "Likes" zu bekommen die in Wahrheit wertlos sind (also wertvoll schon, aber nur für das jeweilige Unternehmen wie Instagram und co. Aber das ist eine andere Geschichte) Ich finde auch Fotografie hat einen künstlerischen Anspruch und wir sollten dem Gerecht werden... Alles keine Frage, dazu kommen wir noch. Aber in diesem Punkt habe ich wirklich gelernt - wenn du als Fotograf deinen Lebensunterhalt mit deiner Arbeit verdienen willst, dann reicht es nicht aus, schöne, professionelle Fotos zu machen. Deine Arbeit kann noch so hervorragend sein, du kannst die schönsten Fotos der Welt machen, wie erfolgreich du als professioneller Fotograf bist, wird nicht allein dadurch bestimmt. Das mag dir möglicherweise nicht gefallen. Mir hat das zu Beginn garnicht gefallen. Ich dachte tatsächlich "Das ist unfair. Wenn einer bessere Fotos macht als der andere und trotzdem kriegt der den Job, ist das **************" (Setze hier einen Flug Deiner Wahl ein) Aber weißt du was, das ist es nicht. Man muß eigentlich nur mal kurz die Rollen tauschen. Stell dir vor, du hast ein Projekt, ein Budget und suchst dafür Dienstleister. Du hast zwei zur Auswahl. Beide liefern für dich gute Arbeit. Der Qualitätsunterschied ist für dich jedenfalls nicht auffällig. Der eine ist nur auf seine Arbeit fokussiert, wirkt auf dich unfreundlich, unzugänglich, abweisend, kühl, selbstverliebt, redet nur von sich und seiner Arbeit,... kurz einfach kein angenehmer Mensch mit dem du gerne Zeit verbringen würdest. Der andere ist ein freundlicher, offener Mensch, der auf dich zu geht, ein starkes Auftreten hat, dir die Hand schüttelt, interessiert ist und mit dem du dir gut vorstellen kannst auch mal einen Kaffee zu trinken und einfach ein wenig über das letzte Wochenende zu plaudern... Was denkst du, wen du buchen wirst? Nochmal - ich habe keineswegs vor dir zu erzählen, dass du der "Freunderlwirtschaft" (wie wir es in Österreich nennen) verfällst. Du sollst deine bestmögliche Arbeit liefern, besser werden, lernen,... Das Alles ist wichtig. Aber arbeite auch an deinen "Social Skills", die machen mindestens 50% deines Erfolgs aus. Es gibt nämlich neben deiner echten Kompetenz auch sowas wie eine "gefühlte Kompetenz" und die ist für deine Neukundengewinnung im ersten Schritt erheblich wichtiger, als die tatsächliche Kompetenz. Auch das wäre einen eigenen Artikel wert. Wenn ich Zeit finde mach ich das 🙂 Also, Social Skills im Auge behalten, netter Mensch sein, aber! Kenne auch die Grenzen und lass dir deshalb noch lange nicht alles gefallen. Das bringt uns zum nächsten Punkt: 4. Achte auf die Qualität deiner Kunden Ja, es geht nicht nur um die Qualität deiner Arbeit, um deine tatsächliche und gefühlte Kompetenz, es geht auch um die Qualität deiner Kunden. Eine Erfahrung die ich vor vielen Jahren gemacht habe und aus der ich glücklicherweise dann auch wirklich gelernt habe: Manche Kunden glauben, sie kaufen sich deine Leibeigenschaft, wenn sie dich als Dienstleister buchen. Einen, bei dem sie ihren ganzen Müll abladen und ihre ganze Unfreundlichkeit rauslassen können. Du mußt dir nicht alles gefallen lassen. Nicht nur deine Arbeit sollte Qualität haben, achte auch auf die Qualität deiner Kunden! Bei mir waren es genau genommen 2 solcher Erfahrungen. Bei der ersten dachte ich "das mach ich jetzt nicht mehr", beim zweiten Mal habe ich mich äußerst unbeliebt gemacht als ich klargestellt habe, wo meine Grenzen sind. Und das war im Nachhinein gesehen vollkommen richtig so. Ohne die ganzen endlosen dazugehörigen Geschichten hier in voller Länge zu deponieren; Es wird Kunden geben, die immer alles besser wissen. Solche, die dir erklären werden "aber das geht doch sicher anders besser, oder? Ich habe das mal gesehen bei einem Freund, der hat ...." während du dich beherrschen mußt nicht laut loszulachen oder einen roten Kopf zu bekommen. Da werden Sätze fallen, die es in Anekdotenbücher schaffen könnten. Nimm das hin, erklär ihnen, warum das nicht geht, zeige deine Kompetenz (die du natürlich auch haben mußt!). Wenn das alles ausufert, such das Gespräch und sag ihnen klipp und klar, dass sie dich und deine Kompetenzen gebucht haben, eben WEIL sie es nicht selbst können, du das aber beruflich machst. Ist es nicht möglich, dass sie dir vertrauen und mit dir gemeinsam an dem Projekt arbeiten, machen sie es dir unmöglich deine bestmögliche Arbeit zu liefern. Dein Kunde kann, was auch immer dein Kunde kann genauso gut, wie du kannst, was du kannst. Ein "guter Kunde" weiß das und begegnet dir auf Augenhöhe. (Ach ja und schreib unbedingt mit. Für das Anekdotenbuch 😉 5. Du bist kein Mitarbeiter, du hast keinen Chef! Und nochmal - der Kunde ist nicht immer König. Respektlosigkeit dir oder deinen Mitarbeitern gegenüber ist nichts, das du hinnehmen solltest. Manche Kunden glauben sie kaufen dich für die Zeit der Zusammenarbeit als "Mitarbeiter", der auch zu wöchentlichen Meetings erscheint und an den man alles mögliche auslagern kann. Was aber noch schlimmer ist - manche Selbstständige brauchen Jahre um zu verstehen, dass sie jetzt nicht "freie Angestellte" sind und sich auch nicht so verhalten sollten. Wenn du dich als "Freelancer" siehst, den man für einen Projektzeitraum bucht und der sich dann dem Zeitplan des Kunden unterwirft, (logisch reden wir hier nicht von Zeitplänen wie z.b. Hochzeitsterminen oder Reportagen die genau dann stattzufinden haben. Ich meine damit z.b. die Teammeetings die dein Kunde für seine Mitarbeiter veranstaltet und dich dann dazu einlädt, damit du ewig zuhörst obwohl das für dich nicht relevant ist) dann darfst du dich nicht wundern, wenn du dich bald fühlst wie ein Angestellter, nur ohne die Vorteile der Anstellung. Denn genau das tust du dann! Ich hätte lieber noch viel früher viel deutlicher verstanden, dass ich mich selbst als Unternehmer sehen und auch nach außen tragen muß um das zu verhindern. Dein Unternehmen, deine Regeln! Glücklicherweise habe ich das inzwischen verstanden und schütze auch das Shootcamp Team vor Menschen, die nicht wissen, wie man respektvoll mit anderen Menschen umgeht. Das Team hat nicht nur Erlaubnis, sondern die Verpflichtung, bei Respektlosigkeit freundlich aber deutlich den "Kundenkontakt" abzubrechen. Respekt geht bei uns wie so vieles weit vor Umsatz. Das sollte man sich auch als Einzelunternehmer immer vor Augen halten. 6. Apropos Preis - Billig anbieten hilft niemandem, aber es schadet Dir Gerade wenn man anfängt ist die Versuchung groß, möglichst günstig anzubieten. Ich verstehe das. Du denkst vielleicht "besser billiger Job als gar keiner". Außerdem stellt man ja auch noch in Frage, ob man denn überhaupt schon so viel verlangen kann, wo man doch grad erst anfängt usw. Im schlimmste Fall hat man sich mit der Kalkulation des eigenen Honorars noch garnicht beschäftigt. (Dann übrigens bitte rasch zurück an den Schreibtisch, ohne saubere Kalkulation und klarer Sicht auf deine Preisgestaltung solltest du garnicht erst beginnen. Du springst auch nicht ohne Fallschirm aus einem Flugzeug. Hoffe ich) Ich kann dir nach 10 Jahren Selbstständigkeit nur eines dazu sagen - wenn du billig anbietest, hilfst du niemandem, schadest aber dir selbst! Dein Kunde wird nicht profitieren, auch wenn er das auf den ersten Blick glaubt. Wenn du nämlich billig anbietest, dann hast du Stress. Vielleicht nicht gleich bei deinem ersten Kunden. Vielleicht auch nicht beim Zweiten oder Dritten. Aber wenn du mehrmals zu billig anbietest, wirst du es zu spüren bekommen. Dir wird langsam klar werden, dass sich das alles so ja doch nicht ausgehen kann und du wirst ein wenig unter Zeitdruck geraten. Dir wird klar werden, dass du doppelt und dreifach so viele Aufträge brauchst wie du gerade hast, damit du das überlebst. Dann wirst du Druck und Stress bekommen. Was denkst du, was das mit der Qualität deiner Arbeit macht? Ich verrate es dir - du wirst keinesfalls auf Dauer die bestmögliche Arbeit liefern können, die möglich wäre. Das ist aber genau das, was du tun solltest. Jeden Tag. Dein Bestmögliches abliefern. Davon profitiert dein Kunde - immerhin bekommt er die beste Arbeit, die er bei dir für Geld kaufen kann. Und davon profitierst du - dein Portfolio wird um ein weiteres Stück guter Arbeit ergänzt = ein weiterer Schritt in Richtung Wachstum. Wenn du deinen Preis zur Verhandlungssache machst und dich an dem Preisdiskont beteiligst (der übrigens in jeder Branche existiert, nicht nur in der Fotografie) wir das deine Lust an der Arbeit auf Dauer ruinieren, du wirst ständig nur über deine "blöden Kunden" schimpfen, die Qualität deiner Arbeit wird sinken, damit wiederum die Qualität deiner Kunden usw... Eine Abwärtsspirale aus der man nur schwer wieder raus kommt. Auch wenn du 1000 Argumente findest, warum du billig anbieten mußt, "weil das ja die anderen auch machen" - glaub mir, das Gegenteil ist der Fall. Im Preiskrieg zu enden bedeutet früher oder später tatsächlich dein Ende. Du MUSST dich aus diesem Preiskampf raushalten, je früher, desto besser. Wenn du meinst du mußt das machen, weil du dein Portfolio erst aufbauen mußt, dann hier ein anderer, radikaler Vorschlag: 7. Vollpreis oder Gratis Schon klar, wie kannst du ohne Portfolio und dementsprechenden Referenzen von Anfang an "normale Preise" verlangen (und nochmal, wir reden nicht von hohen Preisen wenn wir über 1.500,- Tagesgage sprechen. Hier findest du die Rechnung dazu: Honorar berechnen als Fotograf) Würde ich heute nochmal bei 0 starten, wäre meine Strategie glasklar und radikal: Entweder Vollpreis, oder Gratis. Ich würde mein Honorar berechnen wie in dem Link beschrieben. (Unter uns, das ist ca. doppelt so hoch wie das, was ich bei meinem eigenen Start verlangt habe - ich habe das aber auch nur für ein paar Monate getan um irgendwie Fuß zu fassen. Damals ging das noch so) Dann würde ich genau dieses Honorar festlegen und nicht mehr verhandeln. (Wenn du dich in Sachen Preisdiskussion noch nicht stabil genug fühlst um eine Verhandlung erst garnicht aufkommen zu lassen, dann rechne einfach 10% Verhandlungsspielraum oben drauf die du später nachlassen kannst) Bei Kundenanfragen würde ich genau zu diesem Preis anbieten. Sollte ihnen das zu teuer sein, würde ich für mich selbst entscheiden, ob dieser Kunde für mich und mein Portfolio einen wirklichen Wert hat. Und ich meine damit nicht die, die dir erzählen wollen "wir featuren dich auf unserem Instagram Account, komm schon, das ist doch Bezahlung genug". Wenn es für mich von Wert wäre, diesen Job zu machen, dann würde ich ihn gratis anbieten. ABER! Gratis bedeutet für mich gleichzeitig, dass ich nicht mehr Weisungsgebunden bin! Das bedeutet ich bekomme vom "Kunden" (der dann ja keiner mehr ist, weil er nicht zahlt) sozusagen etwas zur Verfügung gestellt, das ich fotografieren kann wie ich es möchte, an das ich sonst nicht oder nur schwer kommen würde, damit wir beide es für unsere Zwecke nutzen können. Ich weiß, das ist ein radikaler Ansatz und ich kann schon wieder die Meute hören, die über mich herfällt um mir zu erklären, ich würde mit solchen Ideen meine eigene Branche ruinieren. Euch kann ich nur gleich an Ort und Stelle sagen - die Fotografie Branche wird von 2 Dingen ruiniert. Schlechter Arbeit und billigen Preisen. Das hier ist nur ein Ansatz, wie man heutzutage in dieses Geschäft einsteigen kann. Und er ist selbstverständlich auch nur für einen kurzen Zeitraum bzw. einzelne Projektideen gedacht. Auf Dauer kann man sich bei diesem Ansatz nicht mal vormachen, man könnte das wirtschaftlich überleben. Was nebenbei bemerkt mit zu billigen Preisen sehr gut gelingt. Und im Drama endet. 8. Lerne besser zu investieren Ja schon klar, grad zu Beginn ist Geld meist nicht vorhanden. Ich habe glücklicherweise von Anfang an einen Großteil der Einnahmen sofort wieder investiert. In Ausrüstung, Kameras, Blitze, Stative, Taschen und was man so braucht um als Fotograf seine Arbeit zu tun sowieso. Aber auch in Dinge wie Weiterbildung und Coaching (enorm wichtig!) oder einen Steuerberater (überlebensnotwendig!). Das Argument "kann ich mir nicht leisten" kenne ich sehr gut. Von mir und als Antwort von unzähligen Coaching Klienten und Workshopteilnehmern. Ich kenne es, ich verstehe es, aber es ist nichts desto trotz ein Irrtum. Du kannst es dir genaugenommen nicht leisten es dir nicht zu leisten. Ein Investment muss man sich nicht leisten können, denn ein kluges Investment bringt nämlich mehr zurück, als es "kostet". Rückblickend hätte ich also schon früher noch mehr investieren sollen. Ich nehme hier meinen Steuerberater gern als mein Lieblingsbeispiel. Würde ich beschließen ich kann mir das nicht leisten, dann würde ich sehr viel Zeit mit Buchhaltung verbringen. "Ja, aber das spart doch enorm Geld". Nein, das tut es nicht. Es kostet dich genau genommen gleich doppelt Geld: Du kannst das nicht! (Ja, ich weiß das :)) Ich war mal in der Hotelfachschule und hab dort Rechnungswesen "gelernt".Abgesehen davon, dass mein Lehrer eine Katastrophe war, hab ich eine wichtige Sache gelernt: Kreative sind zu 99% nicht in der Lage mit dieser Materie richtig umzugehen. Man muss das wirklich gern machen und sich wirklich gut damit auskennen, damit man es gut und richtig macht.Ob du es gut oder "irgendwie" machst, macht hier einen erheblichen Unterschied bei den Zahlen die unterm Strich rauskommen.In anderen Worten - zahlst du jemanden dafür, der das richtig gut kann, rentiert sich das am Jahresende auf jeden Fall! Machst du es selbst, wird es nicht so gut werden und unterm Strich wirst du mehr Steuern zahlen die dem Staat eigentlich garnicht zugestanden wären. Deine Zeit kostet ebenfalls Deswegen kostet es dich doppelt. Wenn du erst mal deinen Stundenlohn oder dein Honorar als Fotograf berechnet hast, dann wird dir auffallen, dass dich jede Stunde die du arbeitest Geld kostet.In der Zeit in der du verzweifelt versuchst die Buchhaltung deines Unternehmens richtig zu machen, obwohl es dafür Profis gibt, die das weit besser können als du, könntest du für einen Kunden das tun, was dir Spaß macht und damit mehr Geld verdienen, als der Steuerberater dich kostet.Oder zumindest genauso viel. Was waren meine besten Investments? Mein Steuerberater. War auch mein erstes, gleich nach der Kamera. Wenn ich mir anschaue wie bitter diese Zahlenwelt schon mit Steuerberater ist, will ich mir garnicht vorstellen, wie das ohne wäre. Ohne Übertreibung, ohne wäre ich längst erledigt. Sämtliche Workshops, Coachings, Bücher und Onlinekurse die ich je gekauft habe. Wissen von denen zu kriegen, die einem schon ein Stück voraus sind, ist unbezahlbar. Mitarbeiter. Ganz zu Beginn hab ich versucht alles alleine zu machen. Mir wurde schnell klar, dass ich erheblich schneller und effektiver arbeiten kann, wenn mir jemand hilft. Also habe ich wechselnde Assistenten zu einzelnen Jobs mitgenommen. Einer davon - Moritz - hat so deutlich gezeigt, dass er das wirklich will, also hab ich ihm irgendwann angeboten, nur noch ihn zu buchen. Moritz ist nach wie vor bei mir und ich nenne ihn inzwischen den "First Officer". Er übernimmt mehr und mehr meiner Aufgaben im Shootcamp und hält mir den Rücken frei, damit ich mich wieder um das kümmern kann, was ich eigentlich tun wollte - Portraitprojekte wie z.b. vaeter.co und Inhalte produzieren. Also Kurse, Videos und Artikel wie diesen hier 😉 Und das bringt uns auch schon wieder zum nächsten Punkt auf meiner Liste: 9. Lerne delegieren und auslagern Rückblickend habe ich damit zu lang gewartet. Bzw. habe ich zu lange gebraucht um das zu lernen. Frag dich möglichst oft - Anfangs mindestens ein mal die Woche - sehr ausführlich (nicht kurz mal im Kopf fragen, am besten hinsetzen und aufschreiben, Zeit dafür nehmen!) "Was ist es, das ich wirklich machen will und weswegen ich mich selbstständig gemacht habe?" Und dann schau dir an, was du tatsächlich den ganzen Tag machst. Du wirst feststellen, dass du nur einen kleinen Teil deiner Zeit mit dem verbringst, was du eigentlich tun wolltest. In meinem Fall - fotografieren und filmen. Die restliche - überwiegende - Zeit wirst du mit anderen Dingen verbringen, die du vorher nicht so richtig auf dem Schirm hattest. Das ist ok so, das gehört dazu, wenn du dich selbstständig machst. Da kommen irre viele Dinge auf dich zu die du überlegen, entscheiden, lernen und machen mußt. Und du mußt das alles zu Beginn selbst machen. Allein schon, weil nur du entscheiden kannst, wie es für dich "richtig" ist. Aber! Sobald du entschieden hast, wie die Dinge laufen sollen, wie dein Auftritt aussehen soll, wie die Ordnung in deinen Rechnungen auszusehen hat und aus all diesen Dingen die du mal starten mußtest laufende "Todos" werden, ist es dringend nötig, dass du anfängst auszulagern. Siehe Punkt 1 - du wirst dir selbst sagen "ich kann mir das nicht leisten". Die Wahrheit ist aber, sobald dir etwas an deiner Arbeit auffällt, das immer wieder zu tun ist, aber nicht zu deinen Kernkompetenzen gehört, solltest du dir überlegen es auszulagern. Für jedes dieser Todos gibt es jemanden, der es richtig gern macht und es als seine eigene Kernkompetenz betrachtet - es also auch richtig gut macht. Also werden wieder beide Seiten gewinnen: Du gibst jemandem einen Auftrag, an dem er richtig Freude hat, du wirst ihn besser erledigt bekommen, als wenn du es selbst machst und du wirst mehr Zeit haben deinen eigenen Job zu machen, was widerum zu mehr Aufträgen/Umsatz führen wird ... 10. Verkauf und Marketing sind jetzt dein Beruf! Diese 2 Worte meiden die meisten Kreativen. Viele finden sie sogar abstossend. "Pfui, der macht keine guten Fotos, der kann nur Marketing". Die böse Antwort darauf wäre - "Ja und, dann kann er wohl irgendwas besser als du, vielleicht solltest du lieber fragen, wie das geht?!" 😉 Ganz im Ernst, zurück zu Punkt 1 - lerne unternehmerisch zu denken. Lerne mit Verkauf und Marketing (und nein, das ist nicht das selbe) umzugehen und zu arbeiten. Sonst hast du keine Selbstständigkeit, keine Business, bist kein professioneller Fotograf sondern hast ein teures Hobby. Das ist ja ok, Fotografie als Hobby ist toll. Nur nicht, wenn man sich dabei einreden will, man würde damit seinen Lebensunterhalt verdienen. Du mußt die Grundlagen von Marketing lernen um zu verstehen, warum Menschen etwas kaufen. Dazu gleich ein erster kleiner Tipp - Frauen kaufen keine Schuhe, weil sie so praktisch sind und so tolle Features haben. Frauen kaufen Schuhe wegen dem Gefühl das sie haben werden, wenn sie sie kaufen und zum ersten mal tragen. (Deshalb stehen dann auch so viele davon im Schrank) Ohne hier zu viele Klischess zu bemühen - Menschen kaufen selten wegen der "Features", sondern wegen dem Gefühl das an ihrem Kauf hängt. Heißt das jetzt, du sollst Scheisse zu Gold machen und Müll überteuert verkaufen? Auf keinen Fall! Das rächt sich sowieso nach kürzester Zeit. Damit läßt sich kurz mal Geld verdienen. Nämlich genau so lang, bis sich rumgesprochen hat, dass du Müll verkaufst. Aber wenn du das Prinzip verstanden hast, wirst du auch den Unterschied zwischen erfolgreichen Marken und Firmen und erfolglosen erkennen. Du wirst sehen, dass alle, die erfolgreich wurden verstanden haben, wie man Marketing und Verkauf richtig angeht. Das gilt selbstverständlich auch für Fotografen. Nehmen als Beispiel wir nur mal Hochzeitsfotografen. Warum gibt es wohl Hochzeitsfotografen für 500,- und sogar noch weniger, während andere erst bei 5.000,- pro Hochzeit anfangen. Beide liefern grundsätzlich das Selbe - Hochzeitsfotos. Beide verbringen dafür einen ganzen Tag bei der Hochzeit, machen Fotos, liefern diese dann dem Brautpaar. Was macht den Unterschied? Klar, Qualität. Wenn du hohe Preise verlangst, mußt du auch hohe Qualität liefern. Das steht außer Frage und davon gehen wir mal aus. Aber es gibt auch genügend Hochzeitsfotografen die besser sind, als ihre Preise vermuten lassen. Und du wirst es nicht schaffen einem Brautpaar nur mit Sätzen wie "wir machen die schöneren Fotos, wirklich, ganz bestimmt" diesen Preis zu verkaufen. Sehr sehr unwahrscheinlich. Du mußt Marketing lernen um die richtigen Kunden zu finden, die für dich überhaupt in Frage kommen. Und wenn sie dann bei dir sind, mußt du verkaufen lernen um den Vertrag auch abzuschließen. Und krieg da jetzt kein falsches Bild davon - du mußt keinen Bauchladen umschnallen und "verkaufen". Das ist nur die grauenhafte Vorstellung, die kreative von Verkauf haben. In Wahrheit ist das nur ein klein wenig Psychologie und nichts Böses, sondern etwas, mit dem wir Tag für Tag selbst konfrontiert werden. Wir entscheiden uns für die Marke, die uns emotional packt, die uns "am richtigen Fuss" erwischt, und nur selten für die, die die besseren "Features" auflistet. Also lerne die Psychologie hinter Marketing und Verkauf (nichts, das sich in einem Absatz eines Blogartikels zusammenfassen läßt, sorry) und vor allem hör auf, von dir selbst auf deine eigenen Kunden zu schließen. Nur weil DU vielleicht keine 5.000,- dafür zahlen würdest, bedeutet das nicht, dass du nicht Kunden finden wirst, die sehr gern 5.000,- dafür zahlen werden. Du bist nicht dein Kunde. Und am Ende des Tages hör auch auf es allen Recht machen zu wollen oder deine soziale Ader in dein Business zu integrieren. Ich kenne auch dieses Problem. Wer auch immer mich gefragt hat, ob es denn nicht billiger geht, weil "weiß du, es ist grad wirklich knapp"... hat sofort von mir einen Mitleidsrabatt bekommen. Aber weißt du was? Du schadest dir damit selbst enorm! Ich habe also angefangen klar zu trennen. Meine soziale Ader hat mindestens ein mal im Jahr ein karitatives Projekt bekommen das ich selbst gewählt habe. Nicht, weil ich der dunklen Seite der Macht verfallen bin, sondern weil es nur so Sinn für Alle macht. Ich will nur meinen Beruf überleben ohne mich krank zu arbeiten und ich will selbst wählen, wenn ich für jemanden gratis arbeite. No bad vibes 😉 (Und weil ich mittlerweile im 11ten Jahr bin, gibts hier auch einen 11ten Punkt 🙂 11. Lerne meditieren. Jetzt! Halt. Bitte bleib. Auch wenn du jetzt Wickelröcke und Räucherstäbchen erwartest. Keine Sorge, das was ich meine hat nichts damit zu tun! Ich werde dir nicht sagen, dass du Bäume umarmen sollst und du mußt auch nicht deinen Namen tanzen! Meditation ist inzwischen (endlich) auch in der Neurowissenschaft angekommen und ein unfassbar starkes und hilfreiches Werkzeug. Ich habe vor 10 Jahren schon erste Erfahrungen damit gesammelt, aber nicht wirklich "meinen Weg" darin gefunden, also wieder gelassen. Und wieder angefangen. Und gelassen. Und angefangen. Und jetzt bleib ich dabei. Selbstständigkeit ist ein enorm anstrengender Prozess mit vielen Höhen, Tiefen, Anstrengungen und Stress. Wenn du ein sehr sehr seeeehr einfaches Mittel hättest, mit dem du mit minimalstem Aufwand das Maximum aus dir rausholen könntest und es würde dich nichts kosten, würdest du es dann machen? Natürlich. Du bist ja kein Idiot. Und genau deshalb solltest du dich mit Meditation befassen. Es ist keine Zauberei, kein Woodoo Shit und dir wird nicht die Heiligkeit dabei versprochen. Es ist nichts weiter als ein simples Training das dir hilft dein Gehirn, dein Immunsystem, dein Energielevel und deine gesamte Gesundheit auf einem stabilen, starken Niveau zu trainieren und zu halten. Genau so, wie du nachweislich deinen Bizeps trainierst, wenn du täglich eine 10 Kilo Hantel aufhebst. Und das wirst du brauchen auf dieser Reise. Mehr, als Alles andere 😉 Abschließend noch eine Frage, die ich nach wie vor sehr oft höre: "Und, würdest du es wieder tun, wenn du wüßtest, was auf dich zukommt"? Auf jeden Fall! Es wäre unangenehmer, wenn ich wüßte, wie hart es zwischendurch werden kann, klar. Aber würde ich darauf verzichten wollen diesen ganzen Weg gegangen zu sein, darauf zurückblicken zu können und hier in meinem Studio für das ich mir den berühmten A****h aufgerissen habe zu sitzen, mit Portraits von super spannenden Menschen an der Wand die ich gemacht habe, eine Buchprojekt in Arbeit, dem besten first Officer der Welt, einem 5 köpfigen Team mit dem die Arbeit Spaß macht, jeden Tag das tun können, was ich schon mit 14 am liebsten gemacht habe? Natürlich nicht! Allein schon dieses geniale Gefühl, gemischt aus Aufbruch, Freude und Schiss das ich hatte, als ich diesen Gewerbeschein daheim auf den Tisch gelegt habe, werd ich nie vergessen. Also solltest du immer noch lesen und überlegen, ob du es tun sollst, oder nicht, ganz klare Antwort: Tu es! Es wird sich lohnen! -
Fototasche: 9 Dinge unter 20,- Euro die von Anfang an in die Kameratasche solltenFototasche: 9 Dinge unter 20,- Euro die von Anfang an in die Kameratasche solltenEs sind oft die Kleinigkeiten, die uns überraschend viel Erleichterung bringen. Also machen wir dir heute mal das Leben etwas leichter mit diesen kleinen und günstigen Dingen die du in die Kameratasche packen solltest. Ich bin bekennender Anhänger der Lebensphilosophie "Einfach ist einfach einfacher". Wenn es also etwas gibt, das fast zu einfach ist, aber einen großen Effekt haben kann, dann bin ich auf jeden Fall dabei. Weils dann einfach einfacher ist. Deshalb ist das hier keine klassische Equipment-must-have-Liste, sondern einfach ein paar Dinge des Alltags, die dir in deiner Fototasche oft gute Dienste leisten können. Lost geht´s. (Übrigens, vielleicht willst du dir noch meine Packliste für reisende Fotografen und den Belichtungsdreieck "Spickzettel" runterladen und in die Fototasche packen. Damit vergißt du in Zukunft nie wieder etwas 😉 1. Ein Taschentuch für die Fototasche Ja, tatsächlich, ein herkömmliches Taschentuch. (Wenns nicht in der Kameratasche ist, dann ja vielleicht in der Hosentasche) Die billigste Möglichkeit einen korrekten Weißabgleich für deine Fotos hinzukriegen. Solltest Du das noch nie gemacht haben - Taschentuch möglichst faltenfrei über die Linse spannen, im Automatik Modus einmal auslösen. (Achtung, Focus auf Manuell stellen, sonst versucht die Kamera scharf zu stellen und löst vermutlich nicht aus). Dabei solltest Du von deinem Motiv in Richtung der Kameraposition aus der Du fotografieren wirst zielen, um das Hauptlicht das auf dein Motiv fällt einzufangen. In den Einstellungen der Kamera den Menüpunkt manueller Weißabgleich suchen (meist "Custom WB") und das soeben gemachte graue Foto auswählen. In den WB Einstellungen "manuell" wählen. Fertig. 2. Eine Duschhaube (ja, echt) Ich weiß, es wird immer absurder. Taschentuch ok, aber Duschhaube? Diese kleinen billigen Duschhauben die man in Hotels findet, die vermutlich nie jemand aufsetzt, weil sie so erbärmlich hässlich sind, wiegen nichts, lassen sich ganz leicht irgendwo in der Tasche verstecken und ermöglichen bei leichtem Regen einen schnellen, einfachen und effektiven Schutz für den Kamerabody. Probiers einfach mal aus, pack so ein Ding ein und sag mir in einem Jahr ob es nicht zumindest ein mal doch auch Sinn gemacht hat. Das schöne daran ist nämlich, ein mal nicht dabei haben reicht, wenns um Wasserschutz für den Body geht. Ich hab mal mit den Jungs von Canon geredet - Nummer 1 unter den Reparaturaufträgen für Bodies ist *tadaaa* Wasserschaden. Und wenns das ganze Jahr über doch keinen Sinn gemacht hat, hat die Haube zumindest garantiert nicht gestört. Also, Duschhaube in die Kameratasche und fertig. Wo ich herkomme sagt man "Hilfts nix, schadt´s nix" 😉 3. Klebeband / Duct Tape Klingt selbstverständlich, wird aber sehr gern vergessen. Duct Tape kann in so vielen Situationen helfen, wenn du es in der Kameratasche hast. Du wirst Dich wundern, welche Dienste es Dir erweisen wird und auf welche Ideen Du kommst, nur weil es nicht daheim liegt, sondern bei dir in der Fototasche ist. Meine Systemblitze haben z.b. mächtige Spuren von Duct Tape, weil ich sie schon so oft an die eigenartigsten Orte geklebt habe. Manchmal ist das Duct Tape wie eine dritte Hand. Und wer hat sich die beim Fotografieren nicht schon mal gewünscht. 4. Weisse Plastiktüte Oder "Plastiksackerl" wie wir Österreicher dazu sagen. Bevor sie im Müll und im Meer landen, schnappt die weissen kleinen Plastitksäckchen lieber und nehmt sie als Blitzdiffuser mit in der Fototasche. Einfach Knopf reinmachen, aufblasen und vor den Aufsteckblitz halten, schon ist das Licht aus dem kleinen "Notlicht" in der Kamera viel weicher und schöner. Klar, kein Ersatz für eine echte Softbox und entfesseltes blitzen, aber allemal erheblich besser, als ohne. 5. Eine Wasserflasche Zum einen ist es gesund genug zu trinken. Und grad mit der Kamera in der Hand vergißt man darauf viel zu oft. Weshalb man am besten eine Wasserflasche fix in der Kameratasche einplanen sollte. Aber eine Wasserflasche hat noch einen weiteren Vorteil - man kann mit ein wenig Wasser selbst Spiegelungen erzeugen, wo vorher keine waren und damit schnell mal ein Bild viel interessanter gestalten. Insbsondere Nachtlichter auf dem Asphalt in Wasser gespiegelt ... Sehr schön, sehr einfach, sehr effektiv. Kleiner Tipp - immer eine Wasserflasche in der Kamerataschen haben (dicht!!! :)) dann kann man solche Reflexionen auch selber „basteln“ wenn’s mal zu trocken ist. Macht das Bild gleich ERHEBLICH spannender. Oder was meint ihr? 😉 . . . ? @p_m_bauer ・・・ The back of the votiv church in #vienna #wien #vienna_austria #theweekoninstagram #shootcamp #picoftheday #createcommune #schönbrunnpalace #shotzdelight #igersvienna #igersaustria #vienna_city #living_europe #way2ill #1000thingsinvienna #visitvienna #wonderlustvienna #visitaustria #visitvienna #viennanow #shoot2kill #moodygrams #visit_europe @igersvienna @1000thingsinvienna #ig_austria #fujixt2 #createcommune #artofvisual7 #discoveraustria Ein Beitrag geteilt von Einfach Besser Fotografieren (@shootcamp.at) am Feb 5, 2018 um 10:41 PST 6. Gorillapod Es muss nicht immer gleich ein großes, klobiges, schweres Stativ sein. Aber die Möglichkeit, die Kamera zu stabilisieren für eine Langzeitbelichtung z.b. sollte man immer dabei haben. Da ist die Erfindung der Gorillapods wahrlich ein Segen. Gibts in unterschiedlichen Größen für unterschiedliche Kameras, hält bombenfest (vorausgesetzt ihr nehmt keinen zu kleinen) und trägt Deine Kamera auf Baumästen, Geländerhandläufen, auf dem Tisch oder Boden stehend, hängend,… an den unmöglichsten Orten. Zugegeben, hier hängt die Ansage "unter €20,-" natürlich von der Größe ab. Gorillapods gibts von 10,- bis 120,- und mehr. 7. Notizblock (und Stift) Ich weiß nicht wie lang ich gebraucht hab um diese Kleinigkeit zu begreifen. Aber ich habs begriffen und Du solltest dir den gefallen tun mir das jetzt einfach zu glauben - Du wirst deine Fortschritte in der Fotografie enorm beschleunigen, wenn du mitschreibst. Ein gutes Foto besteht manchmal aus so vielen Kleinigkeiten, von Belichtungszeit und Blende angefangen, über Lichteinfallwinkel, Uhrzeit, was ist Dir dabei durch den Kopf gegangen,… Mach Dir Notizen beim Fotografieren, schau sie Dir beim Bearbeiten nochmal durch, reproduziere und verfeinere was dir gefallen hat. Es lohnt sich! Wenn nicht, komm zurück und gibs mir in den Kommentaren, weil ich Dich so viel unnötiges Gewicht habe tragen lassen. 😉 8. Taschenlampe Man könnte meinen das versteht sich von selbst. Wir sind Fotografen, wir arbeiten mit Licht, natürlich sollten wir eine Taschenlampe dabei haben, oder? In den meisten Fototaschen fehlt sie trotzdem. Ich hab sogar eine Taschenlampe und eine Stirnlampe dabei. Die braucht nicht viel mehr Platz, aber besonders wenn man in der Nacht etwas in der Tasche sucht und dabei die Hände frei haben will - unbezahlbar. LED Lenser macht übrigens gewaltige Taschenlampen. Eine kleine Sonne in der Hosentasche. Lohnt sich auch in Sternklaren Nächten, wenn man im Vordergrund noch etwas ausleuchten möchte. Die hab ich z.b. bei diesem Foto in Neuseeland verwendet. One more from last night 😉 #milkyway #astrophotography #astro #stars #nightsky #igers_newzealand #ig_newzealand #newzealand #pakiri #longexposure #slowshutter #night #canonexploreroflight Ein Beitrag geteilt von Christian Anderl (@christiananderl) am Feb 27, 2017 um 12:36 PST 9. Silica Gel Diese kleinen Beutel mit Silicabeutel kommen immer wieder mal in Versandverpackungen mit. Ich schmeiss die nie weg, sondern sammle sie im Studio und verteile sie dann hin und wieder in den Fototaschen. Solltest du diese Beutel nicht kennen - der Sinn und Zweck ist einfach die Luftfeuchtigkeit aufzusaugen und somit ewas trockenere Luft in der Tasche zu haben. Klar, wenns nass ist hilft das nicht. Aber für leicht erhöhte Luftfeuchtigkeit und Restfeuchte in der Kameratasche sind die garnicht übel. Man kann sie auch für kleines Geld online bestellen, aber die Sammel-Methode macht mehr Spaß 😉 +1 Fototasche bzw. Kamerarucksack Empfehlungen Und damit noch kurz zum vermutlich schwierigsten Thema - welche Kameratasche solls sein. Oder ist ein Kamerarucksack eventuell besser? Immer diese Entscheidungen. Ich bin vielleicht der Falsche dafür, denn ich liebe Taschen. Was für Frauen Schuhe sein müssen, sind wohl für mich Kamerataschen und Fotorucksäcke. Ich muss mich ständig beherrschen nicht zu viele Fototaschen und Kamerarucksäcke zu kaufen. Würde aber gern. Hier also nur ein paar der Taschen und Rucksäcke die ich in Verwendung habe oder hatte: Compagnon Backpack - mein aktueller Favorit. Sitzt mit mir auf dem Motorrad, ist mit uns sogar einmal um die ganze Welt geflogen und hat keinerlei Schaden dabei genommen. Das spricht schon mal für die Robustheit. Außerdem ist er gut durchdacht, sehr praktisch und - auch nicht völlig unwichtig - wunderschön. Die Jungs bei Compagnon haben inzwischen ein paar neue Rucksäcke die auch Outdoor- und Wandertauglich sind, mit Tragesystem von Deuter usw. Lowepro Vertex 200 AW - der (gerade noch) Handgepäcktaugliche Profi. Generell sind die Lowepro Rucksäcke und Taschen sehr sehr hochwertig verarbeitet, leben ewig und sehen dabei bis zum letzten Tag aus wie am Ersten. Qualität vom feinsten, immer gut durchdacht. Deshalb hab ich auch noch einen Trolly von Lowepro: Lowepro Rollkoffer Pro Roller x300 AW - Wenn mal mehr mit muss zu einem größeren Shooting, hat er mich noch nie im Stich gelassen. 2 Bodies, 5 Objektive und das ganze andere Zeug? Kein Problem. ThinkTank Streetwalker HardDrive V 2.0 - die Alternative zu Lowepro. Ebenfalls sehr hochwertig verarbeitet und dabei etwas günstiger (ca. 250,- Euro). Ich kann nicht klar sagen, welche Marke ich hier bevorzugue. Beide haben etwas unterschiedliche Zugänge zu der Art wie sie Dinge verstauen, beide sind großartig. Reine Geschmacksache welcher einem mehr liegt. Ich liebe leider beide. Immer schwierig 🙂 F-stop gear - SUKHA - F-Stop Gear macht großartige Rucksäcke für Outdoor verliebte, Camper, Wanderer. Unkaputttbar, nicht nur in Schwarz sondern vielen Farben zu haben, sehr gut durchdacht und wetterfest. Selbstverständlich stellt diese Liste keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, das sind nur meine Erfahrungen, die Dinge die sich für mich persönlich als hilfreich herausgestellt haben. Aber ich bin sicher, da gibts die unterschiedlichsten Erfahrungen und Kleinigkeiten in euren Taschen. Also raus damit, was ist in Deiner Kameratasche unverzichtbar? -
Drohne mit Kamera aber richtig: Die besten Einstellungen für die DJI Mavic ProDrohne mit Kamera aber richtig: Die besten Einstellungen für die DJI Mavic ProDrohne mit Kamera ist das neue Smartphone wie es scheint. Drohnen kommen in verschiedenen Größen, mit verschiedensten Fähigkeiten, alle haben Kameras dran und bald haben alle Eine in ihrer Fototasche. Drohnen mit Kameras sind großartig und inzwischen auch sehr klein und leicht. Gegenüber den großen Drohnen haben sie einen offensichtlichen Nachteil - keine riesigen DSLR oder sogar Red Kameras. Aber mit den richtigen Einstellungen lässt sich einiges rausholen. Noch lange bevor der Hype um Drohnen bei uns begonnen hat, war ich einer der wenigen Spinner, die sich einen Quadrocopter selbst gebaut haben. Meine Drohnen mit Kameras haben einige Monate Arbeit, viel Zeit, Geld und Nerv gefressen. Und ich war verrückt genug damals meine 5DmkII an einen selbstgebauten Hexacopter zu hängen. (Die ich dabei fast vernichtet hätte, aber das ist eine andere Geschichte) Völlig verrückt, ich weiß. Nachträglich betrachtet. Aber lustig 😉 Kümmern wir uns darum, wie du aus deiner DJI Mavic Pro (oder anderer Drohne mit Kamera) das bestmögliche Videomaterial rausholen kannst. Die genauen Kamera- und Gimbaleinstellungen beziehen sich hier nur auf die DJI Mavic Pro, nicht auf jede andere Drohne mit Kamera) Es sind nur ein paar Einstellungen die du kennen musst und ein wenig Übung beim fliegen, schon sehen deine Drohnenvideos aus wie aus dem Kino. Ich empfehle dir der Einfachheit halber das Video anzusehen. Hier nochmal die wichtigsten Punkte aufgelistet in Textform: 1. Kameraeinstellungen 2. Gimbaleinstellungen 3. Richtig Fliegen und Video aufnehmen 1. Kameraeinstellungen Zumindest eine dieser Einstellungen für die Kamera hätte ich wirklich gerne gewusst, bevor ich mit meiner Drohne eine Weltreise unternommen habe. Ich könnte mir in den Allerwertesten beißen, wenn ich traumhafte Videos aus Fiji sehe und weiß, die wären noch viel schärfer, hätte ich die Rauschunterdrückung der DJI - Mavic Pro Kamera da schon überlisten können. Also egal welche Drohne mit Kamera du hast, die Zeit für die bestmöglichen Einstellungen ist ein gutes Investment 😉 Damit dir das mit deiner Drohne nicht passiert, Schritt für Schritt: Wie bei jeder Kamera mit der du filmen möchtest - Immer manuelle Belichtung, keine Automatik. Damit die Videos auch konstant in der Belichtung werden. ISO wenn möglich nicht über 400, so niedrig wie möglich. Es gibt auch gute Wege das ISO Rauschen der DJI Mavic Pro in den Griff zu bekommen, aber das ist etwas mehr Arbeit, braucht kostenpflichte Plugins und wird vielleicht mal ein eigener Artikel. Shutter / Verschlusszeit - immer versuchen bei 1/50 zu halten. Wenn es zu hell dafür ist, ND Filter verwenden. Eine lohnende Investition! Ich verwende diese Filter - SANDMARC Aerial Filter für DJI Mavic Pro / Platinum - ND4, ND8, ND16 und Polarisator Filters (4-Pack) Videgröße - 4k (3840 x 2160) 25fps Wenn dein Computer 4k nicht schneiden kann verwende 2,7k 25fps NTSC/PAL - PAL (außer du willst Slow Motion Videos drehen, dann empfehle ich auf NTSC umzustellen damit du statt 50fps auch 60fps verwenden kannst. Weißabgleich - immer manuell einstellen, nicht Automatik Bildstil - unbedingt diese Einstellungen verwenden, damit das Bild so scharf und klar wie möglich wird und du in der Nachbearbeitung noch das Beste raushiolen kannst. Benutzerdefiniert : Schärfe +1 | Kontrast -1 | Sättigung -1 Farbfilter: Hier empfehlen sich nur 2 Einstellungen, je nachdem was du machen möchtest: D-Cinelike - für schnelle Aufnahmen, wenn du keine oder sehr wenig Farbkorrekturen in der Bearbeitung machen möchtest D-Log - wenn du das Maximum rausholen möchtest und in der Farbkorrektur fit bist. 2. Gimbal Einstellungen Hier reicht es eigentlich das Verhalten des Gimbals bei Schwenks ein wenig zu korrigieren. Die Originaleinstellung reagiert sehr ruppig, dementsprechend sehen dann auch die Schwenks aus. Mit diesen Einstellungen bekommst du sehr sanfte Schwenks hin: Einstellungen des Flugcontrollers —> Gimbal Einstellungen —> Erweiterte Einstellungen Gimbal Nickgeschwindigkeit - 10 Gimbal Kippwinkelbewegung … (aus) Gimbal Nick Puffer - 20 Synchron Gimbal Schwenknachlauf (aus) 3. Drohne mit Kamera: Flugtipps für schönere Aufnahmen Wenn du deine DJI Mavic Pro richtig eingestellt hast (das gilt natürlich auch für jede andere Drohne mit einer Kamera drauf, du findest solche Anleitungen für jede Drohne auf dem Markt) dann kannst du mit ein paar kleinen Tipps schönere Aufnahmen machen. Dazu ist für den Start garnicht viel Aufwand oder Wissen nötig, eigentlich nur ein wenig Geduld und Ruhe. Drohnenvideos leben davon, dass sie stabil, ruhig und sanft sind. Also sofern du nicht Actionvideos drehst und einer von wenigen Drohnenpiloten auf der Welt bist, die es drauf haben in geringer Höhe ein schnelles Objekt perfekt zu verfolgen. Aber dann liest du das hier höchstwahrscheinlich nicht 😉 Eine Richtung klar definieren Versuch beim Flug nicht zu viel in der Gegend herumzuschauen. Das ist spannend, sieht aber auf Videos selten gut aus. Überleg dir bevor du das Video startest schon in welche Richtung du willst und wo dein Ziel ist. Dann flieg langsam und möglichst Gleichmäßig diese Bewegung. Gerade Linien oder einfache Kurven Versuch möglichst lange gerade Linien zu fliegen. Dabei kannst du die Kamera auch ganz langsam nach oben oder unten schwenken (aber nicht übertreiben). Wenn du Kurven fliegen willst würde ich eher einen Radius empfehlen. Also ein Motiv suchen das du im Bild fixierst, dann mit der Drohne seitwärts fliegen und sie vorsichtig zur Seite drehen. Das braucht etwas Übung, sieht aber fantastisch aus. Die DJI Mavic Pro kann diesen Radius auch komplett automatisch fliegen. Du fliegst über das Motiv, stellst den Radius ein, drückst auf Start und die Drohne macht den Rest. Aber vorsicht, die DJI Mavic Pro sieht seitwärts und hinten keine Hindernisse, du musst sie also gut im Auge behalten und in einem Umfeld fliegen, wo sie nicht in Bäume oder andere Hindernisse krachen kann. Weiterdenken - länger fliegen Ich mache sehr gern extralange Flüge, damit ich später im Schnitt die Möglichkeit für kurze „Upspeed“ Sequenzen habe, also einfach einen Teil des Videos beschleunigen kann. Am besten einfach immer viel länger fliegen, also du glaubst Material zu brauchen. Das ist generell beim Filmen ein guter Tipp - immer lieber etwas länger laufen lassen als man denkt 😉 Variation Wie auch bei der Fotografie oder beim Filmen allgemein - versuche von einem Motiv oder einer Szene möglichst ein paar Variationen zu filmen. Von mehreren Seiten, Gegenlicht, lange gerade Überflüge, Radius, Kamera nach unten, usw. Bildgestaltungsregeln gelten natürlich auch bei den Bildern mit der Drohne, vielleicht helfen dir ein paar dieser Tipps weiter. Wenn du deine DJI Mavic Pro oder andere Drohne richtig einstellst und diese einfachen Tipps beherzigst, werden deine Drohnenvideos in Zukunft aussehen wie in einem Kinofilm 😉 Viel Spaß mit deiner Drohne und zeig gern deine Arbeiten in den Kommentaren: -
Wer gewinnt - Talent oder harte Arbeit?Wer gewinnt - Talent oder harte Arbeit?Kann man ohne Talent, nur mit harter Arbeit erfolgreich sein? Es gibt zahlreiche Menschen die behaupten, das wäre unmöglich. Ganz besonders in der Fotografie findet sich diese Behauptung öfter als sonst wo. Aber stimmt das wirklich? Solltest du erst garnicht anfangen, wenn du nicht richtig viel Talent dafür hast? Und was ist eigentlich Talent? Reicht es schon, wenn deine Oma sagt "du machst aber schöne Fotos"? Was ist Talent eigentlich? Fangen wir doch mal mit dieser Frage an. Laut Wikipedia ist das hier die Definition von Talent: Mit Begabung oder Talent wird ein Aspekt bezeichnet, welcher zu besonderer Leistungsfähigkeit einer Person auf einem bestimmten Gebiet beiträgt. In Abgrenzung zu erlerntem Wissen und durch Übung erlangte Fähigkeiten, ist Begabung eine besondere Anlage einer Person, auf dem entsprechenden Gebiet vergleichsweise schnell Fortschritte zu machen sowie ein überdurchschnittliches Leistungsniveau erreichen zu können. Ok. Also die Anlage einer Person, auf einem Gebiet vergleichsweise schnell Fortschritte zu machen und ein überdurchschnittliches Leistungsniveau zu erreichen. Aber was bringt diese Anlage, wenn man die harte Arbeit nicht investiert? Reicht ein Gespür für Bildgestaltung und Moment, also ein Talent für Fotografie aus, um darin erfolgreich zu werden? Mit relativ wenig Aufwand zum Superhelden? Mitnichten! Auch wenn sich nicht ausschließen läßt, dass es solche Fälle gibt. Aber es gibt auch Menschen die völlig ohne Arbeit zu einem Lottosechser gekommen sind. Trotzdem würden wir unsere finanzelle Zukunft und Sicherheit unserer Familien nicht auf der Wahrscheinlichkeit bauen, mal so einen Lottosechser zu haben. Jedenfalls nicht, wenn wir zurechnungsfähig sind. Warum also drauf verlassen, dass wir nur mit außerordentlichem Talent in irgendwas erfolgreich sein können? Viel zu viele Menschen lehnen sich zurück und reden sich selbst ein "ich hab halt leider keine Talente, deshalb wird da nichts draus". Wenn dieser Artikel nur einen einzigen Menschen, also dich, zum umdenken bewegt, dann war das alles schon den Aufwand wert 😉 Im Entwurf, da zeigt sich das Talent, in der Ausführung die Kunst. Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916), österreichische Erzählerin, Novellistin und Aphoristikerin Ich habe oft erlebt, dass Talent manchen Menschen sogar im Weg steht. Und ich bin garnicht so sicher, ob ich da nicht sogar unter anderem von einem früheren Ich spreche. Die Veranlagung zu einer bestimmten Tätigkeit kann unter den falschen Umgebungsbedingungen (führungslosigkeit z.b.) dazu führen, dass man zu faul wird, auch wirklich herausragend darin zu werden. Oder wenn es keine Faulheit ist, dann möglicherweise eine Art Selbstsabotage. Es kann für jemanden mit einer Begabung fast schwieriger werden, harte Arbeit zu investieren, als für jemanden, der sich völlig im Klaren ist, dass er kein Talent für Fotografie besitzt und gezwungen ist, hart dafür zu arbeiten. Außerdem behaupte ich - aus eigener Erfahrung - dass es auch verschiedene Arten von Talent gibt. Die eine Variante ist das angeborene Talent. Wobei das ja nicht ganz stimmt, ein Baby kommt nicht nur Welt und kann fotografieren. Aber du weißt schon, was ich meine. Kleine Kinder die etwas in die Hand nehmen, sei es ein Instrument oder eine Kamera und überraschend schnell lernen es zu bedienen. Ganz besonders bei Kindern kommt das aber oft von der Leichtigkeit mit der sie an die Dinge herangehen. Als Erwachsene verlieren wir diese Leichtigkeit zu oft. Bevor wir etwas neues lernen, machen wir uns schon Gedanken, ob wir das denn überhaupt können. In unserem Kopf spielen sich viel zu viele Unsicherheiten ab. Damit nehmen wir uns die Aufmerksamkeit und die Energie, schnell zu lernen. Talent ist nur große Geduld. Anatole France (1844 - 1924), eigentlich François Anatole Thibault, französischer Erzähler, Lyriker, Kritiker und Historiker, Nobelpreisträger für Literatur 1921 Wenn wir uns diese Fähigkeit behalten (oder sie wiederherstellen) können wir auch als Erwachsene noch neue Talente "entdecken". Indem wir einfach mal den ersten Schritt tun: Interesse. Interessieren wir uns aufrichtig, ohne den ganzen Gedankenmüll rundherum für eine Sache wie Fotografie, dann sind wir 100% fokussiert darauf. Keine Fragen wie "naja, aber kann ich davon leben" oder "es gibt so viele die besser sind als ich, wird das nicht peinlich" usw. sondern nur der reine Fokus auf die Sache. Der Sache wegen. Plötzlich haben wir die ersten Schritte schneller gelernt, als wir dachten. Und schon spricht jemand neben uns von "Talent". "Oh, wow, das hast du echt schnell gelernt, du hast aber viel Talent, mach was draus". Schon sind wir motiviert. Aber ganz egal ob wir mit dem Talent geboren wurden, oder es unterwegs gelernt haben, es entscheidet nicht, ob wir damit Erfolg haben werden. Unser Talent als Fotografen wird sich kaum darauf auswirken, ob wir mit der Fotografie auch wirklich unseren Lebensunterhalt verdienen oder auch nur als Amateur wirklich gut in unserem Hobby werden. Der entscheidende Faktor ist und bleibt: Harte, geduldige, ausdauernde Arbeit Egal wie talentiert du bist, jeder Trainer, Sportlehrer, Taekwondo Meister, Coach oder Mentor wird dir bestätigen - das Ausmaß deines Talents ist völlig wertlos, wenn du nicht gewillt bist, hart daran zu arbeiten deine Fähigkeiten zu verbessern, zu üben, zu üben und zu üben. Das antike griechische Wort "Areté", das soviel bedeutet wie Vortrefflichkeit, wurde schon von alten Philosophen verwendet um Menschen zu beschreiben, die in einer Sache herausragend gut waren. Und die Geschichte ist voll mit Beschreibungen, wie man diese Vortrefflichkeit erreicht. Nämlich mit einer einzigen Sache: Wiederholung / Übung. Nimmst du dir eine Sache vor, lernst wie man sie macht und übst sie jeden Tag, selbst wenn du glaubst schon der Beste darin zu sein, dann wirst du unweigerlich darin weiter wachsen. Du wirst Tag für Tag ein kleines Stück besser werden. Ein Naturgesetz. Unabhängig davon, ob du talentiert warst, als du damit begonnen hast. Ich fürchte nicht den Mann, der 10.000 Kicks einmal übte, sondern den Mann, der einen Kick 10.000 mal übte. Bruce Lee Und spätestens hier setzen in diversen Diskussionen die lauten Zwischenrufe ein. "Ja, eh, aber ...". Die Wahrheit ist aber - da gibts kein aber. Ja, mag sein, wer mit einem gewissen Talent startet, wird sich in den ersten Schritten wohl leichter tun und diese Grundlage zu seinem Vorteil nutzen können. Aber langfristig entscheidet über den Erfolg nicht das Talent, mit dem du losgegangen bist, sondern ausschließlich wie lang, konsequent, diszipliniert und hart du daran gearbeitet hast. Die Geschichte ist voll von ausserordentlich erfolgreichen Musikern, Sportlern, Künstlern, Unternehmen, usw. die nicht mit Talent, sondern ausschließlich mit konsequenter harter Arbeit erfolgreich wurden. Wenn du dich darauf einläßt und die Biografien erfolgreicher Menschen studierst wirst du feststellen, dass du kaum einen Menschen finden wirst, der einfach nur wegen seines Talents erfolgreich in etwas war. Unterm Strich schlägt harte Arbeit Talent jedes einzelne mal wenns drauf ankommt. Ja, wenn beides vorhanden ist, Talent und harte Arbeit, kann aussergewöhnliches entstehen. Die Wissenschaft hat aber auch hier inzwischen belegt - starten 2 Menschen, einer mit und einer ohne Talent und arbeiten langfristig gleich hart an ihrem Erfolg, wird der Unterschied den das Talent ausgemacht hat zweitrangig und immer geringer. Solltest du das Video oben noch nicht gesehen haben, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt dafür 😉 Keine Sorge, das tut nicht weh Mit "harte Arbeit" ist keinesfalls gemeint, dass du dabei bluten mußt. Besonders in der Fotografie haben wir im Gegensatz zu z.b. asiatischen Kampfsportarten den Vorteil, dass unser Training mit wenig körperlichem Schmerz verbunden ist. Mentale Schmerzen, wenn wieder mal etwas nicht so geklappt hat, wie wir das wollten, ja klar. Aber wir bluten nicht beim Üben. Außerdem ist "harte Arbeit" ein dehnbarer Begriff. Vielleicht sollte ich auch nicht hart, sondern konsequent dazu sagen. Denn wenn du etwas wirklich gern tust, dann wird es dir garnicht so hart vorkommen. Ich erinnere mich liebend gern an die ersten 2 Jahre meiner Selbstständigkeit als Fotograf zurück. Ich habe sprichwörtlich Tag und Nacht gearbeitet. Aber ich hatte gefühlt 100 mal so viel Energie wie in jedem Job den ich davor jemals gemacht habe. Weil es für mich selbst war und vor allem - weil ich das wirklich gern gemacht habe. Jeden Tag beim Aufwachen habe ich mich auf meine Arbeit gefreut. Also nichts sonderlich "hartes". Die Härte kommt erst später, wenn die Routine einsetzt. Die Kamera und die Liebe Wie in jeder Beziehung ist auch bei der Liebe zur Kamera irgendwann mal die erste Verliebtheitsphase zu Ende. Das ist der Punkt, an dem viele aufgeben. Und hier entscheidet sich (einmal mehr) wer weiterkommt und Erfolg hat und wer nicht. Manchmal muss man die Kamera auch weglegen, sich eine Pause gönnen und einfach leben. Aber manchmal muss man einfach die Schnürsenkel binden und weiterlaufen (warum auch immer ich jetzt über eine Laufsport Metapher schreibe, wo ich doch genau garnicht laufe). Aber du weißt hoffentlich was ich meine. Die Kunst ist es, das eine vom anderen unterscheiden zu lernen und zu wissen, wann "harte Arbeit" gefragt ist und wann einfach mal eine Pause sein muss. Wenn es dir gelingt das alles hinzukriegen, also unabhängig von Talent konsequent zu arbeiten und zu üben, dann wird es langfristig egal sein, ob du mit oder ohne Talent losgegangen bist. Du wirst dein Ziel erreichen. Do what you love and be nice to other people. Mein Lieblingszitat von Unbekannt Lass dich nicht unterkriegen! -
Fotografieren mit Blitz: Das mußt du wissenFotografieren mit Blitz: Das mußt du wissenFotografieren mit Blitz ist mir zu umständlich/künstlich/aufwändig/unnatürlich/anstrengend/... Kennst du das? Es gibt Erklärungen wie Sand am Meer, warum Fotografen - egal ob Hobby-, Amateur,- oder Profi - Fotografieren mit Blitz einfach bleiben lassen. Viele davon klingen so herrlich logisch, dass man sie fast glauben möchte und doch sind sie großteils Ausreden. Ich erlaube mir das zu behaupten, weil ich selbst mal so war. Anfänger schnappen am liebsten Sätze wie „Available Light / vorhandenes Licht ist viel schöner als Blitz“ auf. Die Steigerungsform dieser Selbstüberzeugung lautet „Fotografieren mit Blitz ist nicht echt und ich will echt sein“. Aber Tatsache ist, Licht ist Licht. Egal ob natürlich oder Blitzlicht. Die Frage ist, was du draus machst. Und wenn du darauf verzichtest, mit dem Blitz dein eigenes Licht zu machen, dann verzichtest du auf einen wesentlichen und großartigen Teil der gesamten Fotografie. Damit will ich niemandem zu nahe treten, ich weiß selbst, dass man fotografieren mit Blitz gern umgehen möchte und das auch sehr lange hinkriegen kann. Ich verstehe die Beweggründe, ich verstehe die Erklärungen die man sich dafür zurechtlegt und habe einen großen Teil davon selbst verwendet. Trotzdem - oder gerade deswegen - möchte ich hier ein paar Punkte aufgreifen, die dich möglicherweise (hoffentlich) zum Umdenken bewegen werden. Wenn du nämlich erst mal verstanden hast, was ein Blitz alles für dich tun kann (und warum fotografieren mit Blitz absolut nicht unnatürlich sein muss) wirst du dich sehr auf fotografieren mit Blitz freuen. Die Vorteile überwiegen bei Weitem den Aufwand der dahinter steckt. Wie du gleich sehen wirst. Fangen wir von vorne an: Warum fotografieren mit Blitz so gemieden wird Erst mal möchte ich etwas detaillierter darauf eingehen, warum wir als Fotografen dazu neigen, dem fotografieren mit Blitz aus dem Weg zu gehen. Fotografie ist Arbeit mit Licht und Geschichten. Warum also der eigenen Fotografie so ein wichtiges Element wie Licht das man selbst gestalten kann wegnehmen? Inzwischen weiß ich, warum. Mein „Aha Moment“ diesbezüglich war mein lieber Kollege Clive Booth. Wir haben uns bei der Photography Show in Birmingham kennengelernt, wo wir beide Vorträge machen durften. Er hat ein fantastisches Projekt präsentiert: „Ileachs“ - ein Fotografie- und Filmprojekt über die Rettungsbootfahrer auf einer schottischen Insel namens Islay. Das gesamte Projekt hatte eine beeindruckende Bildsprache, sowohl die Reportagebilder in Bewegtbild und Fotos waren eindrucksvoll, als auch die Portraits, bei denen ich fallweise davon ausgegangen bin, sie wäre mit Blitzlicht entstanden. Sein Vortrag war für mich eine lange gesuchte Inspiration die mich wieder auf neue Ideen gebracht hat. Direkt nach seinem Vortrag durfte ich über „Simple Speedlite“ referieren. Also meine Überzeugung, dass fotografieren mit Blitz nicht schwer sein muss, natürlich aussieht, aber enorm viel Effekt haben kann und uns als Fotografen das Leben massiv erleichtert, wenn wir den Blitz erst mal beherrschen und ihn auch richtig nutzen. Da war er, der „Aha Moment“ Meine Überraschung war groß, als er nach meinem Vortrag zu mir gekommen ist und meinte er würde sich meinetwegen jetzt, hier, sofort an Ort und Stelle Blitze kaufen und anfangen damit zu arbeiten. Ich fragte ihn, ob er denn nie mit Blitz arbeiten würde. Und seine Antwort sickert bis heute in meinem Kopf: "Nein, ich habe so viel Zeit damit verbracht, das passende Umgebungslicht zu finden für diese Bilder. Nur weil ich ehrlich zu faul war, mich anständig mit Blitz zu befassen. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie viel einfacher es mit Blitz gewesen wäre und vor allem wie viel besser die Bilder noch geworden wären, weil ich nicht so sehr an Orte mit passendem Licht gebunden gewesen wäre. Danke für deinen Vortrag, ich hab gerade verstanden, wie einfach es sein kann." Clive Booth - Ileachs Portraits Das ist nämlich genau der springende Punkt. Es geht nicht darum, dass fotografieren mit Blitz prinzipiell das „bessere fotografieren“ wäre. Gar nicht. Es geht vor allem darum, dass wir uns damit unabhängiger vom Umgebungslicht machen und die Lichtstimmung, die wir gern hätten überall selbst konstruieren können. Ist das "gelogen"? Natürlich nicht. Zumindest nicht mehr, als alles andere, das wir Abseits der Reportagefotografie tun. Reportage ausgenommen - dort zählt tatsächlich das, was vorhanden ist - bilden wir niemals ausschließlich das ab, was da ist, sondern konstuieren ein Bild um es dem Zuseher zu zeigen. Um unsere Sichtweise zu zeigen oder eine Geschichte zu erzählen. Und der Blitz ist ein wesentliches Werkzeug auf dem Weg dahin. Das sieht nicht „unnatürlich“ aus, wenn man weiß was man tut. Ganz im Gegenteil, gut eingesetztes Blitzlicht kann sehr natürlich aussehen. Es spart Zeit, Nerv, damit auch Geld und es gibt uns erheblich mehr kreativen Spielraum. Im Gespräch mit ihm ist mir klar geworden, dass er für sich die selben Ausreden und Erklärungen zurechtgelegt hatte, die ich von mir selbst und hunderten anderen Fotografen schon kannte. Bzw. ist es ihm dort gerade klar geworden. Seither versuche ich noch mehr Fotografen zum fotografieren mit Blitz zu motivieren. Weil es wirklich nicht so schwer ist, wie man denkt und weil es uns allen so sehr dabei helfen kann, besser zu fotografieren. Die Vorteile am fotografieren mit Blitz Lass mich kurz nur ein paar der wichtigsten Vorteile zusammenfassen, die dir das fotografieren mit Blitz bieten kann: - Wie schon angesprochen - Du machst dich unabhängig von Umgebungslicht und kannst deine eigene Lichtstimmung an jedem Ort jederzeit gestalten und dein Motiv besser zur Geltung bringen. - Du kannst vorhandenes Umgebungslicht mit Blitzlicht mischen und damit noch mehr der Stimmung die du ausdrücken willst in dein Foto bringen. - Du kannst in schlechten Lichtverhältnissen mit geblitzten Fotos durch die kurze Abbrennzeit der Blitze mehr Schärfe ins Bild bringen. - Mit richtig eingesetzten Farbfolien kannst du die Stimmung in einem Foto wesentlich beeinflussen. Fühlt sich manchmal einfach richtig an. - Du kannst Schatten aufhellen. Klingt einfach, ist es auch. Manchmal braucht man einfach nur Hilfe, einen Bereich der im Schatten steht aufzuhellen. - Das führt auch gleich zum nächsten Punkt, ausgeglichene Belichtung. Wir haben bei der Belichtung manchmal keine Möglichkeiten zwischen hellen und dunklen Bereichen auszugleichen und müssen dann in der Nachbearbeitung die Schatten zu sehr aufhellen. Mit einem Blitz kannst du dir hier schon beim Fotografieren helfen, das führt zu ausgeglichenerer Belichtung. Du kannst mit Blitz und Farbfolien auch die Stimmung deines Fotos grundlegend mitbestimmen und gestalten. Hier nur ein kleines Beispiel. Winter, es ist kalt, Nebelig, düster. Klar, man könnte das alles ohne Blitz machen. Man kann aber auch ein wenig mehr Licht aufs Gesicht bringen und dabei gleichzeitig dafür sorgen, dass die Kälte deutlicher wird, während die Farben im Gesicht und am Körper schön knackig und "echt" sind. 2 mal das gleiche Foto, 2 mal völlig andere Wirkung: Hier wurden einfach nur Farbfolien verwendet um den Hintergrund etwas anders zu färben. Das Motiv bleibt beide Male in der gleichen Temperatur, nur der Hintergrund verändert die Farbtemperatur. Ein Mal etwas wärmer (Foto 1 - CTB Folie), einmal etwas kühler (Foto 2 - CTO Folie). Die Wirkung dieses Bildes, das im Winter gemacht wurde gewinnt einfach an Kälte, wenn man - nein, keine kühle Folie, sondern eine warme Folie verwendet. Verwirrend? Ist aber ganz einfach, wenn man sich die Zeit dafür nimmt die Zusammenhänge von Weißabgleich und Farbfolien zu verstehen. Wenn du für den Blitz eine warme Folie verwendest, bedeutet das, du drehst den Weißabgleich auf der Kamera kühler. Ohne Blitz wäre das Gesicht also blau. Durch die warme Folie auf deinem Blitz bekommt das Gesicht wieder die richtige Farbtemperatur, während der Hintergrund - der ja nicht vom Blitz getroffen wird - durch den verwendeten Weißabgleich kühler wird. Knoten im Kopf? Lies es nochmal, nimm dir deine Kamera zur Hand und probiere es Schritt für Schritt durch 😉 Distanz und Blitz Fotografieren lernen bedeutet - auf der technischen Seite - zuerst mal ISO, Blende und Belichtungszeit (Belichtungsdreieck) zu verstehen. Wenn der Blitz dazukommt, dann kommen zum Belichtungsdreieck noch 2 Punkte dazu. Die Blitzleistung, also die Lichtmenge die der Blitz ausgibt zum einen. Und zum anderen - die Distanz zwischen Blitz und Motiv und die Distanz zwischen Motiv und Hintergrund. Das ist ein wesentlicher Punkt, der viel zu oft nicht bedacht und ordentlich gelernt wird beim Umgang mit dem Blitz. In meinem Shootcamp Kurs "Das große Blitzen 1x1" kümmern wir uns sehr ausführlich um die Arbeit mit verschiedenen Distanzen. Damit das überhaupt möglich ist, mußt du zuerst mal das sogenannte "reziproke Quadratgesetz" verstehen lernen. Es bildet die Grundlage für die weitere Arbeit mit Blitz und Distanzen. Hier ein kleiner Auszug aus dem Kurs, mit dem du das kompliziert klingende reziproke Quadratgesetz einfach verstehen solltest. (Nur eines aus über 40 Kursvideos im großen Blitzen 1x1. Wenn du alle Zusammenhänge zwischen ISO, Blende, Belichtungszeit, Distanz, Blitzleistung und Farben verstehen und richtig anwenden möchtest und in nur 14 Tagen deine Arbeit mit dem Blitz auf ein völlig neues Niveau heben möchtest, kannst du hier die unverbindlichen Kursinfos zum "Großen Blitzen 1x1" anfordern: http://shootcamp.at/blitzen1x1) Grundlegende Fehler beim fotografieren mit Blitz Es gibt ein paar ganz einfache, aber grundlegende Fehler, die die meisten Menschen beim fotografieren mit Blitz machen. Diese Fehler sind es dann auch, die uns daran hindern dem Blitz eine zweite Chance zu geben und damit weiterzuarbeiten. Schaffst du es diese Fehler zu vermeiden, ist schon mal ein erster wichtiger Schritt getan. Der Rest ist ein bisschen Mathematik (ich schwöre, wenn einer meiner Lehrer, die ich jemals hatte diese Zeilen lesen würde, sie würden die Welt nicht mehr verstehen. Ich war übelst in Mathematik, hat mich auch nie interessiert. Bis ich draufgekommen bin, was Mathematik auf diesem Gebiet alles für mich tun kann. Plötzlich war das „reziproke Quadratgesetz“ ein Spaziergang für mich - ist es ja auch wirklich). 1. Blitz auf der Kamera Der größte und meistgesehene Fehler. Nur weil der Blitz von den Herstellern so gebaut wurde, dass er perfekt auf den Blitzschuh auf der Kamera passt, heißt das noch lange nicht, dass dort der beste Ort für ihn ist. Ja, man kann einen Blitz da oben verwenden, wenn man weiß wie. Aber man sollte das so gut wie möglich vermeiden. Ein Blitz sollte möglichst bald „entfesselt“ verwendet werden. Also nicht auf der Kamera, sondern unabhängig von der Kamera aufgestellt bzw positioniert werden. Dazu gibt es viele Möglichkeiten - Infrarot Auslöser, Funkauslöser oder Kabel. Mein Favorit dabei ist definitiv der Funkauslöser. Nicht so anfällig wie Infrarot, nicht so gebunden wie Kabel. 2. Falsche Erwartungshaltung an den Blitz Von einem eingebauten „Popup Blitz“ sollte man generell einfach nicht zu viel erwarten. Das ist eigentlich ein Notlicht. Und doch wird er ständig verwendet. Mit großer Enttäuschung danach. Ich hätte gerne für jeden Touristen, den ich schon beim Versuch eine Kirche oder gar eine ganze Bergkette bei Sonnenuntergang mit dem Blitz auf der Kamera zu blitzen, nur 10 Cent. Ich wäre „Dienstag Mittag fertig“, wie der Wiener Bürgermeister mal sagte. 3. TTL falsch verstanden TTL ist eine Automatik. Und genau wie in der Kamera ist eine Vollautomatik selten eine gute Idee. Man kann TTL nutzen und nach den eigenen Bedürfnissen korrigieren, wenn man die Grundlagen verstanden hat, wie Blende, Belichtungszeit, ISO und Distanzen zusammenarbeiten. Wenn man das nicht gelernt hat, dann wird zu 99% das Motiv zu hell und der Hintergrund zu dunkel. Oder es passiert noch schlimmeres. 4. Angst Ja, es ist fast eine Art von Angst, die wir vor dem Blitz haben, bevor wir ihn verstehen. Als wären Kameras nicht schon vermeintlich kompliziert genug (was sie ja in Wahrheit gar nicht sind) wirkt der Blitz noch undurchschaubarer. Ich weiß genau, dass ich nicht der einzige bin, der seinen allerersten Blitz nur 3, 4 mal verwendet hat, um ihn dann jahrelang in einer einsamen Ecke verstauben zu lassen. Man weiß einfach nicht, wo man bei den ganzen Ausdrücken zwischen HSS, TTL und den ganzen Tasten da drauf überhaupt anfangen soll. Es hilft zu Beginn ungemein, wenn man sich mal klar macht - es ist nur Licht. Es kann hauptsächlich eine einzige Sache - heller und weniger hell leuchten. Wie eine Taschenlampe mit Leistungsregelung. Heller. Dunkler. Fertig. Der Rest ist keine Raketenwissenschaft, sondern ein paar wenige Funktionen die man relativ rasch lernen kann. 5. Leitzahl und andere verwirrende Zahlen Ich werd mich so kurz wie möglich fassen hier - Leitzahl ist nichts weiter als eine etwas kompliziert formulierte Leistungsangabe für die Blitzleistung. Also wie viel Licht aus einem Blitz unter gewissen Bedingungen rauskommt. Die einfache Antwort reicht fürs Erste - Hohe Leitzahl = mehr Leistung, niedrige Leitzahl = weniger Leistung. Unterm Strich ist es wie bei allen anderen Themen in der Fotografie (und im ganzen Leben) - es ist nicht so schwer, wenn man es erst mal beherrscht. Wichtig ist wie immer den richtigen roten Faden durchs Thema zu haben, nicht wahllos vereinzelte Informationen durcheinander zu lernen und damit noch mehr Verwirrung zu schaffen. Ein (richtiger) Schritt nach dem anderen und du bist erheblich schneller am Ziel als du denkst um dich dann zu wundern, warum dir das so kompliziert erscheinen konnte. So wie Manuel: "Nachdem ich jetzt beide Shootcamp Kurse durch habe, muss ich sagen ich bin begeistert. Dass man so viel in so kurzer Zeit lernen kann wusste ich ja gar nicht. 😉 Beim Kurs "Das Großen Blitzen 1x1" frag ich mich jetzt einfach nur, warum ich vorher so viel Angst davor hatte." Manuel K. - Blitzen 1x1 Absolvent Wenn du loslegen möchtest und willst, dass dein Blitz macht was du willst, deine Fotos aufs nächste Level heben willst und das „große Blitzen 1x1“ für dich interessant klingt, trag dich hier ein für weitere Infos zum Kurs: https://shootcamp.at/blitzen1x1/warteliste -
Bildgestaltung: So machst du ansprechendere FotosBildgestaltung: So machst du ansprechendere FotosWenn etwas nicht rund läuft, suchen wir instinktiv nach den Fehlerquellen. Dabei suchen wir oft am falschen Ort. In der Fotografie beginnt die Suche für die meisten Menschen bei allem außer Bildgestaltung: Welche Kamera brauche ich dafür? Liegt es vielleicht am Objektiv? Habe ich die falsche Ausrüstung? Zu selten oder oft erst sehr spät wird beim Punkt Bildgestaltung gesucht. Deshalb kümmern wir uns in diesem Artikel um die Grundlagen der Bildgestaltung. Was ist Bildgestaltung eigentlich und welche Möglichkeiten gibt es deine Bilder ansprechender zu gestalten. Das gehört definitiv auf die Liste der wichtigsten Dinge die du tun kannst, um einfach bessere Fotos zu machen. Alle Regeln, Möglichkeiten und die gesamte Bildgestaltung hier abzudecken wäre eine absurde Behauptung, also auch hier gilt wieder mal; ein Blogartikel, ein Tutorial usw. können im besten Fall immer nur ein Gerüst dazu geben und einen Überblick. Wenn du es richtig lernen und tiefer gehen willst, kommst du an einem Kurs und Übungen nicht vorbei. Los geht’s. Was ist Bildgestaltung eigentlich? Bildgestaltung ist ein Überbegriff für mehrere Werkzeuge die zu diesem Thema gehören. Dazu gehören sehr viele Komponenten. Um nur die größten bzw wichtigsten zu nennen: Geometrie, Perspektive, Bildaufbau und Komposition und auch ein Verständnis für Farben gehört dazu. Indem ich schon beim Fotografieren gewisse Farben zeige (oder eben auch nicht zeige), bzw dann in der Nachbearbeitung die Farbmischung nochmal beeinflusse, beeinflusse ich auch die Bildsprache und Bildgestaltung. Aber bevor wir uns um Farben kümmern, schön Eines nach dem Anderen. Wo fangen wir mit der Bildgestaltung also an? Beim Blick durch den Sucher. Oder genaugenommen sogar schon davor. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit schärfen (eine der beliebtesten Übungen im gesamten Shootcamp Basiskurs) dann geht diese Bildgestaltung schon los wenn wir mit der Kamera nur durch die Gegend ziehe und Motive suchen. Wir konzentrieren uns dann schon auf Geometrie und Farben die wir wahrnehmen und überlegen uns schon vor dem ersten Blick durch den Sucher die Bildgestaltung. Mit dem Werkzeug Kamera wird dann mehr oder weniger nur noch umgesetzt, was vorher schon im Kopf entstanden ist. Geometrie und Perspektive Im Sucher passiert dann der nächste Schritt. Wir suchen uns im Idealfall eine Perspektive die nicht alltäglich ist. Aus der Perspektive aus der wir das Leben immer wahrnehmen ist meist nicht unbedingt der spannendste Blick auf ein Motiv zu finden. Also versuch dich in Bewegung zu halten, etwas weiter rauf, runter, links, rechts… Außergewöhnlichere Perspektive ist oft schon ein guter erster Ansatz für Bildgestaltung die das Auge fesselt. Das ist auch einer der Gründe, warum ich insbesondere für den Start (aber auch später) Festbrennweiten empfehlen würde. Ein Zoom Objektiv verleitet einen immer wieder zu Faulheit. Stehen bleiben und Bildausschnitt ändern ist einfach. Aber wenn man sich bewegen muss mit einer Festbrennweite, findet man in dieser Bewegung meist neue, oft bessere Perspektiven und schärft den Blick. Geometrie und Regeln Ist eine Perspektive gefunden, ist die Geometrie der nächste Schritt. Dazu gibt es verschiedene geometrische „Regeln“ - die einfachste davon ist die „Drittelregel“. Dabei wird das Bild (imaginär oder tatsächlich im Sucher mit der Gitteranzeige) in horizontale und vertikale Drittel geteilt. Sowohl die Flächen als auch die Schnittpunkte die sich dadurch ergeben sind gut geeignet, um darin Motive zu positionieren. Und nur in den seltensten Fällen ist dabei die mittlere Fläche die am besten geeignete 😉 Diese geometrischen Regeln wie goldener Schnitt usw sind allerdings mit viel Vorsicht zu genießen. Eine Regel ist manchmal nur zum brechen da, das darf man dabei nie vergessen. Hätte ich dieses Foto in Hawaii von meiner Familie streng nach der Drittelregel gemacht, müßte meine Frau etwas weiter mittig sitzen. Außerdem müßte der Horiziont nicht mittig, sondern weiter oben an der Linie verlaufen. Aber es sind eben keine fixen Regeln die man immer einhalten soll, sondern Hilfsmittel die man mitbedenken und auch variieren kann. Viel wichtiger ist hier die Farbharmonie zwischen Hauttönen, Himmel, Meer, Sand und die sehr reduzierten sonstigen Farben die nicht ablenken. Dazu gleich etwas mehr bei der Farblehre. Zu viel im Bild? Ein oft gesehener Fehler der nicht nur Anfänger trifft ist es zu viele Motive in ein Bild zu packen. „Wer sagt was zu viel ist“, ja, ich kenne die Widersprüche. Und auch hier gilt - Ausnahmen bestätigen die Regel. Aber im Regelfall ist es so, dass ein Bild mit zu vielen Motiven dazu führt, dass es kein klar erkennbares Hauptmotiv gibt. Was es schwieriger macht für den Betrachter das Bild zu verarbeiten, die Aufmerksamkeit des Auges nicht eindeutig fesseln kann und somit kein Bild ist, das man länger als die berühmte eine Sekunde anschaut. Wenn es dir gelingt, dem Auge möglichst wenig Ablenkung und ein möglichst klares Hauptmotiv zu liefern, wirst du feststellen, dass das Bild mehr Aufmerksamkeit bekommt. Ein abgelenktes Auge verläßt das Bild meist recht schnell und was auch immer du ausdrücken oder zeigen wolltest wird nicht wahrgenommen. Im Zweifelsfall also immer für ein Hauptmotiv entscheiden. Bildgestaltung und Farben Ein wesentlicher Teil der Bildgestaltung, den man besonders als Anfänger in der Fotografie schnell übersieht, sind die Farben. An dieser Stelle könnte man wieder eine Grundsatzdiskussion starten, ob man mit der Fotografie „festhalten will was da ist“, oder ob man etwas gestalten will, so dass es für das Auge des Betrachters ansprechend ist. Beides ist möglich. Man kann sein Augenmerk darauf legen, direkt beim Fotografieren alles was Bildgestaltung betrifft so gut wie möglich „richtig“ zu machen, oder man kann sich in der Bearbeitung helfen. Egal wie du es anstellst, auf Farben zu achten ist wichtig. Also werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Eckpunkte zu Farben und was sie mit deinen Fotos machen können. Bildgestaltung mit Komplementärfarben Der einfachste Weg ansprechende Farben in ein Bild zu holen sind die sogenannten Kompvlementärfarben. Also 2 Farben, die sich im Farbspektrum gegenüber stehen. Als kleines Hilfsmittel dazu gibt es Apps mit denen du Farbpaletten finden kannst. So kannst du dir z.b. schon vorher überlegen, welche Farben in deinen Bildern gut zusammenpassen könnten. Du kannst dieses Tool aber auch erst bei der Bildbearbeitung zu Hilfe nehmen um eine schöne ansprechende Farbmischung ins Bild zu bekommen. Mein Lieblingswerkzeug auf diesem Gebiet ist Adobe Color CC, eine kostenlose Web-App: „Teal & Orange“ (siehe Screenshot oben) ist eine der bekanntesten Varianten ansprechender Komplementärfarben. Diese Variante wird sehr oft im Film und zur Zeit auch auf Instagram genutzt. Indem z.b. Himmelfarben leicht ins Grün gezogen werden um nicht mehr knallblau sondern eben Blaugrün zu sein und andere Bildbereiche eher ins warme gezogen werden entsteht dieser Bildlook. Hier will ich dir keine fixen Regeln und Farbkombinationen vorschreiben oder mitgeben, das liegt sehr viel an Geschmack und persönlichem Stil den du für dich selbst finden kannst und auch sollst. Experimentiere nach deinem eigenen Geschmack mit Farben. Mit der Zeit wird sich auch deine Wahrnehmung und damit deine Vorlieben in Sachen Farben verändern. Es spricht auch nichts dagegen, wenn du grad erst beginnst dich mit Farben zu beschäftigen, zu Beginn das was andere tun und Farben die du online in Fotos siehst zu kopieren. Für den Lernprozess kann das sehr hilfreich sein. Vergiss nur nicht, auch wieder das Kopieren loszulassen und deinen eigenen Stil zu finden. Was du zeigst und was du nicht zeigst Genauso wichtig wie die Farben die du zeigst, sind damit aber auch die Farben die du nicht zeigst. Bzw denen du keine Dominanz im Bild erlaubst. Versuche also - beim Fotografieren oder in der Bearbeitung - auch drauf zu achten, dass abgesehen von den Farben auf die du Wert legst auch die Farben die nicht dazu passen und das Bild stören keine Dominanz bekommen oder vielleicht ganz ausgeschlossen werden. In Lightroom und anderen Bildbearbeitungsprogramme kannst du mit Hilfe der HSL Regler relativ einfach Farben dominanter machen oder ihnen Präsenz entziehen, auch ihre Tönung verändern usw. Nutze diese Hilfsmittel ohne zu übertreiben und du wirst sehen, wie sehr das deinen Bildern hilft. Keine Angst vor Bildbearbeitung Wie schon oben erwähnt, man kann in der Fotografie viel zu viele Grundsatzdiskussionen führen. Eine der unzähligen Möglichkeiten ist die, ob man ein Bild manipulieren darf oder nicht. Diese Diskussion ist tatsächlich völlige Zeitverschwendung, denn Fotos wurden seit sie gemacht wurden immer schon manipuliert. Fotografie ist sogar in gewisser Weise eine Manipulation der Realität und kein Abbild selbiger. Aber diese Diskussion werden wir hier nicht fertig führen können. Dieses Foto ist auf unserer Weltreise entstanden. Alles ging sehr schnell, mein Sohn hat Brot gefunden und den Möwen gefüttert. Zeit darauf zu achten ob hier störende Elemente im Bild sein könnten war absolut nicht. Korrekte Belichtung (ja, das sieht unterbelichtet aus - immer auf die helleren Bildbereiche belichten, damit du in der Bearbeitung mehr rausholen kannst) und dann einfach versuchen die Szene möglichst komplett aufs Bild zu bekommen. Bildausschnitt, Farben und Details lassen sich dann leicht in der Bearbeitung machen: Aus meiner Sicht spricht rein gar nichts dagegen, sich Bildbearbeitung zunutze zu machen. Ein schönes aktuelles Beispiel aus dem Shootcamp war dieses Foto aus der Jänner Challenge. Schöne Farben, schönes Kantenlicht von der offensichtlich untergehenden Sonne (in großer Ansicht kommt das Bild noch besser) nur der Busch links unten in der Ecke hat ein wenig abgelenkt. Ein paar Sekunden ohne viel Aufwand in Photoshop, weg damit und schon profitiert das ganze Foto davon. Wir wollen schöne Fotos machen, wir wollen Bilder gestalten, also machen wir das einfach, mit den Mitteln die uns zur Verfügung stehen. Wo wir schon dabei sind - hier kannst du dir meine 3 kostenlosen Lightroom Presets für Lightroom holen. Bildgestaltung ist wie gesagt ein sehr sehr umfangreiches Thema bei dem man nie wirklich aufhört sich selbst weiterzuentwickeln. Wenn du dich mehr um deine Bildgestaltung kümmern möchtest, ist der 7 wöchige Shootcamp Basiskurs vielleicht genau das Richtige für dich: -
10 Fotografie Tipps mit denen du 2022 bessere Fotos machst10 Fotografie Tipps mit denen du 2022 bessere Fotos machstGleich vorweg - du brauchst keine neue Kamera. Diese Fotografie Tipps kosten dich keinen Cent, du mußt nichts kaufen, im Gegenteil, vielleicht bessern sie sogar deine Fotokasse etwas auf und du wirst unnötigen Ballast los. Du wirst sehn, wenn du diese konsequent umsetzt und verfolgst, hast du mehr als genug zu tun ,-) Die gute Nachricht ist - diese Fotografie Tipps sind - genau wie mein Artikel über die Anfängerfehler - keine technischen "how to" Tipps, ich will sie nicht die "besten Tricks" nennen und trotzdem - oder gerade deswegen - wirst du einiges lernen, wenn du sie beherzigst. Diese Fotografie Tipps sind eher Anregungen, wie du deine Denkweise etwas anpassen und damit wesentlich bessere Fotos erzielen kannst, ohne neue Kameras oder anderes Spielzeug kaufen zu müssen. Aber Vorsicht - hier liegt der berühmte "Hund im Detail". Los geht´s: 1. Ein Fotografie Tipp der Geld spart: Reduziere dein Equipment (und sei streng dabei) Einer meiner liebsten Fotografie Tipps mit dem ich fast jedes Gespräch über Verbesserungsvorschläge, ob im Shootcamp oder sonstwo beginne: Verwende eine Kamera, ein Objektiv, leg dich auf so wenig wie möglich fest und versuche daraus das Beste rauszuholen. Fotografie steckt seit den Smartphones in unseren Hosentaschen und die Qualität steigt Jahr für Jahr. Mehr Equipment bringt mehr Möglichkeiten und somit sehr leicht mehr Chaos in den Kopf. Du verlierst den Fokus aufs wesentliche und die Kreativität in den Fotos sinkt statt zu steigen. Ich will nicht sagen, du brauchst nichts mehr außer der Kamera in deiner Hostentasche. Natürlich hat Werkzeug auch immer gute Gründe und für manche Anwendungen reicht ein Smartphone oder eine günstige Kamera vielleicht nicht mehr aus. Aber weniger ist mehr und zu viel kann mehr bremsen, als es bringt. Egal was du grad dabei hast, es zählt was du kannst und was du aus vorhandenem Equipment rausholst. Ein paar Tipps und Ratschläge die ich gern vom ersten Tag an gewußt hätte habe ich auch in diesem Video zusammengefasst, auch das ist eines der Dinge, die ich gern am ersten Tag gehört hätte: Fordere dich selbst heraus! Ob du 1 Objektiv pro Monat festlegst oder eines pro Jahr ist unerheblich. Geh nicht mit zu viel Equipment spazieren. Nicht nur, dass dir das nicht zwingend hilft bessere Fotos zu machen, es kann dich unter Umständen sogar daran hindern. Manchmal ist es äußerst hilfreich, sich ausschließlich auf eine Kamera mit einem Objektiv und die Grundlagen des Belichtungsdreiecks zu beschränken. Wenn dein Kopf sagt „Oh, mit DER Kamera oder mit DEM Objektiv könnte ich …“ brems ihn einfach sofort aus und frag dich - "Was könnte ich mit dem machen was ich gerade zur Verfügung habe?" An dieser Stelle seit auch kurz erwähnt - Canon, Nikon, Sony, Olympus, Leica, ... bitte lass dich nicht dazu hinreissen ein "religiöser Anhänger" einer Kameramarke zu werden. Es wird so viel (großteils Blödsinn) online diskutiert und an jeder Ecke findet sich jemand, der dir erklären kann, warum die Marke die er benutzt die einzig Wahre ist. Kameramarken gehören definitiv zu den am meisten und sinnlosesten diskutierten Dingen in der Fotografie 😉 Die einzige richtige Kamera für dich ist die, mit der du dich wohl fühlst und die das tut, was du brauchst. Wenn du grade eine neue Kamera suchst, vielleicht hilft dir dieser Artikel mit Video und Selbsttest den ich dazu gemacht habe. Ein Beitrag geteilt von Einfach Besser Fotografieren (@shootcamp.at) am Feb 3, 2018 um 4:14 PST 2. Werde ein besserer "Geschichtenerzähler" Fotografen arbeiten nicht mit Kameras. Ja, klar, das machen wir, weil es unser Werkzeug ist. Aber so wie ein Koch nicht behaupten würde, er arbeitet mit Messern und Töpfen, sondern mit Zutaten und seiner Kreativität, so sollten wir uns nicht selbst auf unsere Kameras reduzieren. Womit wir wirklich arbeiten, was unsere eigentlichen Zutaten sind, das beschränkt sich im wesentlichen auf Licht (dazu kommen wir noch) und Geschichten erzählen. Ein gutes Foto zeichnet sich einerseits natürlich durch ansprechende Bildgestaltung, Lichtsetzung, Bildaufbau, Farben (oder bei schwarz weiß Kontraste) usw. aus und andererseits (meiner Meinung nach sogar noch wichtiger) - es erzählt eine gute Geschichte. Egal ob der Ausdruck eines Menschen in einem Portrait oder ein Reportagefoto, ja selbst ein gelungens Landschaftsfoto, ein Sportfoto, ein Vogel im Flug ... sie alle erzählen im Idealfall eine Geschichte, vermitteln einen Ausdruck, einen Moment, lassen uns etwas fühlen. Das kann, muss aber nicht "offensichtlich" sein. Es kann auch ausreichen, die Fantasie des Betrachters anzuregen, sodass das Foto für jeden der es sieht eine eigene Geschichte erzählt. Aber in jedem Fall erzählt ein gutes Bild in irgend einer Form irgendwem irgend eine Geschichte 😉 Also arbeite an deinem eigenen "Storytelling". Arbeite daran selbst zu erkennen, welche Geschichten in Fotos von anderen dich ansprechen. Finde heraus, warum dich ein Foto anspricht oder warum es dich nicht anspricht. Entdecke den Geschichtenerzähler in dir und versuche das in deine Fotos einfließen zu lassen. 3. Respektiere jedes noch so unscheinbare Motiv und mach einen Rockstar daraus Wir reden uns zu oft auf mangelnde Motive raus. Viel zu oft. „Naja, da war halt nix schönes“ … Es gibt überall Motive und es liegt einzig und allein an dir und deinem Kopf, was du draus machst. Je unscheinbarer ein Motiv sein mag, umso mehr Möglichkeit gibt es dir daran zu wachsen. Stell dich der Herausforderung erst recht, wenn du meinst das Motiv wäre „schlecht“, oder es wäre gar keines Vorhanden. Dort hast du das meiste Potenzial ein besserer Fotograf zu werden. Geh mit offenen Augen durch die Welt und finde Farben, Formen und Motive wo andere sie nicht sehen. Genau das macht den Unterschied aus. Je besser du das übst umso mehr wird deine Fotografie daran wachsen. Und Apropos "gehen" - bleib in Bewegung. An einem Ort stehend überblicken wir eine Szenerie nicht wirklich, erst wenn wir uns bewegen, kommen Dinge zum Vorschein, die vorher versteckt waren. Neue Perspektiven findet man nicht, indem man an einem Ort stehen bleibt und darüber nachdenkt sondern in der Bewegung. Stehenbleiben und "zoomen" gehört zu den schmerzhaftesten Anfängerfehlern die manche sehr lange durchziehen 😉 Das gilt für das Leben genauso wie für Fotografie. Ein Beitrag geteilt von Einfach Besser Fotografieren (@shootcamp.at) am Jan 30, 2018 um 10:37 PST 4. Stürze dich auf das vermeintlich „schlechte Licht“ und mach das Beste draus Shootcamper wissen, wie sehr ich darauf beharre: Es gibt kein „schlechtes Licht“. Es gibt nur Licht! Viel Licht, wenig Licht, weich, hart, in allen Farben und Varianten. Sich darauf rauszureden, dass das Licht eben schlecht sei und man da nun mal nichts machen kann ist einfach. Aber es ist auch falsch und bringt dich nicht weiter. Wenn du mit deinem Blitz ordentlich umgehen kannst, dann gibt es nie wieder "schlechtes Licht", denn du kannst aus jeder Situation etwas machen. Und selbst ohne Blitz, rede dich nicht auf das vorhandene "schlechte Licht" aus. Versuch einfach mal das Gegenteil. Herausfordernde Lichtsituation? Frag dich, was du trotzdem (oder grade deswegen) aus der Situation machen könntest. Die ISO deiner Kamera reicht nicht hoch genug? Besorg dir Licht. Vielleicht eine Taschenlampe, ein Feuerzeug, ein Smartphone Screen ... Mach das Beste aus der Situation und trotzdem - oder gerade deswegen - ein super Foto daraus. 5. Kategorie Fotografie Tipps die du hier vermutlich nicht erwartet hast: Klebe deinen Kamerabildschirm ab! Eine Übung und einer meiner liebsten Fotografie Tipps die ich schon seit 2009 sehr gern bei Studioworkshops mal schnell aus dem Ärmel ziehe. Ungewöhnlich, das ist mir klar. Aber sie funktioniert nun mal. Gaffer Band (oder gern auch etwas sanfteres, das nicht jahrelang an der Kamera kleben bleibt) auf den LCD Schirm und fertig. (Funktioniert natürlich nur bei Kameras mit eigenem Sucher 😉 "Aber … Aber … da seh ich ja nichts mehr..." Ganz genau! Da musst du denken, weil du nichts mehr siehst 😉 Ich tu mir das auch regelmäßig „zufleiss“. Weil es wirklich hilft die Gedankenwege im Kopf zu verändern und umzukehren. Klar ist es ein Vorteil alles sofort auf dem Bildschirm kontrollieren zu können. Aber die Gemütlichkeit von DSLR Kameras mit Bildschirm macht uns manchmal unachtsam. Einfach mal abdrücken, immerhin kann man ja gleich nachschauen, ob das Ergebnis paßt. Wenn du übst zuerst zu denken, dir zu überlegen was du warum tust und dann erst abdrückst, ersparst du dir langfristig Unmengen an Zeit und Frust in der Fotografie. Aber ehrlich, nicht in jeder Situation hast du „keine Zeit über die Einstellungen vorher genauer nachzudenken“. Sehr oft willst du einfach nicht. Mach es trotzdem. Es wird deinen Denkprozess vor dem abdrücken trainieren, das wird dir mit der Zeit enorm zugute kommen und es wird immer weniger anstrengend werden. Aber es macht dich langfristig zu einem besseren Fotografen. Ein Beitrag geteilt von Einfach Besser Fotografieren (@shootcamp.at) am Jul 31, 2017 um 11:06 PDT 6. Geh ins Museum Schau dir Bilder alter Maler an. Fotografie Tipps und dann Museum? Ja genau, die großen Meister konnten nicht nur sehr gut mit einem Pinsel umgehen. So wie die Kamera das Werkzeug für Fotografen ist, sind Pinsel und Farbe das Werkzeug der Maler. Womit sie aber noch viel mehr gearbeitet haben als mit Pinsel, ist Licht. Ein Bild entsteht mit dem Pinsel, aber der Ausdruck wird durch Licht bestimmt, das der Maler sehen und lesen können muss. Die Techniken lassen sich in beiden Fällen recht rasch erlernen. Was du daraus machst ist der wesentliche Punkt. Maler arbeiten genauso mit Licht und nach den selben Gestaltungsregeln wie Fotografen. Sie können die selben, brechen die selben Regeln aber mit Absicht. Und sie arbeiten ebenfalls sehr viel mit Gestalt, Information und Emotion in ihren Bildern. Man kann von Malern als Fotograf enorm viel lernen. Und man lernt auch noch ein wenig Kultur, so ganz nebenbei. 7. Kauf dir eine analoge Kamera Schon zu oft gehört diesen König unter den Fotografie Tipps? Dann hör doch endlich mal drauf 😉 Im Ernst, analoge Fotografie macht so viel Spaß. Ich will nicht sagen mehr Spaß als Digitale. Ich will auch nicht in diese „nur wer analog kann, kann wirklich fotografieren“ - Gesänge mit einstimmen. Die sind einfach Blödsinn! Aber ja, analoge Fotografie bringt dich der Fotografie auf einem etwas anderen Level näher, als die digitale Fotografie das kann. Nicht besser, aber es ist eine großartige Ergänzung, du wirst sehen. Du lernst Fotografie aus einer anderen Perspektive kennen und lernst auch auf der technischen Seite den Umgang mit dem Minimum - Blende, Belichtungszeit, ISO und Filmauswahl. Das wird dir in der digitalen Fotografie und um Verständnis enorm weiterhelfen. Analoge Kameras kosten nicht viel, Film und Ausarbeitung sind auch leistbar, gib ihm eine Chance 😉 Foto: Thomas Csevakli - Shootcamper 8. Druck deine Fotos Digitale Fotografie ist großartig. Wir haben Vorteile, die wir damals in der Dunkelkammer nicht hatten. In der Dunkelkammer war die Ausarbeitung eines Bildes ein langer Prozess. Ich mußte mich in einem dunklen Raum wegsperren und nach vielen Stunden bin ich mit einer handvoll Fotos rausgekommen. In der selben Zeit kann ich jetzt theoretisch hunderte Fotos bearbeiten und "fertig machen". Aber genau das ist der Punkt. Wir machen unsere Fotos nicht mehr fertig, wenn wir sie nur digital bearbeiten und verwenden. Wir lassen damit den wesentlichsten Teil in der Fotografie aus. Nämlich ein fertiges Foto zu machen. Fotos nur digital zu speichern ist wie wenn man in einem Restaurant alle Zutaten und das Rezept auf einen Teller legt und dem Gast serviert. Würden wir nicht machen. Warum also digital. Wenn du das Foto nur digital fertigstellst weißt du nie, wie das auf dem (billigen, nicht kalibrierten,...) Bildschirm anderer Menschen aussieht. Wenn du deine Fotos ausdruckst (oder drucken läßt) wirst du sehen, dass sowohl für dich selbst als auch für Menschen die deine Fotos anschauen, ob Kunden, Freunde, Familie, die Wertigkeit der Bilder wieder steigt. Ich hab das gesamte Plädoyer für gedruckte Fotos in dieses Video gepackt: 9. Fotografie Tipps die du nicht hören willst: Lies die Bedienungsanleitung Echt jetzt? Im Ernst? Hab ich das wirklich geschrieben? Ausgerechnet bei den Fotografie Tipps? Ja. Auch in den Shootcamp Kursen empfehle ich dringend die Anleitung zur Hand zu nehmen. Nicht ständig, nicht alles lesen, aber bei ein paar wesentlichen Dingen hilft sie nun mal. Kann man mit der fotografieren lernen? Sicher nicht. Aber es hilft enorm wenn du einfach weißt, was deine Kamera kann und was nicht. Und vor allem wo du das was sie kann überhaupt findest. Kein Workshop oder Kurs bringt dich weiter, wenn du nicht mal weißt, wo du findest wovon gerade geredet wir. Das bringt dich besser durch Punkt 1 - hol das bestmögliche aus dem heraus, was du schon hast, statt neues Zeug zu kaufen ,-) Und druck dir diesen "Belichtungsdreieck-Spickzettel" aus und pack ihn in die Fototasche. Es hilft manchmal den Überblick zu behalten 😉 PDF Download 10. Das unerwartete +1 meiner Fotografie Tipps: Leg die Kamera mal weg! Absurder Tipp? Besser fotografieren indem man die Kamera weglegt? Ok, das hängt jetzt natürlich stark davon ab, wie oft du sie grad in der Hand hast. Aber solltest du zu denen gehören, die sehr viel fotografieren und gerade (wieder mal) so eine Phase des Stillstands haben - leg die Kamera beiseite. Fotografieren bedeutet gute Geschichten in Bildern erzählen, Menschen erstaunen, unterhalten, zum Nachdenken anregen, in einen Moment holen, in welcher Form auch immer - sie zu berühren. Das setzt aber auch voraus, dass man etwas erlebt, selbst inspiriert und berührt wird und zum Nachdenken angeregt wird. Das passiert aber nicht so sehr, wenn man ständig hinter der Kamera klemmt. So sehr ich Fotografie liebe, manchmal brauchen wir beide eine Pause. Genau dann nämlich, wenn ich mir in viel zu vielen Situationen des Tages denke "das wär ein gutes Bild". Dann wird es Zeit wieder Momente zu erleben, die einfach nur für den Moment existieren. Und die nur in der Erinnerung bleiben. Ganz ohne Foto. (Also nein, Software am Computer aufmachen und Bilde bearbeiten gilt in diesem Fall nicht ;)) Wenn du Lust auf wöchentliche Fotografie Tipps von mir hast, schau dir mal meinen "Shootcamp Weekly" an. Dort gehts fallweise noch unerwarteter zu als hier in diesem Artikel. Um es mal vorsichtig zu formulieren 😉 Hier findest du alle Infos dazu: http://shootcamp.at/weekly -
Fotograf werden (auch ohne Ausbildung): Erste Todo Liste für angehende ProfifotografenFotograf werden (auch ohne Ausbildung): Erste Todo Liste für angehende ProfifotografenFotograf ist also ein freies Gewerbe. Nach jahrelangen Diskussionen ist seit Anfang 2014 auch in Österreich - wie in weiten Teilen der restlichen Welt - die Fotografie ein freies Gewerbe. Das heißt im Klartext - jeder, der sich einen Gewerbeschein holt, darf Fotograf werden und als Profi arbeiten. Die "Ausbildung Fotograf" ist damit keine Pflicht mehr. Die Frage ist also nicht länger, ob man Fotograf werden kann. Aber solltest Du auch Fotograf werden? Der feine Unterschied zwischen können und sollen Fotograf werden, weil du deine Kamera liebst und dir Freunde sagen deine Fotos sind toll? Ich kenne viele Menschen mit vielen Talenten. Menschen die uns zum Abendessen einladen und der Abend fühlt sich besser an als in einem Haubenlokal. Weil die Kombination aus privater Atmosphäre und hervorragenden Kochkünsten von keinem Restaurant geschlagen werden kann. Heißt das automatisch, jeder von ihnen ist ein professioneller Koch und sollte morgen ein Restaurant aufmachen? Ganz bestimmt nicht. Der Unterschied zwischen kochen für Freunde und dem führen eines eigenen Restaurants ist - und da sind wir uns bestimmt schnell einig - enorm. 'Dass du Fotograf werden kannst, heißt nicht unbedingt, dass du das auch solltest'Click To Tweet Nicht viel anders sieht das in der Fotografie aus. Dass es dir Spass macht zu fotografieren deine Fotos gut sind und du als Fotograf keine Ausbildung mehr brauchst, heißt nicht automatisch, dass es Dir auch Spass machen wird, als Fotograf zu arbeiten. Und glaub mir, "Talent" ist überbewertet, wenn es um Erfolg in deinem neuen Beruf geht. Über die Erwartungen die man hat wenn man Profi werden will und die Realität die einen dann manchmal einholt habe ich hier schon mal ein ausführliches Video gemacht: "Hey, das soll ein motivierender Artikel über den Einstieg in die professionelle Fotografie werden. Und dann das?" Ja, da müssen wir jetzt durch. Dieses eine mal nur. Wenn das hinter uns liegt, kommt der schöne Teil - Fotograf werden. Vor jedem anderen Schritt der nach diesem folgt, sollte die gründliche Überlegung stehen, ob man diesen Schritt in die professionelle Fotografie wirklich bereit ist zu tun. Und wir reden jetzt noch nicht über Ausbildung als Fotograf oder nicht. Das kommt später. Seit der Gewerbeöffnung in Österreich 2014 zeigen die Suchanfragen online ein klares Muster. Tippt man "Fotograf werden" ein, findet man automatisch: Fotograf werden Quereinsteiger, Fotograf werden ohne Ausbildung, Fotograf werden, Fotograf werden Voraussetzungen, Ausbildung Fotograf, freiberuflicher Fotograf usw. Logisch, Fotograf werden ohne Ausbildung ist möglich. Aber nicht ohne Wissen, Vorbereitung und Bildung, in welcher Form auch immer. Schöne Fotos machen alleine reicht einfach nicht. Die Zahlen sprechen für sich: "Mehr als 1/3 aller Kleinunternehmen überstehen das erste Jahr nicht. 80% überstehen die ersten 5 Jahre nicht." Allein in Österreich sind inzwischen fast 9.000 Fotografen mit Gewerbe angemeldet (Quelle WKO Statistik Februar 2018: http://wko.at/statistik/BranchenFV/B_122.pdf) - Dass davon nur ein Teil seinen Lebensunterhalt anständig bestreiten kann ist fast logisch und naheliegend. Natürlich ist für einen Großteil dieser tragischen Fälle eine falsche oder nicht vorhandene Kalkulation ihrer Honorare verantwortlich. Aber das alleine wäre zu kurz gedacht. Wenn du zu denen gehören willst, die das schaffen, wirst du anders denken müssen als 90% das tun. Fotograf werden, bedeutet nicht eine Kamera zu kaufen, damit ein paar Fotos zu machen und diese zu verkaufen. Zuerst mal bedeutet es, ein eigenes Unternehmen zu starten! Das heißt Steuern zahlen, SVA zahlen, sich mit der geschäftlichen Seite und Preiskalkulation zu beschäftigen, einen Arbeitsplatz für sich zu schaffen, Ausrüstung anzuschaffen, laufende Kosten zu haben, länger vor Bildschirmen zu sitzen als man sich vorstellen kann, unzählige Niederlagen für jedes Erfolgserlebnis einstecken und eine enorme Verantwortung anzunehmen. Aber wenn du diesen Job liebst, dann gibt es mit Sicherheit keinen Schöneren! Die (missverstandene) ToDo Liste Die meisten Menschen mögen am Fotografieren hauptsächlich 2 Dinge und halten das für die einzigen Aufgaben eines Berufsfotografen: 1. Fotografieren 2. Equipment kaufen Klar, die beiden gehören dazu. Aber sie machen nur ein paar wenige Prozent von dem aus, was ein Fotograf tut. Wenn du deine Leidenschaft auf diese 2 Punkte beschränken möchtest, dann solltest du nicht Fotograf werden, sondern bist wirklich besser beraten Amateur zu bleiben. Auch als solcher kann man Ausstellungen machen und seine Arbeit zeigen. Aber man ist zu 100% mit Fotografie beschäftigt, nicht zu 10% wie ein Berufsfotograf. Noch immer nicht sehr motivierend? Gut. Denn erst wenn das alles geklärt ist und Du Dir wirklich sicher bist, dass Du das Abenteuer (und das Wort verwende ich nicht leichtfertig hier :)) Fotograf werden annehmen willst. Wenn es wirklich dein Traum ist, dein Hobby zum Beruf zu machen, von der Fotografie zu leben und du keine Zweifel mehr hast, dass Du das wirklich willst, können wir uns an die nötigen Schritte machen um dieses Ziel zu erreichen. (Diese Liste geht übrigens davon aus, dass Du schon fotografieren kannst. Der Teil sollte selbstverständlich noch vor dieser Liste stehen.) Die eigentliche Todo Liste 1. Entscheide dich für ein Genre Portraitfotografie? Landschaft? Architektur? Reportage? ... Welchen Bereich oder welche Bereiche der Fotografie möchtest Du machen und anbieten. Fotograf werden bedeutet nicht alles zu fotografieren, was vor deine Linse hüpft, sondern eine klare Nische zu haben und darin richtig gut zu werden. Ich würde nicht mehr als 2 Bereiche empfehlen. Noch besser wäre nur ein einziger Bereich. Damit wir uns nicht mißverstehen, das heißt nicht, dass du nicht alles fotografieren sollst, das dir Spaß macht. Aber überleg dir, für welche Art von Fotografie du bezahlt werden willst und was du einfach tust um es zu tun, nur aus Spaß an der Sache. Die beiden Bereiche kann man ruhig trennen. Das hat außerdem den schönen Nebeneffekt, dass du dein Hobby / deine Leidenschaft auch weiterhin für dich behalten kannst und aus der Fotografie nicht ausschließlich ein Job wird. Außerdem überleg Dir von Anfang an, was Dich und Deine Arbeit besonders macht. Was hebt Dich von den Millionen anderen Fotografen auf der Welt ab. Was gibts in der Art nur bei Dir und warum sollte Dir jemand Geld für ein Foto von dir geben. Erfinde Dich und Deine Arbeit sozusagen als "Marke". Das macht Dich für potenzielle Kunden greifbar und sie merken sich Dich. 2. Fotograf werden = Unternehmer werden. Der kaufmännische Teil Wenn du Fotograf werden willst, bist du bist im Begriff ein Unternehmen aufzubauen. Nimm das ernst. Kümmere Dich um die kaufmännischen Angelegenheiten. Das ist (für mich jedenfalls) der unangenehmere Teil. Steuernummer besorgen, Steuerberater engagieren (mach das lieber von Anfang an, erspart enorm viel Zeit und Ärger. Es wird dir mehr bringen als es Dich kostet) Preiskalkulationen erstellen (und keine Sorge, das ist für fast jeden Fotografen der schwierige Teil zum Beginn). Hier findest du eine Beispielkalkulation für Fotografen in meinem Blog: Honorar / Tagessatz für Fotografen berechnen. In diesem Video gehen wir die Kalkulation ebenfalls genau durch: Auch in meinem Artikel über Hochzeitsfotografie findest du auch eine grobe Beispielkalkulation. SVA anmelden, Rechnungsvorlagen erstellen, usw... Auch wenn es nicht der lustigste Teil ist, oder grad deswegen, ist es einer der wichtigsten. Sieh auch diesen Teil als erfreulichen Teil Deiner Arbeit an. Er wird später nämlich der Teil, mit dem Du Deine Existenz sicherst und der Dir erst ermöglicht, von Deiner Leidenschaft zu leben. Auch wenn Du ihn nicht magst, behandle ihn gut. Vergiss auch nicht Dich um Versicherungen zu kümmern. Dein Equipment muss versichert sein, sonst stehst du im Fall eines Schadens oder Diebstahls von heut auf morgen ohne Existenzgrundlage da. Auch gegen Unfälle bei der Arbeit mußt du versichert sein, solltest du unabsichtlich mal jemanden bei deiner Arbeit verletzen. (Lampenstative fallen manchmal um wenn man sie rempelt sag ich nur). Ganz zu schweigen von einer Rechtsschutzversicherung und Haftpflichtversicherung, falls Dich - was wir nicht hoffen wollen - jemand verklagen sollte. Oder Du mal uneintreibbare Rechnungen haben solltest. Ich habe zwar zum Glück noch keine der Versicherungen aktiv gebraucht, aber ich könnte ohne nicht ruhig schlafen. Wenn dann doch mal was passiert, steht wirklich alles auf dem Spiel. Geld ausgeben vs. investieren Zum kaufmännischen Teil gehört auch ein wichtiger Punkt den viele zu spät erst verstehen: Es gibt ab sofort einen Unterschied zwischen Investieren und Geld ausgeben. Als Angestellter bist du es möglicherweise noch gewohnt Geld auszugeben. Du bekommst Gehalt, davon kaufst du dir etwas, dann ist das Geld weg. Ende der Geschichte. Als Selbstständiger gibt es aber auch sowas wie "Investment". Von dem Geld das du mit deiner Arbeit einnimmst musst du einen Teil in dein Unternehmen investieren. In Ausrüstung, in Büro oder Studio, in Wissen und Weiterbildung. Das gehört jetzt zu deinem Beruf. Investieren heißt Geld für etwas ausgeben das dir dabei hilft mehr Geld damit zu verdienen. Das klingt selbstverständlich? Ist es aber für viele nicht bzw. denken zu viele darüber einfach nicht nach. "Ich kann mir keinen Steuerberater leisten, ich fang grad erst an" ist einer der Sätze die ich am öftesten höre. Das Gegenteil ist der Fall. Du fängst grad erst an, du kannst es dir garnicht leisten ohne Steuerberater loszulegen. Das wird eines deiner ersten wirklich wichtigen Investments sein. Genauso verhält es sich mit Investition in Weiterbildung. Und ich meine damit keinesfalls gleich sündhaft teure Business Kurse! Die haben ihre Berechtigung. Aber klar, man muss sich einen guten Coach oder Kurs auch erst mal leisten können. Und spätestens da wird die Sache besonders am Anfang meistens eng. Aus diesem Grund arbeite ich gerade an meinem "A-Team". Ein Livecoaching in dem ich dir alles was für mich in den letzten 10 Jahren funktioniert hat mit auf dem Weg gebe. Regelmäßig, Live und mit Frage/Antwort Stunde um auf deine Bedürfnisse besser eingehen zu können. Auf diese Weise kannst du nicht nur mit deinem Investment vorsichtiger umgehen, du profitierst auch langfristig besser davon. 3. Finde dein "Warum" Schon klar, als Einstieg klingt das etwas komisch. "Ich will Fotograf werden, warum soll ich mich da fragen warum"... Ich meine mit "warum" nicht etwa, "weil ich meinen Job kündigen will, mein Chef ist ein A***h und ich will von Fotografie leben". Das ist ein Ergebnis, kein Warum. Genau wie Geld ein Ergebnis ist, kein Warum. Ich meine die wirklich intensive Auseinandersetzung mit der Frage "warum mache ich das was ich mache und warum stehe ich in der Früh gerne auf". Weil das Bokeh deiner neuen Vollformatkamera so schön ist und du dich auf die Ergebnisse freust? Das mag kurzfristig ein Warum für dich sein. Aber langfristig macht es dich nicht glücklich. Ich will hier auch garnicht zu weit in die Tiefe gehen. Nur so viel: Wenn du dein Warum kennst und es ein starkes Warum ist, dann wird das langfristig einen enormen Einfluss auf deinen Erfolg oder Misserfolg als Fotograf haben. Meine Arbeit als Fotograf ist in dem Moment erfolgreich geworden, als ich für mich beschlossen habe "ich will mit dem was ich tue in erster Linie anderen Menschen helfen". Ich weiß. Klingt nach einer Miss Wahl und der berühmten Antwort "Weltfrieden". Aber du wirst sehen, je stärker dein eigenes "Warum", desto besser wirst du das anderen Menschen kommunizieren können, desto mehr Menschen werden in deinem Leben auftauchen, die das selbe "Warum" haben wie du, desto mehr Kunden wirst du haben, die genau deswegen mit dir arbeiten wollen, desto mehr Zufriedenheit wirst du in deinem Beruf und Leben haben,... Ach und so nebenbei werden sämtliche Zahlen steigen denen wir ständig viel zu sehr hinterherlaufen. Likes, Followers, Aufträge, Honorare, (damit dann auch leider die Steuern, aber wer viel Steuern zahlen muss durfte davor viel verdienen 😉 Wie findest du dein Warum? Darüber könnten wir uns sehr lange unterhalten (das werden wir auch bald im Livecoaching tun, in meinem "A-Team") fürs erste hilft dir aber mal das hier: Frag dich zuerst mal - und nimm dir etwas Zeit dafür - "warum will ich Fotograf werden". Wenn du eine erste Antwort hast, zum Beispiel "weil ich die Arbeit mit der Kamera liebe", dann hinterfrage dieses Warum erneut: "Warum liebe ich die Arbeit mit der Kamera". Deine Antwort könnte lauten "weil es mir Freude macht, meine Sicht der Dinge festzuhalten". Und wieder hinterfragst du "Warum macht es mir Freude". "Weil ich damit andere Menschen zum Nachdenken bringen kann"... usw. Das ist nur ein Beispiel, wohin dein Weg dich führt weiß ich nicht. Aber man kann sagen im Durchschnitt sollten wir unser "Warum" mindestens 5 mal hinterfragen, um zu einem "echten" Warum zu kommen. So wie Kinder das instinktiv machen 😉 4. Portfolio und Website Deine Fotos können noch so schön sein, sind sie nicht auch schön präsentiert, geht die Wirkung gänzlich verloren. Deine Website ist deine Visitkarte im Internet und dein bestes Verkaufspersonal! Jeder potenzielle Kunde wird einen Blick darauf werfen. Zeig ihm, dass er bei Dir gut aufgehoben ist. Sowohl mit dem optischen Eindruck deiner Website und Fotos, als auch mit den Texten und dem was du von Dir zeigst. Mit Wordpress und einem guten Template kannst du auch schon zu Beginn kostengünstig ein anständiges Portfolio bauen. Noch einfacher wird die Portfolio Website mit Squarespace. Einen Designer kannst Du Dir später leisten. (Und das würde ich ebenso dringend empfehlen, wie ich unseren Kunden empfehlen würde, einen guten Fotografen zu buchen und nicht Onkel Fritz ;-)) Sei hart zu Dir selbst bei der Auswahl der Bilder für das Portfolio. Zeig nur das Beste, nicht zu viel, nicht zu wenig. Schmeiss raus, was nicht zu 100% deinen eigenen Ansprüchen genügt. Und setz die Latte dieser Ansprüche lieber höher als tiefer an. Website als Verkaufsmitarbeiter Deine Website erfüllt aber nicht nur den Zweck einer digitalen Visitenkarte. Sie ist auch ein wichtiges Mittel um Kunden zu finden und zu binden. Richtig gemacht kannst du potenzielle Kunden auf deiner Website direkt ansprechen, mit ihnen in Kontakt treten und sie immer wieder an dich und deine Dienstleistungen erinnern. Eine schöne Website mit schönen Bildern alleine tut rein garnichts für dein Geschäft. Ich weiß, dass du mir das nicht glaubst, wenn du noch am Anfang stehst. Ich wollte das damals auch niemandem glauben. Aber ich habe es am eigenen Leib bzw. an der eigenen Website erlebt und weiß jetzt, dass es einfach nur brutale Wahrheit ist. Eine schöne Seite mit schönen Bildern reicht einfach nicht. Du mußt wissen was genau der Zweck deiner Website ist, du mußt sozusagen den Weg deiner Kunden strategisch ausarbeiten, dir genau überlegen was du gerne möchtest, dass sie auf deiner website tun, das dann akribisch messen und justieren. Dann wirst du sehen, dass deine Website dein wertvollster erster Mitarbeiter sein wird der dir hilft, die richtigen Kunden für dich anzusprechen und sie zu dir zu führen. Diese Kunden werden sich nicht einfach nur bei dir melden, sie werden auch schon im richtigen Mindset sein und du wirst nichts mehr "verkaufen" müssen. An dieser Stelle werd ich demnächste einen eigenen Artikel zu Funnels für Fotografen schreiben. Zu diesem Thema paßt auch mein Video - 7 Dinge die ich gerne am ersten Tag meiner Selbstständigkeit gewußt hätte: 5. Schreib einen Blog Es muss nicht unbedingt der Tipps & Tricks Blog sein, es müssen keine aufwändigen Making Of Filme sein, bloggen kann man über vieles in der Fotografie. Wie man das richtig macht, kannst Du bei Markus Cerenak lernen. Es lohnt sich garantiert. Wenn du denkst "Wer braucht noch einen Blog, es gibt doch schon so viele" - du brauchst diesen Blog. Blogs machen Dich als Mensch und Fotograf greifbarer (siehe Punkt 1, Du als Marke). Außerdem bringt es dich persönlich und auch in deinem Job weiter, wenn du dein Wissen weitergibst. "Wer lehrt, lernt doppelt", hat schon Goethe gesagt 😉 Ich habe bei allen Jobs die ich schon gemacht habe eines gelernt - schreiben hilft einem selbst beim manifestieren mancher Dinge. Und wenn es nur diesen Zweck erfüllt, dann hast du schon gewonnen dabei. 6. Erzähl es Allen und Jedem Wenn du dich wirklich entscheidest, professioneller Fotograf (das gilt auch für alle andren Selbstständigen) zu werden, dann nenn dich ab sofort auch so. Keine halbherzigen Bezeichnungen, kein "ich versuch grad ...". Nichts da, du bist ab heute Fotograf. Punkt. Niemand hat darauf gewartet, dass Du endlich Deine Bilder zeigst und für Kunden arbeitest. Niemand weiß davon. Erzähl es Allen. Verteile deine Visitenkarten (die haben keinen eigenen Punkt verdient, fällt unter Marketing im Allgemeinen 😉 erzähl von deiner website, geh raus und finde potenzielle Kunden, spendiere einfach mal wieder jemandem einen Kaffee. Online ist gut und wichtig, persönlicher Kontakt gewinnt aber immer. Wenn jemand einen Fotografen buchen will und einen nur von seiner website kennt, einen Andren dessen Arbeit er auch mag aber schon mal bei einem Kaffee vom letzten Wochenende erzählt hat, rate wen er anrufen wird. 7. Jeder Kunde ist der Wichtigste (aber keiner ist König) Behandle jeden Job und jeden Kunden den Du bekommst, als wäre es der größte und wichtigste Auftrag den jemals ein Fotograf bekommen hat. Denn genau das ist er in dem Moment für Dich. Ganz besonders wenn du startest. Und für den Kunden selbst ist der Auftrag den er dir gibt sowieso der Wichtigste. Alle Werbung, Portfolios, Ausstellungen, Bücher und Veröffentlichungen sind nichts im Vergleich zur guten alten Mundpropaganda. Du baust grad in den ersten Jahren dein Portfolio auf und auch deinen Ruf. Sind die Ergebnisse gut und die Kunden zufrieden, läuft die Sache früher als Du denkst und besser als du denkst. ABER! So wichtig Kunden und gute Zusammenarbeit auch ist, das Sprichwort "der Kunde ist König" solltest du dringend verbannen. Die Idee dahinter ist zwar nicht ganz falsch, wie es aber von den meisten interpretiert und gelebt wird ist - besonders in der Fotografie - eine echte Katastrophe. Meine Zusammenarbeit mit meinen Kunden erfüllt genau die Bedeutung des Wortes. Zusammenarbeit. Das heißt nicht, dass jemand Betrag X zahlt und dafür ohne wenn und aber, zu jeder Uhrzeit sofort bekommt was er sich danach wünscht. Das heißt nur, dass wir uns vorher genau ausmachen, was jeder von uns beiden in diese Zusammenarbeit einbringt. Nicht falsch verstehen, das ist definitiv kein Aufruf zu Überheblichkeit. Im Gegenteil. Sei nett, sei entgegenkommend, behandle deinen Kunden wie du auch behandelt werden willst. Von Unterwürfigkeit ist dabei aber keine Rede. Und wer sich als Kunde daneben benimmt ist kein König, sondern einfach jemand, der sich daneben benimmt. Respekt ist keine Einbahnstrasse. Den Inhalt des ganzen Absatzes hier haben wir im Studio in einem Bilderrahmen zusammengefasst stehen. Und ja klar, das sehen auch Kunden die ins Studio kommen: Photographers office essentials: Ikea Regal, Bücher (Fotografie & Business) Kameras alt & neu Oscar (#perfektersiegerdestages) Leitspruch ✔ #hasselblad500cm #canonae1 #photographerslife #bts #dontworkforassholes #analog #shootcamp #allyouneed Ein Beitrag geteilt von Christian Anderl (@christiananderl) am Jan 29, 2018 um 12:44 PST 8. Fotograf werden hört nie auf - lerne und teile dein Wissen In der Fotografie kann man sprichwörtlich niemals aufhören zu lernen. Es gibt immer neue Ideen, andere Zugänge, Inspirationen, Techniken ... Wer aufhört zu lernen, bleibt stehn. Es sichert nicht nur dass Du Dich als Fotograf weiterentwickelst, es wird auch dein Leben bereichern. Und das wolltest Du ja, oder? Keinen Job der Dich langweilt, sondern Deine Leidenschaft leben. Lies Blogs anderer Fotografen, investiere in Onlinekurse, investiere in Deine Arbeit. Und gleichzeitig gib dein Wissen auch weiter an die, die noch nicht so weit sind wie Du. Du wirst Dich wundern, was dafür alles zurück kommt. Gemeinsam kommt man immer weiter als wenn man sein Wissen daheim einsperrt und gut behütet. Such dir am Besten auch einen Mentor oder mehrere, also Menschen die in dem, was du machen möchtest, schon erfolgreich sind. Und dann hör ihnen zu, lies ihre Blogs und Bücher, geh zu ihren Vorträgen usw. Investition in Wissen zahlt sich von allen Investitionen am allermeisten aus. Wenn du vor der Entscheidung Objektiv oder Wissen stehst, wähle Wissen. Nur ein paar Beispiele für gute Intestitionen in Wissen: Mein A-Team - Gemeinsam wachsen - Regelmäßiges Live Coaching mit Frage/Antwort Stunden um deine Probleme gemeinsam lösen zu können während sie entstehen. Carmen & Ingo (die erste Adresse für Hochzeitsfotografie im deutschsprachigen Raum) haben zum Beispiel einen fantastischen Roadtrip organisiert, mit 6 Vorträgen zu genau diesem Thema. Unter dem Titel "Werde erfolgreich, überwinde deine Ängste und entwickle dich zum besseren Unternehmer in der Kreativbranche" erzählen 6 Fotografen jeweils eine Stunde lang ihre besten Tipps, wie du es schaffst. Ich kann dir diese 6 Stunden garnicht dringend genug ans Herz legen, jede Minute und jeden Cent wert! (Mit dem Rabattcode "Motivation" bekommst du 100,- Rabatt, weil du diesen Artikel (fast) fertig gelesen hast 😉 Hier findest du ihren Roadtrip: http://shoot.camp/candi-roadtrip Blitzen lernen - Wenn du im Umgang mit dem Blitz noch nicht ganz sattelfest bist, solltest du das unbedingt werden. Blitzen können bedeutet du kannst deine eigene Lichtstimmung erzeugen, egal wo du bist. Wenn das vorhandene Licht nicht schön genug ist, machst du einfach dein eigenes, wenn du weißt wie. Ein absoluter Vorteil bei jedem Kundenjob der sich vielfach für dich lohnen wird. Hier findest du alle Infos zum "großen Blitzen 1x1" im Shootcamp Fotografen 2.0 Facebook Gruppe - Ich habe diese Gruppe vor kurzem gegründet für gleichgesinnte Fotografen die nicht nur mit ihrem Equipment im digitalen Zeitalter ankommen wollen, sondern auch mit ihrer Denk- und Arbeitsweise. Gemeinsam erreichen wir mehr als gegeneinander. Wir tauschen uns dort zu Themen wie Kundengewinnung, Digitales Marketing, usw aus. Hier klicken und kostenlos beitreten Übrigens, ein erster, ganz einfacher Schritt wäre auch diesen Artikel den du gerade liest zu teilen und anderen auch zu helfen, auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit 😉 9. Such dir einen Sport Kein Scherz. Du wirst mehr Stunden vor Bildschirmen verbringen, als Du dir jemals vorstellen konntest. Mehr E-Mails schreiben und lesen, als je zuvor. Und nur 10% Deiner Zeit damit verbringen zu fotografieren. Körperlich fit zu bleiben wird dringend nötig sein. (Ich schreib das hier mit schlechtem Gewissen, Schlafentzug und einem Papabauch. Vielleicht ein sogenanner "Self-reminder" :)) Außerdem lernt man bei den meisten Sportarten was auch für Deine neue Karriere nötig sein wird - Durchhaltevermögen. Apropos Durchhaltevermögen - du wirst nicht immer Top motiviert sein. Lass dich motivieren, inspirieren und tausch dich nach Möglichkeit viel mit Kollegen aus. Du wirst sehen, dass du damit nicht allein bist 😉 Und was Motivation betrifft, druck dir schon mal dieses Mantra aus: 'Motivation entsteht wenn wir gehen, nicht wenn wir stehen und drauf warten.'Click To Tweet Soll heissen, wenn du auf Motivation und Inspiration wartest, ist das vielleicht genau das Problem. Fang einfach mit irgendwas (wortwörtlich gemeint) an. Du wirst sehen, dass im Prozess Motivation entsteht. Wenn du nur wartest, wird nichts passieren. Wir machen aus diesem Grund in der Facebookgruppe "Fotografen 2.0" auch eine "FotoFit Challenge". Die Teilnehmer waren anfangs skeptisch, sind aber relativ schnell draufgekommen, dass ihnen das tatsächlich hilft. 10. Sei ein (guter!) Unternehmer Ein Punkt den ich viel zu lange nicht zu 100% verstanden habe, so wie die meisten Menschen in Kreativbranchen. Wir wollen Künstler sein, Kunsthandwerker, oder zumindest "Kreative", aber wir wollen eigentlich keine Unternehmer sein. Wir wollen nichts "verkaufen". Das klingt für uns schon so fürchterlich. Mag sein. Aber wenn du dich in diesem Denken wiederfindest und du von dem Leben willst, was du als Dienstleistung oder Produkt anbietest, dann gehört dazu auch die ganz klare Entscheidung, für den Verkauf deiner Dienstleistungen oder Produkte jetzt selbst die Verantwortung zu übernehmen. Fotograf werden heißt Unternehmer werden. Die meisten Fotografen glauben immer noch irrtümlich "gute Arbeit ist das einzige Marketing das du brauchst". Das ist einer der Hauptgründe, warum so viele in Diskont-Preiskämpfen untergehen und scheitern. Wer den Wert seiner eigenen Arbeit nicht kennt und dementsprechend kommunizieren und verkaufen kann, hat keine Chance. Nicht schön, aber wahr. Wenn du einen Job in einer Firma annimmst, die schlechtes Marketing macht, die ihr Produkt schlecht verkauft, dann wirst du diesen Job nicht lange haben, weil die Firma kein Geld verdient und dich nicht bezahlten kann. Versteh am besten jetzt, sofort und auf der Stelle, dass du jetzt deine eigene Firma bist und dein einziger Mitarbeiter. Wenn du also nicht verkaufst, dann wirst du dich (deine Miete, deine Famile usw) nicht finanzieren können. Du mußt unternehmerisch denken. Punkt. Diese Liste ist (noch) nicht vollständig. Ich werde sie laufend erweitern und zu den Punkten in der Liste eigene Artikel schreiben, schau also hin und wieder vorbei damit du die Updates nicht verpasst. Dazu passt auch diese Frage aus den 1000 Fragen: Billiganbieter und Preisgestaltung Hast Du diese 8 Punkte gelesen und bei jedem davon gedacht "klingt super, auf gehts!"?. Dann solltest du Fotograf werden, es wird Dir ungemeinen Spass machen dein eigenes Fotografie-Business zu starten. Ich wünsch Dir gutes Gelingen! P.S.: Wenn du bis hierher is gelesen hast ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass du es ernst meinst und auch das Zeug dazu hast, den langen Weg zu gehen, der vor dir liegt. Mit meinem "A-Team" können wir ein Stück des Weges gemeinsam gehen und du kannst von meinen Erfahrungen und Fehlern die ich schon für dich gemacht habe profitieren: -
Reisefotografie: Packliste für reisende FotografenReisefotografie: Packliste für reisende FotografenWenn du lang oder viel mit der Kamera unterwegs bist weil du Reisefotografie liebst, stellt sich zwangsläufig die Frage; Was nimmt man da alles mit? Zu viel oder zu schweres Gepäck kann unterwegs wirklich ungemütlich werden. Equipment im Flugzeug einchecken lassen bedeutet schwere, Militärtaugliche Ausrüstungskoffer zu verwenden, andernfalls kommt das Zeug in Scherben nach Hause. Für mich steht somit fest - es muss alles in einen Handgepäckfähigen Fotorucksack passen. Und spätestens da wirds spannend 😉 Vor allem wenn Du wie ich nicht nur fotografieren, sondern eventuell auch noch unterwegs filmen willst, wird die Sache wirklich interessant. Reisefotografie würde mit eimner Kamera und einer handvoll Objektive funktionieren. Aber für Film muss auch Audioequipment mit. Glücklicherweise hat sich in den letzten Jahren auf vielen Gebieten sehr sehr vieles getan. Hier zeig ich dir, womit ich üblicherweise Reise. Zu den einzelnen Punkten komm ich danach sehr detailliert, warum was und weshalb. Dieser Artikel besteht aus zwei Teilen, zum einen eine Packliste zum ausdrucken, die als Erinnerung vor der Abreise gedacht ist. Einfach ausdrucken, beim einpacken abhaken und nichts mehr vergessen. Der zweite Teil ist meine Packliste, was ich an Equipment mitnehme. Das hier sind die Dinge mit denen ich üblicherweise auf Reisen gehe: Rucksack: Compagnon Backpacker Kameras: Canon EOS 5DmkIV, EOS M5, DJI Osmo, Ricoh Theta S Objektive: 16-35mm/f2.8 II, 24-70/f2.8 II, 85/1.4, 40mm Pancake Stative: Manfrotto B-Free, Joby Gorillapod ND Filter: Lee Filters + Kompendium Audio: Rode RodeLink Filmmaker Kit Drone: DJI Mavic Pro Hier kannst du deine allgemeine Packliste als PDF downloaden: Packliste für reisende Fotografen Ach ja und fürs gesunden Lächeln im Gesicht willst du dir vielleicht auch noch das "Fotografen Bullshit Bingo" ausdrucken und mitnehmen. Vielleicht gewinnst du ja unterwegs 😉 1. Reisefotografie braucht einen Rucksack / Transport Beim Transport zählen für mich ein paar Eckpunkte: Gewicht, Größe und Robustheit. Ein idealer Fotorucksack geht sich grad noch als Handgepäck aus, schützt deine Ausrüstung vor Stoss und Wettereinflüssen, ist gut durchdacht im Innenleben und idealerweise erweiterbar wenn du nicht damit fliegst - Stichwort Stativbefestigung usw. Und da kommt mein neuer Lieblingsrucksack ins Spiel: Compagnon Backpacker Ich hab schon viele Rucksäcke probiert und hab auch einige davon schon im Studio, von Lowepro über Ona Bags, aber der Backpacker vereint für mich alles, Funktionalität, Robustheit und trotzdem Style. Ich hab mich in den Rucksack auf Anhieb verliebt und wurde bisher nicht enttäuscht. Bei so einem Trip ist mir am wichtigsten, dass ich mit einer einzigen Tasche auskomme und nicht mit 2, 3 Taschen oder Koffern hantieren muss. Ich hab ein einziges mal zu viel Fotogepäck nach Bali geschleppt und es wirklich bereut. Passiert mir nicht nochmal. 2. Kameras für Reisefotografie Es ist eine Hassliebe geworden. Seit ich die 5DmkII erstmals nach Bali mitgeschleppt und vor Ort noch beschlossen habe, in Zukunft nie wieder schwere Kameras im Gepäck zu haben. Andererseits, ganz ohne DSLR, geht das? Oder will man das? Inzwischen sind kleine, leichte spiegellose Kameras leistungsstark genug, man könnte die alleine mitnehmen. In meinem Fall wäre das die Canon EOS M5. Was aber widerum bedeuten würde, dass ich auch eine eigene Objektivpalette für diese Kamera brauche. Aber aufgrund der Kompatibilität der Objektive mit dem Adapter für die M5, mit der ich alle EF Objektive auch an der M5 verwenden kann, hab ich dann doch beschlossen beide Kameras mitzunehmen. So gehen sich 2 sehr starke Kameras im Gepäck aus und ich kann unterwegs kurzfristig entscheiden, ob ich die 5DmkIV oder die M5 verwende. Außerdem schadet es, wie wir wissen, nie auch eine Reservekamera dabei zu haben. Canon EOS 5DmkIV Canon Austria war so nett mir die 5DmkIV für den aktuellen Trip zu leihen. Aus vielen Gründen kommt die 5DmkIV mit, zum einen Dynamikumfang, Vollformatsensor und Bildqualität. Ich hab immer schon mit der 5D Serie gearbeitet und hab sie bisher alle geliebt, die 5DmkIV ist die logische Fortsetzung und liefert für mich genau was ich brauche - gewohnt gut durchdachte Haptik und Menüführung, robuster als alle ihre Vorgänger gemeinsam (was bei so einer Reise eventuell sehr wichtig sein könnte) und der Output ist traumhaft. Außerdem kann ich die WiFi-Funktionen unterwegs für die Shootcamp Inhalte sehr gut gebrauchen. Kamera auf ein Stativ und über iPad ganz alleine alles einrichten und vorbereiten für einen schnellen Videodreh. So mag ich das. Canon EOS M5 Nur die 5DmkIV alleine wäre mir in vielen Situationen zu sperrig. Ich liebe große DSLR Kameras, aber auf Reisen darf es ruhig oft mal was leichtes, kleines sein. Da kommt die M5 grad recht. So sehr ich bisher kein Fan der Canon M Serie war - jetzt hat Canon verstanden, wie man Spiegellose Kameras baut. Außerdem erspare ich mir damit auch noch zusätzliche Objektive mitzunehmen, mit einem sehr handlichen, kleinen Adapter kann ich alle meine EF-Objektive die ich auch auf der 5DmkIV verwende auf die M5 stecken. Perfekt. DJI Osmo Nachdem wir auch viel mitfilmen möchten, aber dabei nicht jedes mal stehenbleiben und ein Setup zusammenbauen wollen, kommt der Osmo grad recht. Schnell in die Tasche gesteckt, auch schnell wieder rausgeholt, bzw mit einem Gurt leicht umzuhängen, ist in wenigen Sekunden einsatzbereit und macht superschöne, stabile Aufnahmen aus der Hand. Gibts auch als Mobile-Version, damit läßt sich das iPhone direkt als Kamera verwenden. Details zu DJI Osmo Ricoh Theta S 360° Fotos und Videos in einem derart kleinen, leichten Gerät sind nicht nur beeindruckend, es wäre schade, wenn man sich nicht gönnen würde von so einer Weltreise Bilder mitzunehmen, mit denen man sich tatsächlich nochmal an einen Ort "stellen" kann und sich dort nochmal umschauen kann. Ich freu jetzt schon auf die Bilder daheim. 3. Objektive Von allen Entscheidungen waren die Objektive die schwierigsten. Irgendwie will man dann ja doch möglichst alle seine Lieblinge mitnehmen, möglich ist das aber nicht. Also war es wohl oder übel nötig, Gewicht zu reduzieren. Allein beim Gedanken daran, das schwere 85/1.2 im Rucksack zu haben kann ich meine Bandscheiben quietschen hören. Canon L 16-35/2.8 / L 24-70/2.8 / EF 85/1.4 / EF 40/2.8 Wer viel in schönen Landschaften unterwegs ist, braucht ein 16-35 mit. Aber auch für Streetphotography in Städten sind Weitwinkel Objektive eine gute Idee. Als Standardobjektiv hat mich das 24-70 seit jeher begleitet und so zielmlich jede Situation möglich gemacht, also muss es auch mit. Das 85/1.8 ist die längste Optik die mitkommt. Ich weiß, das ist mutig und ich werd mir mein 70-200 oft wünschen, aber das ist mir einfach zu heftig für Reisen. Hatte ich ein einziges mal versucht, in Bali - und nur geflucht. Das 40mm Pancake von Canon darf auf jeden Fall mit, weil es weder ins Gewicht fällt noch in der Größe überhaupt bemerkbar ist. 4. Stative Sperrige Angelegenheit, aber dringend nötig. Ich verwende in meinem beruflichen Alltag sehr selten bis gar keine Stative, aber unterwegs rund um die Welt mit ND Filter und mehr Zeit als sonst geht garnichts ohne. Auf meinen Reisen begleiten mich in erster Linie diese beiden Stative: Manfrotto B-Free Ich hab mir das B-Free 2016 für einen kurzen Trip nach Sri Lanka gekauft und war wirklich zufrieden damit. Superleicht, sehr klein und verstaubar und trotzdem robust. Test bestanden, darf mitkommen. Joby Gorillapod Für unterwegs kenne ich nichts besseres. Den Gorillapod kann man nicht nur als Stativ verwenden, sondern auch an die verschiedensten Orte befestigen wie Geländer, Äste usw. Perfekt 5. Was sonst noch mitkommt Was wäre der ganze Spaß, ohne dem nötigen "Kleinkram" der noch mit muss. Zum Beispiel wäre es sehr traurig, hätte ich die Zeit und das Equipment für richtig schöne Langzeit-Landschaftsaufnahmen in Neuseeland, aber keine ND Filter dabei, oder was wären die Shootcamp Videos ohne anständigem Ton usw. Deshalb kommen (zumindest) noch diese Sachen mit. Diese Liste wird vermutlich noch wachsen 😉 ND Filter: Lee Filters Ja, Schraubfilter wären grundsätzlich kleiner und leichter. Dafür braucht man aber entweder verschiedene Größen oder Adapterringe dafür. Irgendwie sind mir Schraubfilter einfach über die Jahre unsympathisch geworden, den Umstieg auf die Lee Filter hab ich nie bereut und ich habe deshalb beschlossen sie auch auf die Reise mitzunehmen. Trotz des etwas größeren Platzbedarfs. In die Tasche kommen vermutlich ein ND6, ND8 und 2-3 Grauverlaufsfilter. Im Detail noch nicht entschieden, hol ich nach sobald alles eingepackt ist. Audio: Rode RodeLink Filmmaker Kit Ich hatte auch auf dem Gebiet viele Varianten im Einsatz, die kleinen, transportablen guten Ton ermöglichen. Die leichteste Version wäre das Rode Lavalier für iPhone. Davon hab ich 2 und die brauchen wirklich wenig Platz, die kann man beinahe in der Hosentasche verlieren. Allerdings haben sie auch den Nachteil, dass man die Audiospuren wieder vom iPhone runterladen und dann synchronisieren muss, während mit dem RodeLink Filmmaker Kit der Ton sofort direkt in der Kamera ist. Ich tausche hier Platz gegen Mehraufwand ,) Das Beste zum Schluss: DJI Mavic Pro Ich hab sie noch rechtzeitig bekommen vor dem Abflug und sie kommt definitiv auf die Reise mit. Die kleinste, leichteste Drone der Welt. Bisher sind erst 3 Testflüge möglich gewesen (da waren so Sachen wie Weihnachten und Fieber dazwischen) aber ich bin jetzt schon schwer beeindruckt, was dieses Teil bei so geringer größe (und vergleichsweise geringem Preis) möglich macht. Ich schätze mal diese Aufnahmen werden am Ende alles abrunden und dem ganzen Material von der Reise einen richtigen "Mehrwert" verpassen. Und der Hammer - der Junior liebt "den Hubschauba" jetzt schon und will unbedingt, dass wir damit überall im Kreis fliegen. Es wird also einfach sein, Zeit für ein paar Extra Dronenbilder zu finden. Jeder reist anders, jeder fotografiert anders und jede Packliste ist somit etwas anders. Was nimmst du am liebsten auf Reisen mit? Teile deine Erfahrungen in den Kommentaren und lass andere auch daran teilhaben. Bei den verwendeten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Dir entsteht dadurch keinerlei Nachteil, aber mit eventuellen Provisionen werden meine Kosten für diesen Blog etwas geringer 😉 -
Fotos drucken: Gib deinen Bildern wieder einen Wert!Fotos drucken: Gib deinen Bildern wieder einen Wert!Fehlt dir nicht auch manchmal das Gefühl, etwas zu "machen"? Also nicht der Vorgang an sich, sondern der Output. Fotos drucken? Fehlanzeigen. Das was bei unserer Arbeit viel zu oft übrigbleibt sind Festplatten oder andere Speichermedien, auf denen die Arbeit die wir im Schweiße unseres Angesichts fabriziert haben. Der Satz fühlt sich nicht fertig an, oder? Und genau darum gehts mir heute. Wir machen unsere Arbeit nicht fertig. Wir dürfen uns nicht wundern, wenn wir das Gefühl haben "Fotografie verliert an Wert", wenn wir ihren Wert nicht selbst hochhalten. /p> Und ein Weg zu mehr Wertigkeit ist ganz einfach unsere Arbeit zu Ende zu führen und Fotos drucken. Ein Foto ist erst ein Foto, wenn es auf Papier ist. Dass man heute nicht mehr jedes einzelne Foto das man macht drucken muss (oder kann, bei der Fülle), bedeutet nicht, dass man nicht wesentlich mehr drucken sollte. Die schnellste, einfachste Variante Fotos zu drucken ist natürlich sie drucken zu lassen. Online bestellen geht inzwischen rasch und unkompliziert bei sehr vielen Anbietern die unterschiedlichste Qualität zu unterschiedlichsten Preisen Bieten. Das praktische dabei ist, dass man dort auf einen Schlag Prints, Poster, Fotokalender, Fotobuch und das meiste davon in jedem Format das man sich vorstellen kann online bestellen kann. Aber wenn du lieber selber Hand anlegst (was den Spaß an der Sache vervielfacht!) wirst du einen Drucker brauchen. Wie im Video oben schon kurz erwähnt, es muss - genau wie bei der Kamera - auch beim Drucker nicht immer gleich das tollste und teuerste Gerät auf dem Markt sein, damit du überhaupt anfangen kannst. Einer meiner ersten Drucker war ein Canon IP 4000. Ein günstiger aber sehr guter Fotodrucker der zwar nur A4 kann, aber dafür sehr schöne Ergebnisse bringt. Wichtig ist wie gesagt, dass die Bilder auf deinem Bildschirm und auf dem Drucker so ähnlich wie möglich aussehen. Je nachdem wie ernst du das nimmst, stehen dir dafür verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung um einen möglichst "farbechten" Workflow hinzubekommen. Dieses Thema ist schon verkompliziert genug und du findest jedes nerdige Detail irgendwo zusammengetragen. Aber wie du vielleicht inzwischen weißt, bin ich wie manchmal ein Freund der einfacheren Wege. Ein wenig Zeit und Geduld wirst du schon brauchen, um deinen eigenen Drucker zufriedenstellend einzurichten, aber ist das mal erledigt, wirst du auch viel Freude daran haben und sobald alles fertig ist massenhaft mit Freude Fotos drucken. Fotos drucken: Welchen Drucker soll ich kaufen? Ich seh das hier sehr ähnlich wie die Frage "welche Kamera soll ich kaufen", zu der ich hier ein eigenes Video gemacht habe. Fotodrucker auf dem Markt sind großartig. Insbesondere A4 Drucker gibt es im Überfluss und sie alle haben eines gemeinsam - sie drucken Fotos schön auf A4 🙂 Nicht allzu viel drüber nachdenken, eine handvoll Testberichte lesen, kaufen, selbstgemachte Prints genießen, fertig. Die Marktführer auf diesem Gebiet sind Canon und Epson. Nachdem ich mit Canon fotografiere, bleib ich dem auch im Druck treu und verwende auch deren Drucker. Da ich mit Epson Drucker keine eigene Erfahrung hab, werd ich die hier auch auslassen. Fotodrucker für Einsteiger Für den Einstieg kann ich reinen Gewissens den Nachfolger meines IP4000 empfehlen, steht auch wieder in meinem Homeoffice: Canon Pixma iP7250 Eine Sache zwickt mich ein wenig, wenn man ihn einschaltet kann es einige Minuten dauern, bis er mit seinem Aufwachritual fertig ist und zu drucken beginnt. Aber ich denk das ist inzwischen Standard bei Fotodruckern. Und es bereitet einen auf die Aufwärmphasen großer Drucker vor. Wenn wir den Pro-1000 im Studio einschalten gehen wir Kaffee kochen. Wir könnten auch Kaffee ernten in der Zwischenzeit. Wenn du etwas größer drucken möchtest als A4, dann wäre eventuell der Canon PIXMA PRO-100S oder der Canon PIXMA PRO-10S etwas für dich. Mit beiden bist du im A3 Segment, beide liefern hervorragende Ergebnisse. Canon sagt über den Pro-10, er liefert noch realistischere Farben, der Pro100S ist dafür etwas schneller. Für etwas größere Prints Im Studio haben wir zur Zeit den Canon imagePROGRAF PRO-1000 und wir lieben ihn alle heiss. Drucken bis DIN A2 randlos und das in einer Qualität, die uns jedes mal wieder umwirft. Mit knapp über 1.000,- Euro muss man auch ehrlich sagen, hier sind Preis/Leistung fantastisch. Von den 12 Tintentanks sind allein 3 nur für ein detaillierteres Schwarz/Weiss drucken eingebaut. Ich geb aber zu, wir denken schon einige Zeit darüber nach die neuen Modelle PRO-2000 und PRO-4000 mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Da hat dann aber die Bank auch was mitzureden 😉 Welchen Bildschirm brauche ich? Ja, ein kalibrierbarer Bildschirm erleichtert die Sache mit dem Druck natürlich enorm. Je nachdem wie genau man es nehmen will ist er dafür sogar unerlässlich. Es muss aber nicht unbedingt Eizo sein und es müssen keine 4stelligen Beträge sein, die du dafür auf den Tisch legst. Und die Unterschiede können preislich um einiges größer sein, als der Unterschied den du vielleicht erkennen kannst. Wie immer sind auch hier die obersten 5-10% an "Perfektion" die teuersten. So kostet zum Beispiel ein kalibrierbarer Monitor LG 27MB85R-B 68,58cm 27Zoll ca. 580,- Euro, während ein ähnliches Gerät - NEC SpectraView Reference 271 schon 1.800,- kostet. Wir haben im Studio 2 mal Eizo CG2730 und sind sehr zufrieden damit. Aber das ist absolut unnötig, wenn Fotografie ein Hobby ist. Mit einer Investition um ca. 500,- Euro herum bekommst du auf jeden Fall einen Bildschirm, der zumindest keine komplett falschen Farben anzeigt, der kalibrierbar ist und mit dem du viel Freude haben kannst. Ich weiß, das ist viel Geld. Auf der anderen Seite - du hast schon viel Geld in Kamera, Objektive usw gesteckt, Bildschirm ist nun mal ein wesentliches Stück Werkzeug, wenn man Bilder machen will die dann auch so aussehen, wie man sich das wünscht. Die Kalibrierung Bei vielen Herstellern ist die Kalibrierung viel einfacher, als einem das Internet manchmal einreden möchte. Ja, man kann eine Wissenschaft draus machen, man kann es wirklcih kompliziert machen und man kann viele viele Stunden damit verbringen. Muss man aber nicht. Manche Hersteller liefern (bei den höheren Preisetagen) ein Gerät zur Kalibrierung mit. Wenn das nicht der Fall ist oder du deinen vorhandenen Schirm kalirbrieren möchtest, kannst du dafür zum Beispiel den Datacolor Spyder 5 EXPRESS verwenden. Kostet nochmal knapp 100,- Euro, aber vielleicht kannst du es ja auch mit Freunden teilen oder dir ausleihen. Der Vorgang selbst wird Schritt für Schritt von der Software beschrieben, man muss dafür nichts studieren, keine Bücher lesen und keinen ganzen Tag frei machen. Gerät auf den Schirm hängen, Software laufen lassen und machen was sie sagt, fertig. Wichtig wäre vielleicht vorher noch eine Sache zu bedenken - wo steht dein Bildschirm? Hast du ein Fester im Rücken, dann wird das nie wirklich klappen mit der Kalibrierung und dem Farbecht arbeiten. Wenn man es völlig ernst nehmen wollen würde, müßte man in einem abgedunkelten Raum sitzen in dem sich die Lichtstimmung nie verändert. Aber auch das muss man ja nicht übertreiben. Nur achte drauf, dass vielleicht nicht grad die Sonne beim Fenster rein scheint und zu viel Farben und Licht auf den Schirm kommt, während du kalibrierst. Drucker kalibrieren? Auch den Drucker kann man kalibrieren. Dafür gibts ebenfalls ein eigenes Werkzeug, den SpyderPrint. Allerdings reden wir dann insgesamt schon wieder von Anwendungen, die auch Sinn für dich machen müssen. Jedes gute Fotogpapier das du im Fachhandel bekommst hat ein eigenes sogenanntes "ICC Profil". Das ist im Prinzip ein Farbprofil das du beim Druck anwenden kannst und das auf die jeweilige Papieroberfläche abgestimmt ist. Weil glänzendes Papier andere Ergebnisse braucht und andere Tintenmengen als mattes Papier zb. Ich hab auf die eigene Druckerkalibrierung lange verzichtet und den Pro-1000 dann einmal professionel kalibrieren lassen. Auch das ist eine Option, spart viel Zeit, Nerv und unterm Strich damit auch Geld. Wie gesagt, wenns ein Werkzeug ist und es jemanden gibt der das schneller und besser kann als ich, dann ist das eine kluge Investition 😉 Papierauswahl Wichtig ist beim Druck natürlich auch die Papierauswahl. Das halte ich für ein Gebiet der reinen Geschmacksache. Nicht, dass es nicht qualitative Unterschiede geben würde, aber welches Papier dein Lieblingspapier wird und welches Papier zu dir und deinem Stil am besten passt, wirst du unterwegs selbst rausfinden. Das ist einer der schönen Teile des ganzen Prozesses. Also beschränk ich mich hier auf mein Lieblingspapier - Hahnemühle Pearl. Ich liebe diese Oberflächenstruktur und wie es aussieht, wenn man es - ohne Glas davor - in einem Passepartout in einen Rahmen steckt. Da kann ich fast so lang davor stehen und reingaffen, wie in einen iPhone Bildschirm 😉 Colorchecker Passport Wenn du die Sache mit der Farbechtheit so richtig ernst nehmen möchtest, fängst du am besten schon beim Shooting selbst damit an. Mit dem X-Rite ColorChecker Passport kannst du das erreichen. In der Serie die du fotografierst nimmst du ein Bild mit diesem Colorchecker auf (Model hält ihn in die Kamera z.b.). Mit einer eigenen mitgelieferten Software erstellst du dann am Rechner ein Profil. Die Farben auf dem Colorchecker sind dann Referenzwerte, alle Farben werden danach ausgerichtet und sehen so echt wie möglich aus. Das heißt du mußt auch deinem Bildschirm nicht mehr vertrauen, das was damit dargestellt wird, ist lebensecht. Nicht zwingend schöner, aber eine echte Ausgangslage für die Bildbearbeitung. Zusammenfassend lass mich nochmal zum ursprünglichen Sinn dieses Artikels kommen - ich wollte damit in erster Linie ein motivierendes, inspirierendes Plädoyer für Fotos auf Papier loswerden. Es gibt unzählige Wege da hin, sie können unheimlich kompliziert wirken, aber wenn man sich davon nicht einschüchtern läßt hat man viele schöne Fotos an der Wand und viel Freude damit. Vielleicht willst du ja zum Start einfach für dich, Familie oder Freunde wieder mal einen Print, ein Fotobuch, einen Fotokalender oder einfach nur Fotosets bestellen, um wieder etwas in der Hand zu haben, deine Fotos in die so viel Zeit und Arbeit geflossen ist wieder mehr wertzuschätzen und somit auch mehr Freude an der Fotografie zu finden. (Fotobuch kann ich auch privat sehr empfehlen, Omas und Opas freuen sich enorm über ein jährliches Fotobuch ihrer Enkelkinder zum Beispiel 😉 Erfahrungen in dem Bereich sind wichtig, Teil doch deine Erfahrungen mit Druckern, Software, Hardware usw in den Kommentaren. -
Kamera kaufen - So findest du die richtige Kamera für dichKamera kaufen - So findest du die richtige Kamera für dichDie erste, schwierige Entscheidung nachdem du dich entschieden hast zu fotografieren ist "welche Kamera soll ich kaufen?". Die Frage aller Fragen, mit der jeder Fotograf laufend konfrontiert ist. Und Kamera kaufen ist nicht so einfach, wie man meinen könnte. Gäbe es darauf doch nur eine einfache, pauschale Antwort die für alle paßt. Gibt´s aber nicht. Kamera kaufen ist immer spannend und von vielen Fragen rundherum begleitet. Vor allem auch leider von vielen gut gemeinten Ratschlägen. Und gut gemeint ist nicht selten das Gegenteil von gut. Aber die ganze Sache wird aber erheblich einfacher, wenn man sie richtig angeht. Wir bekommen im Shootcamp täglich E-Mails von Menschen, die fragen, ob sie eine Kamera kaufen und vor allem welche Kamera sie vor dem Kurs kaufen sollen. (Vorab - in dem Fall empfehlen wir mit großem Erfolg lieber die Kamera danach zu kaufen, weil du dann wirklich weißt, was du brauchst) Meistens fangen Menschen an Spezifikationen im Internet zu suchen und miteinander zu vergleichen. Die Hälfte der Ausdrücke dort sind generell ein Fragezeichen, von der anderen Hälfte hat man schon mal gehört und geht einfach mal davon aus "mehr ist sicher besser". Mehr Megapixel, mehr ISO usw ... Und so wird die Suche oft nur noch verwirrender und schwieriger. Vor Allem gehört zu den schwerwiegendsten Fehlern die Anfänger machen oft die falsche, viel zu teure Kamera zu kaufen und damit noch mehr Frust. Aber auch für Fortgeschrittene und Profis ist die Wahl nicht immer einfach. Also vereinfachen wir die Suche nach der perfekten Kamera für dich heute ein wenig und stellen mal zuerst die richtigen Fragen, die den Weg zu deiner Kamera ebnen. Auf diese Weise konnte ich schon einigen Menschen helfen leichter das richtige Modell für ihre Zwecke zu finden. In diesem Video gehen wir diesen Prozess Schritt für Schritt gemeinsam durch. Am Ende kannst du einen "Kriterienkatalog für deine perfekte Kamera" erstellen mit dem dir die Suche erheblich leichter fallen wird. Schau dir zuerst das Video an: Möchtest du schon driiingend eine Kamera kaufen und gleich rausfinden, welcher Typ du bist und welche Kamera am ehesten zu dir passen wird? Ich hab dafür einen kleinen Test gebaut, der dir rasch eine Orientierungshilfe bieten wird: Und wie schon im Video erwähnt, erheblich wichtiger als die Töpfe, die Messer und der Herd ist was die Köche draus machen 😉 Die Kamera macht kein Foto, sondern du. Oder hast du schon mal deinen Herd kochen gesehen?Click To Tweet Vieles, das wichtiger ist als die Kamera Kameras wird manchmal etwas zu viel Bedeutung in der Fotografie zugestanden. "Wie bitte?" Ja, mein ich ernst. Klar ist die Kamera das Werkzeug mit dem die Fotos gemacht werden. Was will ich damit also sagen? Zum einen sind Objektive für die Bildqualität im Zweifelsfall wichtiger, als die Kamera. Um das deutlicher zu sagen - Hochqualitative Objektive bringen mit günstigen Einsteigerkameras bessere Fotos, als die teuerste Kamera und günstige Objektive. Deshalb empfehle ich prinzipiell zuerst mal auf die Objektive zu achten und je nach Budget zuerst mal zu einer günstigeren Kamera zu greifen. Sind ausreichend gute Objektive vorhanden (es reicht ja manchmal auch nur eines - z.b. eine 50mm Festbrennweite) kannst du später immer noch zu einer teureren Kamera greifen. Außerdem ist Wissen und Können prinzipiell erheblich wichtiger als jedes Equipment. Im Gegenteil, je hochwertiger die Kamera, desto mehr Wissen verlangt sie dir als Fotograf ab und desto weniger hilft sie dir. Kamera kaufen: Budget knapp? Gebraucht kaufen Gebrauchtkauf ist selbstverständlich immer eine gute Option, wenn das Budget etwas zwickt. Kameras haben meist einen enormen Wertverlust. Eine 700,- Euro Kamera bekommst du so vielleicht schon für 300,- oder eine 2.000,- Euro teure Spiegelreflexkamera kann im nächsten Jahr unter 1.000,- über den Tisch gehen. Da macht Kamera kaufen gleich noch mehr Spaß. Vor allem dann, wenn ein Nachfolgemodell der Kamera erschienen ist. Damit kannst du etwas sparen für ein besseres Objektiv wie im Video erwähnt und hast eine Top Kamera die grad noch jemandem viel Freude bereitet hat, bis das Budget für eine neue Kamera wieder da ist. Beim Gebrauchtkauf solltest du allerdings ein paar Punkte beachten: Am besten vor Ort kaufen, damit du dir ein Bild von der Kamera und dem Zustand machen kannst. Online gebraucht kaufen ist mit etwas Risiko verbunden, da du nicht genau weißt, was du bekommst. Teste alle Buttons, ob sie noch einwandfrei funktionieren und sich nicht lose anfühlen. Bei Objektiven auf mögliche Staubeinschlüsse achten (einfach gegen das Licht halten, durchschauen) Auf Sensorflecken testen: Objektivdeckel drauf, Blende zu, (Autofokus ausschalten nicht vergessen) Kamera auslösen und das Bild auf eventuelle Flecken testen. Scharfstellung bei Objektiven testen - bei älteren, günstigeren Objektiven bei denen die Zahnräder aus Kunststoff und nicht aus Metall sind könnten sich selbige ausleiern. Mehrere Fotos machen und testen, ob der Fokus immer am richtigen Punkt sitzt. Auf eventuelle auffällige Geräusche achten. Sollte ein Kauf Ort nicht möglich sein und du online kaufen, frag nach diesen Informationen beim Verkäufer: Anzahl der Auslösungen - je nach Kameramodell hat die Kamera eine vom Hersteller angegebene Lebensdauer. Bei Einsteigermodellen liegt die bei ca. 50.000, bei professionelln Kameras zwischen 150.000 und 400.000. Die Kamera muss danach nicht zwingend kaputt werden, manche überleben ein vielfaches der angegebenen Dauer, aber das sind die Einschätzungen vom Hersteller, wann der Verschluss evtl den Geist aufgeben könnte. Frag nach dem Alter. Bei manchen Kameras könntest du noch in der Garantiezeit liegen (ebenfalls nach bestehender Garantie fragen) Verlang Detailbilder von Gebrauchspuren. An sich stören die nicht und mindern die Qualität nicht, beim Preis läßt sich aber vielleicht noch was machen. Technische Spezifikationen? Nein, es geht nicht immer nur um Megapixel, Megapixel, Megapixel und Megapixel. Es geht auch nicht immer nur um ISO usw. Eine lange Liste von Dingen die nicht immer "der" ausschlaggebende Grund sind warum eine Kamera die angeblich beste auf dem Markt ist. Und Kameras sollten keinesfalls zur Religion erklärt werden. Ich für meinen Teil habe mich für Canon als mein Werkzeug entschieden und dafür gibt es ein paar Gründe. Z.b. Hervorragender Pro-Support, Farbdarstellung der Canon Sensoren (insbesondere die Hautfarbe), die Objektivpalette und die Haptik bzw Bedienoberfläche mit der ich (vor allem mit grossen Händen) besser klar komme usw. Das sind Punkte die für mich in meiner Arbeit wichtig sind und ausschlaggebend waren. Genauso solltest du für dich erst mal einen kleinen "Kriterienkatalog" erstellen, was für dich wichtig und am relevantesten ist. Das muss nicht viel sein, eine handvoll Punkte reicht. Ich hoffe das Video oben bzw der Test helfen dir dabei. Und dann lass dich nicht von endlosen Datenblättern und technischen Vergleichen zu sehr ablenken. Ganz besonders nicht von Megapixel, Megapixel und Megapixel 😉 Wenn dir dieser Leitfaden weiterhilft, oder du jemanden kennst, der gerade nach einer Kamera sucht, freu ich mich natürlich, wenn du den Artikel teilst. Lass uns gemeinsam die Frage ein wenig schneller beantworten 😉 -
5 (+1) iPhone Fotografie Apps für bessere Fotos unterwegs5 (+1) iPhone Fotografie Apps für bessere Fotos unterwegsWie schön ist es eigentlich, dass wir dank digitaler Fotografie, Smartphones und Fotografie Apps die Fotografie jetzt immer und überall dabei haben. Es ist nicht lang her, da war der Prozess bis zum fertigen Bild kompliziert. Und jetzt können wir vom Bild bis zur Bearbeitung alles in der Hosentasche mitnehmen. Vorausgesetzt du hast die richtigen Fotografie Apps fürs Smartphone und kannst damit umgehen. Genau da hoffe ich dir heute weiterhelfen zu können! Dass man aus iPhones / Smartphones eine Menge rausholen kann, haben wir ja schon mal mit dem iPhone 6s im Studio getestet. Ich zeig dir heute meine 5 meistgenutzen Fotografie Apps (2017) und auch eine neue Fotografie App die vielversprechend klingt aber erst ausführlich getestet werden will. Gleich vorweg - logischerweise hat diese Liste keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und ja, manche dieser Apps gibt es schon länger. Ich halte nichts davon, jede Woche eine neue App zu installieren nur um "up to date" zu sein, wenn ich längst eine App gefunden habe, die das was ich gerne hätte hervorragend erledigt. Deshalb poste bitte deine derzeit besten Fotografie Apps unter dem Artikel in die Kommentare, damit Alle etwas davon haben! In diesem Video zeig ich dir meine Fotografie Apps und was sie können direkt auf meinem iPhone: 1. VSCO Cam Schon seit langer Zeit meine Nummer 1 Bildbearbeitungsapp am iPhone. Großteils komm ich nur mit dieser Fotografie App alleine durch, weil es meistens nur um eine Sache geht - dem Bild einen schönen Look verpassen und ein paar Grundlagen wie Weißabgleich, Kontraste, Belichtung, Schärfe usw korrigieren und da leistet VSCO Cam hervorragende Arbeit. Besonders die bewährten VSCO Filmlooks, die es auch für Lightroom gibt, machen wirklich Spaß (und auch Sinn). Meiner Meinung nach die Nummer 1 "must have" App für Fotografen. Appstore Google Play 2. Snapseed Für die Situationen in denen VSCO alleine nicht ausreicht hat sich Snapseed für mich als großartige Lösung bewährt. Hier hast du ebenfalls Filter und Voreinstellungen aber außerdem auch noch die Möglichkeit zum Beispiel nur Teilbereiche im Bild zu bearbeiten. Wenn du Beispielsweise ein Landschaftsfoto mit Gegenlicht auf dem iPhone machst und den zu dunklen Vordergrund aufhellen willst, während der Himmel aber gleich bleibt, ist Snapseed dein bester Freund. Sehr umfangreiche App mit sehr vielen Funktionen und sehr benutzerfreundlich. Appstore Google Play 3. Retouch Ich dachte nie, dass Retusche auf dem iPhone überhaupt in Frage kommt, bis ich Retouch probiert hab. Klar, es ist und bleibt eine Fingerübung (vor allem mit solchen Fingern wie meinen) aber für notdürftige Kleinigkeiten, störende Elemente aus dem Bild kriegen und das unterwegs und schnell, ist diese App fantastisch. Auf jeden Fall eine App für Fotografen die keine Lust haben mit dem Veröffentlichen unterwegs zu warten, bis sie daheim sind. Appstore Google Play 4. Lens Distortions Kurz und bündig - eine große Auswahl an Nebel, Blendeneffekten, Gegenlicht usw um den Bildern ein wenig mehr "Tiefe" zu geben und Lichtstimmungen zu unterstreichen. Mit äußerst viel Vorsicht zu genießen, übertreibt man sehr leicht und sieht dann nicht mehr gut aus. Wie auch im Video schon erwähnt, am besten so weit hochziehen, bis du es wirklich siehst und dann noch ein klein wenig zurückdrehen. Appstore auf Google Play (noch) nicht vergfügbar 5. Cortex Cam Zu wenig Licht ist definitiv ein Problem vor dem man steht, wenn man Abends das Smartphone zückt um "schnell mal ein Foto zu machen". Hier hilft Cortex Cam und macht sich als Geheimtipp unter den Apps für Fotografen einen Namen. Mehrere Aufnahmen übereinandergelegt lösen das Problem mit dem wenigen Licht. Die beste Low Light App die ich kenne. Es empfiehlt sich natürlich mit dieser App ein Stativ zu verwenden (Gorillapod für iPhones z.b.) aber auch die Ergebnisse aus der Hand sind durchaus beeindruckend. Appstore Google Play +1 - Halide Nachdem diese App grade wo ich dieses Video aufgenommen und den Text geschrieben habe sehr neu ist und ich sie grad erst installiert habe, kann ich noch nicht allzu viel dazu sagen. Klingt aber vielversprechend. Kann Raw und einige manuelle Einstellungen die wir uns als Fotografen von einer App wünschen. Appstore auf Google Play (noch) nicht verfügbar Wie gesagt, das ist keinesfalls eine vollständige Liste von Apps für Fotografen, diese Liste könnte man endlos fortsetzen. Deshalb - teile deine Lieblings Fotografie Apps in den Kommentaren, dann können wir uns gegenseitig gutes tun. Und genau dazu sind wir doch da, richtig? 😉 Übrigens verhält es sich mit Fotografie Apps genauso wie mit den Kameras - weder die Kamera, noch die richtige App haben jemals bessere Fotos gemacht. Was dich definitv weiter bringt sind die richtigen Übungen. Diese Übung kannst du zum Beispiel auch ohne Kamera, nur mit Smartphone und Fotografie App machen. Gutes Gelingen 😉 -
Fotografieren lernen für Anfänger: Machst du einen dieser Anfängerfehler?Fotografieren lernen für Anfänger: Machst du einen dieser Anfängerfehler?Fotografieren lernen für Anfänger, Lektion 1: Deine ersten 10.000 Fotos sind die schlechtesten, die kannst du pauschal in den Müll werfen. Zu hart? Möglich, aber so hat das Henri Cartier-Bresson gesagt. Angeblich. Viele schieben dieses Fotografie Zitat auch Helmut Newton in die Schuhe. Egal wer es zuerst gesagt hat, Ich glaube ja, dass jeder Fotograf, der bei 100.000 Fotos ankommt genug Fehler gemacht hat um zu genau dem selben Schluss zu kommen. Ich zähl mich jedenfalls dazu 🙂 Aber was genau ist eigentlich ein "Fehler" in der Fotografie? Gibt es sowas überhaupt? Ja. Aber sie sind vielleicht andere, als du jetzt denkst. Wir hatten alle irgendwann mal keine Ahnung von Fotografie, außer, dass es uns reizt Ahnung zu haben und richtig gut zu werden. Diese Motivation und dieser enorme Energieschub sind meist auch der Hauptgrund, warum man die Anfangszeit übersteht und nicht gleich frustriert und demotiviert aufgibt. Ich denke, wenn man die gröbsten Fotografie Fehler zumindest von vornherein kennt und darauf achtet nicht in diese Fallen zu tappen, dann erspart man sich sehr viel nervaufreibende Zeit und man hat für den Lernprozess länger und mehr Energie übrig. Deshalb möchte ich dir hier die aus meiner Sicht 7 schmerzhaftesten Fehler auflisten, die man zu Beginn in der Fotografie machen kann. Und natürlich auch Wege, diese zu vermeiden und fotografieren lernen für Anfänger erheblich effektiver zu machen. Ein paar Tipps und Ratschläge die ich gern vom ersten Tag an gewußt hätte habe ich auch in diesem Video zusammengefasst: (Im übrigen kannst du auch fotografieren lernen, wenn du noch gar keine Kamera hast wie ich dir in diesem Artikel kurz beweisen werde ;-)) 1. Fotografieren lernen für Anfänger Fundamental: Nimm dir Zeit und besiege den Angstschweiß Klar, wenn man neues lernt, will man dabei schnell sein, du willst morgen besser fotografieren als heute und du willst dich gut dabei fühlen. Reihenweise Fehler einzugestehen, von vorne zu beginnen und sich für jede Kameraeinstellung Zeit nehmen fühlt sich zu Beginn nicht sehr gut an. „Was denken denn da die Anderen, wenn ich ewig an meiner Kamera herumdrehe, ich sehe aus wie ein Anfänger“. Ja, und das ist ok, warum auch nicht. Besser ein paar Sekunden oder auch Minuten mehr damit verbringen, dafür aber ruhig und konzentriert, wenn am Ende gute Bilder stehen, als schnell, hektisch und mit einem Schweißfilm auf der Stirn an der Kamera herumfuchteln und kein gutes Ergebnis hinkriegen. Fotografieren lernen für Anfänger ist ein Marathon, kein Sprint. Nimm dir also Zeit die Grundlagen zu lernen und auch wirklich zu verstehen und dann - genauso wichtig - nimm dir die Zeit um sie bei jedem Bild anzuwenden. Schnell wirst du mit der Zeit von allein! Und bitte hab keine Angst vor "Fehlern". Mach dir immer bewußt, dass du kein Pilot oder Arzt bist, es liegen keine Menschenleben in deiner Hand. Wenn ein Foto schlecht wird, passiert nichts, außer, dass du eine Gelegenheit bekommst, etwas daraus zu lernen. Ein sehr einfacher Spruch hilft, etwas zu entschleunigen und sich nicht zu hetzen - „Fotografieren lernen braucht Zeit. Wer sich die nicht nehmen will, kann ja knipsen“. Eine großartige Übung die dich als Anfänger weiterbringen wird, habe ich übrigens in diesem Artikel zusammengefasst. Auch hier geht es um Grundlagen, wenngleich keine technischen (sondern viel spannendere) 2. Der teuerste Fehler: Zu viel Geld in Technik investieren Auch klar, wir lieben Fotografie natürlich wegen der schönen Bilder, aber die tollen Kameras sind es, die uns vermeintlich versprechen, dass ganz automatisch bessere, schönere Fotos aus ihr rauskommen. Jahrzehntelanges Marketing hat uns das so vermittelt. Stimmt aber nicht. Ganz im Gegenteil. Fotografieren für Anfänger ist da ein wenig wie Motorsport. Kameras sind wie Rennwagen. Ein Formel 1 Wagen hat keine dieser ganzen gemütlichen und angenehmen Funktionen, die das Fahren für dich einfach und angenehm machen. Im Gegenteil. Um einen Formel 1 Wagen mit hoher Geschwindigkeit steuern zu können brauchst du Erfahrung, Können, Wissen, mußt fit sein usw. Ich habe noch nicht gehört, dass man für das Lenken eines Family Vans ins Fitnesscenter muss. Versuch das mal mit einem Formel 1 Wagen 😉 Ähnlich ist es auch mit High End Kameras. Je mehr Profiliga die Kamera, desto mehr muss der können, der sie bedient. Keine High End Kamera wird für dich fotografieren, egal wie sehr du das wegen des enormen Preises vermutet hast. Fang also lieber mit dem an, was du schon hast, oder einer günstigen Spieglreflexkamera für Anfänger oder Spiegellosen Kamera. Konzentiere dich zuerst auf die Grundlagen der Technik, auf dein eigenes Auge, deine Wahrnehmung, um all die anderen unzähligen Bereiche der Fotografie. Kurz - Fotografieren lernen, nicht lernen welche Ausrüstung es gibt und hoffen, dass die das für dich erledigt. Teure Ausrüstung brauchst du erst viel viel später, wenn du mit deinem Equipment wirklich „unterfordert“ bist. Ein guter Fotograf kann mit einer günstigen Kamera seinen Kunden befriedigen. Ein schlechter Fotograf kann aus der teuersten Kamera keine guten Fotos holen. Was ist das Minimum, das du brauchst, um loszulegen? Ein Smartphone. Dieses Foto von meiner Frau habe ich mit meinem Smartphone gemacht: Wäre das technisch mit einer teuren Kamera besser gegangen? Klar. Aber ist das das Wichtigste daran? Sicher nicht. Alles was heutzutage Fotos machen funktioniert. Und zumindest ein Smartphone mit Kamera hast du vermutlich ständig dabei. Fotografieren für Anfänger funktioniert auch damit. Du kannst dich damit um das wichtigste Element in der Fotografie kümmern: Um dein Auge, um deine Wahrnehmung und Aufmerksamkeit. Viel wichtiger als die Kamera. Wenn du schon eine neue Kamera kaufen willst - Bevor du zu viel Geld in eine neue Kamera steckst, stell dir mal diese Fragen die ich dir hier zusammengestellt habe um herauszufinden, welche Kamera überhaupt zu dir passen könnte. Vielleicht mußt du ja garnicht so viel investieren. Hier gehts zum Artikel mit dem Test und Video. 3. Schluss mit Zoom, Bewegung ist gefragt! Natürlich ist ein Zoom auf dem Objektiv praktisch. Paßt der Bildausschnitt nicht ganz, kann man sich leicht helfen, indem man einfach dran dreht und den Ausschnitt verändert. Zoom macht Sinn. Aber wenn wir über fotografieren lernen für Anfänger reden, würde ich empfehlen gezielt darauf zu verzichten. Eigentlich sollte der Zoom aber nur verwendet werden um gezielt mit einer anderen Brennweite zu arbeiten. Ein Foto mit Weitwinkel sieht anders aus, als eines mit Teleobjektiv. Kürzere Brennweiten schaffen bei Portraits mehr Intimität, längere mehr Distanz. Länger Brennweiten schaffen auch mehr Tiefenunschärfe usw ... Und dafür gibt es einen Haufen andere Regeln als nur Bildausschnitt. Danach solltest du den zoom verwenden. Nicht aus Bequemlichkeit heraus. Wenn du nur den Ausschnitt verändern willst, beweg dich lieber. Deshalb empfehle ich in meinen Workshops und Kursen auch immer zu Beginn eine Fixbrennweite (z.b. 50mm) anzuschaffen. Die zwingt einen einfach zur Bewegung, wodurch wieder neue Perspektiven auftauchen. Das hält nicht nur dich fit, sondern auch deine Fotos lebendiger und abwechslungsreicher. Und mach dir jetzt nicht zu viele Gedanken, welche Brennweite da jetzt die richtige sein könnte. Ich erlaube mir dir zu sagen - wenn für dich völlig unklar ist, welche Brennweite du verwenden willst, wird alles zwischen 24mm und 80mm Brennweite für den Start gut sein. 50mm Objektive sind meist recht günstig trotz guter Lichtstärke. Oder nimm einfach, was du schon hast. Hauptsache du bewegst dich. 4. Fotografieren für Anfänger: Raus aus dem Automatik Modus Hier bräuchte ich eigentlich keinen ganzen Absatz mehr. Der Auto Modus ist schon der Fehler selbst. Am einfachsten wäre, ihn abzuschaffen. Klar geht das nicht. Und du findest mich jetzt viel zu streng. Das kenn ich. Aber was soll ich sagen, der Automatik Modus ist nun mal nichts, was fotografieren für Anfänger erleichtert. Im Gegenteil, eigentlich macht er es noch schwieriger. Wenn du Fotografie nur im geringsten weiterentwickeln willst (dass du diesen Artikel nur liest reicht da schon) solltest du den Automatikmodus sofort verbannen. Er verspricht dir, alles selbst zu machen und dir das bestmögliche Ergebnis aus der Kamera zu holen. Das wird aber nur in sehr wenigen Fällen und nur mit Zufall passieren. Die Kamera kann dir deine Entscheidungen nicht abnehmen. Sie versucht immer irgendwie einen Mittelweg zu errechnen und der paßt in den seltensten Fällen. Lerne den Umgang mit Blende, ISO und Belichtungszeit und lass den Automatikmodus hinter dir, bevor du das nicht getan hast, wird dich nichts was du über Fotografie lernen kannst jemals wirklich weiterbringen. (Weil es da anscheinend Unklarheiten gibt - Automatikmodus ist nicht das selbe wie Teilautomatik. AV/TV/S usw. sind völlig in Ordnung, weil du einen Teil - Blende oder Belichtungszeit - der Kamera überläßt und einen Teil selbst machst. Ich rede hier ausschließlich von der Vollautomatik oder Programmautomatik) Das selbe gilt übrigens für die Autofokus-Automatik. Autofokus ist ja ok, du drückst den Auslöser halb durch und läßt die Kamera scharf stellen. Aber wähle dabei den Fokuspunkt WO die Kamera scharf stellen soll immer manuell, niemals automatisch. Die Kamera weiß nicht genau, was du scharf haben willst, das mußt du ganz allein entscheiden. Dauert manchmal länger? Ja, zurück zu Punkt 1 - nimm dir Zeit! Wenn du mit Blende, ISO und Belichtungszeit vertraut, aber noch nicht ganz sicher bist, druck dir diesen "Spickzettel" aus und steck ihn in die Fototasche: Blende, Iso, Belichtungszeit PDF download 5. Blitz auf oder in der Kamera Ich hätte gern einen Euro für jede Szene die ich beobachtet habe, wenn Touristen ein Gebäude oder gar einen Berg fotografiert haben und dabei aus vollen Rohren mit ihrer Kompaktkamera geblitzt haben. Das ist in etwa so, als würde man versuchen mit einem Strohhalm den Garten zu gießen. Das funktioniert einfach nicht. Egal wie sehr du dich bemühst. Und auch wenn du dich nicht zu diesen Extremfällen zählst, früher oder später hatten wir alle diesen Moment, wo wir versucht haben mit dem internen Blitz der Kamera (oder im besten Fall noch mit einem aufgesteckten) ein gutes Bild zu machen. Das wird aber nicht klappen. Interne Blitze sind „Notlampen“. Mit denen kann man etwass hell machen, was vorher dunkel war. Wenn es nah genug ist. Fertig. Wirklich gute geblitzte Fotos kriegt man nur hin, wenn man sich mit diesem Thema auseinandersetzt. Wenn du aber noch ganz am Anfang stehst, würd ich dir raten, den Blitz vorerst völlig zu ignorieren und zuerst mal den Umgang mit der Kamera richtig zu lernen. Später kannst du dich dann dem Thema Blitzen lernen und du wirst sehen, dass du dir dann auch viel leichter dabei tust! 6. Nachbearbeitung? Sicher nicht, das muss aus der Kamera kommen. Wozu denn sonst fotografieren lernen, wenn wir dann in der Bearbeitung "schummeln". Richtig? Ein schreckliches Missverständnis in der digitalen Fotografie und vor allem wenn wir über fotografieren für Anfänger reden. Ich weiß nicht, wer damit begonnen hat, aber man hört das Internet immer wieder röhren, dass ein guter Fotograf nicht nachbearbeitet sondern das gute Foto direkt in der Kamera macht. Das auf ein wahrheitsgetreues Niveau zu bringen ist schwierig. Denn ja, selbstverständlich macht ein guter Fotograf möglichst viel schon in der Kamera. Soll heissen er überlegt sich vorher die Bildkomposition, statt nachher zu beschneiden. Er überlegt sich vorher die Farben die im Bild sind und welche Information da drin steckt, statt nachher zu retuschieren oder stundenlang zu reparieren. Vor allem weiß ein guter Fotograf, wie er mit Licht umzugehen hat, denn dafür gibt es nicht wirklich viel Reparaturmöglichkeit in der Bearbeitung. Trotzdem ist ein gewisses Maß an Ausarbeitung nötig. Früher hat man mit der Auswahl des richtigen Films entschieden, wie die Farbgebung und die Stimmung im Foto sein soll. Mit dem Labor hat man später bei der Ausarbeitung auch nachbearbeitet, also manche Bereiche im Bild aufgehellt oder abgedunkelt, ihnen mehr oder weniger Präsenz im Foto gegeben usw. Es ist einfach ein großer Irrtum, der aus Halbwissen resultiert, dass „früher alles besser war, weil da hat keiner bearbeitet“. Das stimmt einfach nicht. Fotografie Fehler deluxe. Hier ein gutes Beispiel eines alten, analogen Fotos von James Dean: “James Dean in Times Square,” mit Druckanweisungen. Print: Pablo Inirio. Foto: Dennis Stock James Dean - Links die Anweisungen des Fotografen fürs Labor, rechts das fertige Ergebnis. Bearbeitet wurde immer schon. Auch analog.Sich mit Lightroom auseinanderzusetzen und ein wenig Bearbeitung in das Bild einfließen zu lassen ist nicht nur erlaubt, es ist nötig. Diese Art der Bearbeitung war immer schon ein Bestandteil der Fotografie. Was aus der Kamera kommt ist nur ein rohes Bild, wie früher das Negativ, das einfach so noch nicht fertig ist. Apropos Lightroom - hier kannst du dir meine 3 kostenlosen Lightroom Presets für Lightroom holen, mit denen die Bildbearbeitung gleich viel mehr Spaß macht! 7. Zu viel im Bild Ja klar, was ist schon "zu viel". An dieser Stelle sei mal kurz eingeworfen - Über Geschmacksachen läßt sich nicht streiten. Ich will dir hier nur eine Art "Gerüst" bauen, an dem du dich orientieren kannst, wenn der Frust wächst und die Bilder nicht besser werden. Nie vergessen - Regeln sind immer zum brechen da. Nur um sie richtig zu brechen, muss man sie erst mal kennen. Wie schon in Punkt 6 angesprochen überlegt sich ein guter Fotograf vorher, was ins Bild kommt und was nicht. Ein klassischer Fehler bei Anfängern ist das „überfüllte“ Foto. Wenn du viel Information in einem Bild steckt, zu viele Leute, zu viel Ablenkung im Hintergrund usw in dem Bild sind, dann wird der Blick des Zusehers nicht klar auf ein Hauptmotiv gelenkt. Je weniger im Bild, desto klarer die Aufmerksamkeit, desto besser nimmt der Betrachter das Foto wahr. Weniger ist in dem Fall tatsächlich mehr. Später kann man nach der Reihe Inhalte ins Bild bringen und du wirst dann auch lernen, dass bei den „großen alten Meistern“ selbst dann, wenn viel im Bild zu sehen war, kein einziges Teil zufällig dort war, sondern ganz genau geplant und beabsichtigt. Ich hoffe dieser Artikel gibt dir beim fotografieren lernen ein paar Anstöße in die richtige Richtung und du machst demnächst damit große Fortschritte 😉 -
Fürchtest du dich auch noch, wenn es blitzt?Fürchtest du dich auch noch, wenn es blitzt?Der Blitz scheint wie ein großes, beängstigendes Monster für die meisten Fotografen, insbesondere für Einsteiger scheint blitzen lernen unmöglich. Für viele ist dieses Thema noch frustierender als die Steuererklärung, der Besuch beim Zahnarzt oder die Diskussionen mit der Liebsten mit dem Titel "es ist ein Wahnsinn wie viel du für dein Foto-Spielzeug ausgibst" Mit einem großen Unterschied - diesen Unannehmlichkeiten kann man sich schwer bis garnicht entziehen, vor dem blitzen lernen kann man einfach die Augen verschließen und das Thema ignorieren. Aber, kann man das wirklich? Es kann verwirrend sein, kaum hast du endlich das Belichtungsdreieck verstanden, kannst mit ISO, Belichtungszeit und Blende ordentlich umgehen, wirfst nicht mehr ständig die Nerven weg, weil du einfach nicht weißt, warum das Foto schon wieder ganz anders geworden ist, als du es eigentlich geplant hast, da kommt das nächste Teil, der Blitz und macht die Sache noch komplizierter. Es ist nur logisch, dass an diesem Punkt enorm viele einfach das Handtuch werfen und dann mit den Worten "ich mag natürliches Licht viel lieber" rechtfertigen, warum sie niemals Blitze verwenden. Oder im besten Fall dabei bleiben, den Aufsteckblitz direkt auf der Kamera zu verwenden, was zu den Anfängerfehlern in diesem Artikel zählt. Das natürliche Licht war längst weg, ohne Blitz hätten wir abgebrochen, statt dieses Portrait zu machen. Blitzen lernen ist keine Option sondern Teil der Fotografie Aber ob wir wollen oder nicht, blitzen lernen ist ein sehr wichtiges Thema und ein absolut notwendiger Bereich in der Fotografie. Es ist nämlich nichts weiter als Licht! Und Fotografie arbeitet zu 100% mit Licht. Mit einem Blitz hast du die Möglichkeit, natürliches, weiches, hartes, warmes, kaltes,... Licht selbst zu gestalten! Du erweiterst deine Möglichkeiten ein Bild zu gestalten ungemein und bist nicht mehr abhängig davon, dass "es grad so paßt wie ich es brauche". Ehrlich, wir alle wollen schönes, natürliches Licht. Nichts schlägt tiefstehende Sonne an einer schönen Location, wenn wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Nur ist das nun mal nicht immer der Fall, es spricht also rein garnichts dagegen, ein kleines Tool in der Tasche zu haben, mit dem wir Licht so gestalten können, wie wir das möchten. Es wäre sogar verrückt, darauf zu verzichten. Nicht immer sieht man einem Foto auf den ersten Blick an, dass geblitzt wurde. Die Lüge vom natürlichen Licht Also wenn du auch zu denen gehörst, die stolz erzählen "ich bin Available Light Fotograf", dann ist der erste Schritt jetzt: Sei ehrlich zu dir selbst, hör auf dich zu belügen. (Ich darf das sagen, ich war nämlich mal genau gleich.) Wenn ich jetzt nur daran denke, wie ich vor langer, langer Zeit die Frage, ob ich auch mit Blitz arbeite, ernsthaft mit den Worten "nein, ich mags eher natürlich, Blitzen schaut immer so künstlich aus" beantwortet habe laufe ich jedes mal rot an 😉 Ich hab diesen Frust selbst durchlebt. Mein erster Blitz hatte genau 3 Chancen, dann hab ich ihn "vorerst mal beiseite gelegt". Dieses "Vorerst" hat mal gute 3 Jahre gedauert. Immerhin hab ich ja nicht beruflich fotografiert, konnte mir also egal sein, ob ich das teure Gerät benutze oder einfach nur anschaue. Blitzen lernen schien mir zu anstrengend. (Irgendwann konnte mein Gewissen den teuren Blitz aber nicht mehr sehn. Also verschwand er in einer Lade). Jeder Versuch den ich mit einem Blitz unternommen habe endete mit Frust und genervtem "so ein Schmarrn, brauch ich nicht, ich mag natürliches Licht eh viel lieber". Bis mich eines Tages diese Worte getroffen haben: [evidence]"Der einzige Grund, warum du dich vor dem Blitz fürchtest, ist weil du dich vor dem Blitz fürchtest".[/evidence] Das ist die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Es gibt tatsächlich keinen anderen (logischen) Grund, warum man als Fotograf nicht mit Blitzlicht arbeiten wollen würde. Sobald du verstanden hast, dass Licht und Blitze kein Monster sind, das du bekämpfen und beherrschen mußt, sondern ein guter Freund, der dir einfach nur hilft das Beste aus deiner Fotografie zu holen, wirst du dich wundern, wie du jemals ohne leben konntest. (Ok, reine Landschaftsfotografen können sich hier ausnehmen, wobei selbst da gut eingesetzter Blitz hervorragende Dienste leisten kann ;-)) Und dann kannst du dich dran machen, die Grundlagen zu lernen, zu verstehen, zu üben und umzusetzen! Gegenlicht und Beautydish von vorne Blitzen lernen - Wie du die Blitzangst überwindest Solltest du hier immer noch lesen, dann weißt du selbst, dass du unter Blitzangst leidest, ich muss dir das also nicht mehr erklären. Also kommen wir zum wichtigeren Teil - was kannst du dagegen unternehmen, wie kannst du diese Blitzangst in den Griff kriegen. Das ist die Kurzfassung meiner Erfahrungen und wie ich es für mich geschafft habe: [evidence]"Blitz ist kein Monster, das du bekämpfen mußt. Es ist nur Licht und Licht ist dein bester Freund!"[/evidence] Such dir einen Mentor Zuerst, finde einen Fotografen dem du bei diesem Thema vertraust. Es gibt zahlreiche Fotografen mit interessanten Blogs, Büchern, DVD´s usw.. Ich hab zum Beispiel vor vielen Jahren viel von Chase Jarvis, Zack Arias, Vincent Laforet, usw gelernt. Kurz - du mußt einfach kurz zurück auf die Schulbank, da führt kein Weg dran vorbei. Und lass dich ja nicht in dieses Mindset ziehen das dir dauernd sagt "shit, Schule, wie mühsam", sondern stürtz dich von Anfang an mit der richtigen Einstellung rein - "Jawohl, Schule, wenn ich da rauskomme kann ich neue Sachen die ich immer schon können wollte und meine Fotos werden aufs nächste Level gehoben". Für mich war der erste Hebel Joe Mc Nally. Ein Fotograf der Licht seit 20 Jahren versteht und im Griff hat. Mein erstes Buch von ihm war "The Moment It Clicks", dessen deutsche Ausgabe ich bis heute noch in meinem Onlinekurs auf Shootcamp.at empfehle. Ich hab das Buch in einer Nacht durchgelesen und dann gleich "The Hot Shoe Diaries" gelesen. Damit hat für mich der Weg begonnen, ich hab für mich eine Entscheidung getroffen, die du für dich auch treffen solltest: [evidence]"Ich will Blitze verstehen und damit umgehen können, damit ich endlich völlig frei von den Gegebenheiten meine Bilder gestalten und umsetzen kann!"[/evidence] Das hat wirklich Alles verändert. Ich konnte nicht glauben, wie viel es dazu gibt und wie umfangreich dieses Thema werden kann. Und dann, eines Tages, wußte ich anscheinend genug um den nächsten Schritt zu spüren. Erst nachdem ich mir das Thema Licht und Blitze bis in die mathematischen Details inklusive des reziproken Quadratgesetzes einverleibt hatte (und ich hab Mathematik wirklich noch nie gemocht) kam plötzlich die "Erleuchtung". Die kam ganz automatisch, sozusagen über Nacht. Die Feststellung: "Es ist so viel einfacher als ich dachte". Ein paar Jahre später durfte ich bei der Photokina auf der Bühne stehen und anderen Fotografen mit meinem Seminar "Simple Speedlite" das Blitzen näherbringen: Übung und Umsetzung Das ist beim Lernen der zweite wichtige Punkt. Der Erste ist, dass dir jemand didaktisch gut aufbereitet erklären kann, was du nicht verstehst. Der Zweite ist definitiv, dass du nach dem ersten "Aha Erlebnis" das Gelernte auch umsetzt und übst. Dadurch manifestiert sich dieses Wissen durch Erfahrungen und du erreichst früher als du denkst diesen "das ist so einfach, warum hab ich das früher nicht beherrscht"-Moment. Bereite dich darauf vor, zu scheitern. Grad beim Blitzen steht ausser Frage, dass du zu Beginn auch scheitern wirst. Es wird nicht so laufen, wie du dir das vorgestellt hast. Du wirst Fehler machen. Aber wenn du dir die Zeit nimmst sie zu analysieren, das was du gelernt hast Schritt für Schritt nochmal durchzudenken, dann wirst du bald feststellen wo der Fehler zu suchen war. Und allein damit schon beim nächsten Anlauf einen Schritt besser sein. Fehler gehören zum Lernen einfach dazu. Du machst keinen Fehler wenn etwas falsch läuft, du hast nur eine Möglichkeit gefunden, die nicht funktioniert. Nimm den Blitz von der Kamera! Für mich gibt es nur sehr sehr wenige Situationen, in denen ein Blitz auf einer Kamera wirklich Sinn macht. Sehr wenige. Kaum welche 😉 Dafür brauchst du ein klein wenig Equipment. Welches Setup du verwendest hängt davon ab, was genau du eigentlich machen möchtest und hier geben viele schon viel zu früh auf. Softbox? Schirm? Beatuy Dish? Kabellose Auslöser oder doch mit Kabel?... zu viel Auswahl, zu viel Ratlosigkeit, ach was, sagte ich nicht, ich find natürliches Licht sowieso viel schöner .... Klappe, durchhalten, weitermachen 😉 Bau dir ein einfaches Blitzsetup Mein erstes Kabelloses Setup bestand aus einem Canon 580EXII, Profoto wireless trigger (ohne TTL), Manfrotto Lichtstativ, Lastolite 90cm Schirm (Silber mit diffuser) und einem Schirmneiger um den Blitz auch dort hinzeigen zu lassen, wo ich das gern möchte. Das ist durchaus ein Leistbares erstes Setup mit dem man sehr lang durchkommen kann. Mein Assistent arbeitet seit 2 Jahren mit so einem Setup und holt ungemein viel raus damit! Wenn ich unterwegs bin, packe ich genau so ein Setup ein, weil es leicht und trotzdem sehr effektiv ist. Wie gesagt, es geht nur darum, Licht selbst gestalten zu können. Und so wie die beste Kamera der Welt keine besseren Fotos macht ohne jemandem, der damit arbeitet und gestaltet, so hilft auch hier die beste Technik nichts. Es geht einfach darum zu Wissen, wie sich Licht verhält und wie man es formen und beeinflussen kann. Arbeite (anfangs) manuell! Vergiss fürs erste sämtliche TTL Optionen, sowohl in der Kamera als auch auf dem Blitz. Manuell hilft dir schneller zu begreifen, was du tun sollst und was nicht. Wenn du alles Manuell beherrscht, wird es recht einfach sein, auf TTL umzusteigen. Umgekehrt ist fast unmöglich. Und dann hab einfach Spaß! Kein Druck, kein Frust, kein Ärger, hab einfach Spaß beim Üben. Du wirst sehen, der erste Moment wenn dir ein geblitztes Foto richtig gut gelingt fühlt sich unglaublich an. Ich glaube ich dachte mir damals "wow, das sieht aus wie von einem Fotografen, hab ich das echt gemacht?" 🙂 Es bringt deine Fotografie einfach aufs nächste Level und somit auch deine Freude daran. Das Wichtigste ist einfach, dass du dich damit abfindest - Blitze, insbesondere die kleinen mit den vielen Knöpfen, sind Arschgeigen. Zu viele Funktionen, Knöpfe, Einstellungen... Aber in Wahrheit, am Ende des Tages, sind sie nur teure Taschenlampen, die ein mal sehr kurz und intensiv leuchten können. Vielleicht brauchst du zum ersten mal in deinem Leben als Fotograf eine ... wie war das Wort ... Gebrauchsanleitung! Aber lass dich nie verwirren. Wie eine Taschenlampe: Ein / Aus. Alles andere ist Spielerei die nicht sein muss, nur kann! Nein, blitzen lernen läuft nicht auf Anhieb! Lass dich nicht verarschen, niemand kauft eine Kamera und einen Blitz, geht bei der Tür raus und wird Weltklassefotograf. Nur weil man an jeder Ecke eine Kamera kaufen kann, ist nicht gleich jeder ein Spitzenfotograf. (Es gibt ja auch schon lange Küchen die leistbar sind, aber nicht nur Haubenköche auf der Welt). Und wenn es dir dann endlich gelingt, du es drauf hast und jemand sagt zu dir "deine Kamera macht tolle Fotos", kannst du reinen Gewissens antworten "da müßtest du erst mal meinen Herd kochen sehn". Kann etwas dauern, aber am Ende versteht es dann doch jeder 😉 Wenn du Lust hast, Blitze von grundauf zu verstehen und eine Abkürzung zu gehen - In meinem Onlinekurs "Das große Blitzen 1x1" arbeiten wir alles durch, was du brauchst. Die gesamte Thematik von grundauf durchleuchtet (unabsichtliches Wortspiel, ich schwöre ;)) hier gehen wir wirklich jeden Punkt durch, wie sich Blende, Belichtungszeit, Distanz, Blitzleistung usw auswirken, wie du sie für dich nutzen kannst und wo die Grenzen sind. So schaffen wir eine anständige Grundlage mit der du das "Monster Blitz" endlich zu dem machst, was es sein soll - ein weiteres Werkzeug um deine Fotos auf das nächste Level zu heben. Ganz einfach. Wenn du Lust hast, trag dich hier unverbindlich ein und ich informiere dich rechtzeitig, sobald der Kurs startet. Übrigens, alle Fotos in diesem Artikel wurden mit 1-2 kleinen Blitzen, kabellosem Auslöser, einem Schirm und/oder einer Lastolite Softbox 60x60cm gemacht. -
Die Canon EOS 5D mkIV ist da - mein Erfahrungsbericht auch 😉Die Canon EOS 5D mkIV ist da - mein Erfahrungsbericht auch 😉Liebe befreundete Fotografen und Kollegen, es tut mir leid! Ich hab euch Wochen- sogar monatelang belogen und ich fühl mich grad sehr erleichtert, dass ich endlich mit der Wahrheit rausrücken kann. Ja, ich war einer von 5 Glücklichen in Europa, die mit der Canon EOS 5D mkIV arbeiten konnten, lang bevor die Gerüchte überhaupt ernstgenommen wurden. Und ich bin vermutlich der Einzige der verrückt genug war, Foto und Film zugleich damit zu machen. Nachahmen würd ich wirklich nicht empfehlen und ich werd auch gleich erklären warum. Erst mal - ich bin erleichtert, dass ich endlich nicht mehr lügen muss und ich tus nie wieder, versprochen. Das ist anstrengend 😉 Also, hier meine Erfahrungen mit der 5D mkiV aus erster Hand: Die "Gamechanger Familie" 5D Ja, ich mag das Wort auch nicht, aber wenns wahr ist, darf mans auch mal sagen. Und die 5D hat nun mal Alles verändert. Ich mache hauptsächlich Portraits, Editorial, Werbung und auch Imagefilm und Musikvideos. Der Grund warum ich das alles angefangen habe zu kombinieren ist die Canon EOS 5D Serie. Ich hab immer schon beides geliebt, Fotografie und Film. Nur war Film unleistbar. Bis eben Canon mit der 5D mkII auf den Markt kam. Plötzlich war "Film Look", also Tiefenunschärfe in spitzen Videoqualität mit der selben Kamera möglich, mit der ich auch meine Portraits und Editorials fotografieren konnte. Danach kam mit der 5D mkIII ein teilweise zu erwartendes Update mit erheblich besserem Autofokus der bis heute noch einer der Besten am Markt ist, erheblich besserer ISO Performance, einem Rauschen bei höheren ISO Bereichen das nicht mehr hässlich war sondern fast schon ein wenig an Filmkorn erinnert hat (etwas, das nach wie vor manche Leute absichtlich in ihre digitalen Fotos packen) ... Ja, die mkIII war schon eine feine Kamera. Aber ehrlich, wir warten doch längst auf die 5D mkIV, richtig? Ich hab mich lang und oft gefragt, was Canon wohl in der 5D mkIV bringen könnte. Um ehrlich zu sein, mir hat mit der mkIII bisher nichts gefehlt. Für Megapixel ohne Ende gibts die 5DS(r), mit allem anderen war ich bis dato recht glücklich. Irgendwie wußte ich garnicht, was zu erwarten wäre. Der üblichen Jammerei was denn nicht alles besser sein könnte schließe ich mich generell nicht an, davon halt ich nicht viel. Kameras sind einfach Werkzeuge für mich. Werkzeuge die mir ermöglichen sollen meine Arbeit zu tun. Wenn sie mir dabei helfen sie schneller, einfacher oder besser zu machen, bin ich dabei. Dann hat Canon mich und noch 4 andere Fotografen in Europa gefragt, ob wir diesen Sommer nicht Lust hätten mit der neuen EOS 5D mkIV zu arbeiten, lang bevor sie veröffentlicht wird. Was denkt ihr wohl? 🙂 Wie immer hab ich Canon auch dieses mal natürlich gesagt - ich sag nicht, dass ich euer Zeug super find, wenn ichs nicht super find. Aber sie schienen recht sicher zu sein, dass sich mir die Frage nicht lange stellen würde. Eigentlich hätte ich ja das machen sollen, was ich sonst auch mache. Nämlich Portraits, Menschen fotografieren. Ein paar schöne Promotion Fotos von einer Band mit der wir gleichzeitig ein Musikvideo mit der 5D mkIV drehen. Mark Rodway als Regisseur, Matt Taylor als DOP, ich mach dazu Promo Fotos und Portraits. Klingt nach Spaß. Wäre da nicht die Plattenfirma 3 Tage vor dem Shooting Termin draufgekommen, dass ihr Sänger nicht Autofahren kann. Unpraktisch, für ein Video in dem viel gefahren wird. Der langen Rede kurzer Sinn - nach viel hin- und her haben wir beschlossen, ich mach Promo-Fotos und ein Behind The Scenes Video von der Kamera in Arbeit bei einem Filmdreh. Auch eine große Herausforderung und vor allem eine gute Möglichkeit für mich, die Kamera wirklich auf Herz und Nieren zu testen. Normalerweise rate ich dringend davon ab, Foto und Film zeitgleich zu machen. In diesem einen Fall, weil es ja auch darum ging die Kamera kennenzulernen, hab ich eine Ausnahme gemacht. Was ich allerdings nicht wußte - ich hätte 2 Kameras bekommen sollen, eine für Film und eine für Foto (das Setup ist sehr unterschiedlich und so hätten wir enorm viel Zeit und Nerv gespart) ... Eine der Kameras war mit Ulla Lohmann in einem Vulkan. Richtig gelesen. IN einem Vulkan. Ulla ist wirklcih eine tolle Fotografin und vor allem ein sehr lieber Mensch. Aber eben auch verrückt. Und wenn man ihr eine Kamera gibt und sagt "probier mal was die kann", dann muss man mit sowas rechnen. Das wirklich erstaunliche - die Kamera hat überlebt! Halb geschmolzen, aber absolut funktionstüchtig. Einzig der Finder war etwas sehr dunkel, man hätte die Mattscheibe tauschen müssen. Wir hatten dafür weder Material noch Zeit in Wales, bei 16 Grad und Regen im Hochsommer. Also mußte ich wohl oder übel Fotos und Video mit einem einzigen Body machen. Höchststrafe. Eines kann man an dieser Stelle aber schon mal sagen - wer Wert darauf legt, dass eine Kamera stabil ist und sich wirklich quälen läßt ist hier wohl richtig. Wenn eine Kamera einen Ausflug in den Vulkan übersteht, bei dem alle Anwesenden in Hitzeschutzgewänder gehüllt wurden, nur die arme Kamera nicht, dann aber immer noch funktionoiert ... Ich denke dann ist mal alles gesagt was man wissen muss zur Frage "hält die auch was aus". Moment,... wie bitte? Als ich die 5D mkIV also endlich in Händen hielt, immerhin eine davon, habe ich zuerst einiges gesehen, das ich mehr oder weniger erwartet hatte. 30 statt 24 Megapixel, noch weniger ISO Rauschen, noch besseres Rauschverhalten (das Farbrauschen das bei der mkIII in höheren ISO Bereichen noch zu sehen war ist verschwunden) 4k Video war irgendwie klar, dazu 120fps bei 720p und 60fps bei 1080p für Slow Motion. Ja, man könnte über 120fps bei 1080p diskutieren. Aber dafür gibts 4k "Pixel by Pixel", also vollkommen ohne Moirée. Und HDR Video, das ist doch auch was. Auch integriertes WLan und GPS, sehr nett. Aber ganz ehrlich, nichts was einen 2016 völlig von den Socken reissen könnte. Ich war zufrieden. Bis zu dem Moment, als plötzlich in einem Gespräch so ganz nebenbei und beinahe unbemerkt der Satz fiel "... i think Dual Pixel RAW and refocussing in post is really a lovely ..."... Ich hab den Rest garnicht mehr gehört. Moment .... Wie bitte? Fokuskorrektur in der Bearbeitung? Ich glaub ich hatte kurz Gänsehaut. Soll das etwa bedeuten, wenn ich bei offener Blende mit der Schärfe wieder mal graaaaaaad so daneben liege, kann ich das in der Bearbeitung korrigieren und das Foto vielleicht trotzdem noch verwenden? Im Ernst? Ja, ganz genau, das heißt Dual Pixel RAW bei der Canon EOS 5D mkIV ... Ich glaub ich spinn. Und das funktioniert? Nach einem von 2 Dreh/Shootingtagen hat sich die neue Funktion im Hotelzimmer am Abend schon erstmals bewährt. Das Ziel der Fotos war ein paar schöne Promo Fotos der 5D mkIV zu kriegen. Und selbstverständlich bedeutet das, dass das Logo auf dem der Name der Kamera zu sehen ist gestochen scharf sein sollte. Bei 30 Megapixel ist das schon etwas sensibler als bei 24 die ich vom Vorgänger gewohnt bin. Da gabs zum Beispiel dieses eine Foto, auf dem der DOP Matt Taylor auf der Rückbank des alten BMW sitzt. Ich mag das Bild. Canon mochte es auch. Aber, ratet mal, es war nicht 100% scharf dort wo es scharf sein sollte. Sehr offenblendig aufgenommen, alles in Bewegung, da liegt der Fokus schon mal knapp daneben. Kann passieren, nicht weiter schlimm. Vor allem, wenn man die Schärfe nachträglich korrigieren kann. Ich bin wirklich kein technisch verliebter Fotograf. Schon lange nicht mehr. Meine 5D mkII mußte noch sehr lange arbeiten, obwohl die mkIII schon auf dem Markt war. Erst 2015 hab ich das Upgrade gemacht. Aber allein wegen dieser einen Funktion bin ich diesmal sofort an Board. Und wie sieht die Sache mit dem filmen aus? Die 5D mkIV hat Autofokus im Videomodus. Ok. Nicht sooo aufregend 2016, richtig? Aber irgendwie dann doch. Denn wie üblich, wenn Canon sich mit etwas Zeit läßt, dann wirds auch dementsprechend gut. Und dieser Autofokus ist nicht nur für Fotos ein Traum, er funktioniert auch für Videos hervorragend. Das muss er auch, bei 4K Pixel for Pixel Auflösung. Außerdem gibts die "Motrion Tracking AF" Version, das heißt Gesichtserkennung. Ich war wirklich überrascht wie gut dieser Autofokus arbeitet. Auch unter widrigsten Bedingungen. Wir haben einen halben Tag lang in einer dunklen Bar gedreht, wirklich wenig Licht, alle Kameras mit der ISO auf 4.000-6.400. Trotzdem mußte ich kein einziges mal in den Autofokus eingreifen. Ich war 2 Tage lang ständig drauf vorbereitet, den Fokus manuell einzustellen, mußte aber tatsächlich nicht ein einziges mal eingreifen. Das hab ich nicht erwartet. Erleichtert die Arbeit allerdings ungemein. Das heißt für mich, ab sofort wird nur noch manuell fokussiert, wenn Unschärfe beabsichtigt einfließen soll, denn unscharf kann die 5D mkIV ganz offensichtlich nicht mehr 🙂 Insgesamt halte ich die 5D mkIV für ein sehr gelungenes update. Gleicher Sensor wie in der 1DxII, wirklich schönes 14 bit Bild, sehr schöne ISO Performance, kein Farbrauschen mehr in den hohen ISO Bereichen, 4k Video pixel by pixel, also kein Moirée, 120fps bei 720p und 60fps bei 1080p, HDR Video, Autofokus im Videomodus ...Aber womit mich Canon diesmal wirklich gekriegt hat, ist Fokuskorrektur in der Bearbeitung. Hier gibts erst mal das Behind the Scenes Video das ich in Wales mit der 5D mkIV gedreht hab, weiteres Material folgt in Kürze. Canon Schweden hat mich heute nach Stockholm eingeladen um über meine ersten Erfahrungen mit der 5D mkIV zu erzählen in diesem Livestream in der Central Station in Stockholm: Hier findest du dazu noch ein Interview mit mir zur Arbeit mit der 5DmkIV auf der Canon Website.: https://www.canon.at/pro/stories/christian-anderl/ -
Shootcamp Headquarter by HFA StudioShootcamp Headquarter by HFA StudioWe are really proud of our new wall in the Shootcamp Headquarter. The guys of HFA Studio put in a lot of effort, love and details. It was a pleasure for us to work with these guys and watch them do what they love most. Very inspiring and motivating. There´s a reason HFA means "High functional addicts" 😉 We also shot this Behind The Scenes Video, so you can also enjoy what they did: More work of HFA Studios: Instagram | Facebook | Youtube | Website -
230 Portraits in 2 Tagen230 Portraits in 2 TagenMittlerweile ist der Portrait Marathon bei der Photo & Adventure Messe in Wien und Linz zur Tradition geworden. Zum dritten mal hat Canon Austria mich eingeladen an ihrem Stand Portraits zu fotografieren. Canon stellt dabei A3, A2 und Large Format Drucker zur Verfügung, wir schießen dein Portrait direkt in einen Rechner von dem aus die Bilder sofort ausgedruckt und mitgegeben werden. Das ist natürlich in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung. In diesem Artikel zeige ich dir, wie wir es machen. Auf der technischen Seite heißt das natürlich, das Portrait Setup so unkompliziert wie möglich zu halten. Klar, wir könnten so richtig "draufhauen" und dort ein massives Lichtsetup mit 5 und mehr Blitzköpfen aufbauen, oder einfach viele verschiedene Lichtsetups zeigen. Das hatten wir im ersten Jahr dieses Experiments auch versucht. Die Wahrheit - wir verbringen damit viel zu viel Zeit beim Umbau, dadurch kommen natürlich auch viel weniger Portraits zustande. Portraitfotografie sollte auf der technischen Seite möglichst einfach sein, dann bleibt dir mehr Zeit für die Konzentration auf das Wesentliche - Menschen. Bei der Photokina 2014 in Köln haben wir uns mehr für eine Workshop-Variante entschieden. Dort ist das natürlich ok, es ging ja auch nicht darum, möglichst vielen Menschen ein Portrait von sich selbst mitzugeben, sondern in 15 Minuten ein einfaches Lichtsetup zu erklären, das jederzeit und überall angewendet werden kann. Und auf der psychologischen Seite der Portraitfotografie ist das eine echte Herausforderung. 230 Menschen die man noch nie gesehen hat in 2 Tagen so fotografieren, dass sie sich selbst auf dem Portrait gefallen ist sicherlich die größte Herausforderung, die ich damit jährlich auf dem Terminkalender stehen habe. Die Technik / Das Setup für dein Portrait Wie gesagt, technisch so einfach und effektiv wie Möglich war das Ziel. Da kommt mir mein aktueller Lieblingslichtformer - der Beatuydish - sehr gelegen. Man kann ihn mit Wabe oder ohne Wabe verwenden, er gibt sehr weiches und doch kontrastreiches/starkes Licht, er ist nicht allzu groß und nimmt nicht viel Platz weg ... viele Vorteile für so ein Projekt. Mit Wabe werden die Kontraste stärker, die Lichtkanten etwas härter, während er ohne Wabe überraschend weiches Licht für so eine kleine Lichtquelle gibt. (Wie wir im Shootcamp ja auch lernen - kleine Quelle - hartes Licht, große Lichtquelle - weiches Licht) Die Wabe gibt mir auch mehr Möglichkeiten im Hintergrund einen Verlauf zu zeichnen, das macht widerum den Hintergrund manchmal etwas interessanter. Apropos Hintergrund, der Hintergrund war diesmal Mittelgrau. Normalerweise verwende ich einen weissen Hintergrund, weil ich damit von Weiß über alle Grautöne bis Schwarz jeden Hintergrund selbst gestalten kann, indem ich einfach das Licht näher oder weiter weg stelle. Heuer war weiß nicht dabei, also haben wir gleich grau verwendet. Funktioniert auch 😉 Die Kamera - Auch dieses Jahr haben wir die Fotos wieder mit der 5DmkIII und dem 85/1.2 gemacht. Eine traumhafte Kombi. Warum nicht mit der 5Dsr? Weil Megapixel uns hier nicht weitergebracht hätten, ganz im Gegenteil. Alle Fotos sind als RAW & JPG fotografiert, die JPGs wurden direkt in der Kamera in Schwarz/Weiß konvertiert und über Wlan zur Druckerstation geschickt. Alles andere wäre in dieser Zeit nicht wirklich machbar gewesen, für Bearbeitungen aller Art ist bei sowas keine Zeit. Die Bilder wurden dann auf 4 Canon A3 Druckern ausgedruckt (Pro-1, Pro-10s, Pro-100s). Zwischendurch wurden einzelne Portraits auch auf dem Large Format bis zu A0 gedruckt. Das braucht aber etwas Geduld 😉 Die psychologische Seite Die wirkliche Herausforderung bei diesem jährlichen Termin (und bei der Portraitfotografie ganz allgemein) ist für mich aber nicht die Technik, sondern die Arbeit mit so vielen Menschen in so kurzer Zeit. Normalerweise, wenn jemand zu mir ins Studio kommt und von mir portraitiert wird, dann wird zuerst mal Kaffee, Tee usw getrunken, wir plaudern ein wenig, lernen uns ein wenig kennen und haben die Möglichkeit uns ein wenig anzunähern. Das halte ich für einen wesentlichen Bestandteil in der Portraitfotografie. Vielen Menschen ist es sehr unangenehm vor so einer Kamera zu stehn, inmitten von Licht und Technik. Die sind schon verunsichert und dann donnern wir auch noch mit Blitz und Kamera auf sie ein. Nur wenn man einen persönelich Bezug aufbaut und ihnen hilft, die Kamera zu vergessen, hat man eine Chance ein ehrliches, authentisches Foto zu machen. Wenn mir mein Gegenüber sein wahres Ich nicht zumindest für einen Bruchteil einer Sekunde zeigt, weil er sich hinter einem schüchternen, verkrampften Gesicht versteckt, wird das Foto auch dementsprechend aussehen. Die Zeit, die ich mir üblicherweise dafür nehme, bleibt mir dort natürlich nicht. Also muss alles sehr komprimiert und kurz geschehen. Der erste, vielleicht wichtigste Punkt, der mir an diesen 2 Tagen wieder sehr intensiv aufgefallen ist - bevor sich jemand vor meine Kamera stellt, schüttle ich ihm zumindest die Hand. Das klingt jetzt selbstverständlich, ist es aber anscheinend nicht für alle. Ich sehe einerseits Fotografen, die so auf ihre Technik konzentriert sind, dass sie wohl einfach vergessen, dass sie hier in erster Linie mit Menschen arbeiten. Und auch bei den Besuchern ist mir aufgefallen, dass jeder Zweite einfach an mir vorbeigehen und sich gleich brav zum Licht stellen wollte. Ein Händedruck und eine kurze Vorstellung (auch wenn ich weiß, dass ich mir Namen sowieso schwer merke, schon garnicht 230 an 2 Tagen 😉 kann schon helfen. Der Händedruck mit dem wir uns begrüßen hat ja eine sehr sinnvolle Geschichte. Jemandem die Hand reichen heißt - ich will dir nichts böses, ich zeige dir meine offene Handfläche, reiche dir die Hand, bin dir wohlgesonnen. Das mag für manchen komisch klingen, aber psychologisch betrachtet ist das noch immer so. Außerdem stellt man sich dabei kurz vor und schaut sich zumindest für ein paar Sekunden in die Augen, kann sein Gegenüber anlächeln und bekommt zu 100% ein kleines Lächeln zurück. Allein das hilft schon enorm für die Portaits. Lächeln ist schön, aber keine Pflicht In einem Lächeln liegt viel Charakter eines Menschen. In dieser einen Sekunde kann man förmlich auslesen, ob der Mensch grad eher nervös, schüchtern oder verunsichert ist und noch vieles mehr. Das braucht Übung und vor allem Interesse an Menschen, aber du wirst sehen, aus einem Lächeln schaut so viel mehr heraus als nur strahlende Zähne. In diesem Moment entscheide ich meistens, was ich mit meinem Gegenüber mache. Eher ein lachendes, fröhliches, helles Portrait, oder ist er/sie unsicher, lasse ich ihn/sie lieber von mir und der Kamera wegschauen und mache ein Profil. Oder gefällt mir das Profil einfach sehr gut und ich möchte deswegen eher ein seitliches Portrait ... Verwende ich den Beautydish von oben und einen Reflektor darunter um ein sehr helles, voll ausgeleuchtetes Portrait zu machen ... Einige weiterführende Details zu Portraitfotografie habe ich in diesem Artikel zusammengefasst: Portraitfotografie: Was du für den Einstieg wissen mußt Wie man Menschen vor der Kamera locker kriegt, wie man sich in sie einfühlt und auch möglichst schnell herausfindet, welchen Typen man wie genau fotografiert, zeige ich im Detail in meinem Workshop "Charakterportrait - Fotografie & Psychologie". Ich halte diesen Teil für den Wichtigsten in der Portraitfotografie, der auch viel Übung und sicherlich einige Jahre Erfahrung braucht. Ich bin selbst noch am lernen und werde damit bestimmt nicht aufhören. Wenn man auf diesem Gebiet aufhört dazuzulernen, sollte man die Portraitfotografie vermutlich bleiben lassen. Jedenfalls hab ich mir das für mich so vorgenommen. Wenn du alles über die Arbeit mit Blitzen lernen willst, habe ich dafür im Shootcamp einen eigenen Kurs gemacht, das "große Blitzen 1x1". Wie arbeitest du mit Menschen vor der Kamera? Was sind deine Do´s und Don´ts? Teile sie mit uns allen in den Kommentaren! -
Die Kamera des iPhone 6s im StudioDie Kamera des iPhone 6s im StudioWenn es stimmt, dass nicht die Kamera und das Equipment, sondern der Fotograf das Foto machen und wenn viel mehr Komponenten an guten Fotos beteiligt sind, als nur die Kamera, dann müßte das doch auch theoretisch mit jeder Kamera klappen, richtig? Ich hab mir das neue iPhone 6s mal geschnappt und damit ein Shooting im Studio gemacht. Genauso, als würden wir mit Canon 5DmkIII oder Hasselblad 503cx arbeiten. Ein auffälliger Nachteil an Portraits die mit dem iPhone fotografiert wurden ist schon mal die Verzerrung. Durch das sehr weitwinkelige Objektiv wirkt das Gesicht wesentlich schmäler, der Kopf etwas höher als er tatsächlich ist. Klassische Portraitoptiken würden frühestens bei 50mm, eher aber erst bei 85mm anfangen, davon ist die iPhone Optik natürlich weit entfernt. Nachdem wir die Blitze im Studio mit dem iPhone nicht synchronisieren können, mussten wir mit Dauerlicht arbeiten. Das heißt aber auch erheblich weniger Licht und somit sehr hohe Anfälligkeit für Bewegungsunschärfe. Das lässt sich mit einem Stativ leicht beheben. Alternativ hätten wir natürlich auch noch stärkeres Licht verwenden können. Im Video verwendetes Equipment: Walimex Ringlicht Oktabox Profoto B1 (Vorschaulampe) - Ein Halogenstrahler aus dem Baumarkt kann den Job auch erledigen 😉 Gorillapod Um gleich nochmal allen Kollegen die jetzt schon auf Facebook so fürchterlich gewettert haben die Angst zu nehmen - Natürlich will ich damit nicht sagen, dass wir alle unsere teuren Kameras verkaufen können und jeder mit einem iPhone in der Tasche Fotograf ist. Aber es wäre dann mal wirklich an der Zeit, sich der Tatsache zu stellen, dass jeder mit einem iPhone in der Tasche ein potenzieller Fotograf sein kann. Wenn man weiß wie man ein Bild aufbaut, sich mit Bildgestaltung, Bildbearbeitung vertraut macht und ansprechende Fotos fabrizieren kann, dann kann man das auch mit einem iPhone. Ich sehe das tagtäglich in der Community zu meinem Onlinekurs auf Shootcamp.at was Wissen und Übung im Gegensatz zu Technik ausrichten können. Das teure Equipment ist - wie immer - für dementsprechend professionelle Ergebnisse natürlich absolut gerechtfertigt und nötig. Aber schöne Fotos lassen sich - wenn man die dementsprechenden technischen Einschränkungen kennt und mit ihnen umgehen kann - ohne weiteres auch mit einem iPhone machen. Ein wesentlicher Faktor für bessere Fotos mit dem Smartphone sind bestimmt die Apps. In diesem Artikel und Video findest du meine 5 meistgenutzten iPhone Apps. -
Die eine Übung, die deine Fotos garantiert interessanter machtDie eine Übung, die deine Fotos garantiert interessanter machtWie macht man bessere Fotos, mit welcher Kamera, mit welchem Equipment, welcher Technik, Nachbearbeitung, Farblehre,... wer sucht wie man bessere Fotos macht findet viele Antworten. Ich werde nicht müde in Workshops, Vorträgen und auch in meinem Onlinekurs zu wiederholen - Was du siehst und wie du es siehst ist beim fotografieren viel entscheidender als jedes noch so teure Equipment, das du für gutes Geld bekommen kannst. Eine günstige Kompaktkamera oder ein Smartphone reichen völlig aus um bessere Fotos zu machen. Alles mit dem man fotografieren kann reicht im Prinzip aus. Wenn du weißt wie! Es ist wie beim kochen. Ein guter Koch wird aus dem was er in deiner Küche findet etwas zaubern, mit dem du nicht gerechnet hättest. Ein schlechter Koch wird in der tollsten Küche mit Gehilfen und allen Zutaten vermutlich nichts rausholen können. Manche fallen wie Mozart einfach mit einem riesigen Talent und einem angeborenen Auge vom Himmel. Aber eben nur manche. Der Rest von uns muss sein Handwerk erst erlernen. Und mit erlernen meine ich nicht ein paar Tipps im Internet lesen. Ich will dir nichts vormachen, es gibt keine Abkürzungen, mit denen du morgen früh zum Spitzenfotografen mutierst. Fotografieren lernen ist ein Marathon, kein Sprint. Aber es gibt einige Techniken und Übungen, wie du es schaffen kannst, mit Licht zu arbeiten, mit Bildgestaltung und Bildaufbau zu arbeiten und wie du mit deinen Fotos Geschichten erzählst und Perspektiven einfängst, die den Betrachter wirklich überraschen. Ja, fotografieren kann man lernen. Und genau da beginnst du deinen eigenen Weg und deine eigene Definition von "bessere Fotos" zu finden. Eine sehr effektive Übung für bessere Fotos Eine meiner liebsten Übungen, die ich immer wieder mache seit ich fotografiere und die mich bestimmt von allen am weitesten gebracht hat, schenke ich dir heute in diesem Artikel. Abgesehen von Licht, Blende, Belichtungszeit und den anderen Dingen aus denen ein Foto besteht, ist das stärkste Element in einem Foto immer noch der Ausdruck / die Geschichte die es erzählt. Genau das wollen wir mit dieser Übung verbessern. Diese Übung ist auch ein Bestandteil des Basiskurses auf Shootcamp.at, das Feedback das ich auf diese Übung bekommen habe sagt mir sie ist etwas unerwartet, aber für alle die sie durchgezogen haben äußerst produktiv und ein großer Fortschritt gewesen. Viele Teilnehmer sind an dieser Übung förmlich hängen geblieben und haben mir bestätigt, dass sich tatsächlich ihre ganze Wahrnehmung verändert hat durch diese Übung. Und somit auch ihre Fotografie. Das beste daran - sie ist eigentlich sehr (sehr sehr) simpel 😉 Es gibt 3 Punkte, die du an (so gut wie) jedem Motiv finden kannst. Bei manchen Motiven dauert es vielleicht nur länger, bis du dahinter kommst. Aber genau das macht Übungen ja aus, dass man sich damit beschäftigt und ein Problem löst. Egal ob mit der Kamera oder ohne. Such dir ein Motiv, das dich interessiert (man soll ohnehin nie etwas fotografieren, das einen nicht interessiert, das geht meistens in die Hose). Und dann such an diesem Motiv diese 3 Punkte, bevor du die Kamera überhaupt einschaltest: Gestalt - Information - Emotion Um das etwas zu vereinfachen, nehmen wir ein banales Beispiel. Einen Apfel. Wie soll man daran diese 3 Punkte finden? Ganz einfach: Das erste Bild zeigt ganz simpel und einfach einen Apfel. Also die Gestalt des Apfels Für die Information könntest du den Apfel zum Beispiel aufschneiden und somit zeigen, was darin steckt. - Bild 2 Und für die Emotion läßt du jemanden in den Apfel beissen oder gibst ihm jemanden in die Hand. Du zeigst die Emotion, die der Apfel auslösen kann. Bild 3 Diese Übung ist so einfach, fast schon banal und doch zugleich so effektiv (wenn du sie konsequent machst ;)). Je öfter du sie für verschiedene Motive anwendest, umso mehr wirst du feststellen, dass du aufhörst, dich damit zu begnügen die Kamera auf ein Motiv zu halten und abzudrücken. Es geht dir damit nicht mehr um die Kamera, sondern um das Bild das du damit machst. Du wirst anfangen ganz automatisch zu hinterfragen - was könnte ich an diesem Motiv sonst noch zeigen, wie könnte ich es anders darstellen, welchen Aspekt übersehe ich auf den ersten Blick, der auf den zweiten Blick vielleicht noch viel interessanter ist, als der erste ... Dabei definierst du, was "bessere Fotos" für dich eigentlich bedeutet. Was bedeutet "bessere Fotos" für dich? Und genau das bringt dich zu den Fotos, die sich Menschen länger als eine Sekunde anschauen in diesem dichten Rauschen aus Bildern das uns an jeder Ecke überläuft. So findest du deinen ganz eigenen Weg, dich abzuheben und Fotos zu machen, die nur du machen kannst. Ich zeige bei dieser Übung ganz bewußt keine weiteren Beispiele. Der wesentlichste Punkt an der Übung sind nämlich die Gedanken die Du dir dazu machst. Manchmal sind die tausenden Tutorials und Inspirationen die man heute online finden kann mehr Teil des Problems, als Teil der Lösung. Wir lernen nicht, indem wir einzelne Teile eines Puzzels "nachbauen". Indem wir diese einzelnen Fähigkeiten nachturnen und so machen, wie sie uns gezeigt wurden. Wir lernen, wenn wir unser Hirn anstrengen müssen. Wenn uns jemand auf den richtigen Weg stellt, uns zeigt wie man einen Fuss vor den anderen stellt und uns dann auf die Nase fallen läßt um uns gleich danach wieder aufzuheben, Mut zu machen und eventuell zu sagen, wo unsere Fehler waren. Man sagt, wenn man 10 Fotografen vor 1 Motiv stellt, dann bekommt man 10 vermutlich sehr unterschiedliche Bilder von dem selben Motiv. Eben weil deine Gedanken, deine Sichtweise, deine Wahrnehmung und deine Interpretation so viel wichtiger sind, als die Kamera und jedes andere Stück Equipment in der Fotografie. Kamera, Blitze und der ganze andre teure Spaß sind nur Werkzeuge. So wie die Töpfe für den Koch. Was du daraus machst, liegt allein an und in dir. Und im Gegensatz zu einer Kamera, die jeder kaufen kann, macht dein Blick auf die Dinge deine Bilder tatsächlich einmalig. Das ist deine einzige Möglichkeit, dich von anderen abzuheben und deinen eigenen Stil zu finden. Und mein Ziel ist es nicht, dir ein einziges Rezept zu zeigen, das du dann nachkochen kannst. Mein Ziel ist es dir ein Grundverständnis dafür zu geben wie die Werkzeuge und die Zutaten funktionieren, damit du dein eigenes Gericht daraus zaubern kannst. Ok, zu viel Metapher. Wir bleiben beim fotografieren. Aber du weißt schon, wie ich es meine 😉 Natürlich gibt es noch viele andere Übungen die du machen kannst, viele davon machen wir auch im Basiskurs auf Shootcamp.at gemeinsam in der Community durch. In diesem Kurs bringe ich dir alles bei, was du über die Technik wissen mußt und - noch viel wichtiger - wie du Bilder gestaltest und deinen ganz eigenen Weg in der Fotografie findest. Kurz - wie du aufhörst zu knipsen und endlich fotografierst. Und du kannst in der exklusiven Community zum Kurs mit den über 7.000 Kursteilnehmern gemeinsam lernen. -
7DmkII meets Red Bull Skydiveteam7DmkII meets Red Bull SkydiveteamThe Canon EOS 7DmkII will be delivered in November. I had a pre-production sample for some days and wanted to find out, how good the autofocus really works in video mode and really put the camera through its paces. Beeing a member of the Canon Ambassador Programm means we sometimes have the chance to work with cameras, that are not on the market yet. Ambassador Richard Walch for example was shooting with the EOS 7DmkII before anyone knew it existed. I also took the chance to get the 7DmkII in my hands before it is delivered just to do some test shootings. You can find technical details on every corner of the Internet already, and as a reader of my blog you already know - for me a Camera is a tool. And i want to know what i can do with this tool. I´m not interested too much in specs and details, i want to see results. The 7DmkII offers 3 really interesting things for me: 65 Autofocus points (cross type), Autofocus in video and 10fps. I never cared about autofocus in video mode on a DSLR. Like i almost never care about anything that says "Auto" too much. Auto means i´m loosing control, and i don´t like to loose control. I really want to know where my focus is and i want to move it exactly where i want it to be. BUT But from time to time things that are called "Auto" appear and really make sense. And having autofocus could be useful from time to time. If it really works. If i can´t access the camera for example. That would give me much more possibilities where i can put a DSLR and shoot video. This is why i didn´t only test the 7DmkII myself, i went to see fellow photographer Wolfgang Lienbacher and the Red Bull Skydive Team in Salzburg with a simple thought - if this Autofocus works while you´re jumping out of a plane with it, chances are high it will work everywhere 😉 Watch the Video to see how great the autofocus worked up there, while falling down to earth at about 200km/h: Keep in mind that this is a pre-production sample camera. Meaning it´s not guaranteed that the picture quality is as high as it will be in the final version that will be delivered in November. If you don´t use the autofocus in such harsh conditions, you also have the possibility to lock the focus point to your subject. So before you start shooting your video, you just focus on your subject, press record, and when the camera or subject is moving, the autofocus will follow exactly. If you keep in mind that we had no chance to activate the focus point in this video, the results are even more amazing. APS-C ONLY? Finally, i´d like to write down some words on "APS-C only". When i was on stage at photokina, giving workshops at Canon, a lot of people were asking me what i think about the 7DmkII. Even more people seemed to ask me "but it´s only APS-C, well, not so good, huh?". Do you remember that Megapixel hype when digital photography just started out? After some years of "wow, we can shoot and watch the results immediately", someone managed to convince a lot of people that megapixel is all you need. If it really makes sense to get as much megapixels out of small sensors as possible was nothing anyone would ever ask… just give them a loooot of megapixels and they are happe. "It is a great camera because it has 12 Megapixels" ... After some years, the word has spread. People suddenly knew "ok, megapixel is not that important. The sensor is much more important. It´s better to have a bigger sensor with less mp, than a smaller sensor with more mp". Ok. But then this "someone" must have showed up again and now convinced people, that Full Frame is the only sensor that makes sense at all. Everything below full frame is crap. At least that is what i hear all the time. Might take some years before this nonsense stops, as it took some time for the megapixel hype to stop. So let´s just have a quick look at some sensor formats, maybe that helps a bit: Medium Format, Full Frame, APS-C and iPhone in one picture. You really want to make a difference? A really big difference you and everyone who will watch your photos will see and feel? Then go from APS-C to medium format. That makes sense and difference. I had a shooting with Paukee from Excuse Me Moses last week with the Hasselblad 503cx and Phase One p25 back. That is a difference i can see and feel when editing the photos. Medium format is double size of Full frame. At least. Yes, that makes sense. And yes, of course, there is a difference between APS-C and full frame. But honestly, stop hyping full frame as the only sensor that makes sense for pros. That is simply not true. As a pro it can be a big advantage to have a crop sensor. The focus is not that sensitive on a crop sensor. It is much easier to mess up the focus on a full frame and really easy to mess it up on medium format, while APS-C is not that sensitive. And crop sensor also means you can turn a 200mm lens into a 280 or maybe even 300mm lens, depending on the crop factor your sensor has. This is a big advantage for sport- action- or wildlife photography. However, if this didn´t convince you, maybe you want to watch Zack Arias who took much more time on that topic and made this video about different sensor sizes. And he gets much more distinct on that one then i did 😉 -
Photokina 2014 mit Canon EuropePhotokina 2014 mit Canon EuropeIn der Fotografie gibt es kaum ein größeres Event als die Photokina in Köln. Das ist die Championsleage, oder vielleicht eher die Olympischen Spiele unserer Branche im deutschsprachigen Raum und auch International, findet sie doch nur alle 2 Jahre statt. So ziemlich die gesamte Welt der Fotografie, alles was den sogenannten "Rang und Namen" hat trifft sich für eine Woche in Köln, es werden neueste Produkte gezeigt, viel mit der Presse geplaudert, ... man kann sagen alle geben ihr Bestes um zu zeigen was sie haben oder können. Ich freue mich sehr, bei der Photokina 2014 auf der Canon Bühne täglich 7-8 Workshops zum Thema Blitzen geben zu dürfen. Du findest uns in der Boulevard hall 3.2. Dort wirst du uns nicht verpassen, es gibt dort kaum etwas anderes als Canon. Die Hälfte davon wird in Englisch, die andere hälfte in Deutsch gehalten. Wir werden nur mit kleinen Systemblitzen arbeiten und in jedem der Workshops erarbeiten, wie man mit relativ wenig Aufwand aber etwas mehr Gespür für Licht mehr aus den kleinen Blitzen rausholen kann. Ich würde mich freuen, wenn wir uns dort sehen. Canon hat auch eine eigene Facebook Seite für die Photokina eingerichtet, hier findest du sämtliche Programmpunkte und News von Canon zur Photokina 2014 -
Die einfachste Lösung für bessere Fotos - eine solide Basis schaffenDie einfachste Lösung für bessere Fotos - eine solide Basis schaffenIch bin der Letzte, der das Wort "solide" leichtfertig in den Mund nimmt. Es geht beim fotografieren in erster Linie um Spass, um Leidenschaft und nicht nur um Disziplin. Nach über 20 Jahren komme ich aber zu dem Schluss - nur wer sich eine solide Basis aneignet, findet wirklich Freiheit und Spass in der Fotografie. Einigen wir uns zuerst mal auf eine Tatsache: Fotografie ist keine Raketenwissenschaft, es geht dabei nicht um Leib und Leben, auch ist nicht unbedingt ein Studium oder eine höhere technische Ausbildung nötig. Und trotzdem seh ich seit Jahren in den Workshops und an den zahlreichen Fragen die ich beantworte, wie sich manche über Monate oder sogar Jahre damit quälen. Oft mit relativ einfachen Knoten im Kopf. Dabei sind die Qualen überhaupt nicht nötig. Außer man hat eine dezente Neigung zur Selbstgeißelung. Als ich noch Workshops für Fortgeschrittene angeboten habe, ist mir eines Tages "wie Schuppen von den Augen gefallen", wo das eigentliche Problem liegt. Ich habe daraufhin sämtliche Workshops für Fortgeschrittene eingestellt, mit Ausnahme des Blitzworkshops. Seither gibt es bei mir nur noch Basisworkshops zu buchen. Obwohl die Nachfrage nach den Fortgeschrittenen Workshops größer war, als die nach den Basisworkshops. Warum ich das gemacht habe? Weil die Fortgeschrittenen Workshops relativ wenig Sinn machen. Weder für mich, noch für die Teilnehmer. DIE FORTGESCHRITTENE VERWIRRUNG Ich biete keine Workshops für Fortgeschrittene mehr an, weil ich festgestellt hab, dass der Begriff "Fortgeschritten" in der Fotografie schwer bis nicht zuordenbar ist. Um es mal ganz hart zu sagen - "Fortgeschritten" heißt in 9 von 10 Fällen, dass jemand nicht weiß, welche Lücken er im Basiswissen eigenltich hat. Das ist überhaupt nicht böse gemeint, ich kann inzwischen auch sehr gut nachvollziehen wie das zustande kommt. Und es ist mir selbst trotz jahrelanger Erfahrung mit analoger Fotografie so ergangen, als ich in die digitale Fotografie eingestiegen bin. Die Lücken bei den Fortgeschrittenen sind so verstreut, es ist nahezu unmöglich einen Workshop auf die Beine zu stellen, der alle Teilnehmer weiterbringt. Man muss ein gewisses Maß an Wissen voraussetzen, um so einen Kurs machen zu können. Ich hatte allerdings keinen einzigen Fortgeschrittenen Workshop, bei dem nicht mehrere Teilnehmer zwischendurch mit dem von mir vorausgesetzten Grundwissen nichts anfangen konnten. Womit wir in dem Nachmittag wieder Zeit aufbringen mußten, um diese Wissenslücken bei einzelnen Teilnehmern zu stopfen. Das ist für alle Beteiligten relativ unbefriedigend. Digitale Fotografie hat uns so unendlich viele Möglichkeiten gebracht und gegenüber der analogen Fotografie ein vielfaches an Einstellmöglichkeiten in der Kamera. Analog war die Sache noch relativ einfach - Blende, Belichtungszeit, ISO und Filmauswahl. Blitzen war immer schon ein Thema für sich. Wer sich wirklich näher mit Fotografie auseinandersetzen wollte konnte sich dann noch in der Dunkelkammer einsperren wo ich zahllose Sommernächte verbracht habe. Viel mehr Optionen gabs da nicht. Wie in den meisten Bereichen - das Leben war analog noch "einfacher" 😉 (In meinem nächsten Leben werd ich Gärtner, weil das einer der wenigen Bereiche ist, der vermutlich nie "verdigitalisiert" ;)) Heute haben wir diese fantastischen technischen Geräte, jeder hat einen Computer für die digitale Dunkelkammer und das Internet ist voll mit Wisssen (und auch unendlich viel Halbwissen), das man sich zusammenkratzen kann. Man sollte glauben es ist der feuchte Traum jedes Amateurfotografen geworden. Ein Häppchen dort, ein Blogartikel da, ein wenig Technik und Ausrüstungstipps hier, ein Video auf youtube usw ... Und weil die Fotografie so ein endlos riesiges Feld ist, kann man damit natürlich auch nie aufhören. Es gibt auch nach über 20 Jahren in der Fotografie für mich immer wieder neues zu entdecken, neue Tricks zu lernen, neue Wege zu sehen, von anderen Fotografen oft nur einen einzigen kleinen Satz zu hören und zu sehen "aha, interessant, wußte ich, hab ich so aber noch nie gesehn". Was hätte ich Ende der 80er gegeben, als ich in der Dachbodendunkelkammer langsam noble Blässe im Gesicht aufgezogen habe, beim verzweifelten Versuch ein Foto auf dieses verdammte Papier zu bringen. All diese Neuerungen sind fantastisch, wenn man auf einer soliden Basis steht und sich in diesem Fotografie-Universum orientieren kann. Dann macht diese Tatsache, dass man immer wieder etwas dazulernen kann wirklich Spass. Das kann aber fürchterlich verwirrend sein, wenn einem diese Basis fehlt. Dann klingt es meistens so, als würden 2 Fotografen zu ein und dem selben Thema zwei völlig unterschiedliche Tipps geben. (Oft ist das auch so und hat sogar Berechtigung) Nur wie soll man wissen, ob Einer davon Blödsinn redet, oder ob beide Tipps je nach Anwendung auch sinnvoll sein können, wenn einem eben eine lückenlose Basis fehlt. (Oder ob nicht vielleicht sogar beide Blödsinn erzählen. Soll selten aber doch vorgekommen sein 😉 EINE SOLIDE, LÜCKENLOSE BASIS SCHAFFEN Fotografie ist für Millionen ein Hobby oder eventuell sogar zukünftiger Berufswunsch. Und - aus meiner Erfahrung - für einen viel zu großen Teil davon viel zu viel Frust. Zu viele Kameras werden mit totaler (berechtigter) Euphorie gekauft und verstauben dann in Kästen und Regalen, weil sich die erhofften Erfolge nicht eingestellt haben. Fotografie soll aber Spass machen, soll Leidenschaft sein, nicht technischer Frust und Ärger mit Bedienelementen die man nicht versteht. Wie auch immer du dir die solide Basis in der Fotografie aneignest, sei es eine Schule, ein paar Monate Assistenz bei einem Profi, Onlinekurse oder Workshops, es wird dir für viele Jahre wesentlich mehr Spass an der Fotografie bringen, wenn du zuerst für diese solide Basis sorgst, bevor du dich in den Informationsdschungel im Internet stürzt und versuchst dort ohne ausreichende Orientierung einen Weg raus zu finden. Wenn man bedenkt, wie viel man in die Fotografie investiert, dann sollte man meinen, eine adäquate Investition in Wissen ist eines der wichtigsten Ausrüstungsteile, das man sich überhaupt zulegen kann. Mein Entschluss einen Onlinekurs anzubieten basiert genau auf diesem Problem. Mir war klar, dass man sämtliche Inhalte für eine solide Basis unmöglich in einem Workshop unterbringen kann. Selbst wenn dieser 3 oder 4 Tage dauern würde, wäre die Geschwindigkeit einfach viel zu hoch. Niemand würde diese Inhalte Wochen oder Monate nach dem Kurs noch beherrschen und umsetzen können. Es wäre wieder zu viel an Information in zu kurzer Zeit, gefolgt von ein paar "Aha-Erlebnissen" um dann erst wieder in "ähm, wie war das nochmal?" zu enden. Es muß also die Möglichkeit bestehen dieses Basiswissen wirklich zu verinnerlichen, zu üben und in Fleisch und Blut übergehen zu lassen. Wenn schon, dann ein Kurs, der wirklich Spuren hinterlässt und die nötige Basis schafft. Ich sehe meine Theorie, dass "Fortgeschritten" meist gleichbedeutend mit "Fortgeschrittene Verwirrung" ist grad in der Shootcamp Community und im Feedback vieler Fortgeschrittener Teilnehmer meines Onlinekurses auf Shootcamp.at bestätigt. Nach etwa 4 Wochen im Kurs, also kurz nach Halbzeit, habe ich mal ein paar der Teilnehmer via Skype angerufen und mich mit ihnen über den Kurs unterhalten. Dabei ist mir aufgefallen, dass viele Anfangs gezweifelt haben, ob ein "Basiskurs" denn das richtige für sie wäre, weil sie ja doch schon einige Jahre fotografieren. Aber schon nach den ersten Modulen haben sie festgestellt, dass sie viele Antworten bekommen haben noch bevor sie wußten, dass sie die Frage dazu eigentlich stellen wollten. Dass sie im Großen und Ganzen zwar über die Themen im Kurs bescheid wußten, ihnen aber im Lauf des Kurses aufgefallen ist, wo ihre Lücken in dieser Basis sind und wie sehr sie von diesen manchmal sehr kleinen Lücken blockiert waren und warum sie keine Fortschritte mehr gemacht haben. Claudia: Ich habe 2 Jahre lang nach einem Kurs gesucht, Bücher gelesen, Videos geschaut, nichts davon hat wirklich funktioniert. Hier bin ich endlich "angekommen". Sowohl im Kurs, als auch in der Community. Mario: Ich hab vor dir schon 4 Kurse besucht, aber noch keiner hat es so gut erklärt wie du Das feine daran ist auch, dass ich immer wieder zurück gehen kann und es noch mal sehen kann. Sandra: Hab mir manches zweimal angeschaut und ich hab´s kapiert - was bisher in unzähligen Internetbeiträgen und Büchern nicht der Fall war.... Bin begeistert bis jetzt!! IN 7 WOCHEN ZUR SOLIDEN BASIS Genau diese Lücken zu stopfen ist das Ziel des Onlinekurses. Nicht noch mehr einzelne, kleine Auszüge aus der Fotografie in Videos oder Blogartikel gepackt, die dann stückweise und ohne Reihenfolge oder Zusammenhang konsumiert werden. Sondern einen Kurs der ganz vorne ansetzt, dort wo noch gar keine Kamera im Spiel ist, bei der Fotografie im Kopf. Und der dann Schritt für Schritt eine solide Basis schafft. Es geht darum dir einen umfassenden Überblick im Fotografieuniversum zu verschaffen, von der Grundeinstellung und der Wahrnehmung über die Kameratechnik, Bildgestaltung, arbeiten mit Licht, Bildbearbeitung und die wichtigsten kleinen Tipps und Tricks für die ersten Jahre in der Fotografie. Eben einfach im wahrsten Sinn des Wortes "Der Fotografiekurs den ich mir gewünscht hätte, als ich begonnen habe zu fotografieren". Hätte mich damals jemand an der Hand genommen und mir leicht verständlich eine solide Basis mit auf den Weg gegeben, ich bin überzeugt davon ich hätte viele Jahre voll mit vielen Enttäuschungen, Frust und Planlosigkeit gespart. Man sagt zwar, in der Fotografie gibts keine Abkürzungen, jeder muss seine Erfahrungen und Fehler machen und sich selbst entwickeln. Das stimmt auch, durch manche Sümpfe muss man einfach waten. Aber wenn man zumindest ein Navigationssystem dabei hat und sich orientieren kann in diesem Sumpf, dann wird der Weg nicht von Frust sondern von vielen Experimenten und viel Spass geprägt sein. Und von vielen Erfolgserlebnissen. Und ganz ehrlich, wir wissen ja alle, wie viel Kameras, Objektive, Blitze und all das schöne Zeug das es in den Kamerashops gibt kostet. Wenn man für eine Leidenschaft so viel Geld hinlegt, dann soll sie auch wirklich Spass bringen und nicht weh tun! 😉 DER KURSABLAUF Der Onlinekurs ist in 35 Lektionen gegliedert, die widerum in 7 Module aufgeteilt sind. Sofort nach Anmeldung beginnst du mit dem ersten Modul - der Grundeinstellung. Von da an wird jede Woche ein weiteres Modul freigeschaltet das du durcharbeiten kannst, gefolgt von einer Woche in der du Zeit hast die Übungen zu machen und dich mit dem Inhalt des Moduls genauer auseinanderzusetzen. Natürlich ist dieser Ablauf nur ein Vorschlag, das schöne an einem Onlinekurs ist ja nicht zuletzt, dass man sich die Zeit und Geschwindigkeit selbst einteilen kann. Wenn die Umsetzung eines Modules für dich 2, 3 oder 4 Wochen dauert, dann kannst du hier das Tempo einfach selbst bestimmen und jederzeit ins nächste Modul einsteigen. Ich habe in dem Kurs über 2.500 Absolventen in nicht ganz 2 Jahren viel Freude an der Fotografie bereiten können. Nicht zuletzt deshalb gibts auf den Kurs auch ein Rückgaberecht für 2 Wochen, von dem erfreulicher Weise weniger als 1% Gebraucht macht. Die 2 Wochen Rückgaberecht wird es auch weiterhin geben. Ich will nicht nur einen Kurs anbieten, den ich mir gewünscht hätte als ich begonnen habe, sondern vor allem einen Kurs bieten, den du dir gewünscht hast. Und sollte das nicht der Fall sein, sollst du auch wieder aussteigen können. Details zum Kurs, Ablauf, Inhalt, Preisgestaltung folgen nach Anmeldung auf http://shootcamp.at in den nächsten Wochen, bevor der Kurs wieder startet. [subscribe_form] HAUPTSACHE EINFACH BESSER FOTOGRAFIEREN Eigentlich sollte dieser Artikel nur ein paar Gedanken zum Thema "Anfänger / Fortgeschrittene und Basis" sammeln. Wie auch immer du diesen Weg angehst, ich kann nach vielen Workshops und jetzt auch dem Onlinekurs nur wirklich dazu raten dir eine gesunde, solide und umfassende Basis in der Fotografie anzueignen. Das muss nicht ewig dauern und auch nicht viel Arbeit sein. Wie gesagt, es ist keine Raketenwissenschaft. Die einzelnen Punkte zu lernen ist wirklich einfach und dauert nicht lange. Wenn du von Anfang an weißt wie du die einzelnen Werkzeuge die dir zur Verfügung stehen miteinander kombinieren und richtig einsetzen kannst, wirst du dich wundern, wie viel schneller du viel schönere Ergebnisse aus deiner Kamera holst, als du meinst. Und das vielleicht Wichtigste das eine solide Basis an Wissen für dich tun kann: Du wirst in Zukunft fotografieren und nicht deine Kamera. Weil - wie ich immer wieder sage - dein Herd ja auch nicht kocht, sondern du mit deinem Herd 😉 [contextly_sidebar id="CQPLVIeJi7U42ZbYcRXzmk6GSAy7lbdm"] -
7 gute Gründe warum du analoge Fotografie probieren solltest. Plus Filmempfehlungen7 gute Gründe warum du analoge Fotografie probieren solltest. Plus FilmempfehlungenÜber Analoge Fotografie im digitalen Zeitalter gibt es durchaus unterschiedliche Meinungen und Diskussionen. Zwischen "warum soll ich mir das noch antun" bis "digital gilt garnicht" gibts da fast alle Facetten. Ich war immer schon ein Fan von analoger Fotografie, habe auch in den 80er Jahren noch mit einer eigenen Dunkelkammer und Schwarz/Weiß Filmen mit der Fotografie begonnen. Auch heute verwende ich noch analoge Kameras und Filme und empfehle meinen Workshopteilnehmern nach wie vor, sich eine analoge Kamera anzuschaffen. Analog ist nicht nur schön, es bringt einen zurück zur eigentlichen Fotografie und entschleunigt. Seit Monaten nehme ich mir vor, zum Thema Film einen Artikel zu schreiben. Ich überlasse das aber in dem Fall mit großer Freude Matthias Hombauer und Karl Blümel, die echte Experten auf dem Gebiet sind. Matthias ist Doktor der molekularen Biologie, Karl Doktor der Medizin, beide haben ihre Jobs an den Nagel gehängt für die Fotografie und beschäftigen sich seit 10 Jahren mit analoger Fotografie. Es freut mich sehr, diesen Gastartikel von 2 Gleichgesinnten zu präsentieren: Wir sind Matthias Hombauer und Karl Blümel, 2 professionelle Portrait-Fotografen und wir haben unser Projekt „Analog Docs„ ins Leben gerufen, da wir analoge Fotografie lieben. In diesem Beitrag möchten wir euch zeigen, warum viele Profifotografen noch immer auf Film vertrauen und euch die Vorteile und Nachteile der analogen Fotografie näherbringen. 1. Der „Look“ Film hat einen bestimmten „Look“. Film Fotografen werden euch sagen, wie sehr sie diesen speziellen „Look“ lieben. Wir würden das damit vergleichen, dass auch Musikliebhaber den Sound von Vinyl der einer CD bevorzugen. Viele der digitalen Fotografen versuchen diesen „Look“ mithilfe von Lightroom und Photoshop plugins zu imitieren - scheitern aber dennoch daran. Film hat eine unglaublichen Farbraum und einen Dynamikumfang sowohl in Höhen wie auch Schatten, der seinesgleichen sucht. Also warum imitieren, wenn ihr gleich analog fotografieren könnt? 2. Analoge Fotografie macht dich zu einem besseren Fotografen, versprochen! Wenn du mit analogen Kameras fotografierst lernst du die wahre Kunst des Fotografierens. Du musst die Einstellungen deiner Kamera wissen, manuell fokussieren und den Bildausschnitt in der Kamera festlegen. Die analoge Kamera „entschleunigt“ dich. Jedes Bild auf deinem Film kostet Geld, daher überlege gut, wenn du den Auslöser nach unten drückst. Einige unserer Kameras sind voll mechanisch, d.h. du musst einen externen Lichtmesser verwenden um die richtigen Belichtungseinstellungen zu finden. Zu Beginn mag das etwas mühsam erscheinen, aber wenn du die Grundkenntnisse der analogen Fotografie erlernt hast, wirst du deine Fotos im Gegensatz zur digitalen Fotografie viel mehr zu schätzen wissen. Contax 645, Kodak PORTRA 400, f 2.0, +2stops, 80mm Objektiv 3. Analoge Fotos sind großartig auch ohne Nachbearbeitung am Computer Ein großer Vorteil von analoger Fotografie ist der Wegfall der Nachbearbeitungszeit am Computer. Du kennst das bestimmt. Du kommst von einem Fotoshooting nach hause und ladest deine hunderte von Fotos auf den Computer um diese zu bearbeiten. Das kostet Zeit und ist meist nicht die Arbeit die man als Fotograf gerne macht. Mit analoger Fotografie konzentrierst du dich viel mehr auf das eigentliche Fotografieren und du wirst sehen, dass deine Fotos weniger in der Anzahl aber daher qualitativ hochwertiger werden. Wir haben unsere gesamte Nachbearbeitung in ein Filmlabor ausgelagert. Nachdem das Filmlabor unsere Fotos entwickelt und eingescannt hat, bekommen wir die digitalen Files zugeschickt und erhalten unser gewünschtes Endresultat. Somit bleibt mehr Zeit für die Dinge die du wirklich liebst, nämlich Fotografieren und nicht retuschieren. 4. Filmkameras sind günstig (kann sich aber bald ändern) Vor 20 Jahren war eine professionelle analoge Mittelformat Kamera wie eine Hasselblad oder Contax nur für sehr wenige Leute erschwinglich. Heutzutage kann nahezu jeder die Vorteile diese Kameras nutzen, da diese am Gebrauchtmarkt für einige 100 Euros zu bekommen sind. 35mm Kameras wie z.b. Nikon F100 oder Canon EOS3 werden zu Spottpreisen auf ebay verkauft. Der Analoge Boom zeigt aber auch, dass einige Kameras wieder „in“ sind und somit der Preis in die Höhe schnellt z.B. Contax 645. Schaut selbst auf ebay und macht erste Erfahrungen mit einer analogen Kamera. Contax 645, Kodak PORTRA 400, f 2.0, +2stops, 80mm Objektiv 5. Tiefenschärfe BOKEH (japanisch für unscharf) ist das Merkmal auf das Portraitfotografen schauen. Je kleiner die Blendenzahl (f1.2, f1.4, f1.8) desto mehr verschwimmt der Hintergrund. So sind z.B. nur die Augen des Models im Fokus welches den professionellen „Look“ von Portraits abbildet. Das BOKEH sieht bei Mittelformatkameras umso viel besser aus als bei digitalen Kameras. Deshalb verwenden wir ausschließlich Mittelformatkameras mit Objektiven, welche eine kleine Blendenzahl besitzen. 6. Film und Mischlicht? Kein Problem! Du hast sicher schon mal versucht in einem Raum zu fotografieren in dem Umgebungslicht und Kunstlicht vorkam. Mit der Digitalkamera hat man immer wieder Probleme mit Mischlicht, da die Farbtemperaturen unterschiedlich sind. Film hingegen, kann diese schwierigen Situationen sehr gut meistern und ergibt ein natürlich wirkendes Fotos ohne Farbstich. 7. Analoge Fotografie hebt dich von anderen ab Es gibt abertausende von Digitalfotografen, sei es dein Onkel, deine Schwester oder dein Nachbar. Jeder scheint heutzutage eine Kamera zu besitzen und alle Fotos haben mehr oder weniger den gleichen „Look“. Wenn du dich von der Masse abheben möchtest, dann schnapp dir eine analoge Kamera und beginne mit ihr zu fotografieren. Du wirst überrascht sein wieviele Leute dich auf der Strasse ansprechen. Und das Beste daran, deine Fotos werden von Beginn an anders aussehen, als die von denjenigen, die Film mit ihrer digitalen Kamera kopieren wollen. Contax 645, Kodak PORTRA 400, f 2.0, +2stops, 80mm Objektiv Vorteile von Film Fotografie Der „Look“ Du wirst durch Film ein besserer Fotograf Film wird dir Zeit sparen Filmkameras sind günstig Traumhafte Tiefenschärfe Film wird dich von anderen Fotografen abheben Nachteil von Filmfotografie Alte, gebrauchte Kameras, eventuell kein Service mehr möglich Teuer, wenn man nicht genau weiß, wie man analog fotografiert Erfordert mehr Lernbereitschaft Für uns als professionelle Fotografen ist die analoge Fotografie noch immer der Weg, den wir mit unserer Arbeit gehen möchten. Wir wollen die beste Qualität abliefern und das gelingt uns am besten mit Film. FILM EMPFEHLUNGEN Film ist absolut nicht tot. Ganz im Gegenteil. Vor einiger Zeit hat KODAK seine Filme neu überarbeitet. PORTRA 400 ist der Film mit dem größten Belichtungsspielraum. Man kann ihn bis zu 3 Blenden unter- und bis zu 6 Blenden überbelichten. Ohne Scherz! Möglich durch die neue Vision 3 Technologie, welche man sich auch bei Aufnahme von Spielfilmen (motion picture films) zunutze macht. Dadurch steht weniger die korrekte Belichtung als die Komposition des Bildes im Vordergrund! Wir würden ihn als "to go"-Film empfehlen. Legt ihn ein, wenn ihr das erste Mal mit Film shootet oder schon lange keinen mehr in eurer Kamera gehabt habt. Seine Farbpalette, Sättigung und Kontrast sind zum Niederknien! Allerdings nur, wenn ihr ihn überbelichtet! Wenn ihr den PORTRA 400 unterbelichtet, achtet darauf, dass die bildrelevanten Anteile (z.B. das Gesicht beleuchtet ist). PORTRA 800 ist in Wirklichkeit kein echter 800er Film, soll heißen, ihr müsst ihn mindestens 2 Blenden überbelichten! Wir setzen ihn gerne an sonnigen Tagen ein. Weiters für rothaarige Models mit heller Haut. Ein weiterer Farbnegativfilm, denn wir gerne verwenden ist FUJI PRO 400H. Bekannt für seinen pastellig, cremigen Look! Der Film für Hellhäutige oder Babies... 🙂 Wie belichten ihn mit +2stops. BELICHTUNGSMESSER Wir verwenden immer einen externen Belichtungsmesser! Messen die Szenerie einmal ein und können ohne Sorgen losschießen. Selbst wenn man sich ums Model herumbewegt. So lange sich an der Lichtsituation nichts ändert erfolgt keine neue Messung. Somit ist man viel intensiver bei der Sache, kann sich auf den Bildschnitt, die Bildsprache, aufs Posing viel besser konzentrieren. Film einlegen (ISO/ASA bleibt pro Rolle ident), Blende wählen (wir fotografieren immer offenblendig!), Belichtungszeit mit Belichtungsmesser bestimmen und fertig. Das ist die Leichtigkeit des Films, die wir so zu schätzen wissen. Unterhalb der Fotos Infos zu den Einstellungen. Falls du dich fragst, warum wir das wissen, die Contax "schreibt" Blende und Verschlusszeit gleich auf die Neagtive. Coole Sache! 🙂 Contax 645, Kodak PORTRA 800, f 2.0, +3stops, 80mm Objektiv Die letzte Frage die ihr euch stellen solltet lautet: Wofür möchte ich meine Kamera verwenden? Wenn ihr Pressefotograf seid, dann ist analog wohl nicht die beste Wahl, da ihr die Fotos schnell abliefern müsst und keine Zeit für die Entwicklung bleibt. Aber wenn ihr in euren Projekten Portraits, Landschaften oder Architektur fotografiert und gewillt seid zu Beginn ein wenig mehr Energie zu investieren, dann solltet ihr Film auf jeden Fall eine Chance geben. Ihr werdet begeistert sein! Contax 645, Fuji Pro 400H, f 2.0, +3stops, 80mm Objektiv DER ONLINEKURS Du möchtest besser fotografieren, weißt aber nicht so recht wo du beginnen sollst? Oder du fotografierst schon länger, hast aber das Gefühl ein wenig auf der Stelle zu treten? Auf Shootcamp.at habe ich über einige Monate hinweg den Onlinekurs produziert, den ich mir gewünscht hätte, als ich begonnen habe zu fotografieren. Für mehr Infos, klicke hier -
Motivation verloren? 5 Punkte um sie wieder zu finden.Motivation verloren? 5 Punkte um sie wieder zu finden.Dieser Artikel liegt schon länger in meiner ToDo Liste. Vielleicht hat er nur drauf gewartet, dass endlich Jänner oder Februar kommt. Ein Punkt an dem wir alle früher oder später ankommen, zu dieser Jahreszeit öfter als sonst, ist der Verlust der Motivation. Zu viel Arbeit, zu wenig Zeit, zu lange ToDo Listen, irgendwann kommt in jedem Job der Punkt wo man nur noch arbeitet, aber nicht mehr motiviert bei der Sache ist und man merkt, dass es schwer fällt, neue Ideen zu finden und umzusetzen. Die Motivation ist irgendwie dahin, die Gedanken schweifen irgendwo im leeren Raum. Hat man das erst mal festgestellt, versucht man meistens krampfhaft dagegen zu arbeiten und zwingt sich “etwas zu tun“. Oft erfolglos, was dann in Frustration enden kann. Das ist nicht tragisch und wenn wir ganz ehrlich sind, passiert uns allen früher oder später mal. Diese 5 Punkte haben mir schon oft geholfen und helfen mir immer wieder, wenn die Motivation schwindet wieder in die Gänge zu kommen und frischen Wind in die Arbeit zu kriegen. 1. RAUS AUS DER KOMFORTZONE Oft gelesen, viel Theorie darüber gehört und gesehen, immer wieder taucht dieser Punkt irgendwo auf. Die Komfortzone ist von vielen miesen Schweinen das gefährlichste. Jahrelang arbeitet man auf die Routine hin, arbeitsabläufe automatisieren sich, man muss nicht mehr sonderlich viel nachdenken über die Schritte die man tut, man tut sie einfach. Großartig, oder nicht? Leider nein. Die erfolgreichste Zeit für viele Kreative, auch Fotografen, sind die ersten Jahre in denen Lernen und Arbeiten Hand in Hand gehen. Die Zeit in der man zu jedem zweiten Auftrag mit einem etwas mulmigen Bauchgefühl fährt und sich ständig die Frage stellt “bin ich dafür schon bereit? Schaff ich das? Hoffentlich versemmel ich den Job nicht“. Wenn dieses Gefühl schon länger nicht aufgetaucht ist, dann versuch dich mal zu erinnern, wie du damals an Jobs herangegangen bist. Es war Stress. Aber Stress ist nicht gleich Stress. Negativer Stress kostet endlos Energie, gibt aber wenig zurück. Positiver Stress ist wie ein guter Adrenalinschub und man kann davon nur profitieren. Erinnere dich, was positiver Stress auslöst. Du hast dich vorbereitet, du hast im Vorfeld Beispielbilder gesucht, versucht neue Lichtsetzung zu finden, neue Perspektiven. Und beim Job selbst warst du zu 100% fokussiert, keine Ablenkung, volle Konzentration. Alle deine Sinne waren nur darauf ausgerichtet das Beste aus diesem Auftrag herauszuholen. Probier etwas aus, das eigentlich nicht deiner Arbeit entspricht. Du bist Portraitfotograf? Dann versuch dich mal an Autos, an Landschaften, Reportagen oder Blumen. Es muss nicht unbedingt ein Job sein, es muss nicht in New Yorker Gallerien hängen, es muss nur anders sein als das was du sonst so tust. Es kann auch sein, dass du nach einem Anlauf schon die Nase voll davon hast. Aber selbst dann hat es seinen Zweck erfüllt – du wirst zu dem was du tust mit einer neuen Motivation zurückkehren und erkennen, dass du wirklich liebst was du tust. Oder aber es bringt dich auf neue Bahnen. Hauptsache du hast wieder mal Bewegung reingebracht. 2. SUCH DIR EINEN FOTOGRAFEN DER DICH FRUSTRIERT Klingt hart, ich weiß. Warum soll man sich sowas selbst antun. So böse ist aber garnicht gemeint. Es kann wirklich frustrieren, wenn man sieht welche Arbeiten manche Menschen so ins Netz stellen. Man fragt sich schnell mal “shit, wie um alles in der Welt ist der so gut geworden und ich nicht.” Aber richtig eingesetzt kann das wirklich Motivation hinterlassen. Wenn ich einen Fotografen finde, dessen Arbeit mich wirklich umwirft, dann schau ich mir die nicht an und blute dabei innerlich weil der so viel besser ist als ich, sondern versuche seine Arbeit zu “analysieren“. Wie setzt er Licht, welche Optiken setzt er ein, welche Bildsprache, welchen Ausdruck haben seine Bilder … Nicht um die Arbeit zu kopieren, sondern um davon zu lernen und Punkte zu finden die auch meine Arbeit weiterbringen können. Von Zeit zu Zeit macht es aber auch durchaus Sinn sich mal an der Kopie der Arbeit anderer zu versuchen. Siehe Punkt 1 – Die Komfortzone verlassen. Etwas ausprobieren das einem gefällt. Manchmal muss man zuerst mal einen anderen Stil kopieren, einfach als einen Schritt von vielen um den eigenen Stil weiterzuentwickeln. Daran ist – entgegen oft gehörter Meinungen – nichts auszusetzen finde ich. Solang man nicht ausschließlich beim Kopieren bleibt, sondern das nur als Entwicklungsschritt sieht. 3. BESCHRÄNKE DICH AUF EINE BRENNWEITE Versuch dich mal für eine Woche nur auf eine einzige Linse aus deiner Tasche zu beschränken. Überleg dir ein Thema zu dem du eine Bildserie schießen willst und versuch das alles z.b. nur mit einer 85/1.8 hinzurkriegen. Es wird dich auf neue Ideen und Zugänge bringen, du wirst beim fotografieren in Bewegung bleiben und die Einschränkung auf eine Brennweite wird dich zwingen deine Bildsprache neu zu überdenken. Und es wird dich in Zukunft auf viele neue Ideen bringen, du wirst die verwendete Optik evtl in Situationen einsetzen in denen du vorher zu einer anderen Brennweite gegriffen hättest. 4. SCHREIB EINEN BLOG Falls du das nicht schon tust, fang an einen Blog zu schreiben. Egal ob der Blog von Fotografie handelt oder nicht, such dir ein Thema das dich interessiert und blogge. Keine Angst, man muss kein großartiger Schreiber sein um einen Blog zu starten (Ich bin der lebende Beweis 😉 Es muss kein literarisches Meisterwerk werden, aber es macht Spass, man beschäftigt sich mit den Themen über die man bloggt allein schon beim schreiben darüber viel detaillierter als wenn man einfach nur darüber nachdenkt. (Was denkst du, warum ich diesen Artikel schreibe ;-). Es ist wie bei jeder Art von lernen – darüber nachdenken ist nicht schlecht, aber wenn man es niederschreibt, bringt es einen viel weiter. Außerdem macht es Spass, seine Arbeit mit anderen zu teilen und feedback darauf zu bekommen. Bloggen bringt dich in jedem Fall weiter, persönlich und in deiner Arbeit, garantiert. Wenn du keinen Plan hast, wie du damit anfangen sollst, kann ich dir Markus und Jakob von Bloggen.co empfehlen, die auf ihrem Blog sehr detailliert erklären wie man das richtig macht und auch einen E-Kurs zu dem Thema anbieten. 5. STARTE EIN NEUES PROJEKT Es muss nicht immer Arbeit sein. Wenn du in der glücklichen Lage bist, deine Leidenschaft zu leben und damit deinen Lebensunterhalt zu bestreiten, dann hat das oft den Nachteil, dass die Leidenschaft in all der Kundenarbeit untergeht. Starte ein Projekt, das dir einfach nur Spass macht. Egal ob es Geld bringt oder nicht. Wenn das langfristig auch noch klappt, sehr gut, wenn nicht, egal. Hauptsache du tust etwas einfach nur weil du dich drauf freust. Such dir ein Thema und zieh es durch. Portraits von Fremden, Selfies, Linien,… so ziemlich alles kann ein Projekt sein. Ich hab z.b. mit meinen Movember Portraits ein Projekt gestartet dem ich mich einmal im Jahr den ganzen Movember lang widme. Abgesehen davon, dass wir damit bis dato ca. 7.000,- Euro an Spendengeldern sammeln konnten und für ein sehr Sinnvolles Projekt mediale Aufmerksamkeit generieren konnten, kann ich mich dabei einfach austoben und Portraits machen bei denen ich keinerlei Vorgaben von Kunden habe. Nicht falsch verstehen, Vorgaben von Kunden sind Herausforderungen und das ist gut so. Aber als Kreative wachsen wir nicht nur durch die Umsetzung von Kundenwünschen, sondern auch (und hauptsächlich) an unseren freien Arbeiten. Ich habe außerdem ein Projekt gestartet, mit dem ich endlich den Fotografiekurs online bringen werde, den ich mir gewünscht hätte, als ich begonnen habe zu fotografieren. Ein Kurs der nicht nur technisch erklärt wie man eine Spiegelreflexkamera richtig bedient und gute Ergebnisse raus kriegt, sondern auch Möglichkeiten aufzeigen soll und alle Erfahrung weitergib, die ich in den letzten Jahren in der Fotografie gemacht habe. Die Arbeit daran macht allein deshalb schon Spass, weil ich alles was ich gelernt habe nochmal Schritt für Schritt durchgehe. Das Ergebnis wird im März auf Shootcamp.at online gehen. Ein 365 Projekt kann auch sehr motivierend sein. Nimm dir vor ab morgen jeden Tag ein Foto zu machen und es zu veröffentlichen. Klingt nach irre viel Arbeit, muss es aber nicht sein. Du zwingst dich damit einfach, dir jeden Tag frei von Vorgaben Gedanken über die Fotografie zu machen und auch umzusetzen. Was anfangs mühsam ist, wird mit der Zeit einen eigenen Flow entwickeln und dich auf neue Ideen bringen. Wenn dir 365 zu anstrengend erscheint, mach ein 52 Wochen Projekt daraus. DURCHATMEN Abschließend - Sei nicht zu hart mit dir selbst. Es ist in Ordnung von Zeit zu Zeit etwas unmotiviert zu sein, den Flow und das Mojo zu verlieren und ein wenig im leeren Raum rumzuhängen. Das ist wohl einfach “part of the game” wenn man als Kreativer seinen Lebensunterhalt verdient. Wichtig ist nicht zu vermeiden die Motivation zu verlieren, sondern für sich selbst Wege zu finden und zu entwickeln sie wiederzufinden. Wenn du für dich schon Mittel und Wege gefunden hast, deine Motivatin neu zu erfinden, sei so gut und teile deine Methoden in den Kommentaren, damit auch andere was davon haben. Auch das gehört zu den Punkten, die einen wieder Motivieren können. Anderen zu helfen kann äußerst befriedigend sein 😉 Gutes gelingen! -
PRIOLITE MBX 500 HOT SYNCPRIOLITE MBX 500 HOT SYNC(The Behind the Scenes Video above is German, sorry guys) High Speed Syncing with Strobes at shutterspeeds lower than 1/250 of a second have always been available on small Flashes. But not too much power. Or you use the quite expencive new Strobes for about 4000,- Euro. With battery pack and cable attatched. What is missing so far, is a portable strobe with internal battery pack, no cables, high speed syncing and low price. At Photo & Adventure in Vienna, Daniel Schalhas from Priolite told me they would be working on a high speed version of their MBX500 strobe. Priolite is about to bring a portrable strobe to the market, keeping the price tag under 2.000,- Euro they say. The MBX500 is a very nice strobe. In case you didn´t see this, Scott Kelby also gave it a try and did a Audi R8 Shoot with the MBX500. He also seemed to love it quite a lot. We brought the MBX500 Hot Sync together with Cri Maierhofer from CMH Heliskiing to the Tauplitz in Styria to test this prototype. The snow conditions were ok für Dezember, though we would have loved to see more deep powder there. However, Cri managed to do some jumps there. Fast movement with shutter speeds between 1/2500 and 1/8000 were no problem at all, and even with sunlight in the back, the 500ws from the MBX500 were just enough to get quite good shots. 100% out of camera (Download all Full Size Photos at the bottom of this page) In Portrait photography it is also great to have the ability to shoot with short shutter speeds sometims. Using the Canon 1Dx with the 85/1.2 at f2.2 needed shutter speeds about 1/6400 to 1/8000 in sunlight. To get the shutter speed down to 1/200 or 1/250 we would have needed a ND filter. Not that this is so bad, but Autofocus doesn´t like ND filters too much, at f2.2 you should be very exact with the focus and you want to see what you are shooting. With the MBX500 it was just much easier to get these shots with wide open aperture without any ND filters attatched. As this is a prototype, i won´t do a too detailled review here. We can do this when the final version is on the market. Hopefully soon. But so far - this is a great strobe, filling the gap between expencive high speed strobes and small on Camera Flashes. No Cable, internal Battery, very portable. Shutter speeds up to 1/8000 are no problem for the MBX500 Hot sync. It works great, didn´t leave us hanging at any point (Even if we didn´t treat it too good to be honest and the wind was really cold up there). At full power the battery can give you around 200 flashes. The high speed sync has to be calibrated once with your Camera (Canon and Nikon will be supported) and you can save up to 9 Cameras as a Preset in the trigger. Once this calibration is done, the High Speed Sync works fine. A very promising Strobe under 2.000,- Euro which gives you the full range of shutter speeds in a low price segment. Available soon on priolite.at Download full size Photos here (72MB) -
152 Portraits in 2 Days152 Portraits in 2 DaysEvery year at the"Photo & Adventure" trade fair i am shooting Portraits with Canon like crazy. Usually i really take my time for portraiture, but this one time every year i´m challenging myself, the equipment and the people in front of the lens.As you can imagine, the bigges challenge this weekend, was to shoot express portraits in just some minutes, of people i never met before and had no chance to get to know them better. Which is a very important part of portrait photography i think. Get to know your subject, find out who they are and make them look authentic on their portrait. What a challenge 😉 Fortunately we had only good feedback from that weekend, so it seems we worked it out just fine. HOW WE DID IT Besides the challenge to get a proper portrait from so many different people you´ve never seen before, there is also a technical challenge behind this. We had to be very, very fast to get the shot and print it right away on the Canon Pro-1, the Canon Selphy or the Canon IPF6400 in large format. Of course, usually i´d never shoot portraits like these in JPG mode, like always, we shoot RAW. Always always and always. In this case, i set the camera to shoot RAW AND JPG files, so we didn´t need to edit the raw files before printing ans saved a lot of time. This means the settings in the camera have to be perfect (or as perfect as possible at least). I spent some time on day one to find the best in camera settings for our needs for nice black & white portraits. Turned out the best settings would be contrast +2, sharpness +1, no color filters and then slightly overexpose the shots (around +1/3 - 2/3). This made the prints on the Canon Pro-1 look perfect. As i had all the portraits in RAW format also, i didn´t have to care about the slightly overexposed images, as i could correct this in lightroom afterwards to fit on most screens. THE LIGHTING The light setup was quite simple but also quite challenging to get perfect results. I used one ProFoto D1 Compact 500 Air on a boom stand, with a white beautydish and honeycomb, centered very slightly over the head of my subject. This is where it gets challenging - if the beautydish is too high (even if it´s only some cm/inches) you get quite hard, ugly shadows in the face and loose the catchlight in the eyes. So the beautydish should be as low as possible, so you can shoot underneath it, but get enough light in the face. And yes, that means you have to reposition the beautydish for every single face you shoot. A bigger light would have been easier. But not as beautiful. I really love the light a white beautydish with honeycomb gives you for portraits. If it´s done the right way. (iPhone App Light Setup) As background i´ve chosen a light grey paper roll. A lot of photographers asked me that weekend why i didn´t use a black or dark grey paper, if i wanted to get all the pictures that dark. Well, i like to have more room to play around with the tones in detail. Bringing the subject and the light a little closer to the background makes it a bit brighter and the falloff in the background a bit harder. If you shoot far away from the light grey with the honeycomb, there will be almost no light on the background and you get it almost black. Almost is the most important word here, as real black wouldn´t be too good in most cases. Here are some of the results we shot and printed that weekend. These might not be the best portraits ever, but i think we managed this challenge of shooting 152 people in 2 days and printing them right away quite well 🙂 Hope you like it. -
Meine Top 8 iPhone Photo AppsMeine Top 8 iPhone Photo AppsIch hab vor kurzem für meine Freunde bei bloggen.co einen Gastartikel geschrieben, wie man als Amateur bessere Fotos machen kann, ohne viel und teurer Technik, sondern mit dem wichtigsten Instrument in der Fotografie - dem Auge. Ich hab dabei auch ein paar iPhone Apps erwähnt die ich verwende. Seither hab ich einige mails bekommen ob ich denn noch ein paar andere iPhone App-Tipps hätte. Diese 8 Apps sind unter allen die ich bisher ausprobiert habe meine Favoriten und meistbenutzten. Natürlich gibts noch unzählige andere Apps. Postet Eure Lieblingsapps in den Kommentaren unten! 1. PROCAMERA 7 Bevors an die Filter und Bearbeitungs-Apps geht, wollt ihr vielleicht erst mal die Standard Kamera am iPhone durch Pro Camera ersetzen bzw ergänzen. Die Standard Kamera App ist inzwischen zwar schon ganz nett und hat feine Funktionen, Pro Camera bietet aber noch mehr Kontrolle über die Kamera. Serienbild, verschiedene Grids, Weißabgleich, Histogram, Anti-Shake, Selbstauslöser usw. Verschafft einem einfach mehr Kontrolle über die iPhone Kamera. > APPSTORE (€ 0,89) 2. INSTAGRAM Spätestens seit facebook instagram gekauft hat, ist diese App ohnehin berühmt oder? Großartig war Instagram schon vorher. Fesche filter und der 1x1 Beschnitt ist eine interessante Einschränkung finde ich. Hat auch mal was gezwungen zu sein in 1x1 zu Fotografieren. Das einzige "nicht ganz so tolle" daran - die Fotos können nicht nur am iPhone gespeichert werden sondern müssen dazu veröffentlicht werden. Aber ich schätz mal deswegen heißts Instagram 😉 > APPSTORE (FREE) iPhone 4 + Instagram 3. VSCO CAM Eine meiner Top-Favoriten unter allen Photo Apps zur Zeit. VSCO bietet filter, die den Look alter Filme 1:1 nachbauen. Viele davon und sehr gut gemacht! Die app ist sehr clean gebaut, sehr einfach zu bedienen und bietet doch fast endlose Möglichkeiten. Für Lightroom User - schaut auch mal auf der website von Visual Supply vorbei, VSCO Filter gibts auch für Lightroom und die sind ihr Geld wirklich wert wenn ihr alten Film nachbauen wollt. Die andere Möglichkeit alten Film look zu kreieren ist ihn händisch zu bauen. Und glaubt mir, das dauert - ich hab das vor VSCO Cam gemacht - ewig! > APPSTORE (FREE) iPhone 5 Panorama + VSCO Cam iPhone 5 + VSCO Cam 4. PICFX Auch sehr viele nette filter effekte. Und was besonders nett an PicFX ist - die Filter können jeweils auf eine eigene Ebene angewendet werden. So lassen sich verschiedene Filter miteinander kombinieren und in ihrer Intensität genau einstellen. Darauf kann man ziemlich reinkippen, vorsicht, nicht vergessen zu essen und zu schlafen 😉 > APPSTORE (€ 1,79) iPhone 5 + PicFX + PicFrame + Overgram 5. SNAPSEED Meine Lieblingsapp für Texturen. Einige vorgefertigte Filter und fast unzählige "Styles". Außerdem Retrolux, Frames, Center Focus, HDR Scape, usw… Wirklich viele Möglichkeiten seine Bilder zu gestalten. Aber vorsicht, auch viele Möglichkeiten sie zu verunstalten 🙂 Mit Texturen immer vorsichtig umgehn und gezielt einsetzen. Manchen Fotos tut das eher schlecht, als gut. > APPSTORE (FREE) iPhone 5 + Snapseed 6. PICFRAME Für kleine Serien die man schnell mal am iPhone in ein Bild zusammenbauen möchte, ohne den Weg über den Computer gehen zu müssen. Die Trennlinien lassen sich einfärben (oder auch mit Mustern belegen … wovon ich allerdings dringend abraten würde ,-) Einfaches aber starkes tool. > APPSTORE (€0,89) iPhone 5 + VSCO Cam + PicFrame 7. OVERGRAM Um Text auf ein Foto zu kriegen, brauchts nicht immer gleich einen Computer und Photoshop. Overgramm hat einige Fonts zur Verfügung (und einige mehr noch wenn ihr dafür zahlt) und viele Einstellmöglichkeiten wie Letterspacing, Linienhöhe, Transparenz usw .. > APPSTORE (FREE) > APPSTORE PRO VERSION (€1,79) Mirrorless Camera + Wifi SD Card + iPhone +Overgram 8. FOTOMETER PRO Diese App kann kein Foto machen, gehört aber trotzdem zu meinen Favoriten. Damit hab ich einen Belichtungsmesser in der Tasche, jederzeit. Ich empfehle dazu dringend einen Diffusor wie "Luxi". Ohne Diffusor kann das iPhone das Umgebungslicht nicht anständig einfangen und die App wird nciht korrekt funktionieren. Mit Diffusor funktioniert die Sache hervorragend! Ich werd auch demnächst einen detaillierten Luxi Test machen. > APPSTORE (GRATIS) Natürlich ist diese Liste nur ein kleiner Auszug aus den fantastischen Foto Apps die der Appstore zu bieten hat, nur meine Favoriten die ich täglich benutze. Was sind Deine Lieblingsapps, welche verwendest du am häufigsten, welche rauben Dir den Schlaf weil sie so genial sind? Teilt Eure App Favoriten in den Kommentaren, ich brauch auch wieder mal Neue 😉 DU WILLST BESSER FOTOGRAFIEREN? Trag deine E-mail Adresse ein und Du bekommst Updates über meine neuen Lightroom Presets, Tutorials, Workshops und Zugang zu exklusiven Inhalten für E-Mail Abonnenten. Was Du garantiert nicht bekommst ist Spam. Jederzeit kündbar 😉 -
Tipps für die Wahl des Hochzeitsfotografen (von einem Fotografen)Tipps für die Wahl des Hochzeitsfotografen (von einem Fotografen)Gleich vorweg - Ich bin kein Hochzeitsfotograf! Trotzdem ist es mir als jemand, der als Fotograf im Begriff ist selbst bald Kunde eines Hochzeitsfotografen zu werden (Edit - ist inzwischen erledigt ;-)) ein Anliegen, euch ein paar Tipps auf den Weg mitzugeben worauf ihr achten solltet, wenn ihr jemanden den "schönsten Tag eures Lebens" fotografieren laßt. (Natürlich sollte die Hochzeit nie der schönste Tag des Lebens sein, sonst gings von dort an ja nur noch bergab. Aber diese philosophische Grundsatzfrage wollen wir an dieser Stelle nicht erörtern. Wenns euch trotzdem wichtig sein sollte, können wir uns darüber gern in den Kommentaren unterhalten). Es ist bestimmt nicht meine Absicht, mit diesem Artikel jemandem auf die Zehen zu treten. Aber nachdem ich einige Hochzeitsfotografen sowohl online, als auch im echten Leben etwas mitverfolgt habe, viele mit BE- manche mit VERwunderung, ist es mir ein echtes Anliegen, meine Gedanken und Auswahlkriterien mit euch bald heiratenden zu teilen. Nämlich aus der Sicht eines Fotografen der definitiv nicht auf der Jagd nach euch ist und euch als Kunden haben möchte. Was auch immer ich also von mir gebe hat mit Sicherheit keinerlei Hintergedanken 😉 Bevor wir uns um Details kümmern können, gehen wir erst mal davon aus, dass Ihr von eurer Hochzeit schöne Fotos haben wollt! Wenn euch die Qualität eigentlich egal ist und für euch eigentlich nur das Budget zählt, dann könnt ihr 1. einfach allen Gästen sagen, sie mögen euch die Fotos aus ihren iPhones, Kompaktkameras und Spiegelreflexkameras die sie sowieso mitbringen, nach der Hochzeit in eine Dropbox stellen. Das kostet garnichts und ihr habt viele Fotos von dem Tag. Und 2. könnt ihr hier aufhören zu lesen. Win-Win Niemals ohne Portfolio Ein guter Hochzeitsfotograf hat ein anständiges Portfolio auf seiner Website das einen Überblick über den Stil gibt, der euch erwartet. Fragt auch ruhig nach ganzen Hochzeitsgalerien. Ich würde keinen Hochzeitsfotografen buchen, ohne einen wirklichen Eindruck von der Arbeit des Fotografen zu haben. Ein guter Hochzeitsfotograf wird euch auch mit Sicherheit eine oder mehrere Galerien ganzer Hochzeiten zeigen. (Edit: Weil das anscheinend unklar formuliert war - Selbstverständlich heißt das nicht, dass eure Hochzeit ungefragt und komplett im Internet landen darf. Welche Fotos bzw. welche ganzen Galerien gezeigt werden dürfen, hat immer noch das Brautpaar zu entscheiden. Im Normalfall hat aber jeder gute Hochzeitsfotograf mindestens von einem - meist von mehreren Paaren - die Freigabe ihre Fotos online zu zeigen) Schließlich wollt Ihr ja sehen, wie Eure Hochzeitsfotos im Ganzen aussehen könnten, nicht nur wie die 10 besten Fotos des Fotografen aussehen. Hat er oder sie ein Auge für Details und Kleinigkeiten, fängt er Momente ein, oder macht er nur technisch korrekte Bilder von dem Tag. Entsprechen sein Stil, seine Vorstellung von Farben und Stimmungen euren Vorstellungen? Erst wenn man eine ganze Hochzeit gesehen hat, hat man auch wirklich eine Vorstellung davon, was man kauft. ICH BIN "AVAILABLE LIGHT FOTOGRAF" (Auch "Naturlichtfotograf" oder Ähnliches) Wenn ihr diesen Satz, in welcher Form auch immer, irgendwo lesen oder hören solltet, dann ist mein gut gemeinter Rat ganz einfach - Hier ist zumindest Skepsis angebracht. Dieser Satz ist für mich nahezu angsteinflößend. Weil er irgendwie ja fast ein wenig schön klingt. Man läßt sich schnell dazu hinreissen, dem etwas künstlerisches oder tiefgreifendes abzugewinnen. "Ich mags einfach eher natürlich, ich bin kein Freund von Kunstlicht" ... Aha ... Wow ... Ein Ästhet ...? Mir ist klar, wie viele Fotografen für diese Worte jetzt über mich herfallen werden, aber ganz ehrlich, ich unterrichte seit vielen Jahren Fotografen und ich habe die Geschichte von "Natürliches Licht ist einfach viel schöner" schon so oft gehört. Nein, da muß ich euch enttäuschen. Im Grund genommen sagen die meisten Fotografen, die sich selbst reine Available Light / Naturlicht Fotografen nennen, nichts weiter als "bitte bringt mich nicht in Situationen wo ich mit Blitz arbeiten muss, ich hab Angst vor den Dingern". (Nicht alle, nur die meisten. Die andren haben nur nicht gut genug überlegt, ob es sehr gescheit ist, sich als "Available Light Fotograf" zu vermarkten... Aber das wäre ein eigener Artikel) Das ist auch garnicht SO unverständlich, weshalb ich vor längerem schon einen Artikel zum Thema Blitzangst geschrieben habe. Als Kunden müßt ihr das nicht unbedingt lesen und wissen, was ihr aber wirklich wissen müßt - Ein Fotograf bevorzugt eigentlich immer natürliches Licht. Sonnenlicht, zur richtigen Zeit, wenn es schön ist, kann durch keinen Blitz der Welt geschlagen werden. Aber ein guter Hochzeitsfotograf weiß mit Licht umzugehn. Natürlich, manche Fotografen arbeiten vorwiegend mit Naturlicht, so wie manche lieber mit Kunstlicht arbeiten. Das ist eine Stilfrage. Aber ein Hochzeitsfotograf bevorzugt immer natürliches Licht, kann aber wenn nötig gezielt an den richtigen Stellen auch Kunstlicht einsetzen und schließt das nicht von vornherein pauschal aus. Es macht jedenfalls nicht wirklich Sinn, dass ein Hochzeitsfotograf sich als Available Light Fotograf bezeichnet. Wenn doch - fragt zumindest mal nach was da los ist. Blitzen bei der Trauung ist (für mich) absolut tabu! Verwirrend jetzt, ich weiß. Grad noch sag ich, ein anständiger Fotograf kann auch anständig mit Blitzlicht umgehn und dann das? Möglicher Weise ist das eine rein persönliche Geschmacksache, aber ich finde, bei einer Hochzeit hat ein Blitz nur in sehr wenigen Situationen etwas verloren. Keinesfalls aber bei der Trauung selbst. Eine aktuelle Spiegelreflex- oder Systemkamera kombiniert mit einem lichtstarken Objektiv kann auch in einer etwas düsteren Kirche noch sehr schöne Bilder einfangen. Dafür hats während eures Eheversprechens, des Ring ansteckens und vor allem bei eurem Kuss danach nicht 500 mal geblitzt. Für mich jedenfalls wäre das absolutes Tabu. Es reicht schon, dass Freunde und Familie die ihre Kameras nicht im Griff haben vermutlich oft genug den Raum erhellen. Womit wir überhaupt schon beim nächsten - für mich - sehr wichtigem Punkt wären: DISKRETION! Mir wird ganz warm, aber die unangenehme Version von warm, wenn ich sehe welche "Entertainer" manche Fotografen bei Hochzeiten sein wollen. Da läuft der oder die Einzige, die niemand wirklich kennt, mit einem riesigen Fotoapparat durch die Gegend, Blitzt in einer Tour und redet dann auch noch ständig dazwischen. "Bitte, hier mal kurz herschaun, ja so is schön, vielleicht a bissl freundlicher noch, hm,... die Hand dort bitte ..." PSSSCCCCHT! Für mich ist ein wirklich guter Hochzeitsfotograf so unauffällig wie möglich. Momente kann man nur einfangen, wenn man möglichst wenig selbst daran teilnimmt und diese Momente nicht verfälscht. Und kein anderer Tag ist voller mit Momenten, als ein Hochzeitstag. Natürlich kann man diese Eigenschaft im Vorfeld nur schwer abtesten. Aber man kann einen Fotografen durchaus darauf ansprechen, dass man sich jemanden wünscht, der die Momente einfängt, keinen Hochzeitsanimateur. Achtet also unbedingt darauf, dass ihr persönlich mit eurem Hochzeitsfotografen klarkommt. Sympathie mit ihr oder ihm ist wichtiger, als euch Gedanken drüber zu machen, mit welcher Kamera gearbeitet wird. WER BILLIG KAUFT, KAUFT FRUST! Wenn euch etwas daran liegt schöne Fotos als Erinnerung an diesen Tag zu haben, dann überdenkt mal die Wertigkeit dieser Bilder. Viele Brautpaare geben für das Essen bei ihrer Hochzeit ein vielfaches dessen aus, was der Fotograf kostet. Und sie bestellen das Essen auch um Monate früher als den Fotografen. (Warum ein guter Hochzeitsfotograf auch gute Preise verlangt, dazu kommen wir später noch, keine Sorge) Warum sollte das Essen eines Abends, das in 1-2 Stunden verputzt und mit Hektolitern an Alkohol weggespült wird (ganz abgesehen davon, dass es spätesntesn am nächsten Morgen in den ewigen Jagdgründen versenkt wird) erheblich mehr Wert sein, als die Fotos die Ihr (so ihr das Versprechen das ihr euch gebt auch haltet) den Rest eures Lebens anschauen werdet. Wer hat nicht schon mal eine Hochzeit erlebt, bei der ein Freund oder Verwandter der Familie, der selbst begeisterter Hobbyfotograf ist, weitaus bessere Bilder abgeliefert hat, als der gebuchte Fotograf. Meistens liegt das eben daran, dass der Amateur, der für die Fotografie brennt, wesentlich mehr Liebe ins Detail steckt, sich darauf konzentriert Momente zu sehen und einzufangen. Auch wenn die möglicher Weise nicht immer technisch korrekt sind, die Bilder haben Leben und geben den Tag wieder. Und darum gehts bei Hochzeitsfotos. Wenn man genauer nachfragt, stellt man meistens fest, dass der gebuchte Fotograf oft unter € 1.000,- für den ganzen Tag verlangt hat. Und selbst wenn man "nur" € 700,- für einen Fotografen gezahlt hat, ist es beim Fenster hinausgeworfenes Geld, wenn man mit den Ergebnissen nicht zufrieden ist. Für 700,- kriegt man eine Menge schönes Zeug. Macht euch nichts vor und laßt euch vor Allem nichts vormachen. Ein guter Hochzeitsfotograf, der von seinem Beruf leben kann (und man kann nur gut in seinem Beruf sein, wenn man davon leben kann, das hat eine gewisse Logik) wird für einen Tag (~8 Stunden und ca. 150-200 bearbeitete Fotos, manche liefern auch wesentlich mehr, ich messe Qualität aber niemals an Quantität und würde im Zweifelsfall lieber 150 wirklich gute Fotos nehmen als 500 halbherzige.) ab € 2.000,- verlangen. "NA, DEN STUNDENLOHN HÄTT ICH GERN!" Dieser Denkfehler trifft nicht nur Hochzeitsfotografen, sondern alle Mitarbeiter so ziemlich jeder Kreativbranche. Deshalb tu ich euch und mir jetzt mal eine kleine Rechenübung an und widme dem Thema Kosten ein wenig mehr Zeit. Ihr seid bei der Vorbereitung eurer Hochzeit ohnehin schon an Rechnungen gewöhnt 😉 Um die Rechnung zu vereinfachen, nehmen wir mal an, der Fotograf hat inkl. An- und Abreise 10 Stunden bei der Hochzeit zu tun und verrechnet dafür € 2.000,-. Damit ist dann ganz klar - der hat einen Stundenlohn von € 200,-. Und das ist natürlich vollkommener Unsinn. Ein Hochzeitsfotograf (wie jeder andere Fotograf auch) ist eine kleine Firma. Eine Firma, die Ausrüstung anschaffen muss (und die ist absolut nicht günstig) die Aufwände außerhalb der verrechneten Stunden hat (Büro und/oder Studio, Auto, Computer, Software, Organisation, Website, Buchhaltung, Werbung, Assistenten, Ausrüstungswartung, Weiterbildung, usw) und die nicht nur das Alles finanzieren muss, sondern am Ende des Tages auch noch Geld zum Überleben braucht. Beim Essen im Restaurant zahlen wir ja auch ganz selbstverständlich nicht nur den Materialwert der Schnitzerl. Da hängt der Koch, der Kellner, das Geschirr, das Besteck, die Möbel,... Ihr wißt worauf ich hinaus will. Ich hab mir mal die Arbeit angetan, die Kosten für ein anständiges Equipment zusammenzurechnen. Basierend auf durchschnittlichen Verleihpreisen diverser Kameraverleiher in Österreich. Ausgehend von 2 Kameras (einerseits weil damit 2 verschiedene Optiken sehr schnell eingesetzt werden können, andererseits weil ohne Backup Kamera nicht sichergestellt ist, dass die gesamte Hochzeit auch wirklich drauf ist. Kameras werden - wie jedes andere technische Gerät - von Zeit zu Zeit mal kaputt. Wäre doch blöd, wenn das grad 30 Sekunden vorm Ja-Wort passiert und der Fotograf nur eine Kamera dabei hatte) dazu ein paar Optiken (sowohl Zoom- als auch Fixbrennweiten) eine kleine Blitzanlage mit Lichtformern für die Brautpaar-Fotos und diverses Kleinod (Filter, Batterien, Reflektoren, Kabel, Taschen usw..). Da kommen wir sehr rasch auf € 600,- die der Fotograf bei einem Verleih für sein gesamtes Equipment für einen Tag bezahlen müßte. Je nach Qualitätsmaßstab auch einiges mehr. "Aber, das zahl ich doch nicht, der hat doch sein eigenes Equipment", hör ich schon die Zwischenrufe 🙂 Ja, klar, aber das mußte er oder sie (sofern es nicht vom berühmten LKW gefallen ist) auch kaufen. Für das Equipment aus meinem Rechenbeispiel muß er ca. € 20.000,- ausgeben. (Nein, wir sind dabei noch lange nicht bei "High-End" Equipment. Nennen wir das mal "gehobene Mittelklasse") Und er wird manches davon von Zeit zu Zeit ersetzen müssen. Nach 4-5 Jahren im Dauereinsatz will eine Kamera z.b. spätestens ausgetauscht werden. Blitzlampen geben den Geist auf, genauso wie die teuren Akkus in Blitzanlagen... usw... Oh, versichern muss er die Ausrüstung ja auch noch. Was man da Alles vergessen kann 😉 Kurz gesagt, er muss seine Ausrüstung verrechnen damit er überleben kann. Man nennt das auch Kalkulation. Und ich garantiere euch, dass ein Fotograf der euch eine gesamte Hochzeit für 500,- Euro macht keinen blassen Schimmer von Kalkulation hat. Vom Rest, also von den € 1.400,- die jetzt Theoretisch noch übrig sind, bleibt nach Abzug aller Steuern (Umsatzsteuer 20%, Einkommensteuer mindestens 38,333 %) und Sozialversicherungsbeiträgen (27%) in etwa die Hälfte (vereinfacht dargestellt, ich will hier ja auch kein Steuerberatungsbeispiel errechnen, sondern nur einen groben Überblick verschaffen. Also ca. € 700,- Ganz grob überschlagen, sagen wir jetzt mal, wenn er/sie nicht nur gut, sondern auch noch sehr schnell ist, dann hat er/sie für die Hochzeit einen gesamten Zeitaufwand von etwa 25 Stunden. Inklusive Vorgespräch, An- Abreise, Vorbereitung, Bearbeitung der Fotos, Versand und Archivierung. Macht einen Stundenlohn von ca. € 28,-. Klingt ja garnicht SO übel, da gibts doch schlimmere Jobs, richtig? Ich möchte aber noch zu bedenken geben, dass wir die oben erwähnten Aufwände wie Computerausrüstung, Software, Festplatten, Büro/Studio Werbung, Website, Buchhaltung, Organisation, Weiterbildung usw. hier nicht abgezogen haben! (Fotografen kalkulieren sowas ungern und selten bis ins letzte Detail, weil wir dann nämlich weinen müssen, wenn wir Schwarz auf Weiß vor uns sehen, dass wir mit der Reinigung von Sanitäreinrichtungen oft bessere Stundensätze hätten. Wofür wir allerdings nicht jahrelang schuften müßten um überhaupt gut genug zu sein. Weshalb wir dieses Beispiel auch mit 25 Stunden und nicht mit den vermutlich realistischeren 35 oder mehr Stunden rechnen werden) Warum ich so ausführlich geworden bin und auf diesen Punkt so viel Wert lege, ist inzwischen hoffentlich klar. Ein seriöser Hochzeitsfotograf, der Qualität abliefert und von seiner Arbeit leben will, (ohne einen Nebenjob anzunehmen oder sich permanent an der Grenze zum Burnout zu befinden während er in seinem unbeheiztem Studio schlafen muss) kann es sich einfach nicht leisten, billiger für euch zu arbeiten. Klar kann ich jetzt die Fotografen hören, die meinen, es wäre eine Frechheit von mir zu behaupten, jemand der für € 700,- eine ganze Hochzeit fotografiert, kann keine gute Arbeit abliefern. Aber so leid mir das tut, genau das ist der Fall. Ich behaupte das nicht nur, ich weiß das. Für € 700,- kann ein Fotograf nur mit günstigem Werkzeug anreisen und sich keine Zeit dafür nehmen mir wirklich schöne Fotos zu machen. Und ich weiß auch, dass er bei diesem Honorar unmöglich viel Geld und Zeit in sich selbst und seine Arbeit investiert haben kann. Aber genau das erwarte ich. Jemanden, der weiß was er tut und der nicht bei meiner Hochzeit übt. Also nochmal - wer zu billig anbietet kann keine gute Arbeit liefern. So wie Mc Donalds nun mal für einen Euro keinen Tafelspitz von Plachutta mit Beilagen aus dem Drive In schmeissen kann. DIE NEWCOMER AUSNAHME Weil ich darauf jetzt schon einige male von Kollegen angesprochen wurde - "Ja aber was ist mit den Newcomern, die eigentlich gut sind, aber noch kein Portfolio haben, was sollen die denn verrechnen, denen zahlt das doch nie jemand." Das stimmt. In diesem Geschäft muss man sich erst mal ein Portfolio erarbeiten, damit man übliche Preise bezahlt bekommt. Und mit etwas Glück findet ihr so einen Newcomer auch. Aber wie das mit Glück so ist - damit sollte man nicht kalkulieren. Ihr kalkuliert euren Familienhaushalt ja auch nicht mit einem Lottosechser, nur weil es den gibt. Wenn ein Newcomer gut ist, dann wird er mit jedem Job seinen Preis heben und relativ rasch die marktüblichen Honorare verrechnen. ONKEL FRITZ IST KEINE LÖSUNG Ich möcht mich erst mal bei jedem Fritz, der das hier liest, entschuldigen. Das ist wirklich nicht persönlich gemeint. Onkel Fritz ist einfach eine Kunstfigur. Ok? Aber wir kennen sie Alle, egal ob sie Onkel Fritz, Franz, Ferdl oder einfach ein Freund des Brautpaares sind. Die Menschen, die "ja eh auch eine super Kamera besitzen". Fragen wir den doch einfach ob er die Hochzeit fotografiert. Da wirds heikel. Zuerst mal lade ich euch zu einem simplen Gedanken ein: Wenn ich euch sage, dass ich einen fantastischen neuen Herd habe, seid ihr dann schon überzeugt davon, dass ich ein Haubenkoch bin und würdet ihr mir ohne weiteres die Gestaltung eures Hochzeitsmenüs übertragen? Ich will ja garnicht abstreiten, dass es in manchen Fällen, mit einem sehr motiviertem Onkel Fritz, tatsächlich eine gute Idee ist, wenn der die Fotos macht. Allerdings würde ich das nur in Betracht ziehen, wenn Onkel Fritz selbst das anbietet. Und auch dann würde ich mich zuerst mal davon überzeugen, ob Onkel Fritz das wirklich kann und will. Möglicher Weise ist Onkel Fritz ja von der hinreissenden Brautjungfer so abgelenkt, dass er einfach mal einige Zeit lang vergißt was er mit der Kamera in der Hand eigentlich machen wollte. Ist ja auch nicht sein Job. Er ist ja auch ein Gast. Und es steht ihm durchaus zu, sich von der Brautjungfer ablenken zu lassen. Außer Tante Mizzi sieht das anders. Was sie vermutlich tut. Macht euch klar, dass das richtig harte Arbeit ist. Nicht einfach nur bei einer Hochzeit sein und ein paar Fotos machen. Niemand wird gern zu sowas verdonnert. Der Fotograf macht mehr Kilometer zu Fuß an dem Tag, als die gesamte Hochzeitsgesellschaft zusammen. (Und damit übertreib ich vermutlich nicht mal.) Er schleppt dabei einiges an Gewicht auf seinen Schultern herum. Und er muss - wenn er gut ist und versucht so viele Momente wie möglich einzufangen - den ganzen Tag konzentriert sein. Es ist ein riesen Irrtum zu glauben, ein Hochzeitsfotograf ist ein weiterer Gast mit einer Kamera. Ich kann euch von den Hochzeiten die ich gemacht hab eines sagen - Selten war ich so erledigt nach einem Job, wie nach einer Hochzeit bei der ich fotografiert habe. Der langen Rede kurzer Sinn - verleiht der Wahl eures Fotografen für die Hochzeit den richtigen Stellenwert, dann seid ihr nicht im Nachhinein enttäuscht, weil das einzige das (abgesehen von dem fantastischen Gefühl verheiratet zu sein und dem Ring am Finger) von dieser Hochzeit greifbar und sichtbar übrig bleibt, nicht so schön geworden ist, wie ihr das gerne gehabt hättet. Schlimmstenfalls endet das ganze in einem Disaster wie diesem ( - klick)! Und bucht rechtzeitig, die besten Fotografen sind oft schon ein Jahr im Voraus ausgebucht! Gutes Gelingen und einen schönen schönsten Tag, mit vielen schönen danach 😉 -
Hintergrundrollen aufhängen - Ordnung schaffenHintergrundrollen aufhängen - Ordnung schaffenMit einem eigenen Studio kennst Du das Problem wahrscheinlich - Wo hin mit den Hintergrundrollen. Je mehr Papier sich im Studio sammelt, umso schwieriger wird es an die Rolle zu kommen die man gerade aufziehen will. Rob Gripp von RGG Studios zeigt eine clevere und sehr einfache Methode die Hintergrundrollen aufzhängen. Ich mag die Idee, vor Allem, weil das das Ende der Grabarbeiten bei jedem Hintergrundwechsel ist. Funktioniert auch mit Allem anderen das um eine Rolle gewickelt ist, wie z.b. Filterfolien. -
DO LESS = DO MOREDO LESS = DO MOREBusy isn’t success. It’s a lack of priority. This is not only for self employed, but a lot of us in the creative industries are. Self employment definitely has its advantages, especially if you´re in the creative industry and lucky enough to do what you love most and get paid for it. The dangerous part: You easily get lost, finding yourself in a reactive state, answering every email that pops up on your iPhone, your head full of work and to do lists. Which might be what some of your clients expect, but definitely does some other things to you and your work: You get nothing done, you loose creativity and you loose the feeling of loving what you do. How you find out you might need a break? Maybe if one or more of the following things smell familiar to you: • All your work starts to look the same • You can´t get out of bed in the morning routinely • You haven’t had an original, “eureka”-moment idea in weeks • You spend a good portion of your waking day fantasizing about travel, learning a new skill or craft. • You answer “nothing much” to the frequently-asked question “what have you been up to lately?” • You feel like your passion for something is waning • The things in your routine that used to be easy and fun seem hard and annoying What keeps us from breathing and doing less is todays glorification of busy. (I shortly posted the photo above i took on bali in 2012 on facebook. Not only does it show a surfer in a beautiful sunset, it also shows NO WAVES. The detail i love most about it. Surfing is not only about standing on a wave, riding it. It´s also about patience.) Especially if you´re self employed, your busyness seems to be a measuring unit for your success or even for the quality of your work. Which simply is not true at all. The opposite is true, creatives who take their time off to learn something new, go surfing for some weeks, learn playing guitar etc. mostly do a much better job then creatives who are locked in their room, working 12 hours a day. Whenever i tell people i won´t work for some weeks now, i can guarantee there will be at least one asking me if i "need something", as if my business would break down right now. No, thanks, i´m fine, i just need a break. Both, your daily routine and your overall time management need more breaks. "Who can afford that" you might think. I must confess, after 6 months of hard work, i also forget that breaks are good for you and your business. It´s hard to imagine that doing less can do more for you and your business, than giving all you can, all the time. I´ve read some very inspiring things from very inspiring persons about doing less = doing more so far. Some suggested to have your schedule for every day, some check and answer their emails only once a day at 11:00 am and divide their working hours in 1,5h packages, 4 times a day, interrupted by breaks of at least 30 minutes, up to 1,5hrs lunchbreaks. Yes, that is only 4,5 - 6 hours of work every day. Might sound weird, but every one of them swears that that was exactly what made their lives AND jobs roll better and more productive. Who the hell told us to have 5 weeks for ourselfs every year? The good, sustainable companies nowadays give their employees 15-20% of their time "to do whatever you want". They let them leave the company for some months. Some of them came back and had the most productive years of their carreer after a 6 month break. I highly recommend this TED talk by renowned NYC designer Stefan Sagmeister who closes his studio every 7 years to take a full year extended break from work. So, why not just give it a try, right? You definitely have to find your own way to do that. Some things might fit perfect, others won´t. F.e. I´m not good in scheduling every day, even my job wouldn´t allow that. I got shooting days that last 15 hours, others only last 3 hours. I got to get it done on weekends from time to time, also by night if a Film or Photo shoot demands that. So a schedule from 9.00 - 17.00 isn´t the right thing for me. But what really worked great for me was to change the settings of my iPhone and check emails manually only. In long terms i started to have breaks of 4-5 weeks every year since 2010. I spent some time surfing in Bali, This year i already had one month off in Thailand and guess what, i´ll have another month off when my boy is born in July. And as Christmas is always a bit quiet, i´ll have another month in winter. Lazy? Not at all, just more productive. What about your experiences, your ways to do less to do more, your goals or thoughts. Leave some inspiration for others in the comments below. DU WILLST BESSER FOTOGRAFIEREN? Trag deine E-mail Adresse ein und Du bekommst Updates über meine neuen Lightroom Presets, Tutorials, Workshops und Zugang zu exklusiven Inhalten für E-Mail Abonnenten. Was Du garantiert nicht bekommst ist Spam. Jederzeit kündbar 😉 -
Canon G15 PortraitsCanon G15 PortraitsHow much can you get out of a Compact Camera when it comes to Portrait Photography? I already did this test with my Canon G1x, now Canon Europe asked me to give it a try with the new Powershot G15. Again, i don´t intend to do a technical review about the G15, there are lot´s of great, detailled reviews out there. My main focus: - RAW Format - Aperture f1.8 - 2.8 (which is great for a compact camera) - High ISO - Large Sensor - Fast Autofocus I shot all these portraits in one day. What i really wanted to try for myself - how much can you get out of a really small, light setup. So my goal was to get all i needed in a small bag and carry it around all day. As a professional with a family this is a nice way to bring a camera with you on short trips or holidays, be able to shoot your beloved ones and not getting into trouble with your girl because you carry all your equipment with you all day long. Here is what came out of the G15 after one afternoon. For some of the shots i used the light setup shown above. Very slightly edited in Adobe Lightroom 4. I think Canon liked the results, as some were also used together with this interview about the G15 in the "Professional Photographer Magazine" UK. -
Studio FaceliftingStudio FaceliftingDas neue Studio in Wien gemeinsam mit Philipp Horak wächst und gedeiht. Die ehemalige Plexiglas Fabrik in Wien 15 hat immer noch diesen Fabrik-Charakter und genau das macht die Bude auch so sexy. Ich kanns kaum erwarten fertig zu werden und euch anständige Fotos von unserem Studio zu zeigen. In der Zwischenzeit, weil ichs nicht erwarten kann euch das Studio zu zeigen, ein paar iPhone Fotos nach unserem heutigen Arbeitstag.
-
Belichtungsmesser: Sinn und Unsinn eines WerkzeugsBelichtungsmesser: Sinn und Unsinn eines WerkzeugsBelichtungsmesser verwenden, ja oder nein? Was eine einfache Frage zu sein scheint, kann zu ganz schön vielen Diskussionen führen. Tut mir leid, wenn ich das mal sagen muss, aber leider gibt es in der Fotografie mehr Klugschiss und Halbwissen, als in den meisten anderen Branchen zusammen (jedenfalls kommt mir das manchmal so vor). Deshalb sollte man nur einen Fehler nicht machen - weder ein “du kannst doch nicht ohne Belichtungsmesser arbeiten! -”, noch ein “wer arbeitet denn bitte noch mit Belichtungsmesser?” - Fanatiker werden. Es reicht, dass die politische Landschaft so eigenartig funktioniert, die Belichtungsmesser-Frage hat einfach keine derart radikal-einfache Antwort. Wie sehr viele Fragen in der Fotografie. Dementsprechend fällt meine Antwort dazu etwas ausführlicher aus: Dass die Frage so oft zu hören ist, ist nicht weiter verwunderlich. Geht das heutzutage nicht einfacher? Man könnte meinen wir haben doch Alle einen kleinen Bildschirm an unseren Kameras, können jederzeit kontrollieren was wir fotografieren, wozu also noch einen Belichtungsmesser verwenden? Natürlich muss man heutzutage keinen mehr haben, schon garnicht muss man ihn verwenden. Was aber absolut nicht heißt, dass es nicht doch Sinn machen kann, mit Belichtungsmesser zu arbeiten. Du wirst dich - spätestens wenn du mit Belichtungsmesser gearbeitet hast - wundern, wie sehr der LCD deiner Kamera manchmal lügt. Für den Anfang würd ich schon allein aus Kostengründen auf den Belichtungsmesser verzichten. Für einen guten Belichtungsmesser legt man gut 3-400,- € ab, die kann man zu Beginn anderwärtig sicherlich besser einsetzen. Langfristig macht diese Anschaffung allerdings sehr viel Sinn. Inzwischen gibt es auch leistbare Alternativen wie zum Beispiel den Lumu Light Meter den du einfach auf dein iPhone steckst, oder noch günstiger den Luxi. Zu diesen Belichtungsmessern werd ich mal einen eigenen, ausführlichen Artikel mit Tests schreiben. Um zu verstehen was ein Belichtungsmesser macht und vor allem wie er es anders macht als die Kamera, schaun wir uns erst mal die Messmethoden an: Belichtungsmesser: Lichtmessung vs. Objektmessung Hier findet sich das erste echte Argument für den Belichtungsmesser. Unsere Kameras führen eine sogenannte “Objektmessung” durch. Das heißt der Belichtungsmesser in der Kamera mißt das von einem Objekt reflektierte Licht. Dabei nimmt die Kamera an, dass jedes Objekt 18% des einfallenden Lichts reflektiert. (Sogenanntes "Mittelgrau". Wenn du genau wissen willst woher die 18% grau kommen, das wird in diesem Artikel sehr ausführlich erklärt). Deshalb nimmt man bei der Belichtungsmessung durch die Kamera auch oft Graukarten (mit - Überraschung - 18% Grau) zu Hilfe. So gut die Belichtungsmesser in der Kamera auch mittlerweile sind, das kann natürlich nur bedingt funktionieren. Ein weißes Objekt reflektiert genausowenig 18% wie ein schwarzes Objekt. Ein grünes, blaues, gelbes und rotes Objekt werden ebenfalls jeweils eine andere Lichtmenge reflektieren. Deswegen gibts auch die Belichtungskorrektur in der Kamera, mit der man - je nach fotografiertem Objekt - in drittel Stufen nach oben oder unten korrigieren kann. Ist ein großer Teil des Bildes sehr hell, wird Überbelichtung nötig sein um die Kamera daran an einer Unterbelichtung zu hindern. Besonders viel Schwarz im Bild hingegen verleitet die Kamera mit der Belichtung hoch zu gehen, also wird mit der Belichtungskorrektur unterbelichtet. Lerne wie deine Kamera zu sehen Mit der Zeit versteht man immer besser wie die eigene Kamera “sieht” und wird mit den Belichtungskorrekturen recht schnell und genau. Für Reportagefotografie und überall dort, wo es sehr schnell gehn muss, die einzig machbare Lösung. Die Aufgabe des Fotografen ist also demnach möglichst gut zu “lesen” ob das insgesamt im Bild reflektierte Licht über oder unter 18% beträgt und dementsprechend die Belichtung zu korrigieren. Exakte Belichtungskorrekturen sind dann eine Sache für die Bearbeitung in der du bei einem RAW bis zu 2 Blendenstufen über- oder unterbelichten kannst. Hier punktet der Belichtungsmesser Mit einem Belichtungsmesser sieht die Sache dagegen erheblich einfacher aus. Und die Belichtungskorrektur in der Bearbeitung fällt weg, bzw wird erheblich einfacher. Der Belichtungsmesser mißt nicht die reflektierte Lichtmenge, sondern die auf das Objekt einfallende Lichtmenge. Dabei ist vollkommen egal welche Farbe das Objekt hat, ob es weiß oder schwarz ist, glänzend oder matt. Einmal den Belichtungsmesser vor das Objekt / Model halten und schon steht da Belichtungszeit oder Blende. Und die sitzt mit Sicherheit. Der direkte Vergleich Der Unterschied wird schnell klar sobald du die Fotos in Lightroom (oder eure bevorzugte Bearbeitungssoftware) importiert hast. Vergleiche dann mal, wie die Belichtung auf deinem (kalibriertem) Bildschrim aussieht und im Vergleich dazu auf dem Kamera LCD. Der Unterschied kann beträchtlich sein. Mit Belichtungsmesser sitzt das Bild und du hast eine erheblich einfachere Ausgangssituation bei der Bearbeitung. Das heißt, natürlich nur, sofern der Belichtungsmesser kalibriert ist. Jetzt mal schnell Kaffee runterdrücken, zurücklehnen und auf ein paar langweilig technische Notwendigkeiten einstellen. Die müssen sein, sonst kommt nach dem teuren Kauf der harte Frust und die Frage “warum funktioniert das bei mir nicht ordentlich?! Belichtungsmesser kalibrieren Der erste Grund warum wir einen Belichtungsmesser erst kalibrieren müssen, sind die ISO Angaben der verschiedenen Kamerahersteller. Nicht erschrecken, aber ISO 100 bei Canon ist nicht gleich wie ISO 100 bei Nikon ist nicht gleich wie ISO 100 bei Fuju usw… (Ich weiß, das fühlt sich an wie zu erfahren dass es den Osterhasen garnicht gibt) Jeder Hersteller hat da seine eigene Vorstellung von ISO 100. Auch eine Canon EOS 7D und eine Canon EOS 5DmkII sind (minimal aber doch) unterschiedlich. Die ISO (International Standards Organisation) erlaubt bis zu 1/3 Blendenstufe Schwankungen bei den ISO Angaben. Schockiert? Es kommt noch dicker! Auch die Blendenangaben auf den Objektiven sind nicht so exakt wie wir oft vermuten. Ein 24-70/2.8 versteht unter Blende 4 unter Umständen etwas Anderes als ein 70-200/2.8. Unter meinen Linsen scheint z.b. das 70-200/2.8 am meisten “daneben” zu liegen. Nein, wir werden jetzt nicht über die Hersteller jammern, schon garnicht darüber diskutieren welcher Hersteller die wenigsten Abweichungen hat, stattdessen nehmen wir das - genauso wie den Umstand dass wir unser gesamtes Equipment mindestens ein mal einschicken sollten um auf allen Optiken einen exakten Fokus zu haben - als FAKT. So funktioniert unser Werkzeug nun mal und anstatt nächtelang in diversen Internetforen nach DER perfekten Linse und DEM perfekten Body zu suchen (was ohnehin nie funktionieren wird) machen wir uns daran das Problem zu lösen! Der Reihe nach! Zuerst am Besten den Body verwenden mit dem du am meisten arbeitest. Dazu die Linse die du am öftesten verwendest. Wir definieren quasi unser “Standardsetup”, das die Basis für alle weiteren Kalibrierungen sein wird. Zuerst mache ich damit ein “durchschnittlich” ausgeleuchtetes Bild und verwende dazu den Belichtungsmesser. Angenommen dieser gibt f4 bei 1/250 und ISO 400 vor. (zu weit offene Blende von 2.8 oder ähnlich würd ich hier nicht empfehlen. Besser irgendwo zwischen 4.0 und 8.0, dann kann die Objektivvignettierung die bei offenen Blenden oft reinpfuscht nicht so viel anrichten) Dann mache ich vom selben Bild (am Besten mit Stativ fotografieren) eine ganze Reihe über- und unterbelichteter Fotos. In 1/3 Stufen bis +1 und -1. Diese Bildserie hole ich mir dann in Lightroom, mit (kalibriertem) Monitor und such mir das Bild aus, das meiner Meinung nach perfekt belichtet ist. Nehmen wir an das wäre das Bild mit 2/3 Überbelichtung. Dann schnapp ich mir Kamerea und Belichtungsmesser und geh eine Stunde in möglichst unterschiedlichen Lichtsituationen damit spazieren. Was immer der Belichtungsmesser mir vorgibt wird in der Kamera um 2/3 Blenden erhöht. In Lightroom dann nochmal der Gegencheck - wenn die +2/3 in allen Bildern, mit verschiedenen Lichtern und Farben, ebenfalls gut funktioniert, dann wird im Menü des Belichtungsmessers +2/3 fixiert. Somit kann ich ab sofort die Werte die der Belichtungsmesser ausgibt 1:1 übernehmen und muss nicht weiter rechnen. Richtig befürchtet: Und jetzt alle anderen Kameras und Objektive. Auf jedes Objektiv kommt ein kleiner Aufkleber (harte Jungs ritzen den Wert auch einfach ein) z.b. +1/3. Somit ist bei der Arbeit klar - für diese Linse muss ich meinen Belichtungsmesser um +1/3 Blende korrigieren. Wohin zeigst du mit dem Belichtungsmesser? Ist die Arbeit getan, stellt sich die nächste Frage auf die es keine eindeutig richtige Antwort gibt: Hält man den Belichtungsmesser jetzt in Richtung Kamera, oder in Richtung Hauptlicht? Ich würde sagen das hängt davon ab wie und welches Licht du einsetzt. Wichtig ist nur - für welche Richtung du dich auch immer entscheidest - bleib dabei! Ich neige zb. bei Portraits mit Blitzlicht zu etwas “dramatischerem” Licht, deshalb halte ich meinen Belichtungsmesser in Richtung meines Hauptlichts. Für andere ist evtl. der Belichtungsmesser Richtung Kamera zielführender. Einfach ausprobieren und deinen eigenen Weg finden. Und auch hier von niemandem einreden lassen es gäbe DIE Antwort auf diese Frage. Die gibt es nicht. Du dachtest es wäre einfacher? Ja, das ist Alles ganz schön viel Arbeit. Keine lustige, sondern eher langweilige, mühsame Arbeit. Aber auch das ist wieder einer dieser Unterschiede zwischen Profi und Amateur, einer der Gründe warum dir Menschen Geld für deine Arbeit zahlen. Part of the Game, fertig. Finde dich damit ab, mach den Job, bring es hinter dich, dafür wirst ihr mit einer Ausrüstung belohnt die funktioniert und dir in der Nachbearbeitung der Bilder langfristig viel mehr Nerven und Zeit spart, als du für diesen einen Tag Einstellarbeit und Tests aufwendet mußt. Es lohnt sich langfristig, garantiert! Belichtungsmesser Empfehlungen Sekonic L-308X - €225,- Super Belichtungsmesser zu sehr gutem Preis. Generell - und ich werde dafür nicht bezahlt - sind Sekonic Belichtungsmesser die wohl empfehlenswertesten auf dem Markt. Sekonic L-Pro 478DR LiteMaster Pro - € 405,- Touchscreen, hurra! Kann auch Pocket Wizard Trigger auslösen, verschiedene Profile speichern usw. Großes Kino! Sekonic L-858D - € 577,- Für die, die immer das Beste haben müssen 😉 Ich verwende zusätzlich seit einiger Zeit den "Lumu Lightmeter" für mein iPhone. Perfektes kleines Tool das in die Hosentasche paßt und sofort gemeinsam mit dem iPhone einen wirklich zuverlässigen und sehr guten Belichtungsmesser bietet. Vor allem für kleine Ausflüge in der Analogfotografie ein sehr nützeliches Tool. Hier findest du Details dazu: https://lu.mu Erzähl in den Kommentaren von deinen eigenen Erfahrungen. Belichtungsmesser, ja, nein und warum? -
Canon Cinema EOS C300Canon Cinema EOS C300I am lucky enough to have the C300 in my hands for some days. First met this fantastic camera in Berlin when it was presented in Europe. Now i finally got the chance to do some shots. As long as we are on the road with that fantastic baby here are some screengrabs in high res, so you can at least see what comes out of the C300. These were shot on a dogwalk, very low light but as you can see, the pictures are incredibly flat and detailled. As soon as i bring it back next week i will also post some raw footage out of camera, in case you need some stuff to try out color corrections on your own. (Note that the last picture (bottom left) is shot at 12.800 ISO. In high res this looks more like film grain, not what we know from high ISO.) Download the screen grabs in HIGH RES (3MB) -
Canon Powershot G1XCanon Powershot G1XI had the upcoming Canon G1X for 3 days in my bag, trying to find the time to test this promising piece of gear, coming up by the end of febuary. Canon says this is a "compact camera for the pro". And honestly, I totally agree! What i really wanted to have when i was on bali last december was a compact camera, at least almost as good as a DSLR. Who doesn´t 🙂 The Canon G12 was a good choice for pros and motivated amateurs in the past. But the G1X offers even more. Big sensor (1,5") high ISO (12.800, and still looking quite good at 6.400) speeeeed (6fps) and 14 bit RAW. Just to list some of the great features i found amazing on a compact camera. Canon G1x Demo in jpg mode, Ray Flash Ring Adapter on 580EXII Canon G1x RAW mode, edited in Lightroom 4 Canon G1x RAW mode, edited in Lightroom 4 Shot at Canon Raodshow 2012 with Profoto - Canon G1x RAW mode, edited in Lightroom 4 Shot at Canon Raodshow 2012 with Profoto - Canon G1x RAW mode, edited in Lightroom 4 Canon Powershot G1 X specification highlights » 14MP 1.5" CMOS sensor (18.7 x 14mm) » 28-112mm F2.8-5.8 lens » Optical viewfinder » ISO 100-12,800 » 3.0", 920,000 dot swivelling LCD » Extensive manual control » 14-bit Raw shooting » 4.5fps continuous shooting (up to 6 frames) » 6.8Wh NB-10L battery rated at 250 shots (CIPA standard) » HDR mode & ND filter I didn´t want to write another detailled tech review here, i just wanted to give you an overview. And, to keep it short, let me say - you will love it. As i already mentioned, this is a compact camera for the pro, exactly what Canon wanted it to be. I definitely will have this in my bag from now on, as it will give me much much more possibilities to shoot stuff on the way i missed in the past. If you need to have all the details and comparisons, there are a lot of detailled tech reviews online, f.e. this one, including comparisons with the G12 and Panasonic Lumix DMC - http://www.dpreview.com/previews/canong1x. -
The Good DollyThe Good DollyWords you can find everywhere on the internet: DSLR cameras changed the way we shoot (and similar descriptions). It also changed the needs of course. What if you want to do some smooth and easy slider/dolly shots. You can choose between small sliders, or good old big fat dollys. What was missing for a long time is a slider/dolly solution perfectly fitting the size of DSLRs. The Good Dolly is a great tool for DSLR as it is not too heavy and big, you don´t need a lot of time (and people) for transport and setup, but it´s big and heavy enough to do really smooth dolly shots. Some first test shots: And here comes the best thing about it. Not only is it a great slider, it´s also a fantastic table dolly. You can use it on the floor or on a table and set up the curve radius with a laserpointer. Here´s a short clip out of camera (no editing) i did for health center. Keep an eye at www.thegooddolly.com, it should be ready for sale quite soon! -
Ride on BaliRide on Balididn´t post any new stuff for quite a long time here. that´s because i simply needed some time off. no cellphone, no computer, no photography ... or at least not too much of it 😉 of course it´s impossible for someone so obsessed by photography not to take at least some pictures and videos ... at least to share a liiittle bit of bali-feeling with my blog-readers. here we go, enjoy! 😉 -
Speicherplatz sparender HDSLR WorkflowSpeicherplatz sparender HDSLR WorkflowDie Canon 5D (und in Folge auch andere) hat uns einen völlig neuen Weg geschenkt wie wir an Videos mit 35mm Optik in fullHD kommen, leider ist mit diesem Geschenk auch das Problem des Speicherverbrauchs gekommen. Mein letztes Projekt z.b. war relativ Gross, 3 Drehtage mit 2 5Ds. Ziemlich viel Material, noch mehr nach Apple ProRes Konvertierung (Wer jetzt aussteigt, sollte z.b. diese Anleitung von Vincent Laforet lesen, oder eine von hunderten anderen die das Internet mittlerweile kennt). Hier ein kleiner Beitrag zu workflows die bei der Reduzierung von Datenmengen im Umgang mit fullHD videos aus DSLR Kameras helfen könnten: Das erste Problem dem wir wie gesagt gegenüberstehen ist der ProRes Codec. Grossartig für den Schnitt, aber die files werden um ein vielfaches grösser als sie aus der Kamera kommen. Hier eine grossartige Alternative von Heinz Donaubauer um dieses Problem zu lösen. Anstatt die Videos in fullHD ProRes files umzuwandeln, werden die files nur als ProRes proxy files angelegt, und sind somit erheblich kleiner. Nach dem Schnitt, einfach mit dem Media Manager neu verbinden, und die Original .h264 files auswählen, schon haben wir unseren fertigen Schnitt mit völlig verlustfreiem Material direkt aus der Kamera. Wenn das Projekt erst mal abgeschlossen ist, ist die Festplatte meist voll mit unmengen Dateien die wir eigentlich nie wieder brauchen werden. Aber zur Sicherheit behalten wir das Zeug doch meistens ... Deshalb hat mein letztes Projekt auch eine ganze TB-platte gefüllt. Ich hab allerdings wenig Lust mir einen eigenen Kasten für Festplatten zu kaufen, und mich demnächst um ein grösseres Büro umzusehen. Hier eine kleine Hilfe wie sich Datenmengen nach Projektabschluss stark reduzieren lassen, ohne die Möglichkeit zu verlieren nachträglich noch Änderungen zu machen. (Anleitung von Peter Salvia): Es gibt unzählige Wege und möglichkeiten zu konvertieren und Dateien zu managen. Wenn ihr einen besseren/anderen workflow empfehlen könnt, gerne in den Kommentaren posten! Wir hören ja bekanntlich nie auf zu lernen 😉 -
40x6 superwide XXL40x6 superwide XXLI never expected to do pictures that would be presented on a 40 x 6 meter (131 x 20 ft) superwidescreen. Last week i did. 50 pictures inside the biggest radiostation in austria (the word biggest has a new meaning now) were presented at the so called "radionight", an event for radiofreaks and advertising people to meet, shake hands, and let each other know how wonderful they are (as we need each other). (why we? besides i got a little show at the radiostation i did these pictures for). How did i do that? It´s quite easy to do, but a lot of work. I used my Canon 5DmkII, but even the 21,5 mpx were too small. So i had to take 3-10 pictures for every photo (depending on how much of the scene i wanted to catch), using the wonderful 14mm/2.8 L from Canon. Then i put them together using autopano pro. Great software, if you figured out how to use it 😉 Thank god there are several tutorial videos on their website, otherwise i think i still would sit here, trying to build 50(!) superwidescreen pictures for an event that already took place... And was it impressive? To be honest, i got no idea ... Me idiot was 5 minutes late. "Hey, there you are, they turned off your pictures 5 minutes ago, it really looked greaaat!". Ok, so let´s trust them radiofreaks and advertising people (both of us have one thing in common - we NEVER lie!) and let´s say it was great 😉 Thanks a lot to media12 by the way, they sent some pictures to have at least a little impression. And they were also the ones doing all the technical stuff that evening. So if you ever should need it thaat big, contact them 😉 -
38 iPhone wallpapers38 iPhone wallpapersI just updated the set of iPhone wallpapers from my galleries. From 24 pictures, pimped to 38 now. All you have to do is download the .zip - file, extract it, and send the folder to your iPhone. (There´s also a weblink in the folder, just to make you not forget me 😉 If you like them, maybe you would like to retweet them. I wouldn´t mind 😉 Download the .zip file (2,9MB) If you´d like to build some iPhone wallpapers yourself, here is a great .psd-file for download which helped me safe a lot of time: iPhone GUI PSD 3.0 Here are 20 examples how they will look like on your iPhone: