Freies Gewerbe Fotografie

Frage:
Ich hatte schon ein paar mal das Vergnügen bei Hochzeiten/Taufen usw von Freunden der Fotograf sein zu dürfen. Es waren immer alle begeistert von meinen Fotos und jetzt habe ich da ein paar Anfragen liegen ob ich bei ihnen auch ihre Hochzeit fotografieren würde.Ich könnte mir sehr gut vorstellen nebenbei oder auch irgendwann beruflich Fotograf zu sein. Was brauche ich für Voraussetzungen außer fotografieren zu können? Darf ich das einfach so bis zu einem bestimmten Betrag im Monat oder brauch ich dafür einen Gewerbeschein? Was sollte ich aus rechtlicher Sicht noch beachten?
Ich freue mich auf deine Antwort.

Fotografie ist seit Ende 2013 ein “freies Gewerbe”. Das heißt, dass man den Gewerbeschein für den Beruf des Fotografen ohne Meisterprüfung oder Befähigungsnachweis lösen kann (kostet 210,- Euro jährlich) und dann als Fotograf arbeiten darf. So viel zum rechtlichen Teil.

Am Tag als das Gewerbe ein freies geworden ist, nach jahrelangen Diskussionen und Widerstand der Innung, hab ich diesen ersten Artikel auf meinem Blog geschrieben zum Thema “Fotografie ist frei”. Und kurz darauf den nachfolgenden Artikel “Erste Todoliste für angehende Profifotografen“. Kernaussage dieser Artikel ist im Grund genommen – Ein Gewerbeschein ist noch kein Beruf. Und ich kenne aus eigener Erfahrung die Unterschiede zwischen privatem fotografieren und professionellem Fotografieren, ich hab auch als Amateur begonnen und hab dann 2008 den Sprung in die professionelle Fotografie gemacht.

Um die beiden Artikel hier nicht komplett zu wiederholen, eine kleine Zusammenfassung der Punkte die ich für wichtig halte:
Den eigenen Markt definieren, was genau willst du machen, in welchen Bereichen willst du Arbeiten, wie sehen dort die Rahmenbedingungen aus, was macht dich einzigartig, warum will jemand bei dir kaufen. Auch wenn du das “nur nebenberuflich” machen möchtest, solltest du einen Plan haben was du vor hast.

Kaufmännische Fähigkeiten aneignen. Auch wenn das Gewerbe frei ist, du bist als Fotograf Unternehmer und hast ein Unternehmen zu führen. Das ist mit sehr viel Verantwortung und Arbeit verbunden. Einnahmen/Ausgaben Rechnungen, Steuern und Sozialversicherung usw.
Einen Überblick über die Preisgestaltung im angepeilten Genre verschaffen. Nichts legt neue Selbstständige schneller aufs Kreuz (und zwar meist sehr schmerzhaft), als dieser meistgesehene Irrtum der Branche; Nämlich dass der Beruf des Fotografen aus 2 Punkten besteht:
1. Kamera kaufen.
2. Fotografieren.

Dieser Irrtum hat das vieldiskutierte Preisdumping das die Branche schon seit einiger Zeit erlebt zur Folge. Wer keinen Plan hat, wie viel die eigene Arbeit eigentlich kostet, der bietet viel viel viiiel zu billig an. Einerseits schädigt das natürlich den Markt, woher sollen Kunden denn noch wissen, warum da so riesige Preisspannen bestehen. Und andererseits überlebt man das nur bis zu den ersten Steuer- und SVA Zahlungen oder bis zu dem Punkt wo teures Equipment ersetzt oder generell angeschafft werden muss. Sogesehen hat davon niemand etwas. Weder ein Kunde, noch ein Fotograf.

Beide Artikel findest du in ganzer Länge auf meinem Blog.

Für die Hochzeitsfotografie im speziellen hab ich mal diese Artikel “Tipps zur Auswahl des richtigen Hochzeitsfotografen” geschrieben. Der Artikel ist zwar an Brautpaare gerichtet die nach Fotografen suchen, der Teil mit der Preiskalkulation ist aber vielleicht auch für dich nicht uninteressant.

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