Drohne mit Kamera aber richtig: Die besten Einstellungen für die DJI Mavic Pro

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Drohne mit Kamera ist das neue Smartphone wie es scheint. Drohnen kommen in verschiedenen Größen, mit verschiedensten Fähigkeiten, alle haben Kameras dran und bald haben alle eine.

Drohnen mit Kameras sind großartig und inzwischen auch sehr klein und leicht. Gegenüber den großen Drohnen haben sie einen offensichtlichen Nachteil – keine riesigen DSLR oder sogar Red Kameras. Aber mit den richtigen Einstellungen lässt sich einiges rausholen.

Noch lange bevor der Hype um Drohnen bei uns begonnen hat, war ich einer der wenigen Spinner, die sich einen Quadrocopter selbst gebaut haben. Meine Drohnen mit Kameras haben einige Monate Arbeit, viel Zeit, Geld und Nerv gefressen. Und ich war verrückt genug damals meine 5DmkII an einen selbstgebauten Hexacopter zu hängen. (Die ich dabei fast vernichtet hätte, aber das ist eine andere Geschichte)

Völlig verrückt, ich weiß. Nachträglich betrachtet. Aber lustig 😉

Kümmern wir uns darum, wie du aus deiner DJI Mavic Pro (oder anderer Drohne mit Kamera) das bestmögliche Videomaterial rausholen kannst. Die genauen Kamera- und Gimbaleinstellungen beziehen sich hier nur auf die DJI Mavic Pro, nicht auf jede andere Drohne mit Kamera)

Es sind nur ein paar Einstellungen die du kennen musst und ein wenig Übung beim fliegen, schon sehen deine Drohnenvideos aus wie aus dem Kino.

 

Ich empfehle dir der Einfachheit halber das Video anzusehen. Hier nochmal die wichtigsten Punkte aufgelistet in Textform:

1. Kameraeinstellungen

2. Gimbaleinstellungen

3. Richtig Fliegen und Video aufnehmen

1. Kameraeinstellungen

Zumindest eine dieser Einstellungen für die Kamera hätte ich wirklich gerne gewusst, bevor ich mit meiner Drohne eine Weltreise unternommen habe. Ich könnte mir in den Allerwertesten beißen, wenn ich traumhafte Videos aus Fiji sehe und weiß, die wären noch viel schärfer, hätte ich die Rauschunterdrückung der DJI – Mavic Pro Kamera da schon überlisten können. Also egal welche Drohne mit Kamera du hast, die Zeit für die bestmöglichen Einstellungen ist ein gutes Investment 😉

Damit dir das mit deiner Drohne nicht passiert, Schritt für Schritt:

Wie bei jeder Kamera mit der du filmen möchtest – Immer manuelle Belichtung, keine Automatik. Damit die Videos auch konstant in der Belichtung werden.

ISO wenn möglich nicht über 400, so niedrig wie möglich. Es gibt auch gute Wege das ISO Rauschen der DJI Mavic Pro in den Griff zu bekommen, aber das ist etwas mehr Arbeit, braucht kostenpflichte Plugins und wird vielleicht mal ein eigener Artikel.

Shutter / Verschlusszeit – immer versuchen bei 1/50 zu halten. Wenn es zu hell dafür ist, ND Filter verwenden. Eine lohnende Investition!

Ich verwende diese Filter – SANDMARC Aerial Filter für DJI Mavic Pro / Platinum – ND4, ND8, ND16 und Polarisator Filters (4-Pack)

Videgröße – 4k (3840 x 2160) 25fps

Wenn dein Computer 4k nicht schneiden kann verwende 2,7k 25fps

NTSC/PAL – PAL (außer du willst Slow Motion Videos drehen, dann empfehle ich auf NTSC umzustellen damit du statt 50fps auch 60fps verwenden kannst.

Weißabgleich – immer manuell einstellen, nicht Automatik

Bildstil – unbedingt diese Einstellungen verwenden, damit das Bild so scharf und klar wie möglich wird und du in der Nachbearbeitung noch das Beste raushiolen kannst.

Benutzerdefiniert :  Schärfe +1  | Kontrast -1  |  Sättigung -1

Farbfilter: Hier empfehlen sich nur 2 Einstellungen, je nachdem was du machen möchtest:

D-Cinelike – für schnelle Aufnahmen, wenn du keine oder sehr wenig Farbkorrekturen in der Bearbeitung machen möchtest

D-Log – wenn du das Maximum rausholen möchtest und in der Farbkorrektur fit bist.

2. Gimbal Einstellungen

Hier reicht es eigentlich das Verhalten des Gimbals bei Schwenks ein wenig zu korrigieren. Die Originaleinstellung reagiert sehr ruppig, dementsprechend sehen dann auch die Schwenks aus. Mit diesen Einstellungen bekommst du sehr sanfte Schwenks hin:

Einstellungen des Flugcontrollers —> Gimbal Einstellungen —> Erweiterte Einstellungen

Gimbal Nickgeschwindigkeit – 10

Gimbal Kippwinkelbewegung … (aus)

Gimbal Nick Puffer – 20

Synchron Gimbal Schwenknachlauf (aus)

3. Drohne mit Kamera: Flugtipps für schönere Aufnahmen

Wenn du deine DJI Mavic Pro richtig eingestellt hast (das gilt natürlich auch für jede andere Drohne mit einer Kamera drauf, du findest solche Anleitungen für jede Drohne auf dem Markt) dann kannst du mit ein paar kleinen Tipps schönere Aufnahmen machen. Dazu ist für den Start garnicht viel Aufwand oder Wissen nötig, eigentlich nur ein wenig Geduld und Ruhe.

Drohnenvideos leben davon, dass sie stabil, ruhig und sanft sind. Also sofern du nicht Actionvideos drehst und einer von wenigen Drohnenpiloten auf der Welt bist, die es drauf haben in geringer Höhe ein schnelles Objekt perfekt zu verfolgen. Aber dann liest du das hier höchstwahrscheinlich nicht 😉

Eine Richtung klar definieren

Versuch beim Flug nicht zu viel in der Gegend herumzuschauen. Das ist spannend, sieht aber auf Videos selten gut aus. Überleg dir bevor du das Video startest schon in welche Richtung du willst und wo dein Ziel ist. Dann flieg langsam und möglichst Gleichmäßig diese Bewegung.

Gerade Linien oder einfache Kurven

Versuch möglichst lange gerade Linien zu fliegen. Dabei kannst du die Kamera auch ganz langsam nach oben oder unten schwenken (aber nicht übertreiben). Wenn du Kurven fliegen willst würde ich eher einen Radius empfehlen. Also ein Motiv suchen das du im Bild fixierst, dann mit der Drohne seitwärts fliegen und sie vorsichtig zur Seite drehen. Das braucht etwas Übung, sieht aber fantastisch aus.

Die DJI Mavic Pro kann diesen Radius auch komplett automatisch fliegen. Du fliegst über das Motiv, stellst den Radius ein, drückst auf Start und die Drohne macht den Rest. Aber vorsicht, die DJI Mavic Pro sieht seitwärts und hinten keine Hindernisse, du musst sie also gut im Auge behalten und in einem Umfeld fliegen, wo sie nicht in Bäume oder andere Hindernisse krachen kann.

Weiterdenken – länger fliegen

Ich mache sehr gern extralange Flüge, damit ich später im Schnitt die Möglichkeit für kurze „Upspeed“ Sequenzen habe, also einfach einen Teil des Videos beschleunigen kann. Am besten einfach immer viel länger fliegen, also du glaubst Material zu brauchen. Das ist generell beim Filmen ein guter Tipp – immer lieber etwas länger laufen lassen als man denkt 😉

Variation

Wie auch bei der Fotografie oder beim Filmen allgemein – versuche von einem Motiv oder einer Szene möglichst ein paar Variationen zu filmen. Von mehreren Seiten, Gegenlicht, lange gerade Überflüge, Radius, Kamera nach unten, usw.

Bildgestaltungsregeln gelten natürlich auch bei den Bildern mit der Drohne, vielleicht helfen dir ein paar dieser Tipps weiter.

Wenn du deine DJI Mavic Pro oder andere Drohne richtig einstellst und diese einfachen Tipps beherzigst, werden deine Drohnenvideos in Zukunft aussehen wie in einem Kinofilm 😉

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Viel Spaß mit deiner Drohne und zeig gern deine Arbeiten in den Kommentaren:

  • Christian Holten sagt:

    Gott im Himmel, endlich mal ein kurzweiliges, gut anzuschauendes Video mit Salz und Pfeffer 🤙 Danke für die simplen Erklärungen und Tips! Überragend und überraschend einfach… hätte ich das mal vorher geschaut 🙌 eine Frage noch zum Ende… welche „einfache „ Software empfiehlst Du um die Filme der Mav auf ungefähr dem Niveau zu bearbeiten, das Dein Film hat ? Dieses Gimmick schneller Vorlauf etc. ist sehr sehr cool ! Besten Dank und Grüße nach Österreich

    • Danke Christian, das freut mich. Ich bearbeite alle Videos mit Adobe Premiere. Allein schon, weil ich mit Adobe alles an Software in einem Paket habe, die ich brauche. Lightroom, Photoshop, Premiere, After Effects usw. und die auch gut miteinander arbeiten und somit Zeit und Ärger sparen.

      Der “Vertigo” Effekt im Video ist ziemlich einfach. Werd mal ein eigenes Video dazu machen.

      • Christian Holten sagt:

        Das wäre natürlich grandios -;) Mittlerweile hapert es neben den ‚üblichen‘ Aufnahmeschwiergkeiten doch recht häufig an der Postproduction die natürlich eben so stimmig sein sollte … also , Vorfreude deluxe auf einen kleinen Exkurs 🙌🤙

  • Redi sagt:

    Vielen lieben Dank für deine Tipps. Dabei ersparst du anderen Leuten eine menge von Zeit .
    Danke

  • Pascal sagt:

    Videogröße – 4k (3840 x 2160) 25fps

    Was spricht gegen 30 fps bei 4k wenn einem der Speicherbedarf egal ist, oder hat das noch weitere Nachteile? Anderenfalls erwarte ich von 30fps “flüssigere” Videos, oder täusche ich mich?

    • Ja da irrst du. Flüssiger in der Theorie, aber mit 30fps sieht es mehr nach billigem Video aus. Kinofilm hat 24fps, damit sieht 25fps mehr nach Film auf weil das Auge diese Framerate gewohnt ist von Film. Probier’s einfach mal aus, du wirst sehn, 30 sieht „billiger“ aus als 25

  • martin sagt:

    hi! wie lautet bitte nochmals die app mit der flugzonenenbeschreibung?

  • Ralph sagt:

    Hey, wie wäre es mal mit euben Tutorial für Videobearbeitung ? 😉

    • Das wird sich mit einem kleinen Tutorial nicht ausgehn fürcht ich 😉 Aber ja, steht auf der Liste, zumindest einen Teil davon bringt man ja in ein Tutorial 🙂

  • Daniela sagt:

    Wie heisst das App das du für die Flugverbotzonen usw. benutzt?

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