Billiganbieter und Preisgestaltung

1
Frage:
Ich hab Deinen Artikel über Hochzeitsfotografen und Preisgestaltung gelesen. Grundsätzlich klingt das alles ja recht logisch und nachvollziehbar. Trotzdem frag ich mich, wie realistisch das alles ist. Der Markt ist so übersättigt mit Billiganbietern die einen Job für ein paar 100,- machen. Lieber biete ich billiger an und verdien überhaupt was als mit zu hohen Preisen unterzugehen. Meinst Du nicht, dass Fotografie in unserer Zeit immer billiger werden wird?

Du hast die Frage eigentlich schon selbst beantwortet. Der Markt ist übersättigt mit Billiganbietern. Sich in dem Segment breit machen zu wollen wird also schwierig werden. Aber Qualität hat ihren Preis, in jedem Geschäft und jeder Dienstleistung.

Die Frage ist will man Billiganbieter sein oder will man gute Arbeit anbieten. Ich erwarte von einem Haubenlokal auch nicht, dass sie mir Tafelspitz und Beilagen um 1,- Euro servieren, nur weil Mc Donalds um 1,- Euro einen Burger aus dem Fenster schmeißt.

Die Frage ist also nicht wie billig man anbieten will oder muss, sondern wie gut man ist. Qualität hat nicht ohne Grund seinen Preis. Dahinter steckt eine Menge an Aufwand und Kosten. Wer viel Zeit in seine Fähigkeiten investiert, bessere Ergebnisse liefert als der Billiganbieter und mit besserem Equipment arbeitet findet immer Abnehmer für seine Arbeit.

So wie das Restaurant nicht an der Fast Food Kette zugrunde geht, so wird auch die Fotografie nicht – wie so oft behauptet – am iPhone und Instagram zugrunde gehn. Auch nicht an den zahlreichen Spiegelreflex-Besitzern die meinen der Besitz einer Kamera allein würde einem den Titel Fotograf verpassen.

Mehr Möglichkeiten und steigende Qualität bei Fotos im Internet bedeutet gleichzeitig höhere Anforderungen an den professionellen Markt. Und neue Möglichkeiten für unseren Markt.

Wo ich herkomme sagt man “Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben”. Das trifft auf unsere Branche zu finde ich. Nicht fürchten, besser werden und gute Arbeit machen. Klar gibts für jeden Fotografen Situationen in denen er auch unter seinem Preis arbeitet. Aber das sollte selbstbestimmt sein. Irgendwas muss für Dich dabei rausschauen. Entweder ein wichtiges Shooting fürs Portfolio, oder ein Projekt das man unbedingt machen will…

Nicht zielführend ist es zu billig zu arbeiten um überhaupt zu arbeiten. Ein Billigauftrag bringt niemals einen normal bezahlten Auftrag, auch wenn Auftraggeber noch so oft sagen “Wenn du das machst, zahl ich beim nächsten mal den vollen Preis”. Versuch das mal beim Friseur. Oder Mechaniker. Oder irgendwo anders außerhalb der Kreativbranchen. 😉

>
Teilen
Teilen
Twittern
+1
Pin