Selbstmotivation

Frage:
Wie motivierst du dich? Wenn ich in FB und im Netz so viele geile Fotos sehe, bin ich doch echt ab und zu frustriert. Obwohl ich mich mit meinen Bildern auch nicht grad verstecken muss…

Das Problem kenn ich besser als mir lieb ist 🙂
Ich hab für mich festgestellt, der beste Weg sich davor zu schützen, ist sich nicht mit Anderen zu vergleichen. Das kann fast nur mit Frust enden, weil ich immer jemanden finden werde, dessen Arbeiten ich besser finde als meine eigenen. In einem gesunden Maß ist das ja sogar sehr sinnvoll. Ich glaub der Trick ist, sich eben nicht zu vergleichen, sondern Arbeiten die man gut findet anzuschaun, wirken zu lassen (dafür sind Bilder doch da) und sich davon inspirieren zu lassen.

Wenn ich mir z.b. Arbeiten von Joe McNally, Zack Arias, Jeremy Cowart, Joey Lawrence oder anderen “Größen” in unserem Geschäft anschaue, kommt mir immer wieder mal der Gedanke Gärtner zu werden. Aber man muss, glaube ich, auch mitbedenken mit welchen Möglichkeiten manche Fotografen arbeiten. Das soll die Leistung in keinster Weise schmälern, ganz im Gegenteil. Man muss sich auch erst mal da hinarbeiten, mit solchen Teams und Budgets arbeiten zu können. Dafür muss man aber auch auf vieles Verzichten wollen und diesen Weg konstant verfolgen. (Und wohl auch wo anders wohnen wollen, als in Österreich 😉 Das ist abgesehen von harter Arbeit, massivem Talent und viel Glück auch ein Weg für den man sich entscheiden muss.

Auch bringt Spezialisierung auf einen bestimmten Teilbereich der Fotografie einen sicherlich erheblich schneller voran. Und auch weiter, als wenn man viele Bereiche abdecken möchte. Wenn ich mir die Schwarz/Weiss Bilder von Hengki Koentjoro anschaue frag ich mich manchmal, ob ich jemals wieder ein Schwarz Weiss Foto machen will. Aber wenn ich das was mir an seinen Arbeiten gefällt mitnehme, bringt mir das beim nächsten Anlauf eine neue Perspektive die ich ausprobieren kann.

Vielleicht geht dabei was in die Hose und durch Zufall entdecke ich eine neue Herangehensweise für mich. Ich habs gern, wenn sich der eigene Stil Stück für Stück immer weiterentwickelt. Das muss nicht über Nacht gehn, der Weg ist der Spass daran.

Ich höre auch oft, man müsse sich auf einen Bereich spezialisieren, um wirklich in der Fotografie Fuß fassen zu können. Zu einem gewissen Teil stimmt das vermutlich. Wenn man sich jahrelang ausschließlich auf Portraitfotografie konzentriert, wird man wahrscheinlich mehr Gefühl fürs Detail entwickeln, als jemand der Landschaft, Portrait, Hochzeit, Business und Werbung macht.

Auf der anderen Seite ist das Netz auch voll mit fantastischen Arbeiten von nicht hauptberuflichen Fotografen. Als solcher – und der war ich lange Zeit – hat man den oft unterschätzten Vorteil, machen zu können was man will. Man kann sich voll und ganz nur auf das einlassen, was einen am meisten interessiert, ohne Kundenvorgaben. Mein Portfolio wächst am besten in den Zeiten, wo weniger Kundenarbeit reinkommt. Dann kann ich einfach wieder mal machen, worauf ich Lust habe. Als Amateur kann man das jedes mal, wenn man die Kamera in die Hand nimmt. Während ich das schreibe, vermisse ich die Zeit fast ein wenig 🙂

Der langen Rede kurzer Sinn – Das Gefühl zu haben, noch weiter wachsen zu können, motiviert mich an sich schon jeden Tag besser zu sein als am Tag davor. (Es gibt da diesen schönen Spruch, man muss nicht der Beste sein, nur besser als gestern.) Eine der schönsten Tatsachen an der Fotografie ist, dass man solang man lebt immer etwas neues daran lernen kann.
Ich hab bei einige der oben genannten Fotografen auch schon mal ähnliches in ihren Blogs usw gelesen. Auch das motiviert. Zu wissen, dass man damit nicht allein ist.

Joe McNally erzählt in seinem Buch “The Moment it Clicks” z.b. sehr offenherzig, dass er nach wie vor von  Jobs heimkommt und sich das Hirn zermartert, wie er dem Kunden jetzt klar machen soll, dass er das nochmal machen muss, weil ers verkackt hat. Zack Arias hat in einem Video mal erzählt, dass er irgendwann entschieden hat, sich nicht mehr zu vergleichen, weil er sonst aufgehört hätte.

Ich könnt mir eigentlich nichts schlimmeres vorstellen, als keine Bilder mehr zu finden, die mich neidisch machen. Nicht mehr das Gefühl zu haben dass da noch einiges geht. Was würd ich denn dann morgen machen:-) Also inspirieren lassen und sich freuen, dass es so viele großartige Arbeiten gibt, die einem selbst die Möglichkeit bieten, weiter zu wachsen. Ich hoffe das hilft 🙂
Vielleicht helfen dir auch diese 5 Punkte um die Motivation wiederzufinden wenn sie mal verloren geht.

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