Wie kommt man zu Anerkennung und Jobs | Christian Anderl

Wie kommt man zu Anerkennung und Jobs

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Frage:
Hallo Christian, ich hätte eine Frage. Welche Schritte muss ich absolvieren, um als Fotograf Anerkennung zu finden und an gute Jobs zu kommen?

Phuh, was für eine Frage! Die Antwort könnte Jahre dauern 🙂
Nein im Ernst, einen shortcut gibts dafür nicht und ich hab auch keine kurze Pauschalantwort parat, sonst wär ich selbst schon seit Jahren weltweit anerkannt und hätte nur noch riesige Kunden 😉 Ich kann dir nur sagen wies bei mir gelaufen ist bis hierher wo ich jetzt steh. Womit ich soweit ganz zufrieden bin.

Ich denke “Erfolg” in dieser Branche ist eine Mischung aus vielen eigenen Projekten die man entwickelt, viele davon sieht man scheitern, hin und wieder mal feiert man einen Erfolg. Viel “Netzwerken” (auch wenn ich dieses Wort eigentlich fürchterlich finde) und mit Menschen in Kontakt bleiben. Vielleicht lässt sich das so zusammenfassen – Ich hab für mich festgestellt, dass man besser unterwegs ist, wenn man nicht die “Karriere” im Hinterkopf hat, sondern das woran man grad aktuell arbeitet.

Nicht ständig mit anderen Fotografen und ihren Arbeiten oder Karrieren vergleichen, man weiß nie, wie viele Jahre harte Arbeit dahinter stecken. Klar gibts hin und wieder “Shootingstars” in dieser Branche. Aber damit zu kalkulieren wäre in etwa so, wie mit einem Lottosechser zu rechnen, nur weil es jemanden gibt, der mal einen hatte. Jeden Job und jedes Projekt so angehen, als wärs das wichtigste das die Welt je gesehen hat. Denn für deinen Auftraggeber verhält es sich in diesem Moment genau so. Für den gibts kein anderes Projekt auf der Welt, als das, das er dir grad anvertraut hat. Das bedeutet hin und wieder, grad am Anfang, dass man auch mal mehr investieren muss, als man dafür eigentlich bezahlt bekommt. Aber das gehört nun mal in den ersten Jahren dazu.

Ich denke es lohnt sich am meisten, sich auf Ideen zu konzentrieren, nicht darauf große Auftraggeber zu kriegen. Es gibt so unzählig viele Fotografen die korrekt arbeiten, die schöne Arbeiten abliefern und trotzdem am Stand treten. Agenturen und große Auftraggeber wollen mit Menschen arbeiten die sich einbringen, die Ideen haben, nicht mit technisch korrekten Fotografen. Schon garnicht mit solchen, die nur die Karriere im Kopf haben. Zu Recht.

Müsste ich die Frage so kurz und knapp wie möglich beantworten, würd ich wahrscheinlich sagen – Tu das was du liebst und sei nett zu anderen Menschen. Das führt früher oder später mehr oder weniger von allein zu “Erfolg”. Wenn Du tust was du liebst, wirst du aus eigenem Antrieb immer dein Bestes geben, besser in dem zu werden was du tust. Und wenn du nett zu anderen Menschen bist, werden sich ganz von allein die Kontakte bilden, die dich in weiterer Folge zu den richtigen Jobs bringen.

Oft gibt es Phasen in denen man denkt man tritt völlig auf der Stelle. Man schmeißt Projekte raus die keinen interessieren, Feedback lässt zu wünschen übrig, es fühlt sich an als würde keinen Blogartikel, kein Fotoprojekt oder sonstiges das man veröffentlich von irgendwem wahrgenommen werden. Und dann geht eine einzige Sache mit der man überhaupt nicht rechnet plötzlich auf und erzeugt Aufmerksamkeit, was dazu führt, dass Menschen deine website besuchen und alles was Du bisher gemacht hast ebenfalls Beachtung findet. Und plötzlich hast du mehr oder weniger über Nacht einen riesen Schritt gemacht ohne es wirklich bemerkt zu haben.
Wenn man Biographien sogenannter “erfolgreicher Menschen” liest, findet man darin immer wieder, dass sie eigentlich immer nur konstant gemacht haben was sie gern gemacht haben. Oft Jahrelang oder sogar Jahrzehntelang ohne großer Beachtung. Und plötzlich ist ein Projekt über Nacht bekannt geworden. Das sind dann oft die sogenannte “Shootingstars”. Die sind nicht über Nacht so gut geworden, die waren immer schon da, nur hat sie niemand bemerkt.

Ich glaub das wichtigste in diesem Geschäft (und jedem anderen kreativen Geschäft) ist einfach Spaß dran zu haben und erst mal den Punkt zu erreichen, an dem man davon leben kann. Wenn das mal geschafft ist, besteht der Rest einfach nur aus “dran bleiben und nicht aufgeben”.

In diesem Sinne, wünsch ich uns beiden diese eine Nacht in der ein Projekt zu großem Ruhm und Anerkennung führt. Und wenn nicht, schätzen wir uns glücklich etwas gefunden zu haben, das wir wirklich gern tun, während Millionen andere davon noch träumen 😉

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