Fotografieren mit Blitz: Das musst du wissen

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Fotografieren mit Blitz ist mir zu umständlich/künstlich/aufwändig/unnatürlich/anstrengend/…

Es gibt Erklärungen wie Sand am Meer, warum Fotografen – egal ob Hobby-, Amateur,- oder Profi – Fotografieren mit Blitz einfach bleiben lassen. Viele davon klingen so herrlich logisch und doch sind sie großteils Ausreden.

Anfänger schnappen am liebsten Sätze wie „Available Light / vorhandenes Licht ist viel schöner als Blitz“ auf. Die Steigerungsform dieser Selbstüberzeugung lautet „Fotografieren mit Blitz ist nicht echt und ich will echt sein“.

Aber Tatsache ist, Licht ist Licht. Egal ob natürlich oder Blitzlicht. Die Frage ist, was du draus machst.

Damit will ich niemandem zu nahe treten, ich weiß selbst, dass man fotografieren mit Blitz gern umgehen möchte und das auch sehr lange hinkriegen kann. Ich verstehe die Beweggründe, ich verstehe die Erklärungen die man sich dafür zurechtlegt und habe einen großen Teil davon selbst verwendet.

Trotzdem – oder gerade deswegen – möchte ich heute ein paar Punkte aufgreifen, die dich möglicherweise (hoffentlich) zum Umdenken bewegen werden. Wenn du nämlich erst mal verstanden hast, was ein Blitz alles für dich tun kann (und warum fotografieren mit Blitz absolut nicht unnatürlich sein muss) wirst du dich sehr auf fotografieren mit Blitz freuen.

Die Vorteile überwiegen bei Weitem den Aufwand der dahinter steckt. Wie du gleich sehen wirst.

Warum fotografieren mit Blitz so gemieden wird

Erst mal möchte ich etwas detaillierter darauf eingehen, warum wir als Fotografen dazu neigen, dem fotografieren mit Blitz aus dem Weg zu gehen. Fotografie ist Arbeit mit Licht und Geschichten. Warum also der eigenen Fotografie so ein wichtiges Element wie Licht das man selbst gestalten kann wegnehmen? Inzwischen weiß ich, warum. Mein „Aha Moment“ diesbezüglich war mein lieber Kollege Clive Booth. Wir haben uns bei der Photography Show in Birmingham kennengelernt, wo wir beide Vorträge machen durften.

Er hat ein fantastisches Projekt präsentiert: „Ileachs“ – ein Fotografie- und Filmprojekt über die Rettungsbootfahrer auf einer schottischen Insel namens Islay. Das gesamte Projekt hatte eine beeindruckende Bildsprache, sowohl die Reportagebilder in Bewegtbild und Fotos waren eindrucksvoll, als auch die Portraits, bei denen ich fallweise davon ausgegangen bin, sie wäre mit Blitzlicht entstanden.

Sein Vortrag war für mich eine lange gesuchte Inspiration die mich wieder auf neue Ideen gebracht hat.

Direkt nach seinem Vortrag durfte ich über „Simple Speedlite“ referieren. Also meine Überzeugung, dass fotografieren mit Blitz nicht schwer sein muss, aber enorm viel Effekt haben kann und uns als Fotografen das Leben massiv erleichtert, wenn wir den Blitz erst mal beherrschen und ihn auch richtig nutzen.

Der „Aha Moment“

Meine Überraschung war groß, als er nach meinem Vortrag zu mir gekommen ist und meinte er würde sich meinetwegen jetzt, hier, sofort an Ort und Stelle Blitze kaufen und anfangen damit zu arbeiten.

Ich fragte ihn, ob er denn nie mit Blitz arbeiten würde. Und seine Antwort sickert bis heute in meinem Kopf: “Nein, ich habe so viel Zeit damit verbracht, das passende Umgebungslicht zu finden für diese Bilder. Nur weil ich ehrlich zu faul war, mich anständig mit Blitz zu befassen.

Ich will mir gar nicht vorstellen, wie viel einfacher es mit Blitz gewesen wäre und vor allem wie viel besser die Bilder noch geworden wären, weil ich nicht so sehr an Orte mit passendem Licht gebunden gewesen wäre. Danke für deinen Vortrag, ich hab gerade verstanden, wie einfach es sein kann.”

Fotografieren mit Blitz - Clive Booth - Ileachs

Clive Booth – Ileachs Portraits

Das ist nämlich genau der springende Punkt. Es geht nicht darum, dass fotografieren mit Blitz prinzipiell das „bessere fotografieren“ wäre. Gar nicht. Es geht vor allem darum, dass wir uns damit unabhängiger vom Umgebungslicht machen und die Lichtstimmung, die wir gern hätten überall selbst konstruieren können.

Das sieht nicht „unnatürlich“ aus, wenn man weiß was man tut. Ganz im Gegenteil, gut eingesetztes Blitzlicht kann sehr natürlich aussehen.

Es spart Zeit, Nerv, damit auch Geld und es gibt uns erheblich mehr kreativen Spielraum.

Im Gespräch mit ihm ist mir klar geworden, dass er für sich die selben Ausreden und Erklärungen zurechtgelegt hatte, die ich von mir selbst und hunderten anderen Fotografen schon kannte. Bzw ist es ihm klar geworden.

Seither versuche ich noch mehr Fotografen zum fotografieren mit Blitz zu motivieren. Weil es wirklich nicht so schwer ist, wie man denkt und weil es uns allen so sehr dabei helfen kann, besser zu fotografieren.

Die Vorteile am fotografieren mit Blitz

Lass mich kurz nur ein paar der wichtigsten Vorteile zusammenfassen, die dir das fotografieren mit Blitz bieten kann:

– Wie schon angesprochen – du bist unabhängig von Umgebungslicht und kannst deine eigene Lichtstimmung an jedem Ort jederzeit gestalten und dein Motiv besser zur Geltung bringen.

– Du kannst vorhandenes Umgebungslicht mit Blitzlicht mischen und damit noch mehr der Stimmung die du ausdrücken willst in dein Foto bringen.

– Du kannst in schlechten Lichtverhältnissen mit geblitzten Fotos durch die kurze Abbrennzeit der Blitze mehr Schärfe ins Bild bringen.

– Mit richtig eingesetzten Farbfolien kannst du die Stimmung in einem Foto wesentlich beeinflussen. Fühlt sich manchmal einfach richtig an.

– Du kannst Schatten aufhellen. Klingt einfach, ist es auch. Manchmal braucht man einfach nur Hilfe, einen Bereich der im Schatten steht aufzuhellen.

– Das führt auch gleich zum nächsten Punkt, ausgeglichene Belichtung. Wir haben bei der Belichtung manchmal keine Möglichkeiten zwischen hellen und dunklen Bereichen auszugleichen und müssen dann in der Nachbearbeitung die Schatten zu sehr aufhellen. Mit einem Blitz kannst du dir hier schon beim Fotografieren helfen, das führt zu ausgeglichenerer Belichtung.

Fotografieren-mit-Blitz-Sarah

Fotografieren-mit-Blitz-Sarah

Hier z.B. wurden einfach nur Farbfolien verwendet um den Hintergrund etwas anders zu färben. Das Motiv bleibt beide Male in der gleichen Temperatur, nur der Hintergrund verändert die Farbtemperatur. Ein Mal etwas wärmer (Foto 1), einmal etwas kühler (Foto 2). Die Wirkung dieses Bildes, das im Winter gemacht wurde gewinnt einfach an Kälte, wenn man – nein, keine kühle Folie, sondern eine Warme Folie verwendet. Verwirrend? Ist aber ganz einfach, wenn man sich die Zeit dafür nimmt die Zusammenhänge von Weißabgleich und Farbfolien zu verstehen.

Wenn du alle Zusammenhänge zwischen ISO, Blende, Belichtungszeit, Distanz, Blitzleistung und Farben verstehen und richtig anwenden möchtest und in nur 14 Tagen deine Arbeit mit dem Blitz auf ein völlig neues Niveau heben möchtest, kannst du hier die unverbindlichen Kursinfos zum “Großen Blitzen 1×1” anfordern: http://shootcamp.at/blitzen1x1

 

Grundlegende Fehler beim fotografieren mit Blitz

Es gibt ein paar ganz einfache, aber grundlegende Fehler, die die meisten Menschen beim fotografieren mit Blitz machen. Diese Fehler sind es dann auch, die uns daran hindern dem Blitz eine zweite Chance zu geben und damit weiterzuarbeiten.

Schaffst du es diese Fehler zu vermeiden, ist schon mal ein erster wichtiger Schritt getan. Der Rest ist ein bisschen Mathematik (ich schwöre, wenn einer meiner Lehrer, die ich jemals hatte diese Zeilen lesen würde, sie würden die Welt nicht mehr verstehen. Ich war übelst in Mathematik, hat mich auch nie interessiert. Bis ich draufgekommen bin, was Mathematik auf diesem Gebiet alles für mich tun kann. Plötzlich war das „reziproke Quadratgesetz“ ein Spaziergang für mich – ist es ja auch wirklich).

1. Blitz auf der Kamera

Der größte und meistgesehene Fehler. Nur weil der Blitz von den Herstellern so gebaut wurde, dass er perfekt auf den Blitzschuh auf der Kamera passt, heißt das noch lange nicht, dass dort der beste Ort für ihn ist. Ja, man kann einen Blitz da oben verwenden, wenn man weiß wie. Aber man sollte das so gut wie möglich vermeiden.

Ein Blitz sollte möglichst bald „entfesselt“ verwendet werden. Also nicht auf der Kamera, sondern unabhängig von der Kamera aufgestellt bzw positioniert werden. Dazu gibt es viele Möglichkeiten – Infrarot Auslöser, Funkauslöser oder Kabel. Mein Favorit dabei ist definitiv der Funkauslöser. Nicht so anfällig wie Infrarot, nicht so gebunden wie Kabel.

2. Falsche Erwartungshaltung an den Blitz

Von einem eingebauten „Popup Blitz“ sollte man generell einfach nicht zu viel erwarten. Das ist eigentlich ein Notlicht. Und doch wird er ständig verwendet. Mit großer Enttäuschung danach.

Ich hätte gerne für jeden Touristen, den ich schon beim Versuch eine Kirche oder gar eine ganze Bergkette bei Sonnenuntergang mit dem Blitz auf der Kamera zu blitzen, nur 10 Cent. Ich wäre „Dienstag Mittag fertig“, wie der Wiener Bürgermeister mal sagte.

3. TTL falsch verstanden

TTL ist eine Automatik. Und genau wie in der Kamera ist eine Vollautomatik selten eine gute Idee. Man kann TTL nutzen und nach den eigenen Bedürfnissen korrigieren, wenn man die Grundlagen verstanden hat, wie Blende, Belichtungszeit, ISO und Distanzen zusammenarbeiten. Wenn man das nicht gelernt hat, dann wird zu 99% das Motiv zu hell und der Hintergrund zu dunkel. Oder es passiert noch schlimmeres.

4. Angst

Ja, es ist fast eine Art von Angst, die wir vor dem Blitz haben, bevor wir ihn verstehen. Als wären Kameras nicht schon vermeintlich kompliziert genug (was sie ja in Wahrheit gar nicht sind) wirkt der Blitz noch undurchschaubarer. Ich weiß genau, dass ich nicht der einzige bin, der seinen allerersten Blitz nur 3, 4 mal verwendet hat, um ihn dann jahrelang in einer einsamen Ecke verstauben zu lassen. Man weiß einfach nicht, wo man bei den ganzen Ausdrücken zwischen HSS, TTL und den ganzen Tasten da drauf überhaupt anfangen soll.

Es hilft zu Beginn ungemein, wenn man sich mal klar macht – es ist nur Licht. Es kann hauptsächlich eine einzige Sache – heller und weniger hell leuchten. Wie eine Taschenlampe mit Leistungsregelung. Heller. Dunkler. Fertig. Der Rest ist keine Raketenwissenschaft, sondern ein paar wenige Funktionen die man relativ rasch lernen kann.

5. Leitzahl und andere verwirrende Zahlen

Ich werd mich so kurz wie möglich fassen hier – Leitzahl ist nichts weiter als eine etwas kompliziert formulierte Leistungsangabe für die Blitzleistung. Also wie viel Licht aus einem Blitz unter gewissen Bedingungen rauskommt. Die einfache Antwort reicht fürs Erste – Hohe Leitzahl = mehr Leistung, niedrige Leitzahl = weniger Leistung.

 

Unterm Strich ist es wie bei allen anderen Themen in der Fotografie (und im ganzen Leben) – es ist nicht so schwer, wenn man es erst mal beherrscht.

Wichtig ist wie immer den richtigen roten Faden durchs Thema zu haben, nicht wahllos vereinzelte Informationen durcheinander zu lernen und damit noch mehr Verwirrung zu schaffen. Ein (richtiger) Schritt nach dem anderen und du bist erheblich schneller am Ziel als du denkst um dich dann zu wundern, warum dir das so kompliziert erscheinen konnte. So wie Manuel:

 

“Nachdem ich jetzt beide Shootcamp Kurse durch habe, muss ich sagen ich bin begeistert. Dass man so viel in so kurzer Zeit lernen kann wusste ich ja gar nicht. 😉 Beim Kurs “Das Großen Blitzen 1×1″ frag ich mich jetzt einfach nur, warum ich vorher so viel Angst davor hatte.” 

Manuel K. – Blitzen 1×1 Absolvent

Wenn du loslegen möchtest und willst, dass dein Blitz macht was du willst, deine Fotos aufs nächste Level heben willst und das „große Blitzen 1×1“ für dich interessant klingt, trag dich hier ein für weitere Infos zum Kurs:

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